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Ich bin ein kranker Mann...

Erzählung zum Thema Menschenverachtung


von toltec-head

Ich bin ein kranker Mann...  Ich bin ein boshafter Mann. Ein hässlicher Mann. Ich glaube, ich habe AIDS. Und das seit langem. Behandeln lasse ich mich aber nicht. Ja, ich habe sogar noch niemals einen HIV-Test gemacht. Dabei ist es nicht so, dass ich ein AIDS-Leugner wäre oder irgendwelchen Verschwörungstheorien südafrikanischer Negerpräsidenten anhinge. Ich respektiere die westliche Medizin und die westlichen Medizinmänner. Ich tue es wirklich. Ich bin halt nur ganz furchtbar abergläubisch. Nun ja, sagen wir, abergläubisch genug, um die westliche Medizin und die westlichen Medizinmänner zu respektieren. (Ich bin mit meinem Fachhochschul-Abschluss im öffentlichen Verwaltungsrecht an sich hinreichend gebildet genug, um nicht abergläubisch zu sein, bin es aber natürlich trotzdem. Haben wir nicht alle unsere esoterischen Seiten?) Nein, liebe Leser dieses Forums,  ich mache keinen Test, ich schlucke keine neumodischen Pillen, weil ich boshaft bin. Als lieber, netter Literaturonkel, als liebes, nettes  Literaturtantchen wirst du, Leser, das wahrscheinlich nicht ganz begreifen. Nun, es reicht, dass ich es verstehe. Das Objekt meiner Boshaftigkeit ist dabei allerdings zugegebenermaßen nicht ganz klar. Ich weiß ganz genau, liebes Literatur-Onkelchen, liebes Literatur-Tantchen, was du dir eben, also du das, was ich hier so in die Tasten haue, gelesen hast, dachtest. Aber keine Angst, kannst schön ruhig weiter an deinem fair gehandelten Kaffee aus der Tasse mit dem Herzen drauf nippen: Für andere stellt mein AIDS überhaupt keine Gefahr da. Wirklich nicht. Es ist über 10 Jahr her, dass ich das letzte Mal mich der Körperöffnungen irgendeines sogenannten Mitmenschen bediente und habe es, weiß Gott nicht, in geraumer Zukunft noch einmal vor. Wenn ich irgendjemandem schade, weil ich nicht zum Medizinmann gehe, so ist es einzig und allein mir selbst. Egal, ich lasse mich trotzdem nicht behandeln. Dabei habe ich schon eine ganze Handvoll opportunistischer Krankheiten. Es werden von Tag zu Tag mehr. Es gibt Tage, da glaube ich, dass bereits mein Hirn mit irgendeinem opportunistischem Bakterium oder Virus befallen sein muss. Um so besser. Nippt weiter, von meinem echt antikem AIDS geb ich euch nichts ab!

Anmerkung von toltec-head:

Nazis, Gutmenschen und andere Mimosen mögen diesen und alle weiteren Texte bitte nicht kommentieren.


 
 

Kommentare zu diesem Text


Nimbus
Kommentar von Nimbus (14.03.2019)
Wirklich bedauernswerter Protagonist. Hoffentlich läuft er nicht Amok und tötet noch Ärzte.
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toltec-head meinte dazu am 15.03.2019:
Nicht bevor er dich geheiratet hat, Heike.
diese Antwort melden
Nimbus antwortete darauf am 15.03.2019:
*Lach...genau.
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Cora
Kommentar von Cora (15.03.2019)
"Nazis, Gutmenschen und andere Mimosen"
Bin ich nicht. Falls ich mich irre, bitte einfach noch mal löschen!

Der Prot. will es nicht wissen. Das ist sein gutes Recht, es gibt keine Pflicht zum Test. Viell. ist seine Vermutung falsch und er hat eine andere Krankheit. Diese Möglichkeit will er sich zumindest offenhalten.

"Das Objekt meiner Boshaftigkeit ist dabei allerdings zugegebenermaßen nicht ganz klar."

Ist dieses Objekt nicht der Prot. selbst?
Er kommt mir vor wie Schödingers Katze, gefangen im Schwebezustand der Ungewissheit.
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toltec-head schrieb daraufhin am 15.03.2019:
Du bist so schön naiv. Ich liebe dich.
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Cora äußerte darauf am 15.03.2019:
Der Naivität des Protagonisten geschuldet.
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Dies ist ein Text des mehrteiligen Textes Notizen aus dem Wohnklo.
Veröffentlicht am 14.03.2019, 1 mal überarbeitet (letzte Änderung am 14.03.2019). Textlänge: 338 Wörter; dieser Text wurde bereits 122 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 13.06.2019.
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