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Es war endgültig aus

Erzählung zum Thema Leben


von Borek

Es war aus, endgültig aus !

Eine Portion Katzenjammer blieb zurück. Von 4 Jahren Gemeinsamkeit hatten wir
uns in den letzten beiden Jahren mehr gestritten als geliebt, getrennt und es wieder
miteinander versucht.
Das AUS war nun endgültig.

Endlich hatte ich wieder Platz in meinem Bad.
Der Rasierapparat, die sonst in allen Ecken verstreuten Krawatten im Bad, war verschwunden.
Mein Kleiderschrank zeigte ein großes Loch, verführerisch  dies  schnell mit neuen
modischen Spielereien zu füllen.

Ich genoss meine Freiheit: keine nörgelnde Stimme, "bist du noch nicht fertig, hast du
dieses oder jenes noch nicht getan. Ziehe dich nicht so aufreizend an, du brauchst nicht auf Männerfang zu gehen, du hast ja mich!"
Aber nach jeder attraktiven Frau den Kopf verdrehen -- diese Männer!
Endlich ungestörte Klassik hören, nackt mich unbeobachtet bewegen, meinen eigenen Schwingungen nach-- und hingeben. 

Den letzten Schliff vorm Spiegel mir verpassend, das Blumenkleid und der kleine
Strohhut war der Stimmungsausdruck zu dem strahlenden Sonnenschein.
Mein weißer Golf Capri wartete schon auf mich um nach Rottach-Egern zu fahren.
Ich war neugierig auf meine neu gewonnene Freiheit.

Das Cafe Jedecke ist bekannt für seinen guten Kuchen und seinen parkartigen
Garten.
Mein Eintritt blieb nicht unbeobachtet. Viele Blicke folgten mir, als ob sie alle fragen
wollten? :und wo bleibt der Mann, der zu dieser attraktiven Frau gehört?

So gelangte ich zu meinem Platz und schon nach ganz kurzer Zeit beteiligte ich mich auch an dem Gästespiel: jeder beobachtet jeden, es sei denn, er ist nicht in ein spannendes Gespräch verwickelt.
So langsam wurde ich unruhig. Alles, ältere Ehepaare, ältere Solo - Damen und Solo-Herren, ich war die einzige Vertreterin meiner Generation.

Meine Gedanken versuchte ich in andere Bahnen zu lenken und immer wieder suchten meine Blicke nach einem attraktiven jungen Mann.
"Karin" sagte ich zu mir, du bist jetzt endlich allein, also schaue nicht so hungrig durch die Gegend."


Eine Stunde ältere Generation reichte mir, trotz gutem Kuchen und urlaubsmäßigen
Wetter. Leicht nervös verließ ich das Cafe. Zum Bachmeier gehst du jetzt, da ist bestimmt mehr Jugend.
Die bremsen quietschten, ich sprang instinktiv zurück, ein weißer Golf hielt abrupt,
zwei erschrockene Augen schauten mich an.
"Entschuldigen Sie, ist Ihnen etwas passiert? Ich Esel war ganz in Gedanken und bin viel zu schnell in die Einfahrt gefahren!"

"Nein, nein mir ist nichts passiert, ich bin selbst nicht mit den Gedanken dabei gewesen, es ist ja alles gut gegangen."
"Sind Sie immer so höflich und verzeihend?" fragte mich eine warme Stimme  in der
etwas Bestimmtes lag.
Er sah blendend aus!

"Es kommt auf die Umstände an", sagte ich "und manchmal ist man eben mit seinen fünf Sinnen nicht richtig dabei und so scheint es uns Beiden heute ergangen zu sein."
"Darf ich Sie zum Kaffee einladen?" Ein gewinnendes Lächeln blickte mich an.
"Ich komme gerade vom Kaffee und will zum Bachmeier, hier ist nicht viel los."
"Nanu", sagt er, "ich komme gerade vom Bachmeier und da ist auch nichts  los,
deshalb bin ich hier her gefahren."
Karins Stimme sagte ganz von selbst: "Ja dann kann ich mir den Weg sparen, gut
trinken wir eine Tasse Kaffee."

Die älteren Damen und Herren waren beruhigt als ich in Begleitung wieder zurückkam. Der Gemahl hatte sich anscheinend nur verspätet, dachten sie und so war ich auf einmal wieder ein ganz normaler Fall.

Heinz hatte sich von Angelika getrennt und hatte seinen Katzenjammer, dies ergab sich so im Gespräch beim Kaffee.
Es ergab sich auch so im Cafe, dass wir in das Übersee zum Abendessen gingen.
Es ergab sich auch, dass nun seine Krawatten bei mir im Bad liegen-- und es stört
mich überhaupt nicht.

Ironie des Schicksals, die von uns beiden gewünschte Freiheit dauerte drei Tage und
wir fühlen uns heute in unserer Ehe freier denn je.

Ist unsere Liebe nun Zufall oder Vorbestimmung??.

HL 96

Anmerkung von Borek:

es gibt eigenartige Wege im Leben


 
 

Kommentare zu diesem Text


Kommentar von Trainee (71) (18.03.2019)
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Borek meinte dazu am 18.03.2019:
Danke Trainee fürs lesen
Ach die Geschichte habe ich glaube 1990 geschrieben
als in Rottach Eger noch oft das Cafe Jedecke lockte und auch
die Krawatten keinen geordneten Platz hatten.
Es war eine herrliche Zeit und gern denke ich daran zurück
liebe Grüße Borek
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