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Gedicht zum Thema Abschied


von Trainee

In den Ovalen deiner Augen
waren Möwen eingefasst
das Nordmeer und der stille Ozean
Inseln gab es – golddurchflutet
ein banges Schweigen, selbst ein Donnergrollen

Linien sah ich, fiebergelb, die roten Flüsse in der Wölbung
den Fährmann mit dem schwarzen Boot
der fühllos dich von mir entfernte
als  du noch zaghaft meinen Namen riefst
und später erst ein Lächeln offenbartest

Wem galt das wohl

Anmerkung von Trainee:

2015


 
 

Kommentare zu diesem Text


Sätzer
Kommentar von Sätzer (09.03.2019)
Sehr schön beschriebene Szene. Ich denk, die letzte Zeile brauchts nicht.
LG Sä
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Trainee meinte dazu am 09.03.2019:
Doch, Sätzer,
der ist das Kernstück des Gedichts, das den Übergang kennzeichnet - Hoffnung nimmt und Hoffnung gibt. ;)

Vielen Dank für deine Einschätzung und liebe Grüße
Trainee
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Sätzer antwortete darauf am 09.03.2019:
Klar, aber das kann ich doch aus dem vorhergehenden Text in dem Sinne entnehmen. Wozu dann noch die "Holzhammer"frage?
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Trainee schrieb daraufhin am 09.03.2019:
Um "Wem galt das wohl?" als Holzhammer zu verstehen, bedarf es sicherlich eines ganz besonderen Gehörs, das dir natürlich unbenommen bleibt.
Vielleicht habe ich beim nächsten Werk wieder mehr Glück ...

Freundliche Grüße
Trainee
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Sätzer äußerte darauf am 09.03.2019:
Ich glaube du missverstehst mich. Ich finde den Text sehr gelungen. Nur ohne die letzte Zeile wäre etwas mehr Interpretationsspielraum im Sinne eigenen Denkenn des Lesers drin. Mehr wollte ich nicht vermitteln. Vielleicht sehe ich die Intention des Textes ja auch falsch.
Das hat doch nichts mit Glück zu tun - oder brauchst du für deine Texte die absolute Zustimmung?
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Trainee ergänzte dazu am 09.03.2019:
Nein, lieber Sätzer,
die benötige ich nicht.
Der Satz ist nun aber einer, der eine Perspektive eröffnet und keine schließt.
Schau: Vor dem Endvers gibt es eine wortlose Kommunikation mit dem Sterbenden. Nach seinem Tod bleibt nur die offene Frage.
Dass dir dies nicht gefällt, akzeptiere ich. Es ist sogar dein gutes Recht. Und meines ist es, dir zu erläutern, warum der Vers für mich unverzichtbar ist.
Ich denke, nun ist alles gesagt.

Trainee
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eiskimo
Kommentar von eiskimo (09.03.2019)
Das Hinüber(be)gleiten ins Jenseits, in eine andere Seinsform, vielleicht zu einer Begegnung, von der wir hier keine Ahnung haben - das finale Lächeln ... diese Bilder gab es schon bei den alten Ägyptern. Jedenfalls wird für mich hier ein starker Glaube spürbar, die Reise geht weiter.
Lächelnd
Eiskimo
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Trainee meinte dazu am 09.03.2019:
Lieber Eiskimo,

als spirituellen Menschen sehe ich mich durchaus - als gläubigen (leider) nicht.
Wenn ein Tier aufhört zu kämpfen, sich ergibt, kann man (im übertragenen Sinn) auch eine Art Lächeln beobachten. Es entspannt sich, noch bevor der Körper leblos wird.

Andererseits möchte ich Jahrtausende alte Mythen nicht leugnen oder gar beiseite schieben. - Besonders der Fährmann (Charon) hat mich zu allen Zeiten fasziniert.
Selbst wenn man all dies außer Acht lassen möchte, beschert uns doch die Natur selbst eine Art von Weiterleben, da bekanntlich nichts wirklich verloren geht.

Vielen Dank für deinen liebenswürdigen Kommentar
Trainee
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GastIltis
Kommentar von GastIltis (09.03.2019)
Hallo Tränchen,
liebenswerte Zeilen, ein gekonnter Aufbau und die Frage aller Fragen. Mehr geht nicht.
LG von Gil.
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Trainee meinte dazu am 09.03.2019:
Danke schön, Gil,

mir gefällt das Gedicht selber noch. Obwohl ich - besonders nach ein paar Jahren - stets sehr kritisch bin.

Herzliche Grüße
Trainee
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Kommentar von SinOnAir (09.03.2019)
Trotz der Frageform läßt die letzte Zeile keine Frage offen. LG Sin
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Trainee meinte dazu am 09.03.2019:
Danke schön, Sin. .):

Manchmal wird KV zum Fulltimejob und dann kommt mir ein knapper Kommentar nicht ungelegen.

