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Kapitel 13 - BedingungenInhaltsverzeichnisKapitel 15 - Aussichten

Kapitel 14 - Risiko

Roman zum Thema Abenteuer


von Broom87

„The Mole“

Hans Zimmer

14

Risiko

Robert war gerade dabei seine alten Sachen heraus zu suchen, als Jule mit einer Zahnbürste im Mund das Schlafzimmer betrat. Skeptisch sah sie sich an, was er tat, bis sie dem Drang nicht mehr widerstehen konnte und ihn fragte, was er da gerade trieb.
„Ich ziehe mich an. Du warst so schnell im Bad verschwunden, da dachte ich mir, dass ich mich auch gleich fertig machen kann. Schlimm?“
„Nein, aber ich verstehe nicht, weshalb du die stinkenden Klamotten von dieser Nacht wieder vor kramst. Ich dachte, die hättest du weggeschmissen.“
„Ich will dem Typen ein Gefühl von Sicherheit geben. Er soll ruhig glauben, dass wir mit dem Rücken an der Wand stehen. Was würdest du denken, wenn ich dir so gegenüber treten würde?“
„Dass du ein Mann bist, der sein Selbstwertgefühl verloren hat?“ Jule schien nicht ganz zu verstehen, was er von ihr erwartete.
„Nein im Ernst. Versetz dich in seine Situation. Was denkst du über mich?“
„Dass du seit diesem Abend keine Klamotten gekauft hast.“
„Ja weiter.“ Robert merkte wie ihr ein Licht aufging. Und mit dem Mund voller Schaum, sah sie nicht gerade aus wie die toughe Frau, zu der sie sich in der Zeit entwickelt hatte.
„Du hast kein Geld, somit scheinbar auch keine feste Bleibe. Du bist verzweifelt und willst das alles hinter dir lassen. Du bist auf einen Deal angewiesen, weil du mit dem Rücken an der Wand stehst.“
„So ist es. Soll er ruhig glauben, wir sind am Arsch. Wenn er sich in Sicherheit wiegt, macht er hoffentlich Fehler.“
„Meinst du wir schaffen das?“ Jetzt sah sie ihn an mit ihren großen blauen Augen und er musste dagegen ankämpfen, sich nicht wieder in ihnen zu verlieren. Heute kam es darauf an, dass er einen kühlen Kopf bewahrte. Wenn er das hier irgendwie überstehen wollte, musste er seinen Kopf anschalten und seinem Herzen mal eine Pause gönnen.
„Das werden wir. Komm runter wenn du fertig bist. Wir gehen dann alles nochmal durch.
„Das haben wir doch schon mindestens fünf mal“
„Keine Widerrede junge Dame. Du weißt, was auf dem Spiel steht.“ Damit gab er ihr einen Kuss auf die Wange und ging nach unten. Hinter sich hörte er nur ein leises „Du stinkst“.

Schulz konnte nicht fassen, dass sich dieser Wichser wirklich bei ihm gemeldet hat. Er hatte wirklich Eier und dumm war er auch nicht. Grund genug, selbst ein paar Maßnahmen zu ergreifen. Das Schlimmste was er in der jetzigen Situation tun konnte, war diese Made zu unterschätzen. Also beriet er sich mit Harley und zog ein paar ihrer Männer dazu. Schlimm genug, dass er diesen Weg gehen musste. In seiner gesamten Laufbahn war er noch nie vor solche Schwierigkeiten gestellt worden. Seit fast neun Jahren war er nun in diesem Geschäft und alles verlief problemlos. Auftrag annehmen, Ziel ausschalten, Geld einsacken. Dabei musste er nie mehr als fünf Sätze mit seinen Auftraggebern wechseln.
Harley hatte er nun seit mehreren Wochen an der Backe und mit jedem weiteren Tag stieg der Drang in ihm, ihr einfach den Hals umzudrehen und den Fall damit abzuschließen. Er merkte wie sie immer nervöser wurde und befürchtete, dass sie irgendwann einfach durchdrehte. Sie war eine Frau. Da war die Hysterie in stressigen Zeiten nie weit entfernt. Deswegen waren die großen Figuren in der Weltgeschichte auch größtenteils Männer. Und die wenigen Frauen, die sich einen Namen machen konnten, waren garantiert Leckschwestern. Anders konnte er sich das nicht erklären. Er behauptete nicht von sich altmodisch zu sein, aber was dieses Thema anging, war dieses Geschlecht einfach nicht für Führungsrollen ausgelegt. Man konnte keine Probleme lösen indem man wie eine Furie los kreischte und überstürzt handelte. Ein Kühler Kopf und vor allem ein Plan waren das A und O. Das einzige was Frauen kannten, war das AHOH von den Teletubbies, wenn sie die Kleinen vor der Glotze parkten.
Alles was ihn noch bei der Stange hielt, war sein Ehrgeiz und den hatte dieser Bastard geweckt. Das hier war keine Routine mehr. Es war eine Herausforderung, auch wenn er sich sicher war, am Ende kurzen Prozess mit ihm zu machen. Was mit dem Weibsstück passierte, war ihm völlig egal. Wenn sie den Stick hatte, würde er auch sie umlegen. Ansonsten war sie Harleys Problem. Er wollte lediglich die Daten für sein Geld und den Kopf von diesem Bullen für sein Ego. Also packte er seine Sachen und stieg in seinen Wagen.

