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Ohne Huren gäbe es keinen Kafka

Historisches Drama zum Thema Sex/ Sexualität


von Augustus

Prostituierte bieten sexuelle Dienstleitungen für Geld an. Hierbei mangelt es aber an der subjektiven Willensfreiheit. Die objektive Willensfreiheit ist gegeben, denn diese knüpft an das Geld. Das Geld knüpft also an den Körper. Der Freier hält über das Geld objektiv einen Anspruch auf den Köper der Hure, jedoch niemals subjektiv. Denn ohne Zwischenschaltung des Geldes würde die Vereinbarung niemals stattfinden.

Denn gerade durch die Hinwegsetzung über die subjektive Willensfreiheit ist Prostitution möglich. Der Freier setzt sich also in Wahrheit über den subjektiven Willen der Hure hinweg, in dem er nicht nach ihrem wahren Willen forscht, sondern in Anbetracht seines eigenen sexuellen Dilemma, bloß seinen subjektiven Willen nachgehen möchte. Hier aber würden beide subjektiven Willenserklärungen miteinander kollidieren. Es bedarf also eines Vermittlers, um die Sache zu harmonisieren. Das Geld. Das Geld hebt den subjektiven Willen der Hure auf. Die Prostitution bevorzugt die Freier. Die Freier kommen in den leichten Genuss von Sex gegen Bezahlung.

An dieser Stelle machen wir einen Bogen zu dem Schriftsteller Kafka, der in seinen jungen Jahren mit Huren auf der Grundlage der objektiven Willensausübung Sex gekauft, jedoch auf der Ebene des subjektiven Willens seinen Sex den Huren aufgezwungen hatte. Es kollidieren auf zwei Ebenen der Wille der Hure und des Kafkas, der objektiv durch den Kauf herbeigeführte Sex mit dem Sex, der ohne den Zwischenermittler Geld, nie stattgefunden hätte.

Die im Zeitpunkt der Geschäftsanbahnung objektive Willensveräußerung der Hure berührt ihren in ihrem Eigentum immer verfügbaren subjektiven Willen ununterbrochen. Dies sei zu vergleichen mit dem Grund und Boden und einem Gebäude, das darauf steht. Möchte der Besucher ins Gebäude muss er zwangsläufig auch Grund und Boden betreten. Möchte der Freier  den Körper der Hure durch objektive Willensfreiheit beider Parteien betreten, verletzt er zwangsläufig gleichzeitig den subjektiven Willen der Prostituierten, da dieser unmittelbar zwischen den Personen zu verneinen ist und nur die objektive Wf. mittelbar durch den Zwischenmittler zu bejahen ist.

Daraus resultiert auf dieser Ebene die Kollision "das Sexverbrechen" und wir haben zu folgern, dass viele Leser einen Sexverbrecher wie den Kafka heutzutage verehren.

 
 

Kommentare zu diesem Text


Kommentar von Trainee (71) (10.03.2019)
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Augustus meinte dazu am 10.03.2019:
Das habe ich mich ebenso gefragt und bin zu folgenden weiterführenden Gedanken gekommen.
Bei der Lohnabhängigkeit ist der Zwischenmittler der Unternehmer, er vermittelt die Arbeit. Da aber die Arbeit an sich keinen subjektiven Willen besitzt sondern bloß objektiven Willen, so kann der subjektive Wille des Lohnabhängigen nicht mit dem fehlenden subjektiven Willen der Arbeit kollidieren. Kurz: Es mangelt an der anderen Seite am Ankünpfungspunkt des subjektiven Willens. Bei beiden Varianten, Prostituierte und Lohnabhängiger kommt es auf die unmittelbare Beziehung an und eben nicht auf die mittelbare, das ist entscheidend und genau hierin ergibt sich der kleine, aber feine Unterschied.
Nach der deutschen Gesetzeslage sind die Freier keine Sexualverbrecher. Ich wiederhole jedoch, ein Sexualverbrecher übt unabhängig von der objektiven „erkauften“ Willensfreiheit, stets Gewalt auf die subjektive Willenfreiheit der Prostituierten aus. In der Praxis haben die beiden Parteien grundsätzlich aber gar keine Ahnung davon.
Die Prostituierte will das Geld, der Freier will Sex, das ist die Grundregel.
Es gilt herauszufinden, welcher Vorgang hinter dieser Dienstvereinbarung tatsächlich passiert. Das versuche ich eben offenzulegen.
Kein Mann macht sich gewöhnlicherweise tiefergehende Gedanken über die Prostitution, warum auch, sie dient zu seinem Vorteil, günstig in denn Genuss von Sex zu gelangen, wenn die Ehefrau oder Partnerin ihm diesen „verweigert“.

