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Mariposas: Poesie, Realität und PhantastikInhaltsverzeichnisDer tote Schmetterling

Die verletzte Grenze

Text


von aliceandthebutterfly

Wir alle haben unsere persönlichen Grenzen; manchmal verstecken wir uns dahinter, machen sie für die Außenwelt unüberwindlich  – wie Sara es in Pájaros en la boca tut.
Doch wie wir gesehen haben, wurde ihr Käfig vor allem von ihren Eltern gefertigt, die dadurch eine Grenze überschritten haben, die unantastbar sein sollte: die Grenze des persönlichen Freiraumes.
In Mariposas haben wir es nun mit einer ähnlichen Situation zu tun. Durch verschiedene Signale im Text gibt uns der Erzähler zu verstehen, dass hier diese jedem Menschen zustehende Grenze überschritten wurde und er lässt uns auch wissen, was dies bedeutet: es ist Gewalt.
Ein erstes Signal dieser Aussage wäre die Art und Weise wie Calderón die Kinder benennt: „la mía“ und „el tuyo“  - weder fällt ein Name, noch das Wort „Sohn“ oder „Tochter“. Im Kontext der gesamten Erzählung kann man daran erkennen, dass für diesen Vater ein Kind der Besitz seiner Eltern, und nicht ein eigenes, frei geborenes Wesen ist.
Ein weiteres Signal würde ich darin erkennen, wie die Kommunikation – zwischen Menschen und mit der Umwelt – abläuft, denn sie ist nicht vorhanden. Calderón scheint in seinem eigenen Film zu leben; er sieht was er sehen will, doch für seine Umwelt fehlt ihm der Blick. Weder bemerkt er, dass sein Gegenüber kein Interesse an einem Gespräch hat, noch dass der Schmetterling kaputt wird, wenn er ihn festhält. Das Bedürfnis sich selbst wichtig zu machen, indem er mit seiner Tochter angibt, bringt ihn dazu, dem anderen Vater seinen „Monolog“ aufzuzwingen. Das Bedürfnis den Schmetterling zu besitzen, weil er glaubt, damit seiner Tochter eine kurze Freude zu bereiten, bringt ihn dazu, ihn einzufangen.

Und dieses Schmetterlingsbild, das man auch allegorisch deuten kann, sehe ich als das wegweisende Signal einer solchen Grenzüberschreitung.

Diese Grenzüberschreitung möchte ich nun in einer allegorischen Deutung festhalten, in der man das Tier mit der Tochter Calderóns – und im allgemeinen Sinne mit irgendeinem Kind – gleichsetzen kann.
Freiwillig flattert der Schmetterling zu Calderón und setzt sich auf seinen Arm (er hat Vertrauen). Der Vater nimmt ihn an seinen zerbrechlichen Flügeln (er hält ihn an seiner Freiheit fest). Der Schmetterling ist zu schwach, um sich zu wehren – was in der Beschreibung des ungleichen Kampfes verdeutlicht wird, wo ein Schütteln die gesamten Möglichkeiten des Schmetterlings darstellen. Sein Flügel bricht auseinander (der Willen Calderóns hat ihn kaputtgemacht).
So können Eltern, die natürlich immer die Stärkeren sind, ihre Kinder zerbrechen, wenn sie deren Grenzen nicht wahrnehmen. Solch eine Grenzverletzung kann über den Körper geschehen, aber auch durch Worte, die den Willen des Kindes brechen und ihm so auch gewaltsam seine Freiheit, sein Leben, nehmen; denn ein Kind ist in der Hand eines Erwachsenen wie ein sich schüttelnder Schmetterling.

Mariposas: Poesie, Realität und PhantastikInhaltsverzeichnisDer tote Schmetterling
aliceandthebutterfly
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Dies ist ein Absatz des mehrteiligen Textes Zwischen den Welten - Grenzerfahrungen in den Erzählungen der Samanta Schweblin.
Veröffentlicht am 14.03.2019. Textlänge: 439 Wörter; dieser Text wurde bereits 8 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 17.03.2019..
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