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Die Tränen des Re

Symbolgedicht zum Thema Politik


von Trainee

Nah den Sumpfgebieten
wächst die Lotosblüte

weint der Sonnengott

Aus dem Schwarz der Augen
späht ein neuer Mensch

 
 

Kommentare zu diesem Text


LottaManguetti
Kommentar von LottaManguetti (15.02.2019)
Zuweilen beschleicht mich die Idee, dass Menschen als solche nur aufgrund schwerwiegender Traumata bereit sind sich neu zu überdenken.
Dein Gedicht erinnert mich an den Vietnamkrieg (wegen der Lotosblüte, nicht mehr). Und im Verlauf meiner Gedanken sehe ich auch meine Elterngeneration, die alles anders, alles besser machen wollte und nach einiger Zeit dann doch wieder in gewissen Strukturen gefangen war.
Ist das allgemein so? Darüber denke ich schon ne Weile nach und werde es wohl auch weiterhin tun.
Die Knappheit deiner Worte, die Beschränkung auf das Notwendigste ohne krakelndes Beiwerk, das beeindruckt mich. DAS ist wirklicher Minimalismus!
Und watt fürn toller!
Gefällt mir ausgesprochen gut, Trainee!

Lotta
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Trainee meinte dazu am 15.02.2019:
Liebe Lotta,

ich dachte eher an die blaue Lotosblüte, die in Ägypten wächst
Botanisch ist die mit der "echten" Lotusblüte nicht verwandt.
Aber das ist hier völlig unerheblich.
Worum es wirklich geht, hast du klar erkannt. - Deine Meinung über den "Fortschritt" der Menschheit teile ich übrigens voll und ganz.

Vielen Dank und herzliche Grüße
Trainee
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monalisa
Kommentar von monalisa (15.02.2019)
Ich hätte deinem Gedichte Ägypten und die Situation nach dem Arabischen Frühling zugeordnet, liebe Trainee. Die grundsätzliche Aussage bleibt aber wohl die gleiche.
Dadurch, dass du auf den Sonnengott Re (im Titel) und dessen ’Symbolblume‘ Lotos hinweist greifst du Jahrtausende in der Menschheitsgeschichte zurück, wird die enthaltene Wahrheit zur immerwährenden, wie die Geschichte auch immer wieder überall auf der Welt beweist, und ist auch auf Einzelschicksale übertragbar. Gefällt mir in seiner knappen Formulierung und der Vielschichtigkeit, dem Ineinandergreifen von Symbolik und Historie und persönlichem Schicksal.

Liebe Grüße
mona

Kommentar geändert am 15.02.2019 um 09:08 Uhr
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Trainee antwortete darauf am 15.02.2019:
Hui, Monalisa,

das nenne ich einen bildschönen und klugen Kommentar, der eigentlich ebenfalls eine Empfehlung verdient.
Der Mythos um den Gott Re (der die Sonne verkörpert) ist aber auch zu schön!
Die heilige blaue Lotosblume gilt als Symbol der (und seiner) Auferstehung.: Nachts schließt sich ihre Blüte und sinkt ab, um bei Sonnenaufgang wieder zu erstehen. Sie trägt den jungen Sonnengott.
Und natürlich hast du auch in Bezug auf die genannten Wiederholungen in der Menschheitsgeschichte Recht.

Da kann es nicht nur den Göttern übel werden ...

Seufzende Grüße
Heidrun

und sehr herzlichen Dank für diesen sensiblen, wunderbaren Kommentar.
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Momo
Kommentar von Momo (15.02.2019)
Die Lotusblüte ist wunderschön und bleibt es, obwohl sie „nah den Sumpfgebieten“ wächst.
Und nur hier, im tiefsten Sumpf und Schwarz des Abgrunds scheint eine Umkehr möglich, zu Wiedergeburt und zur Hinwendung zum Licht. Darum ist sie das Symbol für Reinheit und Leben.

Ansonsten kann ich mich der Beurteilung Lottas nur vorbehaltlos anschließen. Mit wenigen Worten viel gesagt. Sehr schön.

Liebe Grüße, M.
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Trainee schrieb daraufhin am 15.02.2019:
Ja, liebe Momo,

sie ist traumhaft schön.
Und es gefällt mir sehr, wie du den spirituellen Aspekt der Lotosblüte ins Gespräch bringst.
Sie verkörpert eine Reinheit, die nicht zu beschmutzen ist. - An ihr perlt selbst der Regen ab; sie bleibt vollkommen.