Man nimmt die P. historisch, gesetzlich oder als gesellschaftlich notwendig einfach als gegeben, ja man setzt sie einfach voraus. Und dies ist ein schwerwiegender Fehler, wenn aufgedeckt werden würde, dass jeder 3 Mann ein Sexualverbrecher sei. Dies würde zu einem Suizid der Gesellschaft führen, weil gleichzeitig die Frauen an deren Seite als Partnerinen oder Ehefrauen, so sensibel für die wissenschaftliche Entdeckung wären, dass es wiederum zu einer Welle von Trennungen und Scheidungen führen würde.
In dem Thema, das ich behandle, ist eine Menge Zündstoff.


PS: Kafka muss man zugute halten, dass er später als Erwachsener sich vor seinen früheren Taten Prostituierte zu besuchen, geekelt und verabscheut hat; wir müssen literaturwissenschaftlich hier anknüpfen und im Ekel das herausbrechen, das er sich zeitlang als Sexualverbrecher gefühlt haben muss.

Antwort geändert am 10.03.2019 um 09:21 Uhr


Antwort geändert am 10.03.2019 um 09:25 Uhr
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LotharAtzert antwortete darauf am 10.03.2019:
"Kein Mann macht sich gewöhnlicherweise tiefergehende Gedanken über die Prostitution, warum auch, ... "
Ahnte ich es doch schon immer: ich bin kein Mann.
Oder: keinMann

Antwort geändert am 10.03.2019 um 11:16 Uhr
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Nadel (31) schrieb daraufhin am 10.03.2019:
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Augustus äußerte darauf am 10.03.2019:
@Nadel
Schade, ein Einzelgänger, der in keiner höheren Idee aufgeht.
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Dieter Wal
Kommentar von Dieter Wal (10.03.2019)
Bitte Quellen und Zitaten zu Kafka. Mir liegt nur sein literarisches Werk vor.

"Wir gehen von der theoretischen Annahme aus, dass Prostituierte nicht freiwillig ihren Körper verkaufen, sondern auf Grund von Geld."

Bereits der erste Satz ist alogisches Kraut. 1. Annahmen sind immer theoretisch. 2. Prostituierte verkaufen grundsätzlich sexuelle Dienstleistungen. 3. Dass "ihren Körper" sagt Lieschen Müller. 4. Dass unfreiwillig, auch. 5. Der Satz ist fünffach völlig misslungen. Die völlig bescheuerte Nachschiebung "sondern auf Grund von Geld." spricht dafür, dass auch der übrige Text ähnlich grauenvoll sein dürfte.

Bitte schreibe einen einzigen klaren und vernünftigen Satz und stelle ihn an den Beginn.
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Augustus ergänzte dazu am 10.03.2019:
https://www.google.de/amp/s/amp.welt.de/print/die_welt/literatur/article122923291/Warum-nur-soll-Prostitution-ein-Skandal-sein.html

Hier Dieter. Eine ausreichend starke Quelle m.E.
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Dieter Wal meinte dazu am 10.03.2019:
Besser, aber immer noch falsch. "Prostituierte bieten ihren Körper den Freiern nicht freiwillig an, sondern sie stellen ihn erst gegen Geld dem Freier für eine bestimmte Zeit zur Verfügung."

