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O Phelia!

Tragödie zum Thema Eitelkeit


von LottaManguetti

Männliche Stimme (tief):

Es blubbert und gluckert im Schilf.

(weibliche Stimme imitierend):

„Ich sinke“, rufts, „Wanderer, hilf!“

(dramatisch):

Hier ragt eine mondbleiche Hand
mit fordernden Fingern, ergreift
nur leeren Raum und versteift.
Dann sinkt sie verstummt unter Land.

Weibliche Stimme (mit etwas Hall):

Die Phelia wandelte gleich einer Nymphe;
sie pitschte und patschte, verlor ihre Strümpfe
im Moor der verschrobenen Eitelkeiten,
in wilder Jagd, um im ultimativen
Morast sich zu finden und zu vertiefen.
Die Englein wussten den Weg zu bereiten:

Chor (singt):

O, Phelia, da biste ja!

Weibliche Stimme (spricht):

Aus Pfützen klang es: „Trallalla.“

Chor (singt):

Ein morscher Stumpf schrie wie verrückt:

Morscher Stumpf (krächzt):

„O, Phelia, ich bin entzückt!“

Chor (singt):

O, Phelia, das Schilf ist grün,
drum lass dich unter Wasser ziehn!

Solostimme (männl. Bass):

Und zeigs der Welt, oha,
auf Schmalfilmkamera!

Chor (singt):

O, Phelia, da biste jahaaa…

Männliche Stimme (leise, dann lauter werdend):

Auch flüsterte man ihr von Gott
und Seligkeit im Entenflott;
Wie klang es lieblich her vom Grund!
Ergriffen floss die Maid im Trott
hernieder in des Sumpfes Spott.
Es lockte sie ein Ehebund!

Weibliche Stimme (berichtend):

Ein Schwur drang durch das Unterholz;
der Jungfrau schwoll die Brust vor Stolz,
sie warf sich in die Brühe,
mit der sie hinterher verschmolz
und dachte noch: ‚Mein Gott, was solls?
Am End’ obsiegt die Mühe!‘

Chor (stakkato!):

Der Sumpf griff nach dem frischen Fleisch,
missachtete der Maid Gekreisch,
verschlang sie, schmatzte, rülpste, gluckste …
Schwupps war sie weg!

Männlicher Sprecher (das Lachen unterdrücken wollend):

Jaja, da guckste?
Vom opulenten Hochzeitsschmaus
schaut nicht mal mehr ein Finger raus!

Morscher Stumpf (krächzt):

Vermählt ward Dummheit hier mit eitlem Wahn!

Alle (raunend/angedeutetes Stakkato):

Das Moor hat seine Schuldigkeit getan.

 
 

Kommentare zu diesem Text


TrekanBelluvitsh
Kommentar von TrekanBelluvitsh (07.03.2019)
Wow! Die Phelia folgt nem "Tralala" und hinter dem ist nix. Darauf wäre ich nie gekommen!

Entzückend!
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LottaManguetti meinte dazu am 07.03.2019:
Es ist im Leben wie in der Kunst:
Manchmal ist die Klappe größer als das Dahinter. Oder wars umgekehrt? Ach, egal.



Danke für das Entzückend.

Lotta
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loslosch
Kommentar von loslosch (07.03.2019)
ich höre die comedian harmonists im hintergrund singen: veronika, der lenz ist da. ein song der frühen 1930er jahre, voller ironie und für mich hochmodern - immer noch.

das moor hat seine schuldigkeit getan.
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LottaManguetti antwortete darauf am 07.03.2019:
Danke, lo. Ich habe deinen damaligen Kommentar noch vor Augen (ich vergesse so schlecht!).
Und irgendwie ist mal wieder Lenz angesagt.
Ich habe vorsorglich schon mal JA gesagt.

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Didi.Costaire
Kommentar von Didi.Costaire (07.03.2019)
Am Anfang war sie noch bestrumpft,
am Ende ist sie voll versumpft.
Spielt Roger Moor dann auch noch mit,
wird dieses Stück zum Kinohit!

Gern gelesen!

Schöne Grüße, Dirk
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LottaManguetti schrieb daraufhin am 07.03.2019:


Ich sollte dich fragen, bevor ich etwas schreibe!



Danke!
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EkkehartMittelberg
Kommentar von EkkehartMittelberg (07.03.2019)
O schaurig ist's übers Moor zu gehen,
wenn Ophelia vom Heiderauche benebelt ist und tragisch eingestimmt,
von fern dezenter Duft von Jauche,
bläulich ein Irrlicht glimmt,
dann steht sie auf dem Schlauche..

Ein herrliches Grusical, Lotta!

Schauerromantische Grüße
Ekki
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LottaManguetti äußerte darauf am 07.03.2019:
Danke, Ekki, bin ich doch nicht ganz allein mit meiner Phelia!