Schöne Grüße noch und noch
Trainee
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Kommentar von SinOnAir (15.02.2019)
Genau wie Mona würde ich das Gedicht dem arabischen Frühling zuordnen. Die Eindringlichkeit der Bilder, die Kürze... Wow! Kann mich Lotta nur anschließen. Im Bezug zur Menschwerdung paßt vielleicht ein Satz, den mir Tasso heute schrieb und den ich in vielerlei Hinsicht für bemerkenswert halte:

Wesen, die zwischen den Sternen zu Hause sind, hält es nicht lange an einem Ort.


Stark, Trainee! LG Sin
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Trainee äußerte darauf am 15.02.2019:
Danke schön, Sin.

Ich nehme dein Lob gern an. - Es klappt ja nicht immer, aber manchmal eben doch.

Herzlichst
Trainee
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Kommentar von niemand (15.02.2019)
Hier haben mir doch die Kommentare geholfen zu verstehen.
Ich werde also nicht dumm sterben müssen
Mit lieben Grüßen, Irene
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Trainee ergänzte dazu am 15.02.2019:
Nun sei mal nicht so streng, Irene,

schau, ein Symbolgedicht zum Thema Politik, das sich um den (altägyptischen) Sonnengott Re handelt, kann doch eigentlich nur was mit Nahost zu tun haben.
Der "arabische Frühling" muss dabei nicht zwingend mitgedacht werden.; in erster Linie geht es um den sog neuen Menschen. -
Den wünsche ich mir schon lange; und du bestimmt auch.

Dir einen herzlichen Gruß
Heidrun
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niemand meinte dazu am 15.02.2019:
Oh, ja, beim "neuen Menschen" bin ich dabei, allerdings müsste ich bei mir als erstes anfangen, obwohl das lohnt nicht mehr.
Solche Grunderneuerung erlebe ich nicht mehr, würde sie wahrscheinlich auch nicht überleben
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wa Bash
Kommentar von wa Bash (15.02.2019)
die blaue Lotusblume ist eine heilige Pflanze und ein Aphrodisiakum, es ist eine Seerose, schwer zu sagen was dies mit Politik zu tun hat, aber die Pflanze ist ein Gedicht wert...

Kommentar geändert am 15.02.2019 um 18:32 Uhr
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Trainee meinte dazu am 15.02.2019:
Hallo wa bash,

die Sache mit der blauen Lotosblume habe ich ja weiter oben bereits erläutert. Und ich stimme dir in dieser Hinsicht zu.
Mit Politik hat das Gedicht schon zu tun - oder besser mit ihrem Scheitern.
Wenn du Lust hast, lies mal noch Ekkis Folgekommentar und meine Antwort darauf.

Lieben Dank, dass du hereingeschaut hast.

Trainee
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EkkehartMittelberg
Kommentar von EkkehartMittelberg (15.02.2019)
Liebe Trainee, ich finde in dem Thread zwei Hinweise auf eine Beziehung des Gedichts zum arabischen Frühling. Damit komme ich offen gestanden nicht weiter, ,denn der arabische Frühling hat Ägypten ja nicht die Reinigung gebracht, die die Tränen des Re versprechen. Ich finde, man sollte dein Symbolgedicht als Symbol der Katharsis, der Reinigung des Menschen, allgemein, lesen. Dein Gedicht impliziert für mich, dass der Sonnengott selbst an der Unvollkommenheit der Schöpfung durch den alten Menschen leidet. So gesehen machen die beiden letzten Zeilen als Innovation Sinn:"Aus dem Schwarz der Augen
späht ein neuer Mensch."
Herzliche Grüße
Ekki
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Trainee meinte dazu am 15.02.2019:
Lass dich virtuell knutschen, Ekki,
du hast das Gedicht als Erster ganz so verstanden, wie von mir gedacht. - Die Idee des arabischen Frühlings finde ich trotzdem bestechend schlüssig. Denn immerhin war eine Rundumerneuerung geplant, wenn sie sich auch nicht nach Wunsch erfüllt hat.

Der Sonnengott der Hochkultur fand seinerzeit weit über Ägypten hinaus Verehrung.. So steht er mir hier für die verlorene Utopie einer ganzen Region, die immer und immer wieder von furchtbaren Kriegen zerfetzt wird.
Danke.