Liebe Grüße
Trainee
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SinOnAir meinte dazu am 09.03.2019:
Ja, kann ich gut verstehen. Und nebenbei auch noch neue Stücke schreiben. Das schlaucht ungemein. Ab und zu mache ich dann komplett dicht, um ein Burnout zu verhindern. LG Sin
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EkkehartMittelberg
Kommentar von EkkehartMittelberg (09.03.2019)
Hallo Trainee, ein wunderbares Gedicht, das für mich den Übergang zwischen Leben und Tod, ohne dass diese Worte verwendet werden, ins Bild setzt.
Solange das LyrDu den Nachen Charons noch nicht betreten hat, kann es noch zaghaft rufen, aber als es schon mit einem Bein auf dem Nachen steht, entzieht es sich sein Lächeln einer sicheren Deutung. Um das klarzumachen, bedarf es der Schlussfrage.
Herzliche Grüße
Ekki
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Trainee meinte dazu am 10.03.2019:
Lieber Ekki,
das sehe ich ebenso.
Wie fast ausnahmslos erfasst du auch hier genau, was ich mit dem Gedicht bewirken möchte. - Die steten Übungen auf den Seziertischen werdender Germanisten zahlen sich bis in die späten Jahre aus,

weiß
Trainee

Herzliche Grüße in deine Richtung und vielen Dank.
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monalisa
Kommentar von monalisa (10.03.2019)
Liebe Trainee,

bei diesem Gedicht brauchte ich etwas länger, um damit ‘warm‘ zu werden, dafür gefällt es mir aber mit jedem Lesen immer besser. Anfangs hielt ich es für etwas artifiziell, schienen mir in den sorgsam durchkomponierten Bildern etwas verfremdend, abgeklärt, verklärt, erhaben, … Ich weiß nicht, ob es mir gelingt, hier das richtige Wort zu finden, deshalb biete ich dir eine Reihe von Krückenworten an.
Obwohl du im ersten Abschnitt in den Ovalen der Augen prägnant zusammengefasst spiegelst, was Wesen und Lebenswelt des Sterbenden ausmacht(e), geht es hier weniger um einen ganz persönlichen Abschied, denke ich nun, sondern vor allem um die allgemeine, die Menschheit seit jeher beschäftigende Frage nach dem DANACH.
Im zweiten Abschnitt wird der Prozess des Sterbens deutlich, wieder an den Augen des Sterbenden ablesbar, besonders schön finde ich hier die Umschreibung der sich weitenden Pupille als Boot des Fährmanns.
Und jetzt, glaube ich, bin ich meiner anfänglichen Irritation schon recht nahe auf die Spur gekommen. Ich habe schon mehrere Male am Bett Sterbender gesessen, sie hatten in den letzten Phasen die Augen geschlossen. Unsere Verbindung ging über Hände, Atem und Gedanken.

Liebe Grüße
mona
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Trainee meinte dazu am 10.03.2019:
Das stimmt, liebe Mona. Zuletzt schließen sich die Augen - mit Ausnahme des plötzlich erfolgenden Tods.
Im Gedicht gehe ich einen Schritt zurück, versuche den Moment einzufangen, in dem der Sterbende den Nachen betritt, wie es Ekki so poetisch umschrieben hat.
---

Ich bewundere dich übrigens aufrichtig dafür, dass du Sterbenden beistehst. In meinen Augen eine schwere und überaus edle Tätigkeit.
---

Zum Artifiziellen:
Dazu bekenn ich mich gern und unverfroren. "Ein Gedicht wird gemacht" wusste schon Mallarmé und hatte Recht damit. Für mich ist das zunächst unabhängig vom Inhalt des Gedicht zu sehen. Leben und Tod lassen sich auf verschiedene Weise darstellen. Durch das ganz Einfache (und Anrührendste) und über ein Drittes. Hier kommen die über alles geliebten Mythen und Symbole ins Spiel.
Aus meiner Sicht wird dem Text so etwas an persönlicher Betroffenheit genommen und dafür an Allgemeingültigkeit hinzugefügt.
---
Vielen lieben Dank für deinen klugen Kommentar. - Auf deine Nachrichten zu meinen Arbeiten warte ich regelrecht und frage mich: "Was wird wohl Mona dazu sagen?"

Dir einen schönen Restsonntag
Trainee
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monalisa meinte dazu am 10.03.2019:
Huch, du legst mir die Latte ganz schön hoch, Trainee, da werde ich wohl manchmal auch drunter durchschlüpfen müssen 😉!

Auch möchte ich etwas klarstellen, Sterbende zu begleiten gehört nicht zu meinen Tätigkeiten. Wie wohl die meisten in meinem Alter, habe ich mich von einigen mir nahestehenden Menschen verabschieden müssen und dürfen. Ich glaube, es fiel mir leichter, wenn ich dabeisein durfte, und ich möchte diese Stunden nicht missen.
Liebe Grüße
mona

Antwort geändert am 10.03.2019 um 16:27 Uhr
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aliceandthebutterfly
Kommentar von aliceandthebutterfly (11.03.2019)
Eine schöne Sprache. Ich verstehe das Ende so, dass das "ich" nicht weiß, ob das "du" den Tod (den Fährmann) anlächelt oder eben den Menschen, von dem es Abschied nimmt.

Das hatte ich nicht gleich verstanden.

Liebe Grüße, Stefanie
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Trainee meinte dazu am 11.03.2019:
Liebe Stefanie,

dein Zweifel ist berechtigt. Die finale Frage ist ja nicht zu beantworten und bleibt deshalb offen. - Übrigens ein beliebtes Stilmittel der Lyrik.
Ich danke dir herzlich für deinen Besuch und die anerkennenden Worte,

Trainee
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Trainee
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Veröffentlicht am 09.03.2019, 2 mal überarbeitet (letzte Änderung am 09.03.2019). Textlänge: 57 Wörter; dieser Text wurde bereits 134 mal aufgerufen; der letzte Besucher war managarm am 24.03.2019..
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