Die Stimmung im Wagen war angespannt. In etwa 90 Minuten würde Robert ihm gegen über sitzen und Jule konnte nur zusehen. Alles was sie hatte, war ein Knopf im Ohr und ein Fernglas um die Gegend zu überwachen. Mit Sicherheit würden dort irgendwo seine Leute genau das selbe tun und das Gespräch von weitem verfolgen. Die ganze Aktion war sehr riskant, aber auch der einzige Weg, der ihnen noch blieb. Zumindest der einzige der ihnen einfiel. Jule versuchte Robert zu vertrauen und darauf zu hoffen, dass er wusste, was er tat. Auch wenn ihr Bewusst war, dass er nicht mehr war, als ein gewöhnlicher LKA Beamter und kein James Bond. Auch für ihn war das alles Neuland.
Mit der Zeit hatte sie gelernt ihn zu lesen und auch wenn er sich sichtlich Mühe gab, den Coolen und Abgeklärten zu spielen, wusste sie, dass es insgeheim in ihm brodelte. Nachts lag er lange wach und lief in dem Haus herum. Ihn darauf angesprochen hatte sie ihn nie. Was sollte das auch bringen? Es nützte beiden herzlich wenig, wenn sie sich auch noch gegenseitig verunsicherten.
So fuhren sie schweigend die Landstraße entlang. Den Plan waren sie nochmal durch gegangen, danach gab es für beide nichts mehr zu sagen. Die Zeit des gegenseitig Mut machens war vorüber. Jetzt gab es kein zurück mehr.
Nach circa einer Stunde hatten sie ihr Ziel erreicht. Robert hielt direkt vor einem Hotel im Herzen Berlins. Bevor Jule die Tür öffnete sah sie ihn noch einmal an. In ihrem Blick war klar zu erkennen, dass sie eigentlich nur auf ein Zeichen wartete. Nur ein kurzer Satz von ihm, dass sie dass hier sein ließen und einfach davon fuhren. Stattdessen legte er seine Hand auf Ihre Wange und gab ihr einen Kuss. Dann zog Jule ihr Basecap zurecht und stieg aus. Nachdem sie im Hotel verschwunden war, startete er den Wagen und bog zwei Querstraßen weiter rechts ab. Nachdem er einen Parkplatz gefunden hatte, lief er zurück zum Hotel und überquerte die Straße davor.
Das Cafe was er sich ausgesucht hatte, war jeden Tag gut besucht. Es wimmelte hier nur so von Leuten. Dieser Wahnsinnige sollte also keine krummen Dinger versuchen. Zumal es ihm nichts bringen würde ihn  umzulegen, solange er den Stick nicht hatte. Daher suchte sich Robert draußen einen freien Tisch und bestellte einen Latte Machhiato. Er war 30 Minuten zu früh, aber Jule brauchte die Zeit um gegenüber in einem Zimmer einzuchecken und ihre Position am Fenster einzunehmen. Sie war seine Lebensversicherung und vor allem dafür zuständig, ihn mit Infos zu versorgen, sollte sie etwas feststellen, was nicht im Drehbuch stand.
Als der Latte bereits beinahe kalt war, sah er ihn endlich kommen. Natürlich wieder im Kapuzen-Hoody  und einer lockeren Jeans. Diesmal prangte das Logo von P.O.D auf blauer Baumwolle. Ohne ein Wort zu sagen, setzte er sich vor ihn an den Tisch und grinste ihn nur hämisch an.
„Hört die überhaupt noch jemand? Ausserdem kann ich mir kaum vorstellen, dass du irgendwas mit christlichen Werten am Hut hast.“ Robert beugte sich vor und versuchte einen provokanten Eindruck zu machen. Er hatte nicht vor, die komplette Mitleidsnummer zu machen. Das würde ihm auch keiner abkaufen.
„Christliche Werte. Du bist witzig. Ich denke nicht, dass ich dir erklären muss, was Christen so alles getan haben, um ihre Ideale in der Welt zu verbreiten. Wir tun eben alle, was nötig ist. Findest du nicht auch?“
„Da magst du recht haben, aber ich sehe in deinem Gewerbe irgendwie keine Ideale, die du verbreiten könntest. Oder willst du mir jetzt erzählen, du verfolgst ein höheres Ziel, in dem du Leute umlegst?“
„Erwischt.“ Schulz hob beschwichtigend die Hände in die Luft und grinste Robert an. Es gab hier niemanden, der am längeren Hebel saß. Das wussten beide. Lediglich der Weg ans Ziel unterschied sie und Robert war das vollkommen bewusst. Dieser Kerl würde vor nichts zurück schrecken. Wo andere einen moralischen Kompass hatten, besaß dieser Psycho nur ein gähnendes Loch.
Nachdem er offensichtlich genug gegrinst hatte, schlug seine Mine plötzlich um und er war wieder der entspannte Typ, der noch vor drei Minuten lässig die Straße auf das Cafe zu lief. Ein Jedermann.
„Also gut. Was willst du? Ich kann mir kaum vorstellen, dass du dich hier mit mir über Musik unterhalten wolltest. Also schieß los.“
„Wie ihr wisst, habe ich den Stick. Und das Mädchen habe ich auch. Eins davon könnt ihr haben, wenn ihr im Gegenzug macht, dass ihr Land gewinnt. Ich habe selbstverständlich eine Kopie gemacht. Sollte dem Mädchen oder mir irgendwas passieren, bekommen eine Menge Menschen diese Daten zu Gesicht. Dafür habe ich gesorgt. Ihr könnt das Original haben. Als Zeichen meines guten Willens. Ich habe kein Interesse daran, einen Haufen Irrer an meinen Fersen zu haben. Wenn ihr also den Ball flach haltet, werde ich das selbe tun.“
„Ich soll also einem Bullen die Buchhaltung über ein Milliarden Drogenimperium überlassen und hoffen, dass er dicht hält. Sei ehrlich. Macht das aus meiner Perspektive Sinn?“
„Das ist mir eigentlich völlig egal. Ich kann die Daten auch gerne bei Facebook rein stellen und wir sehen dann mal, wer als erster eine Kugel zwischen die Augen bekommt. Ich denke nicht, dass die deutschen Behörden dann Harleys größtes Problem werden. Bei den Namen die da drin stehen, kann sie froh sein, wenn nur die halbe Unterwelt nach ihr sucht.“
„Ok, ich habs verstanden. Du hast deine Hausaufgaben gemacht. Wir wissen aber beide, dass sie eure Köpfe will. Meinst du, sie hat den weiten Weg hier her gemacht um Geschäfte mit dir zu machen? Aber das ist mir auch ehrlich gesagt vollkommen egal. Ich bin nur der Mensch, der den Dreck weg räumt. Mit allem anderen habe ich nichts zu tun.“
Robert lehnte sich nun entspannter in seinen Stuhl und verschränkte die Arme. Er hatte was er wollte. Nun ging es darum Zeit zu schinden.
„Ich möchte ein Treffen mit ihr. Wenn du sowieso nichts zu sagen hast, frage ich mich, warum ich überhaupt mit dir rede.“
„Und ich dachte, du wärst erfreut mich mal zu sehen, ohne durch die Luft geworfen zu werden. Was Harley angeht, kann ich ihr das natürlich ausrichten. Ich garantiere allerdings für nichts. Ich kann mir sogar gut vorstellen, dass ihr bald der Kragen platzt und sie einfach Kleinholz aus dieser Stadt macht. Die Kleine ist loco, wenn du verstehst.“ Schulz machte den Scheibenwischer und musste wieder lachen. Wer hier wirklich loco war, stand für Robert außer Frage.
„Na dann kann ich mich ja glücklich schätzen, wenn ich die Prinzessin endlich mal kennen gelernt habe. Bist du also so gütig und würdest das klar machen?“
„Selbstverständlich kann ich das. Und apropos Prinzessin. Wo hast du denn deine bessere Hälfte gelassen? Du legst dich ja ziemlich ins Zeug für die Braut. Aber Geschmack hast du, das muss ich dir lassen. Da könnte ich wahrscheinlich auch nicht widerstehen. In ihrer Wohnung habe ich mich kurz gefragt, ob ich sie vielleicht nicht gleich umlege und ihr lieber die Zunge in den Hals stecke. Aber man ist ja Profi, stimmts?“

