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Jugend - das Schweben zwischen zwei WeltenInhaltsverzeichnisDie Magie der Grenze

Wasser und Land

Text


von aliceandthebutterfly

Der Handlungsort der Erzählung ist der Hafen einer unbenannten Stadt. Somit steht er für eine Grenzlinie zweier verschiedener Lebensräume. Die Welt des Mädchens und des Sirenenmannes ist nicht dieselbe; aber in einem bestimmten Moment kreuzen sich ihre Wege: die magische Kraft der Grenze – des Hafens – stellt eine Verbindung her.
Die Stadt, der Lebensraum der Ich – Erzählerin, ist uns bekannt. Schweblin flicht in ihre Erzählung Zeichen ein, welche uns diesen Ort als Träger der Realität wiedererkennen lassen: die Hafenkneipe, die (nichtvorhandenen) Zigaretten, die Mentholbonbons, das Restaurant, das Kino, das Auto des Bruders… All diese Elemente sind der Stadt zugehörig, sie lösen die Vorstellung der besagten „natürlichen Ordnung“ aus. Deshalb steht sie meiner Meinung nach für die Realität, die mit dem Auftauchen des Sirenenmannes in Frage gestellt wird.
In der Stadt findet auch das Leben des Mädchens statt, von dem sie dem männlichen Meeresbewohner erzählt. Und dieses Leben steht nun an einem Ende – fraglich bleibt, ob sie den Übergang in ein neues, anderes schafft. Ob sie stirbt und wiedergeboren werden kann.

Der Sirenenmann lebt umgeben vom reinigend blauen Element. Wasser fließt durch Meere, aber auch Flüsse, Seen, Brunnen - und es ist eng an den Gedanken der Reinigung und Wiedergeburt geknüpft:

And I, stepping from this skin
Of old bandages, boredoms, old faces

Step to you from the black car of Lethe,
Pure as a baby.

(Sylvia Plath. Getting There)

Silvia Plath schreibt hier vom Fluss des Vergessens; aber um aus ihm – neu und heil - hinaufzutauchen,  müssen wir erst sterben.

Auch das Meer wird gemeinhin als Ort des Todes, doch auch der Geburt angesehen. In einem Lexikon literarischer Symbole beginnt der Eintrag zum schönsten aller Wasser folgendermaßen:
„Symbol der Herausforderung und Bewährung, des Weiblichen, der Regression, des Zyklus von Geburt und Tod sowie des Unbewussten und der Erinnerung.“
Alles Leben kommt vom Meer und kehrt auch wieder dorthin zurück. Als Lernende der romanischen Sprachen liegt einem die Verbindung von „el mar“ / „il mare“ / „la mère“ mit „la madre“ / „la mère“ offen vor Augen – das Meer ist unser aller Mutter.
Diesen Umstand erwähnt auch Eugen Drewermann  - und die uns innewohnende Sehnsucht nach dem Meer beschreibt er als „(…) Sehnsucht nach Heimat dorthin zurück (…), zu diesem Ursprung, zur Urmutter Meer".  Auch in dem Moment, als das Mädchen zum Sirenenmann über den Tod spricht, kommt dem Meer Bedeutung zu:
„-Mamá está enferma, los médicos dicen que va a morirse pronto.
Miramos juntos al mar.“

Das Meer – Wohnort der Nixen und Materie des Unbewussten – sehe ich hier zudem als Träger einer phantastischen Welt. Und diese Welt könnte für die Ich – Erzählerin auch zur Gefahr werden, wenn sie sich darin verfängt. Der Grund des Meeres ist kein Ort, an dem wir Menschen überleben können.

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