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Der Puppenspieler

Gedicht zum Thema Theater


von ElviraS

Der Puppenspieler trägt sein Haar
zum Zopf geflochten, schwarz und schwer
und eine Weste, weit und bunt.
Er kommt im Sommer, jedes Jahr
mit seiner Bühne und
den alten Puppen von weit her.

Im Kreis sind Bänke aufgestellt,
Insekten schwirren hoch im Baum.
Ein Glöckchen ruft im Sommerwind
zum Spiel. Der schwarze Vorhang fällt.
Das alte Stück beginnt:
ein heller, froher Kindertraum.

Der Puppenspieler lädt zur Nacht
die Träumer und Verliebten ein
zum Spiel um Lust und Liebesglück.
Mit Leidenschaft und wilder Macht
beginnt das große Stück
im sanften Sommermondenschein.

Am nächsten Morgen lockt der Wind,
vertreibt den Schlaf, zerstreut den Traum.
Der Alltag fegt die Bänke leer,
der Puppenspieler winkt dem Kind,
die Wolken tragen schwer.
Der schwarze Vorhang hängt im Baum.

 
 

Kommentare zu diesem Text


LottaManguetti
Kommentar von LottaManguetti (06.03.2019)
Schön.

Lotta (Poppenspölerin, lange Jahre)
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ElviraS meinte dazu am 07.03.2019:
Die Poppenspölerin kennt sich aus!
Danke.
Gruß
Elvira
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GastIltis
Kommentar von GastIltis (06.03.2019)
Hallo Elvira, ich hatte mir als Kind schon Pferd und Wagen auf der Puppenbühne gewünscht. Diesmal klappt es bestimmt!LG von Gil.
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ElviraS antwortete darauf am 07.03.2019:
Alles ist möglich!
Gruß
Elvira
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monalisa
Kommentar von monalisa (06.03.2019)
Hallo ElviraS,
ach wie schön kann man in deinen Worten in die geheimnivolle Welt des (Puppen-)Theaters eintauchen, Lieb- und Leidenschaften, den Mond als romantische Laterne, und am nächsten Morgen wieder im Alltag anzukommen, ein bisschen melancholisch, bedauernd und den nächsten Sommer, den nächsten Auftritt des Puppenspielers herbeisehnend.
Der schwarze Vorhang hängt als Verheißung im Baum, einmal nicht Unglücksbote.

Der verkürzte vorletzte Vers jeder Strophe lässt die Luft anhalten, vermittelt Vorfreude und Spannung und zuletzt ein bisschen Wehmut.

Liebe Grüße
mona

Kommentar geändert am 06.03.2019 um 23:00 Uhr
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ElviraS schrieb daraufhin am 07.03.2019:
Danke, Monalisa!
Gruß
Elvira
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TassoTuwas
Kommentar von TassoTuwas (07.03.2019)
Die zeitlose Faszination des Puppenspiels schön eingefangen.
LG TT
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ElviraS äußerte darauf am 07.03.2019:
So ein Outdoor-Puppenspiel bei schönem Wetter ist traumhaft!
Da fallen einem die Worte einfach ein!
Gruß
Elvira
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Wortfetzen
Kommentar von Wortfetzen (07.03.2019)
Hallo ElviraS,

mir gefällt nicht nur der Inhalt, sondern auch die nicht alltägliche Gedichtform.
"Der Alltag fegt die Bänke leer" ragt für mich aus deinem Text heraus, nur den schwarzen Vorhang im Baum weiß ich nicht unterzubringen. Bedeutet er wirklich Verheißung, wie monalisa es gedeutet hat?

Liebe Grüße
Wortfetzen
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ElviraS ergänzte dazu am 07.03.2019:
Hallo, Wortfetzen,
danke für Deinen Kommentar.
Schwarz ist das Nichts - also absolut interpretationsbedürftig.
Gruß
Elvira
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LotharAtzert
Kommentar von LotharAtzert (07.03.2019)
Du be- oder verdichtest eine Zeit, die sich gerade in Nichts auflöst.
Kinder wollen jetzt bei Instagram oder wie's heißt chatten und nicht so'n altmodischen Kram.

Natürlich - Du kannst das machen und erntest zurecht viel Beifall von den Lesenden hier, weil du das Echte beschwörst. Aber mich wundert, daß niemand aufsteht und sagt: Ja, das wollen wir wieder haben, unser 19. Jahrhundert." Das würde ja auch nicht stimmen. Niemand will diese Zeit heute noch einmal durchleben, nur ihre Idylle aufscheinen lassen, die so genannte Romantik.

