Login für registrierte Nutzer
Benutzer: Passwort:

Noch nicht bei KV registriert?
Jetzt registrieren!
KV ist kostenlos und werbefrei!

Neu bei uns:
Sandfrau (18.11.), Loewenpflug (14.11.), Tigerin (12.11.), Seifenblase (12.11.), Marty (05.11.), Slivovic (22.10.), C.A.Baer (19.10.), Swiftie (15.10.), georgtruk (12.10.), Amadeus (11.10.), Rege-Linde (07.10.), Markus_Scholl-Latour (02.10.)...
Übersicht aller neuen Autoren und Leser
Wen suchst Du?

(mindestens drei Buchstaben)

Zur Zeit online:
KeinVerlag.de ist die Heimat von 671 Autoren* und 82 Lesern*. Was es sonst noch an Neuem gibt, steht hier.

(*Im Gegensatz zu allen anderen Literaturforen zählen wir nur die aktiven Mitglieder, da wir uns als Community verstehen und nicht als Archiv toter Texte. Würden wir alle Nutzer zählen, die sich seit Gründung hier angemeldet haben, und nur die abziehen, die sich selbst wieder abgemeldet haben oder rausgeworfen wurden, kämen wir auf 14.909 Mitglieder und 430.956 Texte. Musste auch mal gesagt werden.)

Genre des Tages, 19.11.2019:
Schwank
Der Schwank ist eine volksnahe Erzählung, in der sich zwei Personen über zum Teil triviale, oft lustige Dinge... weiterlesen
... und was wir daraus machen:

Ziemlich neu:  Das güldene Herz von Paul207 (25.09.19)
Recht lang:  t r a a f k c a B:B a c k f a a r t von mannemvorne (7004 Worte)
Wenig kommentiert:  Spruch von Ralf_Renkking (noch gar keine Kommentare)
Selten gelesen:  Mein Körper meine Fettzellen und ich von Februar (nur 58 Aufrufe)
alle Schwänke
Lest doch mal ...einen Zufallstext!
Unser Buchtipp:

mauerstücke
von IngeWrobel
Projekte

keineRezension.de
KV woanders

keinVerlag.de auf Facebook
Eine Meinung: "Ich bin bei keinVerlag.de willkommen, weil mich an die Regeln halte - denke ich mal." (Galapapa)

Abgefahren

Kurzprosa


von monalisa

Gestern wars, am Morgen, halb sieben, da nahm die Zeit einen kräftigen Schluck aus meinem Coffee-to-go-Becher und stöckelte damit die Hauptstraße hinunter. Ihr rotes Tuch flatterte im Wind, die Highheels, ebenfalls signalrot, legten eine signifikante Tonspur, der ich dicht auf den Fersen war, glaubte ich. Aber ohne meinen Morgenkaffee, untrainiert, pummelig, die Lider auf Halbmast, kam ich kaum von der Stelle. Doch schaffte ich es irgendwie, auf den anfahrenden Bus aufzuspringen, in dem die Zeit verschwunden war. Der Fahrer schimpfte, fluchte, fast hätte er mich gewürgt, und schloss hinter mir die Tür. Die Zeit lehnte am hinteren Ausstieg und schlürfte meinen Kaffee. Als ich sie fast erreicht hatte, drückte sie mir den leeren Becher in die Hand und hüpfte aus dem Bus, ich hinterher, obwohl ich besser noch zwei Stationen zu meiner Arbeitsstelle weiter gefahren wäre. Inzwischen war es nach sieben, mein Chef würde schon warten. Und ich wunderte mich, was wohl in dem Kaffee gewesen sein mochte, dass er die Zeit derart tunte. Nicht auszudenken, wo ich bereits sein könnte, wenn ich ihn selbst getrunken hätte. Die Zeit bog indessen hinterm Rathaus in die Nachlaufstraße ein, und ich musste noch einen Zahn zulegen, wenn ich sie im Gewusel der Leute nicht verlieren wollte. Ich schwitzte und schnaufte. Sie lief nur noch schneller. Unmöglich, schon fast acht, dachte ich, als ich ihr in die Rettungsgasse folgte, zwei, drei Schritte, und zusammenbrach. Da drehte sie sich nach mir um. Die Zeit im Businesskleid mit rotem Tuch, kam auf mich zu, fühlte meinen Puls, zückte ihr Handy, drückte den Notruf und verschwand, sobald man mich in den Sanitätswagen gehoben hatte und mit Blaulicht über den Ausweg zum Klinikum Dolcefarniente fuhr.



März 2019

 
 

Kommentare zu diesem Text


Sätzer
Kommentar von Sätzer (16.03.2019)
Die Zeit jagt einem atemlos davon. Ein sehr ungewöhnlicher Text in so einer Art Zeitrafferstil. Spannend geschrieben.
LG Sä
diesen Kommentar melden
monalisa meinte dazu am 16.03.2019:
Danke, Sätzer, der Text ist ein Experiment, ich bemühe Prosa ja sehr selten, aus Angst sie zu sehr zu strapazieren
Umso wichter sind mir Rückmeldungen!

