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Tourismus: Segen oder ... Pest?

Kommentar zum Thema Reisen


von eiskimo

Was hat man nicht alles getan, damit sie kommen, damit sie möglichst lange bleiben und möglichst viel konsumieren – sie, die Touristen. Man baute für sie Autobahnen, Flughäfen, extra Kreuzfahrtschiff-Anleger, ja, man planierte die Alpen und drapierte diese in folkloristische Karo-Deckchen... für SIE. Und wenn sie dann kamen in ihren unverzichtbaren Trekkkingschuhen, dem bunten T-Shirt und  tatsächlich länger blieben– stehen blieben, die Fotoapparate im Anschlag, Rudel bildend vor den umlagerten Attraktionen, und wenn sie am Ende feucht-fröhlich konsumierten, schön laut, die halbe Nacht durch – ja, da wurden die begehrten Devisenbringer und gebenedeiten Retter der wirtschaftlich kränkelnden Metropole und der bedrohten strukturschwachen Region urplötzlich … DAS Feinbild!
„Rette sich, wer kann!“ schreien jetzt die einen. „Ausverkauf unserer Seele, Zerstörung der Heimat!"  skandieren die anderen. „Jetzt auch noch ganze Busladungen mit Asiaten“! lautet die nächste Stufe der Angst-Mache.  Gipfel aller Horrorvisionen aber sind die Mega-Kreuzfahrtschiffe, die vor  wehrlosen kleinen Hafenstädtchen festmachen – mitten im Weltkultur-Erbe! -  und fünf Tausend Paar Trekkingschuhe, und fünf Tausend bunte T-Shirts verstopfen die verwinkelten Gassen.
Die Pest im Mittelalter muss ähnlich panische Reaktionen hervorgerufen haben. Die Greueltaten, die damals daraus erwuchsen, kennen wir. Doch wie soll dieses kriegsähnliche Szenario von abgebrüht-selbstherrlichen Invasoren und verschreckt-zeternden Gaff-Opfern heute einmal ausgehen? Baut man jetzt dort, wo einmal das gebeutelte Venedig war, einen gigantisches Disneyland?  Oder lässt man chinesische Investoren gleich ein „Venezia II“  vor den Toren Hongkongs nachbauen? Wird Bali kurzerhand ein einziger Zoo? Und kosten Amsterdam, Rom, Paris, Prag … bald richtig Eintritt?
Die Tatsache, dass die Tourismus-Branche boomt, dass wie verrückt neue Kreuzfahrtschiffe gebaut werden, und auch in den Schwellenländern neuerdings Heere von Menschen wochenweise zu erlebnisgeilen Touristen mutieren, macht einen umfassenden und dauerhaften Stopp dieses Massen-Phänomens nötig. Dieser Stopp  ist umso dringlicher, als die Menschen heute immer älter werden und auch im fortgeschrittenen  Alter noch reisen – viele Silverager gleich mehrere Male im Jahr, manche nur noch. Nach dem Motto: Die Balearen sind billiger als die Seniorenheime zu Hause....
Hoffnung auf eine echte Trendwende gibt da eine Idee, die zur Zeit gerade auf einem maltesischen Mittelmeer-Cruiser ausprobiert wird. Auf diesem Schiff mit 2000 Passagieren wird denjenigen eine Prämie bezahlt, die …. NICHT an Land gehen. Statt im leichten Trekking-Outfit einzufallen in Dubrovnik, Rhodos oder Ibiza, kriegen sie 100 Euro, um weiter im Deckchair zu relaxen oder das Bordkino zu frequentieren.  Genial!  Und es funktioniert.
Tourismus-Abstinenz wäre also das Modell, mit dem eine  echte Entlastung der überfluteten Lieblingsdestinationen erreicht werden könnte.  Radikal zu Ende gedacht: Wer nicht reist, wer ganz zu Hause bleibt, wird belohnt, und er könnte mit der Verzicht-Prämie seinen Balkon wohnlich machen, den Garten aufpeppen, die Verwandten heimsuchen... Und nur die, denen es wirklich um Bildung, echte Begegnung und landeskundliche Vertiefung geht, die würden dann noch reisen. Die „guten“  Touristen, wenn man so will. Ob das noch sehr viele sein werden?  Kaum, denn es hieße ja, dass sie die ganzen Verzicht-Prämien für die Zu-Hause-Bleiber mit bezahlen müssten!
Ausblick:
Keinverlag wird Plattform für Keintourismus, er unterstützt Keinweltenbummler, fördert den neuen Beruf Keinreiseleiter. Touris nennen sich hier stolz Stayris; ihr Motto: Billichflieger will ich nie mehr!  Und:  Branchenriesen wie TUI heißen ab sofort Pfui oder Knalltours, Meckermann, Kuriosus....

