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Pájaros en la boca. ¿Un cuento fantástico

Text


von aliceandthebutterfly

Pájaros en la boca, ist die Erzählung, welche dem preisgekrönten Erzählband von Samanta Schweblin seinen Namen gab.
Wieder erzählt uns die junge Autorin von einem Mädchen und im Gegensatz zu der Protagonistin von El hombre sirena, erfahren wir dieses Mal auch ihren Namen: sie heißt Sara. Aber nicht Sara ist die Erzählstimme dieser wunderlichen Geschichte, der Ich – Erzähler ist ihr Vater und er lässt uns im Laufe der Handlung Folgendes wissen: Sara isst – lebendige – Vögel!
Und damit sind wir auch schon beim zentralen und phantastischen Element der Erzählung, doch ob es nun wirklich als „phantastisch“ bezeichnet werden kann, darauf möchte ich nun eingehen.

Todorov gibt in seiner „Einführung in die fantastische Literatur“, bei der Auseinandersetzung mit Cazottes Le Diable amoureux, die nachstehende Erklärung ab:
"Wir sehen uns ins Zentrum des Fantastischen geführt. In einer Welt, die durchaus die unsere ist, die, die wir kennen, eine Welt ohne Teufel, Sylphiden oder Vampire, geschieht ein Ereignis, das sich aus den Gesetzen eben dieser vertrauten Welt nicht erklären läßt."
Im genannten Werk von Cazotte wäre dieses unnatürliche Ereignis eine Frau, die sich selbst als Sylphide bezeichnet und von ihrem Geliebten verdächtigt wird, der Teufel zu sein. Wir haben es also mit einem – vielleicht – übernatürlichen Wesen zu tun. Auch in El hombre sirena verkörpert der Sirenenmann eine solche vermeintlich phantastische Figur der Überrealität.
Doch die literarischen Helden in Pájaros en la boca sind durchwegs menschlich, sie gehören der „natürlichen Ordnung“ an. Das Essen der Vögel ist zwar sonderbar, aber es hat nichts Übernatürliches an sich.
Was nun nicht ganz mit den Gesetzen einer realen Welt in Einklang steht, ist Saras positive äußerliche Verwandlung, die wahrscheinlich durch ihre lebendige Nahrung hervorgerufen wird - und ihre immer schwächer werdende Konstitution, ihr blasses Aussehen, nachdem sie auf eben diese verzichten muss (- obwohl sich dies auch wieder dadurch erklären lässt, dass sie tagelang überhaupt nichts isst).
Trotzdem denke ich, dass das Essen der Vögel, mit der anscheinend daraus resultierenden Veränderung von Saras Aussehen, ein phantastisches Element ist.

Die im vorherigen Kapitel angeführte - von Todorov geforderte - „Unschlüssigkeit“ kann ich hier nicht finden; es gibt keinen Zweifel, dass das alles wirklich passiert.
Für Todorov endet die Phantastik aber auch mit dem 19. Jahrhundert. Nun hat er sich aber nicht mit der in diesen Bereich fallenden iberoamerikanischen Literatur, die vor allem aus Argentinien kommt, auseinandergesetzt.
Deshalb spricht Dieter Penning von einer „neuen Qualität“ der Phantastik, die sich besonders stark im Werk von Borges manifestiert, wo zwischen Realität und Fiktion nicht mehr unterschieden wird.
Außerdem ist die Definition von Phantastik überhaupt sehr umstritten.
Also versuche ich einfach einmal diese Erzählung als eine Geschichte über ein verstörtes, unfreies Mädchen zu bezeichnen; als eine Geschichte über eine zerbrochene Familie und einer sonderbar grausigen Grenzüberschreitung – die eben phantastische Züge trägt.

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Dies ist ein Absatz des mehrteiligen Textes Zwischen den Welten - Grenzerfahrungen in den Erzählungen der Samanta Schweblin.
Veröffentlicht am 14.03.2019. Textlänge: 453 Wörter; dieser Text wurde bereits 8 mal aufgerufen; der letzte Besucher war Melodia am 15.03.2019..
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