Heidrun
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Dieter Wal
Kommentar von Dieter Wal (15.02.2019)
Ich dachte bei "Aus dem Schwarz der Augen/späht ein neuer Mensch" an bei Tutanchamun und anderen Altägyptern übliche schwarze Umrandung der Augenpartie, die in den äußeren Augenrändern geradlinig verlängert wurde, wobei die Wimpern abrasiert und durch mit demselben Stift schwarz verlängert sind, so dass dadurch die Augenpartie besondere Hervorhebung erfährt.

Ferner erinnert es mich an die Worte des tschechischen Lyrikers Jaroslav Kvapils in deutscher Übersetzung "Möge ich doch für einen besseren Menschen, als ich es war, Sorge tragen und ihn der nächsten Welt übergeben."

Zitiert nach einer tschechisch und teilweise deutsch von Karl Peiker in Prosa nachgedichteten freimaurerischen Gedichtauswahl des Lyrikers, die von drei verschiedenen Freimaurerlogen im Lauf der Zeit seit 1933 publiziert und an Brüder als Gast-Geschenk überreicht wurde. Titel: "Proslovy k Retezu, Worte zur Kette", Prag, Oktober 1990.

"Ein neuer Mensch" kann Erneuerung im Sinn von Wandlung des alten oder generationenübergreifende Zukunft der Menschheit bedeuten.. Auf jeden Fall sehr schön in seiner Vieldeutigkeit.

Dass der Sonnengott weint, begegnete mir als Vorstellung der alten Ägypter bisher so nicht, was nicht heißen soll, dass die Idee nicht bereits so damals schriftlich fixiert wurde. Ich kenne trotz lebhaftem Interesse an Kultur und Sprache Altägyptens nur einen schmalen Ausschnitt. Metaphorisch sind in dem Zusammenhang mit dem Lotos am Nil Tränen wie Tau naheliegend.

"Der Sonnengott steigt des Morgens empor,/Doch des Abends sinkt er hin in die westlichen Berge". dichtete der niederländische Lyriker und Romancier Bertus Aafjes in "Der blinde Harfner", einem Buch mit Nachdichtungen aus dem Altägyptischen, das er trotz nicht vorhandener Altägyptischkenntnisse aus verschiedenen ihm bekannten fremdsprachlichen Nachdichtungen Altägyptischer Grab- Inschriften vergleichend und teilweise rekonstruierend erschuf. Es entstand dabei ein wirklich wunderschönes Buch. Dt. v. Johannes Pieron.

Den Untertitel "Symbolgedicht zum Thema Politik" empfinde ich als abwegig. Doch möglich sind viele Lesarten. Hier halte ich eine derartige Einschränkung für unvorteilhaft.

Kommentar geändert am 15.02.2019 um 19:39 Uhr
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Trainee meinte dazu am 16.02.2019:
Hallo Dieter,
wirklich schade, dass hier gelungene Kommentare nicht gesondert hervorgehoben werden können. Das geht mir nun schon mehrfach durch den Kopf, gerade weil sie mir manchmal zuteil werden.
Zum Interesse an der altägyptischen Kultur: Ich persönlich bin durch Jan Assmann so richtig druffgehoben worden. Insbesondere durch sein Buch: "Thomas Mann und Ägypten. Mythos und Monotheismus in den Josephsromanen". - Also sozusagen durch die Hintertür.
Als bekennende Thomas Mann-Aficonada habe ich mich intensiv mit seine Quellen auseinandergesetzt und manche Überraschung erlebt.
Und ich gebe dir uneingeschränkt Recht: Die Beschäftigung mit dieser Kultur ist eine Offenbarung, gerade auch in ästhetischer Hinsicht.
Der Sonnengott steigt des Morgens empor,/Doch des Abends sinkt er hin in die westlichen Berge". dichtete der niederländische Lyriker und Romancier Bertus Aafjes in "Der blinde Harfner"

ist mir ein wertvoller Literaturtipp, den ich mir ganz oben auf meine Liste setzte. - Hier finde ich es immer wider spannend, dass es sich in etwa um die Eigenschaften der Lotosblüte handelt, sich also ein Kreis zwischen dem Gott und "seiner" Pflanze schließt.
Die Zuordnung habe ich gewählt, um den Lesern einen Anknüpfungspunkt zu geben, etwas, was den Bezug zur Region schafft und andererseits auf ein Menschenleid hinweist, das sich seit der Zeit der alten Götter nicht geändert hat.
Ich danke dir aus ganzem Herzen für deinen Beitrag.