Anmerkung von eiskimo:

Die weise Reise ist keine Reise


 
 

Kommentare zu diesem Text


Kommentar von Trainee (71) (13.03.2019)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
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eiskimo meinte dazu am 13.03.2019:
Große Keinefreude - Danke!
Wir können ja hier wieder KeineSouvenirs jagen.
Bon voyage!
Eiskimo
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LottaManguetti
Kommentar von LottaManguetti (13.03.2019)
Ich storniere noch heute unsere Reise nach Rhodos!


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eiskimo antwortete darauf am 13.03.2019:
A la carte zu Hause wird sicher schöner sein als menu-touriste .. wo auch immer.
Glückwunsch!
von Eiskimo
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Kommentar von Sin (13.03.2019)
Brisantes Thema. Fluch und Segen zugleich. LG Sin
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AZU20
Kommentar von AZU20 (13.03.2019)
Ich reise aber so gern. Darf ich jetzt nicht mehr? LG
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eiskimo schrieb daraufhin am 13.03.2019:
Doch, Du darfst. Mein Tipp: Individuell, anti-zyklisch und nicht in diesen Touri-Klamotten.
Passt schon
LG
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TrekanBelluvitsh
Kommentar von TrekanBelluvitsh (13.03.2019)
Ich hatte ich auf einen schönen Text gefreut. Allerdings ist der ein wenig nervend. Das liegt nicht daran, dass du mit Vielem, was du schreibst recht hast. Aber deinem Text fehlt das Verständnis für die Ambivalenz des Themas Tourismus. Dabei deutet der erste Satz - eben da habe ich mich gefreut - das ja an.
Was hat man nicht alles getan, damit sie kommen, damit sie möglichst lange bleiben und möglichst viel konsumieren – sie, die Touristen.
Und dann? Nix mehr dazu!

Hallstatt will die Touristen ja nicht aussperren. Sie wollen eben nur eine bestimmte Art von Touristen. Und in diese Richtung geht leider auch dein Text. Frei nach dem Motto: "Der Gast hat sich so zu verhalten, dass der Wirt sich nicht gestört fühlt!" Und das ist leider Unfug. Wer Touristen will, bekommt Touristen. Wer sich dann wundert, dass die sich nicht benehmen, wie man es sich vorstellt, ist ein rechter Depp. Er rechnet nämlich nur in einem best-case-scenario. (Das tun z.B. auch Lobbyorganisationen - noch Fragen?) Man sollte sich eben überlegen, worauf man sich einlässt - vorher überlegen. Aber der Mammon lacht eben sofort. Die Folgen folgen später...
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eiskimo äußerte darauf am 13.03.2019:
Tut mir leid, wenn ich falsche Erwartungen geweckt habe - in der Tat ist das Tourismus-Thema viel komplexer als ich es angerissen habe. Der Ballermann zeigt ja, was alles nötig ist, um irgend wann aus dieser Falle ´raus zu kommen: Massentourismus, billig, billig....
Deutsche Studienräte, die ihre vorab geschmierten Wurtststullen mitbringen, lassen die Kassen auch nicht klingen - das ist dann schon ein Spagat.
vG
Eiskimo
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eiskimo
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Veröffentlicht am 13.03.2019, 3 mal überarbeitet (letzte Änderung am 13.03.2019). Textlänge: 534 Wörter; dieser Text wurde bereits 113 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 24.09.2019.
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