Auch ich möchte Puppenspiel und große fragende Kinderaugen und Idylle um mich haben. In echt! Aber das ist eine Illusion in dieser Zeit. Und hier muß unser Artikulieren ansetzen: bewußt machen, was da abgeht. Bei den Wenigen, die nicht den Kopf in den Sand stecken.

Gruß
Lothar
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Wortfetzen meinte dazu am 07.03.2019:
Das stimmt so nicht!

Wenn ich in Kindergärten und Grundschulen meine Geschichten und Gedichte vortrage, setzte ich zur Unterstützung oft mein Kamishibai ein - mit großem Erfolg.
Die Kinder sind auch heute noch dafür zu begeistern.

LG Wortfetzen
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LotharAtzert meinte dazu am 07.03.2019:
Weiß zwar nicht, was "Kamishibai" ist, aber you are wellcome, Wortfetzen!

Ja, natürlich, aber dennoch, das ist wie die Beschwörung von Wagners Nibelungen, - ich will ja das Wort "Nekrophilie" vermeiden - es gibt kein Zurück, auch wenn es uns das Herz bricht! Wir müssen vorwärts schauen.
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monalisa meinte dazu am 07.03.2019:
Das verstehe ich nun gar nicht, Lothar.
Meinst du Puppentheater/Theater ist tot!? Meine Erfahrungen sehen da ganz anders aus. Meine Großneffen und -nichten sind ganz begeistert davon. Dabei ist das selbst Spielen und Erzählen fast noch aufregender als das bloße Mitspielen im Publikum.
Und wie gut, dass du das Wort Nekrophilie vermieden hast. Ich hätte es im höchsten Maß unpassend gefunden.
Puppentheater lässt sich doch wunderbar mir Vorwärtsschauen verbinden. ich sehe da keinen Widerspruch.

Liebe Grüße
mona
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LotharAtzert meinte dazu am 08.03.2019:
Mona, es überrascht mich nicht, daß wir aneinander vorbei reden. Wir reden hier von einer Nische. Da erfreut sich so manches Aussterbende einer großen Beliebtheit. Um es zu verdeutlichen, etwas aus meinem eigenen Umfeld: auch der Buddhismus erfreut sich immer größerer Beliebtheit ... unter immer weniger werdenden Geistesklärern freilich.
Nischen im Kleinen, Reservate im Großen, wo der einst stolze Häuptling der Sioux sich dem Alkohol ergibt und vor dem Fernseher einschläft.
Nein, den Etablierten war es möglich, innerhalb von wenigen Jahrzehnten die Arten um 70% schwinden zu lassen - aber Hauptsache die Form der Gedichte stimmt!
Fortschritt zum Besseren durch eine Greta? Ach! Die kriegt irgendwann den Friedensnobelpreis, wie Dylan oder die Dame aus dem Swat-Tal und die Sache ist erledigt.
Wenn sich ein Speichenrad immer schneller dreht, gibt es den Moment, wo das Auge getäuscht wird: das Rad scheint sich plötzlich gegenläufig zu drehen. Das ist eure Entwicklung zum Besseren.
Kennst Du den Spruch "Wie der Tropfen im Meer, so das Meer im Tropfen"? Das Große ist im Kleinen und das Kleine im Großen: kV spiegelt die Welt. Das heißt, die 70% der Originale an Schreibern ist auch hier schon weg, unwiederbringlich! Der Rest der die literarisch unausweichlich sich abzeichnenden kommenden Hungersnot Verdrängenden dichtet, als sei nichts geschehen. Und ich, der ich es bewußt mache in (fast) all meinen Werken, quasi der letzte meiner Art auch so gut, wie ausgestorben: keine Empfehlungen von Seiten der Dichter, denen ich statt Bilder von Urbilder erzähle, außer natürlich den drei, vier Leser, die es immer mal wieder gibt. Aber euch ... erreiche ich nie.

Tashi deleg
Lothar

Antwort geändert am 08.03.2019 um 10:46 Uhr
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monalisa meinte dazu am 08.03.2019:
Ich bin schon überrascht, dass wir aneinander vorbeireden, lieber Lothar,
haben wir uns nicht früher immer ganz gut verstanden? Ich bedauere es, dass es mit unserer Verständigung und unsrem/meinem Verständnis anscheinend nun nicht mehr so gut klappt. Sind unserer Blickwinkel so unterschiedlich, ist es die jeweilige Sprache? Ich will mich jedenfalls redlich bemühen, herauszufinden, was du ausdrücken möchtest.
Du sagst
Wir reden hier von einer Nische. Da erfreut sich so manches Aussterbende einer großen Beliebtheit.