Liebe Grüße
Heidrun
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Dieter Wal meinte dazu am 16.02.2019:
Das Assmann-Buch begeistert mich auch. Es gibt zusätzlich eine von Assmann kommentierte Josephsausgabe bei S. Fischer. Ob das derselbe Kommentar ist?

"Religion und kulturelles Gedächnis" J. Assmanns ist klasse. Ich vermute, wir sollten einfach alles von ihm lesen.

Falls dich Altägyptisch näher interessiert, hätte ich Buchtipps. Graeculus scheint sich Altägyptisch angeeignet zu haben. Ich weiß leider nicht, inwieweit.

Das Buch von Aafjes ist wohl das schönste, das mir über die Literatur der Altägypter bisher begegnete.

Als Junge liebte ich "Sinuhe der Ägypter". Will es wiederlesen. Es gibt rel. viele Altägyptenromane. Doch selten wirklich gute. "Joseph und seine Brüder" ist wohl der hochsprachlichste.

Für mich als ehem. Studi der ev. Theol. ist die Auseinandersetzung mit altägyptischer Theologie spannend. Es gibt in Anbetracht einer vierhunderdreißigjährigen Knechtschaft in Ägypten zahlreiche Querverweise.

Antwort geändert am 16.02.2019 um 09:48 Uhr
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Trainee meinte dazu am 16.02.2019:
Hallo Dieter,

"Der blinde Harfner " wird trotz seiner persönlichen Einschränkungen Mitte nächster Woche zu mir finden. Die Götter werden sich mit Sicherheit nicht gegenstemmen.
Den "Sinuhe" habe ich als Kind ebenfalls sehr gern gelesen; der kam noch vor "Kampf um Rom" *hüstel.
Ja, und "Joseph und seine Brüder" ist ein so wunderbares Werk, wie man es selten findet. Später, wenn überhaupt, allenfalls durch "Doktor Faustus" übertroffen. Aber selbst das Frühwerk des Altmeisters ist schon allererste Sahne im Vergleich zu anderen literarischen Veröffentlichungen seiner Zeit. Von heutigen ganz zu schweigen *wiederhüstel.
Kannst du mir ein Werk der Evangelen empfehlen, die sich mit dem Altägyptischem näher auseinandersetzen?

Interessierte Grüße
Heidrun
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Dieter Wal meinte dazu am 16.02.2019:
Im weiteren Umfeld des NT außerhalb des Bibel-Kanons findet sich ein ganz außergewöhnlich schönes Gedicht mit mehreren direkten Bezügen auf Ägypten meist unter dem Titel "Das Lied von der Perle". Du findest es in Herderbücherei, Texte um Nachdenken, Verborgene Worte Jesu - Christiusmeditationen aus der frühen Kirche. Hg. Gertrude und Thomas Sartory. Bei mir 3. Aufl. 1986. S. 73-81. Auch als Seelenhymnus aus den Thomas-Akten bezeichnet.

Innerhalb der Bibel selbst zunächst Josef in Ägypten im 1. Mose 39-50. 2.u. 3. Mose über Moses in Ägypten und später über Moses als Prophet der Hebräer, der sie zum "Gelobten Land" zurückführt.

Kochelet und Sprichwörter des AT sind oft "Übersetzungen" aus dem Altägyptischen. Man erkennt sie selbst anhand verschiedener deutscher Übersetzungen in zweifach übersetzten Varianten oft leicht als wörtlich wieder. Die Evangelien selbst beziehen sich wenig auf Ägypten. Im Zweifelsfall eine Konkordanz nutzen. Ein Blick in ein Bibellexikon unter Ägypten ist sinnvoll. Innerhalb maßgeblicher umfangreicher Einführungen ins Erste Testament (AT), die hebräische Bibel, gibt es viele beherzigenwerte Hinweise auf Altägypten und seine Kultur. Bei tieferem Interesse bringe ich ein paar.