Vielleicht hilft es, bemüht man sich, Voreingenommenheit gedanklich auszuschließen, indem man länger von Logik bestimmt nachdenkt. Hier liegt der Nachteil in einer falschen Verknüpfung.

"Prostituierte bieten ihren Körper den Freiern nicht freiwillig an,"

Natürlich gibt es freiwillige Prostituierte, die von niemandem gezwungen werden, sondern diesen Beruf freiwillig, selbstbewusst und selbstbestimmt ausüben.

"sondern sie stellen ihn erst gegen Geld dem Freier für eine bestimmte Zeit zur Verfügung."

Richtig ist, dass dieser Dienst bezahlt wird. Sonst widerspräche es dem Prinzip von Arbeit, bei der gewöhnlich Geld bezahlt wird. Tausch wäre auch denkbar, bewährte sich allerdings seltener. Auch ist mir nicht bekannt, dass zB Strom-, Wasser- und Internet-Kosten durch Tauschmittel begleichbar sind.

Falsch ist der Versuch, durch Bezahlbarkeit einer Arbeit zu begründen, weshalb die Arbeit nicht auf Freiwilligkeit beruhen muss. Die Rhetorik spricht von Trugschlüssen und Scheinargumenten.

"Prostituierte bieten sexuelle Dienstleitungen für Geld an." wäre zwar kein besonders interessanter Satz, zumindest müsste er nicht zerpflückt werden. Versuche es damit.
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Augustus meinte dazu am 10.03.2019:
Du verstehst leider den Text nicht, Du erkennt gar die Essenz des Textes nicht und argumentierst aus deiner Sichtweise, was ich Dir auch nicht verübeln will. Aber wenn Du meine Kernthese nicht verstanden hast, so bringt ein weierührendes Gespräch nichts.
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Dieter Wal meinte dazu am 10.03.2019:
Las den Text anfangs ganz. Was du willst, ist völlig gleichgültig, solange es dir noch nicht gelingt, einen fehlerfreien ersten Satz zustandezubringen.
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Augustus meinte dazu am 10.03.2019:
Da ich Dir nun den Gefallen getan habe, den Anfangssatz so verständlich wie möglich zu schreiben, so bin ich gespannt, ob du die Essenz des Textes begreifen wirst können.
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Dieter Wal meinte dazu am 10.03.2019:
Dafür reichts noch.
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Kommentar von Trainee (71) (10.03.2019)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
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Augustus meinte dazu am 10.03.2019:
vielleicht ist die Annahme eines "natürlichen" Verfügungsrechts" über die Frau die Crux an der Sache. Ein Recht, dass Männern noch bis zur Reform des Strafrechts Mitte der 70er zugestanden worden ist.

Prostituierte dienten in der Vergangenheit oder in verschiedenen Epochen als vielfältiges Instrumentarium. Sie begleiteten z.B. Armeen im dreißigjährigen Krieg, um die Zufriedenheit der Soldaten zu gewährleisten, wenn diese auf lange Zeit in fremden Gebiet Eroberungszüge machten.
Grundsätzlich führt die Prostitution auf eine persönliche Not zurück. Der Verkauf des Körpers ist eine leichte Einnahmequelle, weil sie den stärksten Trieb im Mann anspricht.

Aber mir geht es nicht um die Geschichte der Prostitution, sondern um die winzige Detailfrage, ob denn im innersten Kern der Prostitution das Sexualverbrechen sich verbirgt, wie denn in einem Atomkern Elektronen, Protonen und Neutronen zu finden sind. Es sei also erlaubt in den Atomkern zu gucken. Ich kam, ich sah und sah das Sexualverbrechen im Innern des Atomkerns der Prostitution.

Dass diese im Detail entdeckte Erkenntnis sich um Sexualverbrechen handelt und mit dem in der Gesellschaft verankertem Recht, dass Prostitution legal ausgeübt werden darf, nicht vereinbar ist, zeigt mir dass die Verantwortlichen nicht weit genug erkannt haben, dass es sich nicht bloß um eine im gewöhnilchen Sinne Dienstleistung handelt.