Jule stand im dritten Stock am Fenster einer kleinen Suite. In der Hand hatte sie ein Fernglas und beobachtete das Gespräch, sowie die Umgebung. Bei der Anzahl an Leuten auf der Straße, konnte sie keinen mit Sicherheit identifizieren, der zu diesem Typen gehörte. Natürlich hatte Sie auch mitbekommen, von welcher Richtung er kam. Die Straße war von dort oben sehr gut einsehbar und viele Querstraßen gab es auch nicht. Jetzt wartete sie nur noch auf das Zeichen.
„Ich kann niemanden erkennen. Es kann losgehen.“ Jule sprach in ihr Headset und hoffte, dass Robert nicht zu sehr in das Gespräch vertieft war und sie gehört hatte. Sie konnte einfach nicht glauben, dass so ein kleiner Knopf im Ohr dazu in Lager war, einen Ton von sich zu geben.
Nach etwas zwei weiteren Minuten sah sie endlich worauf sie gewartet hatte. Robert kreuzte die Beine unter dem Tisch. Jetzt musste alles schnell gehen. Sofort packte sie das Fernglas in ihren Rucksack und rannte nach draussen. Unten angekommen zog sie ihre Mütze tief ins Gesicht und ging in die Richtung aus der Schulz gekommen war. Sie hoffte, dass sie in einer der ersten Querstraßen fündig werden würde. Sie lief in die erste und hielt Ausschau. Schnell lief sie die Straße entlang und erreichte ergebnislos deren Ende. Also bog sie zwei mal rechts ab und lief nun auf der nächsten Querstraße zurück in Richtung Hotel. Auf der halben Strecke entdeckte sie etwas. Silberner CLA. Nicht zu protzig, keine Rostlaube. Allerweltswagen. Robert hatte an dem Tag das Nummernschild nicht deutlich erkennen können, war sich jedoch sicher, dass es mit B-SE anfing. Jule verstand dass das selbst in diesem Moment, leicht zu merken war. Sie ging auf den Wagen zu und warf einen Blick auf das Nummernschild. Bingo. Ein kurzer Blick in den Wagen, jedoch nichts auffälliges. Dann sah sie ein paar CDs in der Mittelkonsole liegen. Limp Bizkit – „Chocolate starfish and the hot dog flavoured water“ lag ganz oben auf dem Stapel. Das musste er sein. Ohne zu zögern griff sie in ihre Hosentasche und holte einen kleinen schwarzen Gegenstand aus ihrem Rucksack. Diesen legte sie sich in die rechte Hand und drehte um. Als sie am hinteren Radkasten vorbei lief, griff sie beherzt darunter und heftete den magnetischen Peilsender ans Auto.
„Erledigt. Ich hab ihn. Ich gehe zurück zum Hotel.“

