Login für registrierte Nutzer
Benutzer: Passwort:

Noch nicht bei KV registriert?
Jetzt registrieren!
KV ist kostenlos und werbefrei!

Neu bei uns:
SapaKangi (22.11.), Sandfrau (18.11.), Loewenpflug (14.11.), Tigerin (12.11.), Seifenblase (12.11.), Marty (05.11.), Slivovic (22.10.), C.A.Baer (19.10.), Swiftie (15.10.), georgtruk (12.10.), Amadeus (11.10.), Rege-Linde (07.10.)...
Übersicht aller neuen Autoren und Leser
Wen suchst Du?

(mindestens drei Buchstaben)

Zur Zeit online:
KeinVerlag.de ist die Heimat von 669 Autoren* und 81 Lesern*. Was es sonst noch an Neuem gibt, steht hier.

(*Im Gegensatz zu allen anderen Literaturforen zählen wir nur die aktiven Mitglieder, da wir uns als Community verstehen und nicht als Archiv toter Texte. Würden wir alle Nutzer zählen, die sich seit Gründung hier angemeldet haben, und nur die abziehen, die sich selbst wieder abgemeldet haben oder rausgeworfen wurden, kämen wir auf 14.910 Mitglieder und 431.065 Texte. Musste auch mal gesagt werden.)

Genre des Tages, 22.11.2019:
Lebensweisheit
Ziemlich neu:  Zitate, die nur icke brauch von LottaManguetti (21.11.19)
Recht lang:  Versetzt nach Klasse Drei von tastifix (1456 Worte)
Wenig kommentiert:  Mystische Sentenzen von Kleist (noch gar keine Kommentare)
Selten gelesen:  Ich und Du von Teichhüpfer (nur 46 Aufrufe)
alle Lebensweisheiten
Lest doch mal ...einen Zufallstext!
Unser Buchtipp:

Fesseln der Lust
von Ana Riba
Projekte

keineRezension.de
KV woanders

keinVerlag.de auf Facebook
Eine Meinung: "Ich bin bei keinVerlag.de willkommen, weil ich meine Werke mit anderen teilen wollte" (Caryptoroth)

Die Waldheit hinter der Lichtung oder zur Anwendung des Verbes »schenken«

Dokumentarstück


von Fisch

.


Rot war ihr Käppchen,
und ihr Leben kurz.
Sie gab sich hin.
Und heute?

Heute nutzen wir Wörter
wie 'hänseln'
in semantischer Ferne,
entrückt ihrer etymologischen
Bedeutung, gehen
in Discounter,
lieben unsere Kinder,
parken unsere Autos,
stellen am Ende des Jahres
Bäume in unsere Stuben auf
gusseiserne Füße.

Rot war ihr Käppchen,
indes hauste ihre
Großmutter am anderen Ende
des Großen Waldes,
Rehe huschten,
Dachse querten,
Eichhörnchen wechselten
das Gebäum und so weiter.
Alles gut
zum Nichtgestorbensein und Heutenochleben,
mochte man
wohl meinen.

Rot, ihr Käppchen …
schenkst Du nochmal ein?
… ja, die halben Wahr-
heiten, wer ertrüge sie bar
dieses oder jenes Schankguts?
Dass Hänsel nämlich 'eines Tages'
einmal war,
und jener im Wald begegnete und,
genau,
so weiter. Und dass die
Rotbekappte ihre Großmutter
zwar in Ehren hielt,
aber die Ehren auch
nicht höher als die Wipfel
ringsumher.