Es wäre sinnvoll, zunächst die Sexarbeiterinnen (ggfs ihre Zuhälter) selbst zu befragen, ihre Unterkünfte zu sichten und sich auf diese Weise ein erstes Bild zu machen.

Das ist eben der Trugschluss, auf den die Leute reinfallen. Es verhält sich wie mit Newtons Gravitationsgesetz zwischen zwei Planeten. Alles richtig. Wie denn analog dazu das Bordell. Die Zuhälter stellen die Räumlichkeiten zur Verfügung, sorgen für einen reibungngslosen Ablauf, schützen die Prost. vor Gewaltausübung der Freier etc. und die Prost. verdienen in der kurzen Zeit viel Geld, bezahlen ihre Steuern. Alles richtig.
Wenn wir aber die Quantenphysik dazunehmen, dann passt sie nicht in das funtionierende Bild der Relativitästheorie. Sie fügen sich nicht ineinander.

Genauso fügt sich das in der kleinen Einheit entdeckte Sexualverbrechen nicht mit der im Großen "der Gesellschaft" akzeptierten Arbeit der Prostituierten.

Antwort geändert am 10.03.2019 um 18:49 Uhr
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Dieter Wal meinte dazu am 12.03.2019:
"Der Verkauf des Körpers ist eine leichte Einnahmequelle, weil sie den stärksten Trieb im Mann anspricht."

Es gibt auch nicht wenige männliche Prostituierte. Die älteste und anerkannteste Form der Prostitution nennt sich kleinbürgerliche Ehe. Beziehungen, die nicht auf (idealerweise gegenseitiger) Aufwertung des Gegenübers bestehen, existieren nicht. Bestechung und Käuflichkeit bei menschlichen Beziehungen hat sehr viele verschiedene Gesichter. Klare Vertragsabwicklungen wie zB sexuelle Dienstleistungen behaupten nicht, aufgrund von Liebe gegeben zu werden und sind um Lichtjahre weniger verlogen, als "Geschäftsmodelle", die auf vermeintlicher "Liebe" basieren und doch nichts als Berechnung sind.
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tigujo
Kommentar von tigujo (12.03.2019)
Liebert Augustus,

Sorry für den langen Kommentar, hatte keine Zeit, ihn zu kürzen.

Der Stichhaltigkeit des Textes (Definitionen und Schlußfolgerungen) kommt man mühelos auf die Schliche, wenn man statt "Prostituierte" z.B. Masseur, Arzt, Hauslehrer, Therapeut inkl. Physiotherapeut einsetzt - sowie jeden anderen Beruf, der Tätigkeiten und direktes Entgelt dafür zwischen zwei Menschen zur Grundlage hat. Tanzlehrer fällt mir noch ein, Ringtrainer, Modell... damit das Körperliche noch mehr mitschwingt.

Das Wort "sexuell" ist entweder durch einen dementsprechenden Begriff zu ersetzten bzw. ganz zu streichen, "Prostitution" ersetzt man durch "Dienstleistung", "Freier" durch "Kunden, Klienten".

Und "Körper" ersetzt man durch "die Fähigkeiten in körperlicher und/oder geistiger Hinsicht" - obwohl dann der Satz zum Schluß des Textes, ich zitiere und ersetze bloß, eine gewisse Seltsamkeit zur Schau stellt:

"Möchte der Klient die Fähigkeiten in körperlicher und/oder geistiger Hinsicht des/der Dienstleistenden durch objektive Willensfreiheit beider Parteien betreten, verletzt er zwangsläufig gleichzeitig den subjektiven Willen des/der Dienstleistenden, da dieser unmittelbar zwischen den Personen zu verneinen ist und nur die objektive Wf. mittelbar durch den Zwischenmittler zu bejahen ist"

Ich schweige betreten - ach was, ich spreche mich dagegen aus, moralischen Ekel, der hier anscheinend die Feder führte, durch pseudosachliche "Grundsätzlichkeiten" zu kaschieren und just damit zu begründen. Moral ist immer neu zu verhandeln, ganz okay, nur munter drauflos, aber bitte nicht gleich die Logik mit dem Zorn ausschütten.