„Wie läuft das eigentlich in dem Gewerbe. Frauen und Kinder sind euch ja scheinbar genauso scheiß egal wie alle anderen.“ Robert versuchte noch immer das Gespräch zu strecken und musste erleichtert auf atmen, als die Meldung von Jule in seinem Ohr ertönte.
„Ich gebe zu, dass es nicht gerade die tollsten Aspekte in meinem Beruf sind, aber dafür ist der Rest umso spaßiger.“ Wieder dieses hämische Grinsen, in das Robert am liebsten seine Faust gedrückt hätte.
Dieser Kerl war der eigentliche Ursprung allen Übels. Wenn er ihn ausschalten konnte, war Robert sich sicher, auch mit Harley fertig werden zu können. Diese hatte zwar keine Skrupel, ließ die Drecksarbeit aber andere machen und sie hatte sich den denkbar Schlimmsten von allen ausgesucht. Es würde wohl erst enden, wenn er ihm eine Kugel in den Kopf gejagt hatte. Er konnte sich nicht vorstellen, dass man diesen Mann hinter Gitter bringen konnte. Dafür war er zu gerissen und vor allem zu Stolz. Aus jeder Pore triefte die Selbstsicherheit und er würde sich lieber selbst den Gandenschuss geben, als mit gesenktem Haupt eine Zelle zu betreten und den Rest seines Lebens innerhalb von zehn Quadratmeter Stahlbeton verbringen.
„Sind wir jetzt fertig? Du weißt wie du mich erreichen kannst. Es wäre allerdings nett, wenn wir das schnell über die Bühne bringen könnten.“ Robert wollte weg hier. Der Job war erledigt. Jetzt galt es die Ernte einzuholen.
„Ich melde mich bei dir. Bis dahin rate ich dir zu einem neuen Aftershafe. Deins scheint abgelaufen zu sein.“
Mit diesem Satz stand Schulz auf und warf Robert ein Zwei-Eurostück zu. Der war wohl für seinen Latte Macchiato. Mit einer lässigen Drehung verschwand Schulz in die Richtung aus der er kam und verschwamm mit der Masse.
Robert blieb noch einige Minuten sitzen bis er bezahlte. Dann erhob auch er sich und lief in Richtung seines Autos. In seinem Ohr ertönte kurz darauf Jules Stimme.
„Dir folgt jemand. Roter Pulli. Südländer. Etwa zehn Meter hinter dir. Ich denke der gehört zu ihm und soll raus finden, wohin du unterwegs bist.“
Robert lief weiter. Er hatte nichts zu befürchten. Schließlich wollten sie wissen, wohin er wollte. Also konnte er entspannt weiter laufen und sich einen Plan überlegen. Dass er ihn los werden musste, stand außer Frage. Also lief er um die nächste Ecke und machte sich bereit seinen Gegner zu überraschen. Ein gezielter Schlag an die Schläfe sollte ihn z7umindest so weit ausknocken, dass Robert Jule am Hotel abholen konnte, ohne weiter belästigt zu werden.
Er wartete. Zählte die Sekunden herunter, die der Kerl brauchen würde um an der Ecke anzukommen. Auf einmal hörte ein er dumpfes „Uff“ und dann einen Mann der scheinbar starke Schmerzen hatte. Er kannte diese Art von Winseln. Das konnte nur eines bedeuten. Kurz darauf hörte er auch Jules Stimme laut und deutlich fluchen.
„Was glaubst du, wer du bist, du Arschloch. Mir einfach an die Brust zu fassen. Bin ich für dich nur ein Stück Vieh oder was? Ihr denkt auch, ihr könnt euch alles erlauben oder?“
Robert ging um die Ecke und sah schon mehrere Leute, die sich um das Szenario sammelten und gafften. Der wäre also ausgeschaltet. Jetzt mussten sie nur noch von der Bildfläche verschwinden. Schnell lief er zu Jule und nahm sie an der Hand. Diese stand immer noch vor dem am Boden liegenden Typen und trat ihm nochmal in die Rippen.
„Schatz, ist dir was passiert? Hat der Kerl dich angefasst? Wie ich sehe, hat sich der Selbstverteidigungskurs ja gelohnt.“
Von links kam ein älterer Herr und fragte, ob er die Polizei rufen solle.
„Nein, nicht nötig. Ich denke der junge Mann hat seine Lektion gelernt.“
Er legte seinen Arm um sie und schob sie um die Ecke zu ihrem Wagen.