und meinst, nehme ich an, das Puppentheater damit. Ich bin mir da gar nicht so sicher. Aber gut, Aussterbendes ist noch nicht tot, vielleicht wert bewahrt zu werden?
Du sagst auch:
… den Etablierten war es möglich, innerhalb von wenigen Jahrzehnten die Arten um 70% schwinden zu lassen - aber Hauptsache die Form der Gedichte stimmt!
Abgesehen davon, dass Prozentanteile in diesem Bereich problematisch sind, so haben sich die Anteile der stark bedrohten Arten (aus allen gelisteten) laut IUCN (International Union for Conservation of Nature) von 67,6 % im Jahr 2000 auf 22,7% im Jahr 2017 reduziert (freilich nicht deshalb weil weniger bedroht sind, sondern weil so viele Arten neu gelistet, weil erst entdeckt und erforscht werden), also abgesehen davon, ist es eine Tragödie und eine Schande, dass so viele Arten (z.B. etwa 58000 Tierarten jährlich) verschwinden und wir Menschen großen Anteil daran haben. Vielleicht hätte man einige vor dem Aussterben bewahren können, wenn man sich intensiver darum bemüht hätte. Würdest du jene, denen die Artenvielfalt, ein Nischentier, wie der asiatische Tiger, ein Anliegen ist, auch in die Nähe von Nekrophilie rücken? Das verstört mich.
Du stößt dich an der Form der Gedichte, wenn ich dich recht verstehe? Sind Formen nicht ebenso wichtig wie Inhalte, um diese bestmöglich zu vermitteln?
Du sagst ‘die Etablierten‘, ich sage, wir alle sind es, besonders wir in den privilegierten Ländern, die es sich leisten könnten, viel mehr Rücksicht auf unsre Erde, mit allem was sie ausmacht, zu nehmen. Und ich bin überzeugt, dass jede/r einzelne auch dazu beitragen kann und muss, sie zu erhalten, sei es auch noch so wenig, sind wir auch noch so enttäuscht von Politik und Wirtschaft, von den Großen und Einflussreichen …
Nun, eine Greta, eine Malala allein werden wenig bewirken, aber sie können Menschen bewegen, und die können in der Menge eine Menge bewegen. Es hat sich ja auch schon einiges bewegt, wenn ich gerade heute an Frauenwahlrecht, an soziale Errungenschaften, an die Gewerkschaftsbewegung … denke. Dylan, mit seinen lyrischen Liedtexten, bewegt vielleicht auch, aber er hat ja nicht dafür den Literaturnobelpreis bekommen.
Es verstört mich, wenn du, ‘das ist eure Entwicklung zum Besseren‘ schreibst und dich selbst dabei vollständig ausklammerst. Du kennst sicher Aesops Fabel von den Fröschen im Milchtopf. Kann sein, dass alle Mühe vergebens ist, das kann man aber erst wissen, wenn mans versucht hat, sei es noch so aussichtslos.

Der Rest der die literarisch unausweichlich sich abzeichnenden kommenden Hungersnot Verdrängenden dichtet, als sei nichts geschehen.

Ist das der eigentliche Kern deiner Aussage, lieber Lothar? Meinst du, man dürfe angesichts der Weltlage keine ‘harmlosen Gedichte‘ mehr schreiben? So nach dem Statement Theodor W. Adomos (1951)„Nach Auschwitz ein Gedicht zu schreiben, ist barbarisch“
Und ich, der ich es bewußt mache in (fast) all meinen Werken, quasi der letzte meiner Art auch so gut, wie ausgestorben: keine Empfehlungen von Seiten der Dichter, denen ich statt Bilder von Urbilder erzähle, außer natürlich den drei, vier Leser, die es immer mal wieder gibt. Aber euch ... erreiche ich nie.