Bis zu drei Flaschen des lieblichen Weins,
ulkten Has und Igel, auf
ihrem durch Farn und Wedel
sichtbeschützten Beobachtungsposten,
packte zuweilen das bald wankende Rothäubchen
ins Körbchen zum mürben
Apfelkuchen. Eine soff es
bei den dunklen Tannen,
die andere mit Hänseln, von dem es sich

schonungslos
aufs weichgefellte Moos
zu plätten pflegen ließ,

gar so,

wie ihr der Mond dazu stand,
- wir sprachen es an -
bis dann es endlich
mit noch glasig-leuchtendem
Frischgefickt-Blick bei Großmuttern
aufschlug und bald
schon »Adieu« lallte, nicht ohne
mit der Alten die letzte
Flasche
geköpft zu haben -
denn:

Rot
war ihr Käppchen,
rot der schwere Wein an ihren Lippen

wie Blut

und ihr Leben -
kurz.

Und Wolfen?
Wolfen sammelte die Flaschen, gab sie hin
und kaufte sich vom Pfande ein Paar Brüder.



.

 
 

Kommentare zu diesem Text


LottaManguetti
Kommentar von LottaManguetti (12.04.2019)
Und wer heiratet nun das Rotbekappte? Oder soll es sein Leben lang hart arbeiten?!

:p

Lotti
diesen Kommentar melden
Fisch meinte dazu am 16.04.2019:
Morgjen La Lotta,
ob und wie bzw. ungekocht weshalb die stets schnell formulierte Frage ehebündlicher Konsequenzen hier zwischenzeilenimmanent ist, obliegt ganz der objektivitätsfernen Betrachtungsnatur des Rezipienten.
Im Taumel frischen Laubs,
Ihr
F.
diese Antwort melden
TassoTuwas
Kommentar von TassoTuwas (13.04.2019)
Hallo Fisch,
gut recherchiert,.
Wurde auch Zeit, dass die schonungslose Wahrheit auf den Tisch kommt
LG TT
diesen Kommentar melden
Fisch antwortete darauf am 16.04.2019:
So ist's, Herr T und nochmals T,
in der Schonung birgt sich die Lüge.
Und die Kettensägen singen das Lied der Wahrheit..
F.
diese Antwort melden
Sin
Kommentar von Sin (17.04.2019)
Mr. Fisch, ich muss leider zugeben, dass mir ihre Märchen-Adaption ausnehmend gut gefällt. Für "uns Wolfen" reicht es heutzutage also nur noch zum Flaschensammler und Tippelbruder. Waren das noch Zeiten, als beim Namen "Isegrimm" die Kinder- und Erwachsenenherzen vor Schreck erstarrten. Gut, gegessen. Ich warte nunmehr gespannt auf ihre Schneewitwe-Adaption. LG Sin
diesen Kommentar melden
Fisch schrieb daraufhin am 02.05.2019:
Nachdem Sie, Herr Sin, trotz zwischen den Zeilen schwitzender Begeisterung Formulierungen zu bemühen nicht umhin zu kommen glaubten wie "leider zugeben" und ich will sagen: es sträflichst verabsäumten nämlichen Text sternzuberegnen, möchte ich mir die Freiheit nehmen, ja, diese förmlich aus ihrem Kerker ziehen, Ihnen mitteilend, dass mich das hochgebührlich freute, und zwar dennoch.
Aber, wissen Sie, Herr Sin, es ist doch so: die einen sind so und die andren so. Und wieder andere dazwischen.
Wie wir's auch drehen und wenden, anbrennen wirds eh.
Mit Schneewitwen-Amputationsgruß
F.
diese Antwort melden
Sin äußerte darauf am 06.05.2019:
"es sträflichst verabsäumten nämlichen Text sternzuberegnen,"