Wenn man nun mal ein Gegner der Prostituion - Prostitution kommt von "sich preisgeben" - aus moralischen Gründen ist, warum nicht frisch und frei raus damit? Da braucht es kein mehr oder weniger kunstvoll konstruiertes "Planetengetriebe" zur angeblichen Absicherung - und wenn, wohl ein einleuchtenderes.

Thema: Sich preisgeben - eigentlich ein gutes Thema, wert es zu beleuchten, besonders, wenn man gleichzeitig die Bandbreite veranschaulicht und auch die Abgrenzung zu finden versucht zu anderen Arten des "sich Preisgebens" wegen... Geld.

Beispiel: Verkauf, generell: Darf ein Verkäufer guten Gewissens eine Ware verkaufen, wenn er weiß, woanders gäbe es eine mit besserem Preis/Leistungsverhältnis? Muss ja nicht der gleich der Waffenhandel sein: Im Deutschen kommt nicht von ungefähr das Wort Täuschung von Tausch. Und Täuschung ist eigentlich ganz schön ordentlich pfui, wenn man es so sieht ;)

Prostituiert sich der Verkäufer nicht auch ein klitzekleinwenig - oder sogar noch viel mehr? Nur weil ein Verkäufer (meist ;) zwar nicht seinen Körper einsetzt, dafür jedoch Gewissen(?), Überzeugung(?), ach was, gar sein Seelenheil(?) "preisgibt"?

Und, zurück zur "Hure", danke, für die Verwendung dieses abwertenden Wortes, damit der Leser gleich weiß, woher der Wind weht - ist etwa ein Autoverkäufer, vom sprichwörtlichen Gebrauchtwarenhändler ganz zu schweigen, moralisch nicht weit schlimmer als ein/eine Sexarbeitende, die es mit ihrem Gewissen und Überzeugung sehr wohl vereinbaren kann, nichts verspricht, was sie nicht hält?

Und somit eigentlich niemanden übers Ohr haut - außer, der Klient steht wortwörtlich drauf und zahlt extra ;)

Denn die Frage, welche Art der "Preisgabe" wem mehr schadet, ist berechtigt - gerade aus moralischer Sicht. Das hat Empörungspotential genug, vermute ich.

Das LitIch des Autors Augustus kann Sexarbeit, Prostitution, horizontales Gewerbe, Kaufsex, Hurerei oder was auch immer mit seiner Überzeugung anscheinend nicht in Einklang bringen: Kann ich respektieren.

Interessant wäre: Warum? Das wäre ein Thema!

Ja, und dann noch die Schlußfolgerung, ich zitiere den letzten Satz des Textes:

"Daraus resultiert auf dieser Ebene die Kollision "das Sexverbrechen"... "

Diese Folgerung erscheint mir willkürlich, herbeigezaubert um es charmant zu sagen. Und was den Begriff Verbrechen angeht, möchte ich, um die Bodenhaftung der Begriffenicht ganz zu verlieren, Wikipedia zu Wort kommen lassen, auch wenn ich die dichterische Freiheit schätze:

"Unter einem Verbrechen wird ein schwer wiegender Verstoß gegen die Rechtsordnung einer Gesellschaft oder die Grundregeln menschlichen Zusammenlebens verstanden."

Formell, Deutschland betreffend:

"Im deutschen Strafrecht werden gemäß § 12 Abs. 1 Strafgesetzbuch (StGB) als Verbrechen alle gesetzlich normierten Delikte bewertet, die mit mindestens einem Jahr Freiheitsstrafe bedroht sind. (z. B. Raub, Körperverletzung mit Todesfolge, schwere Brandstiftung, schwerer sexueller Missbrauch, Rechtsbeugung)"

Armer Kafka, ein Sexverbrecher also... Ich mag aber seine Texte. Ich hoffe bloß, er hat sich nicht noch weiteren Schwächen hingegeben, sich gar noch massieren lassen einmal und selbst wenn, hoffentlich nicht gar noch bezahlt dafür... ;)))

Oder liege ich komplett daneben, da es um dem Autor um so etwas wie den "heiligen" Körper geht, der dadurch entehrt wird? Der ehemalige Schandlohn, bloß verschwurbelt andersrum gesagt?

