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Neid? Oder die Frage, was ist gerecht?

Skizze zum Thema Neid


von Nimbus

Als ich noch in der Grundschule war, sollten wir mal einen Berg basteln, so in Etagen, die Schichten des Berges aufzeigen.
Ganz gleich, was ich als Hausaufgabe bekam, ich war immer auf mich alleine gestellt. Weder überprüfte irgendwer, was ich zu machen hatte, noch wurden die Hausaufgaben als solches überprüft. Ab und an nutze dies mein innerer Schweinehund aus, und ich machte quasi bei Hausaufgaben blau. Es mangelte mir nicht an Kreativität, warum ich die Hausaufgaben nicht dabei hatte. Jedoch war ich dabei nicht dumm, dass konnte ich mir nur ab und an mal leisten, und ich wechselte natürlich auch entsprechend die Fächer, bei eben unterschiedlichen Lehrern.

Als wir den Berg basteln sollten, habe ich drei Schreiben Styropor in Form gebracht, so dass man es auch auseinander nehmen konnte, und den "Berg" habe ich dann liebevoll bemalt. Sogar einen Bach habe ich herunterfließen lassen. (Also gemalt)
Eine Klassenkameradin kam mit einem riesigen Berg an, auch aus Styropor gebastelt, professionell lackiert, in zig Schichten geschnitten. Immerhin räumte sie ein, ihr Vater hätte ihr mitgeholfen. Dass sie dafür dann trotzdem eine eins bekam, war mir unverständlich, und vielleicht war ich auch neidisch, denn ich hatte niemanden, der mir geholfen hatte. Vielleicht hätte ich meinen Vater ansprechen können, doch auf die Idee wäre ich gar nicht gekommen. Es war ja meine Hausaufgabe, nicht seine. außerdem hätte ich dann durch die ganze Stadt gemusst, was nicht so schlimm gewesen wäre, aber es war vereinbart, dass ich alle 14 Tage Mittwochs bei ihm war.
Ich bekam nur ein zwei, für den Berg, und ich gebe zu, dass ich geplatzt bin, dass das Mädchen soviel Lob und Anerkennung erhielt, ansonsten war sie künstlerisch komplett unbegabt.
Ja, ich war neidisch, und fand es auch einfach nicht gerecht. Ich war so stolz, auf meinen Berg, der war so niedlich, wenn auch kindlich gemacht.

Heute, heute bin ich neidisch, neidisch auf jeden Menschen, der Kinder hat, der einen brodelnden Vulkan nachahmen kann, mit etwas Backpulver und Essig. Neidisch, weil ich nicht mit meinem Kind so etwas basteln kann. Denn ich habe keine Kinder. Die, die welche haben, die werden dann schon so oft in jüngsten Jahren in eine Kita gebracht, und ich frage mich, ob sie sich die Zeit nehmen würden, die Kinder zu unterstützen und einen Berg zu basteln.

Ich würde so gerne basteln, oder einfach Kinder haben. Das wurde mir nicht geschenkt. Ich bin neidzerfressen, zunächst war es nur ein Berg, heute ist es der Berg, den ich so gerne basteln würde, und so neide ich jeden um ihr Kind. -

Was für ein mieser Charakter, meiner, und schon weiß ich, warum die Evolution selektiert hat. Wäre sie doch immer so streng. -

 
 

Kommentare zu diesem Text


monalisa
Kommentar von monalisa (16.04.2019)
Hallo Nimbus, ich glaube halt, dass Neid nicht gleich Neid ist : Auf der einen Seite steht das Gefühl, was der/die hat, das will ich auch, das kann ja dann auch zu einem Ziel werden, zu einem Ansporn, zu etwas, wofauf man hinarbeitet und sich anstrengt. Das ist dann wohl nichts Schlimmes, schadet weder den Beneideten noch den Neidern.
Etwas anderes ist es, dem , der etwas (erreicht) hat, dieses zu missgönnen, ihm/ihr schaden, sie/ihn runterziehen zu wollen.

Deine Gedanken hierzu finde ich von berührender Offenheit und das gefällt mir.

Liebe Grüße
mona
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Nimbus meinte dazu am 16.04.2019:
Also die eins für einen Berg vom Papa gebaut habe ich meiner Klassenkameradin nicht gegönnt. Ich fand das vom Lehrer ausgesprochen unfair.
Ich danke Dir!