Von wegen, mein Lieber! Sogar zum Favo habe ich den Text gekürt. Da ich allerdings hin und wieder in einer Auszeit weile, sind diese Sterne für Sie nicht sichtbar, da auch die Sterne dann in einer Auszeit weilen. Sehen Sie jetzt mal aus dem Fenster! Können Sie Sterne sehen? Nee, können Sie nicht, weil ich mal wieder in einer Auszeit weile. So ist das, mein Lieber. Herzlich, Sin
diese Antwort melden
Fisch ergänzte dazu am 10.05.2019:
Nein, ich sehe sie. Mal gucken, ob sie auch zu regnen wissen.
Ist 'Auszeit' eigentlich ein göttlicher oder astrophysikalischer Begriff?
diese Antwort melden
Sin meinte dazu am 10.05.2019:
Sie sehen sie??? Sie trauen also ihren Augen mehr als den meinigen? Gut, jetzt sehe ich sie auch. Da scheint wohl einiges durcheinander geraten zu sein, denn eigentlich wollte ich in einer Auszeit... Hmm! Okay, mal andersherum: Sehen Sie die Luft um sich herum? Sie ist aber trotzdem da, oder? Sehen Sie mich? Ich bin aber trotzdem da oder gerade auch nicht. Sehen Sie die Sterne? Sie könnten aber schon längst nicht mehr da sein, weil das Licht eine Weile braucht bis es... oder? Es steckt ja auch schon im Begriff: Aus-Zeit! Ein rein astrophysikalischer Vorgang. Denken Sie sich also eine gewisse Zeit hinzu, sehen sie in der (gedachten) Zukunft – also in der Gegenwart - möglicherweise auch keine Sterne mehr, was auch der Realität entsprechen würde, wenn ich (demnächst) tatsächlich in einer Auszeit bin. In der Fachsprache von uns Dichtern nennt man so etwas fiktionale Zusammenhänge. Denn etwas fiktional Unzusammenenhängendes ist mir noch nicht begegnet. Ihnen etwa??? Gut, ich schweife ab...
diese Antwort melden
Fisch meinte dazu am 10.05.2019:
Natürlich, Sin, jetzt. Ich verhandelte den Jetztzustand. Das Vertrauen in Ihr Augenlicht steht schon gar nicht zu Rede, wobei ich annehme, Sie sind selektiv blind, um andere Spektren umso intensiver wahrzunehmen.
Sonst läse Sie ja niemand.
Und zwar zu recht.
Was Sie in Ihren astrophisikalischen Auszeiten so unternehmen,
dazu habe ich selbstverständlich meine Hypothesen.
Privatsache.
Ich nehme übrigens auch solche, ohne jedoch sie zu labeln.
Dafür label ich jetzt und hier:
F.
diese Antwort melden
Willibald
Kommentar von Willibald (02.05.2019)
Ein schöner Text, mit "poeta doctus"-Manier hinziseliert, der Wolfenschluss bringt intelligent den Abtönmodus und macht die Abmischung polychrom, nä, polyphon.

Aber halt doch ein wenig bedenklich die Textlogik: Wie alt ist dieses Mädchen mit Plätt- und Saufmodus und baldigem, jungen Ende?

greetse

ww
diesen Kommentar melden
Fisch meinte dazu am 10.05.2019:
Vielen Tack för blomsterna, Willibald.
Die Textlogik ist natürlich eine immer gern beanstandete.
Sonderlich im Märchenreiche.
Greetse zrick
F.
diese Antwort melden
Willibald meinte dazu am 10.05.2019:
Du meinst, man kann auf Textlogik im Märchenreich verzichten, weil da eh alles möglich ist?
Hm, hm, hm.
Greetse an den Fisch
ww
diese Antwort melden

Fisch
Zur Autorenseite
Zum Aktivitäts-Index
Veröffentlicht am 12.04.2019. Textlänge: 268 Wörter; dieser Text wurde bereits 153 mal aufgerufen; der letzte Besucher war jds am 17.11.2019.
Lieblingstext von:
Sin.
Was meinst Du?
Diesen Text kommentieren
Mehr über Fisch
Mehr von Fisch
Mail an Fisch
Blättern:
voriger Text
nächster Text
zufällig...
Dieser Text ist höchstwahrscheinlich urheberrechtlich geschützt. mehr Infos dazu
diesen Text melden
© 2002-2019 keinVerlag.de   Impressum   Nutzungsbedingungen 
KV ist kein Verlag. Kapiert?
© 2002-2019 keinVerlag.de