Oder - sehe ich da was noch Grundlegenderes falsch? Freu mich auf deine Sicht der Dinge, Augustus

LG tigujo
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Augustus meinte dazu am 12.03.2019:
letztlich gibt es tausend Gründe gegen Prostitution. Schweden lebt es vor.
Ich könnte natürlich all die Gründe nennen, die dagegen sprechen. Das finde ich aber langweilig, an etwas schon lange Bekanntem anzuknüpfen und es bloß zu wiederholen. Mir ist es wichtig das Thema worüber hier die Rede ist aus ganz neuer Perspektive zu betrachten, um zu gucken, ob der neuentdeckte Fluss in den alten See mündet oder nicht.

Allerdings finde ich die Idee sich dem Thema über die Etymologie des Begriffs „ preisgeben“ zu nähern gleichfalls spannend.

Letztlich habe ich gar nicht den Staat beleuchtet, welchen Zweck dieser bei der Befürwortung der Prostituiton verfolgt.

Also; das Thema lässt sich sicherlich nicht anhand von zwei Schaubildern lösen.
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tigujo meinte dazu am 12.03.2019:
Tausend Gründe? Langweilen mich nicht, oder schnippisch gesagt: Bitte langweile mich mit Deinen Gründen, zehn reichten mir. Oder drei. Deine ureigensten. Deine moralischen Bedenken, denn für jene suchst du ja einen Unterbau, scheint mir, auch auf Teufel komm raus ;)

Kristallisationspunkt könnte sein: Wem schadet Prostitution? Warum gibt es sie seit Menschengedenken? Wie sieht die Kulturgeschichte dazu aus? Gibt es was Positives dazu zu sagen?

Und: Warum geht es dich was an? Betrifft es dich, oder macht es dich bloß betroffen? Das sind ja spannende Sichten!

Doch, darum ging es mir im Kern ja gar nicht - sondern um eine nachvollziehbare Begründung, wie du aus deinen Prämissen (welchen?) zu deinen Schlußfolgerungen kommst - das ist wichtig, denn ex falso quodlibet ;)

Kurz: Wie kommst du von Prostitution auf Sexverbrechen? Und, wer begeht dieses dann? Beide? Einer/eine nur?

Deine neue Perspektive? Ich stoße mich bereits an Sätzen wie
"Der Freier hält über das Geld objektiv einen Anspruch auf den Köper der Hure, jedoch niemals subjektiv" - was meinst du damit?

Nach dem mir nicht nachvollziehbaren Jonglieren von Worten (Begriffen?) subjektiver Wille, objektiver Wille und, besonders seltsam: "objektive Willensveräußerung", was immer das denn nun schon wieder sein sollte, frage ich mich: Willst du überhaupt verstanden werden?

Hoffe, doch

Du siehst, ich nehme dich ernst. Und beim Wort, eh klar.
lg tigujo

Antwort geändert am 12.03.2019 um 18:46 Uhr
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Dieter_Rotmund
Kommentar von Dieter_Rotmund (12.03.2019)
Interessant wäre es auch - gerade bei Kafka - wie es sich bei ihm (mit oder ohne Prostituierte) versicherungstechnisch verhält.
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Auswirkungen ausländischer Männer auf PartnermärktenInhaltsverzeichnisDas Experiment
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Dies ist ein Blatt des mehrteiligen Textes ökonomische Betrachtungen.
Veröffentlicht am 09.03.2019, 10 mal überarbeitet (letzte Änderung am 10.03.2019). Textlänge: 336 Wörter; dieser Text wurde bereits 148 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 19.08.2019.
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