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Nachtgedanken IX: thrakischer gesang

Text


von Habakuk

dieses weite land ... hinter den bergen –
singen die vögel mit blauer
kehle: schläft das begehr in oliven-
bäumen; man ritzte dem blutmond begierden
ins fleisch ... ich aber ...
tanze jenseits der kreise – in weißem feuer
vereint,

grabe schächte ins unsichtbare – werfe
flammen auf welkes laub,
umarme den atem der wilden rosen ...
krieche ins salz der
geliebten – tragen einander auf
schwankendem grund – zerschlagen die
fenster ... zur endlichkeit –

aus rost des schicksals – die nächte ... rot –
du aber trankst dich am tode
satt – riss dir den schweiß von der
schalen haut ... schlürfte dich aus bis auf den
grund – du – warst wie
die andren – ein flüchtiges lied – vorüber-
gehend ...

wie wind in den zweigen – fraßest dich
satt ... an vergänglichkeit –
erzittertest nicht beim flügelschlag – dein kleid ...
aus federn der wieder-
kehr


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Kommentare zu diesem Text


Sätzer
Kommentar von Sätzer (12.02.2019)
Wow, da gehts ja mal wieder heftig expressiv zu in der Nacht
LG Uwe
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Habakuk meinte dazu am 12.02.2019:
Thx, Uwe. Du bist einer der wenigen, der einen ähnlich abartigen Geschmack hat wie ich.

BG
H.
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Sätzer antwortete darauf am 12.02.2019:
Oh je, das wäre doch etwas übertrieben. In meiner eigenen Malerei bin ich so in den Übergängen von Im- zum Expressionismus mit kleineren Abstraktionen steckengeblieben. Jetzt bei meiner Schreiberei ists immer noch ziemlich konkret. War auch mal Ingenieur und da musste alles funktionieren
Aber ich finde faszinierend, auf was für Satzkonstruktionen und -zusammenhänge du kommst, Teile zerstreust und versuchst sie irgendwie - vermutlich auf der Basis vieler Überlegungen - zusammenzu"flicken". Das ist vermutlich Kunst, die ich allerdings noch nicht in Gänze verstehe. Aber das geht mir bei abstrakter Malerei auch oft nicht anders.
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TrekanBelluvitsh
Kommentar von TrekanBelluvitsh (12.02.2019)
Hört sich nach einer Verklärung an...
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Habakuk schrieb daraufhin am 13.02.2019:
Danke, Trekan. Yeap. Wenn man so will, ja. Im Zusammenhang mit Beziehungs-Karneval betrachtet.

H.
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juttavon
Kommentar von juttavon (15.02.2019)
Sehr schön!
Berührt mich.
Wieder die Form einer wilden Kaskade: Fließender Gesang, ohne glatt zu sein, ein Rhythmus, der mit den Pausen rechnet, das selbstverständliche Denken unterbricht, mit Recht.

"thrakisch" knüpft an Deine vorherigen ('griechischen') Gedichte an, wie auch andere Motive, z.B. "dieses weite land".
Die thrakische Sprache ist ausgestorben, weist also hier auf etwas endgültig Vergangenes hin, was dennoch wert ist besungen werden.
Außerdem stehen mit dem Bild der Thraker die furchtlosen Kämpfer mit goldenen Waffen vor Augen, parallel zu Odysseus, - oder auch Spartacus, der den Sklavenaufstand führte?

Den ganzen Text durchzieht die Gegenüberstellung von "ich" und "du", teilweise in Bildern ekstatischer Liebe, teilweise eine schmerzende Unvereinbarkeit beklagend bzw. das "du" verurteilend. Spannend dabei das nur einmal erwähnte neutrale "man" in S 1, das verantwortlich für die "begierden" sei.

Das "ich" wird in ein geradezu reines Licht getaucht: In S 1 erscheint es vor dem Hintergrund einer geistigen Welt ("weite land", "hinter den bergen", "blauer kehle", "schläft das begehr"), es setzt sich ab von den "begierden" mit "...ich aber...", und es "vereint" sich "in weißem feuer", - ein Symbol göttlichen / spirituellen Lichts.

In S 2 wird aus "ich" ein Wir, die "geliebte(n)" taucht auf in wunderschönen Bildern der körperlichen Vereinigung, die weit ins Seelisch-Geistige hineinreicht: "tragen einander auf / schwankendem grund - zerschlagen die / fenster... zur endlichkeit -".
Die Häufung des Lautes "a" fällt auf, die dieser Stelle einen harmonischen Grundton gibt.

S 3 bringt die Härte der Unvereinbarkeit: Das "ich" liebt das "du" in ungeheurer Intensität, während das "du" mit "tode" verbunden wird (lautlich hervorgehoben durch das Echo des "o" in "rost" und "rot"): "du - warst wie / die andren - ein flüchtiges lied - vorüber / gehend...".
- "wie die andren" als Geringschätzung des "du", im scharfen Gegensatz zum "ich aber... / tanze jenseits der kreise - " in S 1 , ein fast heiles Bild einer Individuation. -
Das wird fortgesetzt in S 4 , u.a. in "fraßest dich / satt ... an vergänglichkeit - ". Eine fast vernichtende Entwertung des "du" gipfelt in dem Bild des Kleides "aus federn der wieder / kehr", ein buddhistisches Symbol, das Parallelen zur christlichen Verdammnis hat.

Hier werden verschiedene Liebes-Begriffe in eindeutiger Bewertung gegenübergestellt, die sich auf die schmerzvolle Begegnung zweier Menschen beziehen kann oder - parallel zur mythologischen Ebene - auf den inneren Kampf gegensätzlicher Dynamiken im LyrIch.

Ein sehr reiches Stück Poesie, finde ich.

HG Jutta
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Habakuk äußerte darauf am 15.02.2019:
Ach, liebe Jutta. Wo soll das denn noch hinführen mit Deinen Kommentaren. Mir fällt bald nichts mehr ein, um Dich endlich mal sprachlos zu sehen. Als Honorar habe ich 4,99 Euro angewiesen. Hoffe, das reicht.
„Hier werden verschiedene Liebes-Begriffe in eindeutiger Bewertung gegenübergestellt, die sich auf die schmerzvolle Begegnung zweier Menschen beziehen kann oder - parallel zur mythologischen Ebene - auf den inneren Kampf gegensätzlicher Dynamiken im LyrIch“
Ja. Damit bringst Du es auf den Punkt. Eine moralisch-puritanisch-sittlich-tugendhafte Bewertung im Sinn von „Geringschätzung“ oder „vernichtende Entwertung“ ist nicht beabsichtigt, mag aber aufgrund der scharfen Gegensätze dem einen oder anderen so anmuten. Eine geringeres Gutheißen trifft es vllt. besser.
Ja. „thrakisch“ mit Bezug auf Odysseus.
Danke Dir wieder mal für eine Kommentar-Perle.

HG
H.
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juttavon ergänzte dazu am 17.02.2019:
...na, da bin ich ja mal gespannt, was Dir einfällt, um mich sprachlos zu machen; das ist durchaus möglich

HG Jutta
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Veröffentlicht am 12.02.2019. Textlänge: 146 Wörter; dieser Text wurde bereits 115 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 20.02.2019..
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· düster (1)
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· schmerzend (1)
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