Lotta
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Sin
Kommentar von Sin (07.03.2019)
So liegt in der Tragödie ja auch oftmals ne Komödie. LG Sin
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LottaManguetti ergänzte dazu am 07.03.2019:
Es kömmt schon vor, mein Teuerster.
Vor allem dann, wenn ich sie mir ausdenke ...
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Dieter_Rotmund
Kommentar von Dieter_Rotmund (07.03.2019)
Anspielungen auf Shakespeare und Schiller, die aber nicht wirklich zünden, oder?
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LottaManguetti meinte dazu am 07.03.2019:
Dieter, worüber lachst du eigentlich oder kannst du das überhaupt? Ich mache mir bald Sorgen!

Nachtrag: Busch haste vergessen.

Antwort geändert am 07.03.2019 um 14:20 Uhr
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Dieter_Rotmund meinte dazu am 07.03.2019:
Danke der Nachfrage.

Zuletzt lachte ich über das alberne Teenager-Paar in Battle Angel: Alita. Die gerade zu Ende gegangene Karnevalszeit empfinde ich als gruselig, stellenweise geradezu beklemmend.

P.S.: Busch, ja, da bin ich wahrlich kein Experte für...
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LottaManguetti meinte dazu am 07.03.2019:
Nun ja, Dieter, Obiges ist weder ein Schiller noch Shakespeare, noch Busch oder dgl.
Es ist ein Manguetti! Darauf lege ich Wert!

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Dieter_Rotmund meinte dazu am 07.03.2019:
Aber eben nicht reinrassig.
diese Antwort melden
LottaManguetti meinte dazu am 07.03.2019:
Ich bin multikulti, nicht nur beim Schreiben (hier zumindest). Und melodisch!
Wäre schön, ich könnte von dir mal etwas Lustiges lesen. ;)
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TassoTuwas
Kommentar von TassoTuwas (07.03.2019)
Lottchen, ich schmeiß mich weg
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LottaManguetti meinte dazu am 07.03.2019:

Ich hoffe nicht, du schmeißt dich dazu!
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GastIltis
Kommentar von GastIltis (07.03.2019)
Hier spielt das Klassische mit dem Phantastischen,
vereint das Nasse sich mit dem Elastischen,
dass einem Bange wird bei dem Ekstatischen,
indes ein Lumpenstrumpf fern vom Empathischen
ein Spiel betreibt, das tief im Widrigen
vergeht, und das vor allem all die niedrigen
Instinkte anregt, sich zu wehren.
Ach, lach doch selber, Euer Ehren!

LG von Gil, war mir zu viel!
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LottaManguetti meinte dazu am 07.03.2019:
Schon ganz schön tragisch, die Chose, wa?
Mir kam auch zu Ohren, Gil, die Gute sei in Slow Motion umgekippt. Dabei soll sie ausführlich in ihrer Gestik herumgefuchtelt haben. Als wenn das etwas nütze!
Da liechtse nu und kann nich anders.



Dank und Gruß
Lotta (noch immer im Romanfieber) ;)
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Kommentar von Trainee (71) (07.03.2019)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
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LottaManguetti meinte dazu am 08.03.2019:
Liebe trainee,

O, Phelia entstand ursprünglich im Forum mit deiner Beteiligung. So ganz erinnere ich mich nicht mehr, warum, aber wir flachsten dort rum. Irgendwann kam ich auf Ophelia, weil ich ein Bild im Netz von einer im Wasser liegenden Schönheit auftat. Ich glaube, wir hatten auch Begriffe, die eingeflochten werden mussten. Ich hatte damals die "Schmalfilmkamera". Lach.
Im Laufe der Zeit machte ich ein eigenständiges Ding draus und ergänzte Regieanweisungen.

Ergo, an Shakespeares Ophelia (Hamlet) dachte ich weniger, auch wenn Dieter mir das hier unterstellt. Die ist vielleicht unbewusst untergetaucht. Wie auch immer. Bewusst verarbeitet habe ich die Comedian Harmonists "Veronika" und Buschs "Und vom ganzen Festtagsschmaus schaut nur noch ein Beinchen raus". Aber wenn ich das ernst nehmen müsste, dürfte ich kein Wort mehr schreiben, es sei denn, ich dächte mir neue Worte aus.

Herzlichen Dank für dein Lob.

Lotta
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Trainee (71) meinte dazu am 08.03.2019:
Diese Kommentarantwort ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
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Stimulus
Kommentar von Stimulus (04.04.2019)
Am Anfang etwas mühsam kommt es zunehmend in Schwung und spätestens ab dem Schwur aus dem Unterholz habe ich mich echt amüsiert. Das macht gute Laune, provoziert den einen oder anderen Lacher (was ich für echt schwer halte) und ist insofern gelungen. Respekt!

Lieben Gruß
Stimulus
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Kommentar von Regina (21.04.2019)
Die verlockenden Stimmen erinnern mich irgendwie an den Erlkönig. Gefällt. Echte Kunst.
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Kommentar von Ralf_Renkking (26.04.2019)
Muss das nicht heißen: "Das Moor hat seine Schrulligkeit getarnt?"
Na, egal, verdammt gut gemacht.

Ciao, Ralf
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LottaManguetti
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Veröffentlicht am 07.03.2019, 3 mal überarbeitet (letzte Änderung am 07.03.2019). Textlänge: 282 Wörter; dieser Text wurde bereits 243 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 17.11.2019.
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