Antwort geändert am 16.02.2019 um 16:33 Uhr
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Dieter Wal meinte dazu am 16.02.2019:
Als allererstes Thomas Mann-Buch las ich Felix Krull, sein Spätwerk. Es ist wundervoll. Und du hast völlig recht, selbst sein Erstlingswerk, Die Buddenbrooks, 1909, ist hundertmal besser als alle anderen deutschen Romane seiner Zeit.

Antwort geändert am 16.02.2019 um 16:40 Uhr
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Dieter Wal meinte dazu am 16.02.2019:
Zeitgenössische Romane: Krachts "Imperium", Ransmayrs "Die letzte Welt" oder Lenz' "Die Deutschstunde" sind in meinen Augen literarische Meisterwerke. Thomas Mann ist als Romancier dennoch ein unverwechselbarer Meilenstein.

Kracht erhielt bereits vor "Imperiums"-Veröffentlichung feuilettonistische Exekutionen, die absolut nichts mit seinem großartigen Roman zu tun hatten und in meinen Augen an den Haaren herbeigezogen waren. Sollte da der Schweizer Buchmarkt zurückgedrängt werden? Erbärmlich.
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Kommentar von MichaelBerger (15.02.2019)
Toll verdichtet - der letzte Absatz gefällt mir besonders gut.
LG
Michael
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Trainee meinte dazu am 16.02.2019:
Vielen Dank, lieber Michael.
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GastIltis
Kommentar von GastIltis (15.02.2019)
Liebe Heidrun, ich habe mich zunächst an deinen Text (und an keinen Kommentar) gehalten. Die Nähe zu den Ägyptern ist so offensichtlich, einschließlich der Lotosblüte, „die mit ihrer Süße Veranlassung ist, Liebe zu geben“, dass es schon verdächtig ist, nicht an etwas anderes zu denken, zumal aus diesem Wesen der Liebe bzw. seinem Schwarz der Augen schon ein neuer Mensch (hervor-)späht. Natürlich ist Politik immer und überall. Wie ich dich kenne, siehst du in dem Schwarz auch viel Unheil und Unvermögen: die Welt (unsere Welt) ist so reich und doch so erbarmungslos. Herzlich grüßt dich Gil.
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Trainee meinte dazu am 16.02.2019:
Lieber Gil,
dir meinen Dank für den neuen Aspekt, den du ins Gespräch bringst. Tatsächlich gilt ja die Lotosblüte manchen als Aphrodisiakum. In einem erweiterten Sinn könnte es sich dabei um Agape, die göttliche, uneigennützige Liebe, handeln. -
Wie du schon selber ahnst, habe ich an diese Deutung beim Schreiben nicht gedacht; gleichwohl ist sie auf ihre Art bestechend logisch.
Ich staune, wie inspirierend dieses Kurzgedicht auf seine Leser wirkt - ohne ins Beliebige abzudriften.

Herzliche Grüße
Heidrun
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Kommentar von harzgebirgler (19.02.2019)
'gottes fehl hilft' sagte hölderlin
doch hatte mit re kaum was im sinn.
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eiskimo
Kommentar von eiskimo (15.03.2019)
Liebe Trainee!
Ich habe - ohne meine Vor-Kommentatoren zu lesen - an die Schülerdemos am heutigen Freitag gedacht. Ich erkenne da tatsächlich das Aufblühen von etwas Neuem, Naiv-Unschuldigem, insofern auch Reinem - dem Lotus. Politisch ist diese Bewegung allemal, und dass wir drum herum mächtig viel "Sumpf" haben, muss ich auch nicht länger ausführen.
Es gibt Hoffnung. Dein Text tranportiert das wunderbar!
lG
Eiskimo
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Trainee meinte dazu am 15.03.2019:
Danke, Eiskimo,

ganz besonders für den aktuellen Bezug, der mich ein wenig stolz macht.
Tatsächlich glimmt mir aufgrund dieser Schülerbewegung ebenfalls Hoffnung im Herzen auf. Die letzten Jahrzehnte waren - mit ganz wenigen Ausnahmen - durch zunehmende Entpolitisierung der Menschen in der BRD gekennzeichnet.

Umso schöner, dass sich endlich wieder etwas tut. Noch dazu bei so jungen Leuten, fast noch Kindern.

Herznahe Grüße
Trainee
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Trainee
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Veröffentlicht am 15.02.2019, 4 mal überarbeitet (letzte Änderung am 15.02.2019). Textlänge: 15 Wörter; dieser Text wurde bereits 172 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 19.03.2019..
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