Sie fuhren zwanzig Minuten stadtauswärts. Jule hatte das GPS-Gerät in der Hand und gab Robert die Richtung vor. Sie landeten bald in einer Reihenhaussiedlung. Mit Tempo 30 näherten sie sich dem Ziel und mit jedem Meter stieg der Puls von beiden. Keiner wusste, was sie jetzt erwarten würden und vor allem, wie sie darauf reagieren sollten. Offensichtlich hatte Schulz hier irgendwo geparkt. Vor einem großen Einfamilienhaus blieben sie stehen. Der Wagen von dem Kerl stand in der Auffahrt. Es gab also keinen Zweifel. Er war in diesem Haus. Robert war gerade dabei sein Handy zu zücken, als Jule die Hände vors Gesicht schlug. Aus der Eingangstür kam Schulz gelaufen. An der Hand hatte er einen etwa 5-jährigen Jungen. Zusammen betraten sie den Rasen vor dem Haus und fingen an mit einem kleinen Gummiball Fußball zu spielen. Jule und Robert starrten fassungslos auf dieses Szenario. Sie konnten nicht fassen, was sie da sahen. Kurze Zeit später wurde die Tür von einer Frau geöffnet, die den beiden Spielenden aus dem Türrahmen heraus, etwas zurief. Robert hörte so etwas wie Minuten und Mittagessen.

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Veröffentlicht am 01.04.2019, 1 mal überarbeitet (letzte Änderung am 01.04.2019). Textlänge: 3.097 Wörter; dieser Text wurde bereits 51 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 07.10.2019.
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