Liebe Grüße
Heike
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Dieter_Rotmund
Kommentar von Dieter_Rotmund (16.04.2019)
Text gefällt mir (inhaltlich) gar nicht. Da schwingt unverhohlen mit, dass ein kinderloses Leben ein wertloses Leben sei. Das ist es eben definitv nicht, auch wenn die Gegenseite ihr Leben-mit-Kindern auch noch so vehement schönredet.
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Nimbus antwortete darauf am 16.04.2019:
Für jemanden der keine Wahl hat, sondern vor vollendete Tatsachen gestellt wird, schwingt immer ein fader Beigeschmack mit. Für Frauen, vielleicht ja nicht für alle, aber für viele ist das eine harte Nummer! Egal wie schön Du kinderloses Leben findest...
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Stelzie schrieb daraufhin am 16.04.2019:
@Dieter: Mutter zu sein ist ein ganz normales Bedürfnis einer Frau. Klar, das du das nicht verstehst.
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Dieter_Rotmund äußerte darauf am 16.04.2019:
Man hat immer eine Wahl, nur sind manchmal die Konsequenzen aller Alternativen einfach Mist. Aber die Wahl besteht.

Der genetische Imperativ ist wiederum ein verwandtes, aber anderes Thema, Stelzie.
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Nimbus ergänzte dazu am 16.04.2019:
Man hat keine Wahl, nicht immer. Bevorzugt man den natürlichen Weg! Alle Alternativen wären nicht umsetzbar gewesen...
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Dieter_Rotmund meinte dazu am 16.04.2019:
Doch hat man. Sicher.
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Nimbus meinte dazu am 16.04.2019:
Erzähl keinen Mist! Ab und zu schweigt man besser. Wirklich!
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Dieter_Rotmund meinte dazu am 16.04.2019:
Eine Schwangerschaft verschweigen? Wem und warum? Spannend! Bitte lass' deinen Protagonisten mehr davon erzählen!
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Agneta meinte dazu am 16.04.2019:
poh, Dieter. Du hast das Feingefühl einer Dampflok...
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Nimbus meinte dazu am 16.04.2019:
Vor allem kapiert er es ja nicht. Noch viel schlimmer!
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Stelzie
Kommentar von Stelzie (16.04.2019)
Neid ist ein Gefühl und Gefühle sind vollkommen in Ordnung. Es sollte dich jedoch nicht bestimmen, nicht zum Lebensinhalt werden.
Mir gefällt dein Text sehr gut.
Ich könnte dir jetzt was über eine "heile Familie mit Kindern Welt" erzählen, lasse das aber, denn es wäre nicht wahr

Liebe Grüße
Kerstin
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Nimbus meinte dazu am 16.04.2019:
Die Familie ist doch nie so perfekt, wie man sie zu gerne nach außen hin verkauft. .
Ich lass mich jetzt nicht davon bestimmen. Bin ja grundsätzlich eine Frohnatur. Aber manchmal darf man melancholisch sein.

Danke Dir.
Liebe Grüße
Heike
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Kommentar von Agneta (16.04.2019)
Zunächst hielt ich den Text am Anfang für ironisch, liebe Nimbus. Dann empfand ich, das LI ist verletzt
.Das eigentliche Thema Gerechtigkeit bei der Bewertung, Gerechtigkeit bei den Chancen wird durchzogen von dem familiären. Das berührt. Zeigt es doch, welch hohen Stellenwert Familie im Leben eines Menschen einnimmt, auch wenn dies nicht en vogue ist.
Nein, dasLeben ist nicht immer gerecht und vor allem ist es kein Rosengarten. Vieles können wir uns erkämpfen, Kinder nicht.
Natürlich gibt es Möglichkeiten, viele Unikliniken helfen, aber für jeden liegt die Grenze eben bis zu einer gewissen Linie und manchmal klappt es eben dennoch nicht.
Darum sehe ich weder den Neid auf den gebastelten Berg, noch den auf Kinderbesitzer als böswillig an, was ja Neid eigentlich immer ist.
Der Bergneid ist eher ein Auflehnen gegen Ungerechtigkeit der Bewertung, das Fehlen eines Vaters, der bei den Hausaufgaben hilft, ist eher Trauer, ebenso wie der Neid auf Kinderbesitzer.

Alles drei hat eines gemeinsam, es ist unabänderlich und icht umkehrbar für LI und diese Erkenntnis tut sicherlich verdammt weh.

LG von Agneta
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Nimbus meinte dazu am 16.04.2019:
Liebe Agneta,

Dass nenne ich einen "Treffer - versenkt" Kommentar. Danke für die filigrane Auseinandersetzung dieses Themas. Viel hast Du erfasst, was die Protagonistin sich dabei dachte.

Liebe Grüße
Heike
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AZU20
Kommentar von AZU20 (17.04.2019)
Da ich Kinder und Enkelkinder habe, kann ich Dich gut verstehen. Als Lehrer habe ich unterschieden zwischen denen, die sich alleine ins Zeug gelegt hatten, und den anderen. Vielleicht suchst Du Dir mal einen Platz, an dem Du mit Kindern basteln kannst. Es ist wunderschön. LG
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Nimbus meinte dazu am 17.04.2019:
Das ist eine gute Idee. Dankeschön
LG
Heike
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