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Traumprotokoll: Dream my Dream- Sing my Song

Short Story zum Thema Liebe und Tod


von Ina_Riehl

Traumprotokoll:

https://www.youtube.com/watch?v=hgwytOPOR5E

Es ist ein kleiner, niedriger Konzertsaal, in dem wir sitzen. Einer von denen, die nur ganz mit künstlichem Licht beleuchtet werden. Nur oben, nah der Decke sind zwei Reihen Glasbausteine eingemauert. Wir sitzen im hinteren Teil des Zuschauerraumes in der letzten Reihe. Ganz rechts in der Ecke sitzt Udo Lindenberg, links neben ihm sein unbezahlter Manager, ein ärmlich wirkender vierzigjähriger Aussteiger (aus was auch immer), er sagt sowieso die ganze Zeit nichts. Sie sitzen vor zwei riesigen Wandheizungen. Der Saal ist ansonsten kalt und zugig, nur das bisschen Wärme, das die beiden Heizkörper ausstrahlen. Du und ich sitzen im Durchgang zwischen den Reihen, auf Stühlen, die wir uns aus den Reihen genommen haben. Wir sitzen also Udo schräg gegenüber, hinter uns vermutlich eine Bühne. Ich sehe mich um, aber das Licht reicht nicht bis in den hinteren Teil des Saales. Seltsam, dass es hier, wo wir sitzen, aber so hell und weiß ist. Auch die schlichte Holzbestuhlung wirkt in diesem Licht weiß. Keiner redet mit der Stimme, wir unterhalten uns mittels Gedankenübertragung. Du schlägst vor ein Eis zu essen. Wir sitzen dann alle da, neben Udo. Der mittellose, beschäftigungslose, auch telepathisch stumme Manager, Du und ich und wir essen  rosafarbenes Magnum. Udo hat großen Hunger und funkt, dass er, falls einer von uns sein Eis nicht schafft, gern den Rest essen will. Meins ist aber schon leer. Du hast von Deinem die ganze rosa Kruste abgeknusperst und gibst ihm dann Deins. Es sieht appetitlich aus, das cremefarbene angeschmolzene Eis, mit den eingesprenkelten schwarzen Punkte von Vanilleschote. Wir wissen alle, dass das Udos letztes Konzert sein wird. Es werden auch keine weiteren Zuschauer kommen, das Ganze wird aber aufgezeichnet erklärt er uns. Er will nicht auf der Bühne spielen, sondern im Publikumsraum. Er deutet da hin, wo wir im Gang gerade sitzen. Die ganze Zeit singt Udo in unseren Köpfen mit seiner typischen Quäkestimme. Es klingt wie schönste Poesie. Ich sehe, dass Du genau da sein willst wo Du gerade bist, in diesem Moment. Ein fünfzehnjähriges ungeschminktes Mädchen ist auch da. Sie ist sehr hübsch; unschuldig, wie sie dasteht und den Background summt. Udo hat immer noch Hunger und ich denke darüber nach, wie ich etwas zu essen aufzutreiben könnte, in dem Hotel, in dem wir sind – Du weißt schon, das Atlantik in Hamburg. Jetzt weiß ich auch, dass dieser kleine Konzertsaal im Keller des Hotels ist und dass sie Udo schon derart lange kostenlos haben wohnen und essen lassen, dass es einfach nicht mehr geht und sie nur noch das Nötigste geben, damit er nicht verhungert und er den kleinen Konzertsaal besuchen kann, um sich gut zu fühlen. Er wird nämlich bald sterben. Wir vier werden bei ihm sein, wenn er stirbt, Das wird heute sein. Ich versuche mich im Traum zu erinnern, was für ein Datum es ist und ich vermute, dass es der siebte Februar 2019 ist (heute ist aber der achte übrigens), aber mein Gehirn korrigiert auf den fünften Oktober. Na gut. Ich veranlasse einen Kellner, den ich aus meiner Ausbildung kenne per Telepathie Udo eine Suppe zu servieren. Aber mit Stil. Ich denke, er kann einen Esslöffel Instantpaste in eine hauchdünne Porzellansuppentasse geben, ein silbernes Tablett nehmen, mit Unterteller und schwerem Silberlöffel und eine steifweiße Stoffserviette dazustellen. Ein zwar nicht nahrhaftes, aber würdiges Abendbrot vor diesem letzten Konzert. Er serviert das Geforderte, aber er hat das kochende Wasser nicht aus der Küche bekommen, die die Order hat, jetzt nichts mehr für Udo herauszugeben. Also befindet sich nur dieser Esslöffel grünlicher Instantpaste in dem kostbaren Geschirr, was absurd aussieht. Der Kellner wird irgendwo anders das heiße Wasser herkriegen müssen und macht sich auf den Weg. Ich schäme mich, weil ich weiß, dass das ein blöder Versuch war Udo in dem Glauben zu lassen, er lebe noch in dem Glanz vergangener Tage. Es gibt keine Chance irgendetwas anders darzustellen als es ist, denn wir alle sind einander ja über Gedankenübertragung verbunden. Ich richte meine Aufmerksamkeit auf Dich. Du sitzt die Arme auf den Schenkeln abgestützt im Kutschersitz und bist ganz fokussiert und ruhig: Denkst Frieden, atmest Frieden. Ein und Aus und Ein und Aus. Das ist richtig. Ich mache mit. Dem Mädchen rinnen unaufhörlich Tränen aus den Augen. Leise summt sie den Background trotzdem so mutig, dass einem das Herz aufgeht. In unverbrüchlicher Treue verharrt der Manager an Udos Seite. Udo beklagt, dass die Heizung hinter ihm kalt geworden ist. Wir können alle nichts für ihn tun. Ich weiß jetzt, was ich hier soll. Gott sei Dank! Bisher hatte ich den Grund meiner Anwesenheit nicht gekannt. Ich bin sowas wie eine Pförtnerin auf der materiellen Seite des Lebens und so wie ich das erinnere, ist er auch schon da: Der weiße Lichttunnel. Eine Energiespirale, die sich in atemberaubendem Tempo dreht. Ich sehe hinein, was immer schwer ist, da das Licht so gleißend ist und suche nach jemanden der Udo abholt. Ich sage mit meinen Gedanken zu Udo, dass ich Hermine, seine Mutter sehe. Da sind noch mehr verstorbene Seelen. Der ganze Konzertsaal ist nämlich jetzt bis auf den letzten Platz besetzt. Ein dankbarer, tosender Applaus für Udo begleitet die ausklingenden Klänge seines Songs. In dem Klatschen und Jubeln ist das Publikum miteinander in Liebe verbunden. Wir sind aufgestanden und teilen mit allen diesen erhabenen Moment großen Glücks. Udo stirbt in den weißen Tunnel hinein.
Ende

Ina_Riehl
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Veröffentlicht am 11.02.2019, 1 mal überarbeitet (letzte Änderung am 11.02.2019). Textlänge: 892 Wörter; dieser Text wurde bereits 189 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 15.01.2021.
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