Das verstehe ich, es muss frustrierend sein: ein Kampf gegen Windmühlen, ohne dass davon Notiz genommen wird. Wenn ich jetzt für mich spreche, dann könnte ich natürlich sagen: Meine Zeit ist begrenzt und in dieser versuche ich hauptsächlich jenen ein Feedback zu geben, die sich auch unter meinen Texten finden, lese ich hauptsächlich jene, deren Sprache ich annähernd zu verstehen meine. Deine Texte machen es mir meist schwer, die oft flapsigen Kommentare darunter noch mehr. Wie soll ich auf etwas angemessen antworten, von dem ich nicht weiß, wie ich es einordnen soll.
Vielleicht kannst du das auch ein wenig verstehen.
Liebe Grüße
mona
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LotharAtzert meinte dazu am 09.03.2019:
Hallo Mona,
danke für die ausführliche und wohlklingende Antwort, deren Fragen ich nur allzu gerne beantworten werde. Tatsächlich sind die Differenzen alle überwindbar und ich finde es schon deshalb gut, sie zur Sprache zu bringen.
Mit Nische meine ich nicht nur das Puppentheater, sondern alles mögliche, was Liebhaber gegen den Trend der Digitalisierung am Leben erhalten: Mittelaltermärkte, Pflege alter Traditionen - meine tibetischen Lehrer tun das ja auch, um es vor dem Verschwinden zu bewahren. Ich hatte letztens über Namkhai Norbu berichtet, einem der hochverehrten Dzogchenlehrer, der eine Italienerin heiratete und mit ihr einen Sohn bekam, der Jahrzehntelang nichts von Vaters Bemühungen wissen wollte, da er lieber Karriere bei IBM machen wollte. Inzwischen ist er, dank seiner Managerkenntnisse ein Lama, dem es gelang, Tradition und Moderne zusammenzubringen und in Tibet gefeiert wird als bedeutende Inkarnation. Das ist also eine Möglichkeit, das Alte in die neue Zeit zu führen.

"Du stößt dich an der Form der Gedichte, wenn ich dich recht verstehe?"
Nein, ich stoße mich an der Form, die über ihren Inhalt gestellt wird. Beispiel: Eine schöne Nasenform ist natürlich vorteilhaft. Wenn sie aber nicht zum Atmen taugt, wofür sie ja vorgesehen ist, oder sonstige Beschwerden erbringt - man denke an Michael Jackson - ist die gewaltsame Veränderung von außen abzulehnen und das gilt für alles, also auch für Gedichte. Der natürliche Wuchs steht immer im Zusammenhang mit der inneren Haltung, während äußere Korrekturen regelmäßig von Schicksalsverweigerung zeugen. Dafür steht Jackson geradezu als Paradebeispiel. Ist ein Inhalt mangelhaft, ist die edle Form schlichtweg Täuschung. Und da steht der Artenschwund auch in einem Sinnzusammenhang: unter den schönen Nichtsnutzen - Influenzer nennen die sich wohl gerade - ist das Leben für Tiefgründigere weiter erschwert.

"Du sagst, die 'Etablierten', ich sage ...
Jetzt wird es schwieriger. Wie dir vielleicht bekannt ist, folge ich den fernöstlichen Traditionen des Taoismus bzw. tibet. Buddhismus, (aber auch der Münchner Rhythmenlehre, die sich bestens integrieren läßt) welche untereinander viele Parallelen haben. Hierbei geht es nicht um Gerechtigkeit und "wir schaffen das", "gemeinsam" usw. sondern es geht um eine Bewußtseinshaltung, die mit Hinterfragung der (eigenen) Natur des Geistes beginnt. Solange ich mein eigenes Wesen nicht geklärt habe, kann ich auch in der äußeren Welt nur Verwirrung stiften, sobald ich irgendwo eingreife - egal, wie gut es "gemeint" ist. Anhaftung, Abneigung, Unwissenheit seien die Nabe des Lebensrades, welches sich sehr sehr lange weiterdrehen wird, sagt der Buddha und solange diese drei und ihre zahllosen Mischungen nicht bei mir selber (jeder bei sich) gelöst werden, ist ein Agieren in der äußeren Welt nur ein Verschließen vor der eigenen Unwissenheit. Damit ist nicht gesagt, daß ich in meinem Umfeld tatenlos bleibe, aber der Schwerpunkt liegt tatsächlich bei der eigenen Klärung. Ein geklärter Mensch ohne Anhaftung und Abneigung wird nie sein eigenes Wohl in den Vordergrund stellen, wird aber zugleich auch nicht mehr mitmachen, wenn die einen gegen die anderen vorgehen.
Ich muß hier erst mal aufhören, wegen trivialer Tätigkeiten wie Einkaufen etc, werde aber heute nachmittag oder spätestes morgen früh den Rest Deines Kommentares weiter behandeln.
Auf jeden Fall möchte ich nochmal meiner Freude Ausdruck verleihen, daß hier doch endlich und auch durch deine freundliche Reaktion einiges geklärt werden kann, Dafür vielen herzlichen Dank und

Lieben Gruß
Lothar
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LotharAtzert meinte dazu am 10.03.2019:
Möchte mich zuallererst mal bei Elvira entschuldigen. Ich habe Dein Gedicht zum Anlass genommen, etwas zur Sprache zu bringen, was weit darüber hinausgeht und werde es auch nicht wieder tun. Sorry.

