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Falltüren

Gedankengedicht zum Thema Tod


von Anantya

Fünf Böden hat die Welt,
fünf Türen drin, für jede Zeit
und jede hat sie einen Namen.
Namen, Zeit, Hinfälligkeit.

Ich falle oder falle nicht,
es gibt nichts zu behalten.
Nur hoffe ich, in jedem Fall
den Aufprall zu vermeiden,

bis ganz dennletzt,
dann fall ich ganz
in warme, weiche Wiesen,
durch Tür und Tür
und weiß nicht mehr:
Ich werd sie nie mehr schließen.

 
 

Kommentare zu diesem Text


Kommentar von MichaelBerger (13.04.2019)
Liebe Anantya,
ich habe da so einen kleinen Tick, ich lass mich gern von anderen Texten zu eigenen Ideen inspirieren, worauf ich dann manchmal das teils geklonte, teils von mir selbst gemachte Buchstabenfest als Kommentar manifestiere. Manche Autoren mögen das nicht, sie empfinden dadurch ihr Werk verstümmelt (obwohl es ja nur ein von mir eigenes Gewurstel, oder was weiss ich dann ist). Ich sehe es mehr als Hommage und Dankbarkeit für die Inspiration, will damit das ursprüngliche Werk in keiner Weise etwas ungutes dadurch antun. Mein Verständnis von Literatur ist ein sich ständig gegenseitiges Inspirieren - da fühle ich mich mehr (und glücklicher unter Gleichgesinnten) in einem großen Wir, als alleine, gefangen in einem eitlen kleinen Ich. Also gib mir ruhig bescheid, wenn Dir das nicht so gelegen ist, was ich da tu. Manche mögen es nicht!

Eine Hommage an Dein Werk:

Fünf Welten hat ein Boden,
Fünf Drinnen eine Tür
für jeden Namen
eine Zeit
Die gute, schlechte und entbehrte Stunde.

Prall fallen wir auf den Boden
wenn uns nichts mehr hält
als nur mehr Hoffnungslosigkeit
die keinem von uns gefällt.

doch am End
zu guter letzt
fallen wir ganz
in warme, weiche Wiesen,
durch Tür und Tür
und wissen nun:
Wir wollen sie nie mehr schließen.

Liebe Grüße
Michael
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Anantya meinte dazu am 13.04.2019:
Lieber Michael,

ich finde das toll. Da eröffnet sich noch einmal eine völlig andere Perspektive. Vielen Dank!

LG Julia
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MichaelBerger antwortete darauf am 13.04.2019:
Ha, das ging aber schnell, dachte gerade dass ich hinter jeder Türe fünf Welten befinden könnten...

Ja, manchmal schieb ich viel Unlogik rein, in meine Texte, dadurch eröffnen sich neue Perspektiven beim drüberlesen ('think the opposite', ist auch eine gute Inspirationsmethode). Freut mich, dass es Dir was bringt!

LG Michael
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Hilde
Kommentar von Hilde (14.04.2019)
Das sehe ich sprachlich wie formgebildet sehr schön. Die Sprache dreht sich (eigenwillig) um den (inhaltlichen) Mittelpunkt herum wie um eine Achse.
LG. Hilde
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princess
Kommentar von princess (15.04.2019)
Das ist einfach schön zu lesen. Ein wenig rätselhaft, eine Spur akzeptierend, ein bisschen spröde und am Ende dann wunderbar weich und hingebungsvoll. Ja, das ist schön zu lesen.

Liebe Grüße
Ira

Kommentar geändert am 15.04.2019 um 18:18 Uhr
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