Liebe Grüße
mona
diese Antwort melden
EkkehartMittelberg
Kommentar von EkkehartMittelberg (16.03.2019)
Hallo Mona,
dein Text hat es in sich. Bei oberflächlicher Betrachtung läuft jemand zu hastig der Zeit hinterher und übernimmt sich dabei. Die Zeit mit ihrem roten Tuch und den Highheels ist sexy, ganz anders ihr Verfolger, ein pummeliger braver Bürokrat, der sich Sorgen macht, nicht rechtzeitig zur Arbeit zu kommen. Der untrainierte Verfolger der temporeichen Zeit bricht schließlich zusammen. Dann passiert das Überraschende: Die Zeit im Businesskleid, ein Kind des Business also, ist nicht herzlos, aber tut nur das unbedingt Nötige für den Kollabierten, nämlich den Notruf zu verständigen und gerade so lange zu warten, bis der Kollabierte ins Klinikum Dolcefarniente gefahren wird. Die Erzählerin deutet an, dass dieses ein Ausweg sei.
Der rätselhafte Text bietet jetzt Raum für unterschiedliche Deutungen. Meine ist, dass die Zeit zwar dem Business verfallen, aber noch nicht total pervertiert ist, denn sie hat einerseits keine Zeit, den Zusammengebrochenen ins Klinikum zu begleiten, aber sie leitet andererseits seine Rettung zu einem sinnvollen Ziel ein: dem Klinikum Dolcefarniente. Die Zeit ist also ambivalent: Man sollte ihr nicht hinterherjagen, aber ihr helfen, das Businesskleid auszuziehen.
Der Text gefällt mir sehr, Mona. Du solltest öfter Kurzprosa schreiben.
Herzliche Grüße
Ekki
diesen Kommentar melden
monalisa antwortete darauf am 18.03.2019:
Hallo Ekki,
es freut mich sehr, wie du diesen ganzen RUN um die Zeit und sie selbst interpretiert hast. Nein, herzlos ist sie wohl nicht, obwohl mit ihr zusammenzuarbeiten nicht immer gar leicht ist; Projektionsfläch für das, was wir in ihre sehen (wollen), auch nur bedingt. Sie scheint ihren eigenen Kopf, ihr eigenes Tempo zu haben, manchmal ganz konträr zu unseren Vorstellungen, unserem Tempo.
Ich danke dir ganz herzlich für deine ermutigenden Worte zu meinen Prosaversuchen. Das baut natürlich ungemein auf!

Liebe Grüße
mona

Antwort geändert am 18.03.2019 um 08:18 Uhr
diese Antwort melden
GastIltis
Kommentar von GastIltis (16.03.2019)
Hallo mona, dein Text ist abgefahren und dir geht es gut. Das ist wesentlich. Im süßen Nichtstun gelandet, nicht glücklich, zumindest mit dem Text höchst zufrieden. Ein Text nicht zum Miterleben, zum Lesen! LG von Gil.
diesen Kommentar melden
monalisa schrieb daraufhin am 18.03.2019:
Hallo Gil, danke für deine Worte. ich weiß nicht, ob ich sie ganz verstehe. Was bedeutet es, wenn ein Text nicht zum Miterleben sondern zum Lesen ist? Ob ich zufrieden damit bin, kann ich noch nicht sagen, ist so neu für mich.

Liebe Grüße
mona
diese Antwort melden
GastIltis äußerte darauf am 18.03.2019:
Lass es noch einwirken, das Gefühl des Dolcefarniente. Das Lesen des Textes war es wert. Gruß Gil.
diese Antwort melden
Kommentar von Trainee (71) (16.03.2019)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
diesen Kommentar melden
monalisa ergänzte dazu am 18.03.2019:
Hallo Trainee
vielleicht eine heimliche Hoffnung von mir mit BLAUlicht ins Dolcefarniente eingeliefert zu werden . Aber lange würde ich es dort wohl nicht aushalten. Ein kleiner Bummel, Hand in Hand mit meiner Zeit, durch die Denknischen im Hinterstübchen, ein wenig Kramen auf dem Dachboden der Erinnerungen, eine Wanderung durch die Weinberge ... das wär schon was

Vielen Dank für deine aufbauenden Worte,
liebe Grüße
mona
diese Antwort melden

monalisa
Zur Autorenseite
Zum Steckbrief
Zum Aktivitäts-Index
Veröffentlicht am 16.03.2019, 1 mal überarbeitet (letzte Änderung am 18.03.2019). Textlänge: 283 Wörter; dieser Text wurde bereits 170 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 28.10.2019.
Lieblingstext von:
EkkehartMittelberg.
Was meinst Du?
Diesen Text kommentieren
Mehr über monalisa
Mehr von monalisa
Mail an monalisa
Blättern:
voriger Text
nächster Text
zufällig...
Weitere 5 neue Kurzprosatexte von monalisa:
Jubeljahr Blickdicht Wunderblüten Von Wildkatze zu Toneule Zufälle und andere Merkwürdigkeiten
Dieser Text ist höchstwahrscheinlich urheberrechtlich geschützt. mehr Infos dazu
diesen Text melden
© 2002-2019 keinVerlag.de   Impressum   Nutzungsbedingungen 
KV ist kein Verlag. Kapiert?
© 2002-2019 keinVerlag.de