Der "eigentliche Kern meiner Aussage" ist leer, da jeder (Atom-) Kern im Innersten leer, bzw. reine Energie ist. Adornos Aussage ist die des eifernden Moralisten, der eben die Lehre Buddhas entweder nicht kennt, oder geringschätzte. Auschwitz hätte nicht statt finden können, wenn jeder seine eigene Verderbtheit in Klarheit verwandelt hätte. Das gilt auch für die Zukunft und an mir soll ein Weltfrieden nicht scheitern. Aber solange Unwissende gegen Unwissende kämpfen, (alle halten die andere Seite für unwissend, sich selbst aber nicht) kommt keine Weisheit raus - never ever!
Nichteingreifen, ich sagte es gestern bereits, dafür artikulieren, bewußt machen und das Geklärte zur Verfügung stellen - und wer es nicht will, soll es lassen. Jeder Zwang führt zu Gegenzwang, immer und immer wieder - bis man die Ursache bei sich selbst erkennt.

Und daß ich so "flapsig" geworden bin, ist der Tatsache geschuldet, daß mir zuletzt nur noch die Flapsigen Gehör schenkten, bzw. ich immer bemüht bin, mit jedem in seiner Sprache zu reden: beim Harzgebirgler wird gereimt und bein Tolteken tuntig gesprochen usw. - ja sonst versteht einen doch keiner. Und wo keiner den anderen (im Kern!) versteht, haben wir das, was wir heute überall haben. Um aber nicht falsch verstanden zu werden: das ist keine Mimikri - ich passe mich nur äußerlich an, um Inhaltliches annehmbarer für die entsprechenden Personen zu machen. Daß dabei manche Derbheit herauskommt, ist leider unvermeidbar.
So liebe Mona, jetzt weißt Du, wie Du es einordnen kannst.
Noch einen letzter Spruch zur Erbauung: die Sonne scheint für alle; für den Heiligen, den Verbrecher, die Schönen, die Unschönen und alles dazwischen. Bin ich etwa was Besseres, als die Sonne, daß ich nur für die Guten da sein will? Nein, wer gut sein will, ist es nicht, sonst bräuchte die Person nicht zu wollen
OM MANI PEME HUNG
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monalisa meinte dazu am 10.03.2019:
Danke dir für deine ausführliche Antwort, Lothar, ich möchte gleich mit deinem abschließenden Spruch der ERBAUUNG antworten: Das sehe ich aus einer christlich humanistischen Grundhaltung heraus ganz genau wie du. Jeder Mensch, jede Kreatur, unsere Erde mit all ihren Ressourcen sollten mit Wertschätzung und Respekt behandelt werden, nicht um gut zu sein, sondern, weil es eigentlich selbstverständlich ist. Um bei deinem Beispiel mit der Sonne zu bleiben: Ich bin dir wohlgesonnen, Lothar, und das ist ganz normal😊!
Ich glaube auch, wenn ich es einmal in meine Sprache übersetze, dass man bei sich selbst beginnen, mit sich selbst ins Reine kommen, in die eignen Abgründe schauen sollte, aber darf man sich deshalb, weil da noch nicht restlos alles geklärt ist, aus der Gesellschaft ausnehmen, in ICH und DIE splitten. Kann ich mich aus allem raushalten und sagen: DIE machen die Umwelt kaputt, DIE beuten andere aus, DIE verschwenden Ressourcen usw. In der westlichen Zivilisationsländern zu leben heißt automatisch Anteil daran zu haben, es sei denn man lebt ein abgeschottetes Einsiedlerleben, ernährt sich ausschließlich von Selbstgezogenem, Selbstgesammelten, stellt seine Kleidung selbst her etc. Sobald ich Steuern zahle(n muss), bin ich Teil von DENEN, bin ich verantwortlich, mitzubestimmen, was damit gemacht wird … wenn mein persönlicher Einfluss auch verschwindend klein ist. So sehe ich das.
Ich möchte ElviraSs Geduld jetzt nicht weiter strapazieren und zu einem Ende kommen. Ich würde mir viel mehr verantwortungsbewusste und mit dem Herzen sehende Menschen wünschen und fange bei mir an, nicht dadurch, dass ich mich ausnehme, sondern dass ich versuche, an meinem Platz innerhalb dieser Gesellschaft mein Bestmögliches zu tun. Du, es finden sich immer auch Gleichgesinnte 😊.
Auch ich wünsche dir alles Gute, Lothar, sei gesegnet auf dass du selbst Segen bist.

Es grüßt dich herzlich
mona
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