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Der Ex

Text


von Janoschkus

Nachdem Sandra von ihrem Ex erzählt hatte, zog Falko langsam den Kopf unter ihrem Arm hervor, beugte sich über sie, küsste sie auf die Stirn und drosch ihr mit voller Wucht ein Kissen ins Gesicht. Völlig überrumpelt von jener Spontanattacke, sah Sandra so aus, als bräuchte sie eine Sekunde, bis sie wieder wusste, wo sie war. Fragend schaute sie ihren Falko an und suchte in seinen Augen nach einem Grund für jene offensichtlich überzogene, wenn auch möglicherweise, nun ja, augenzwinkernde Aktion - immerhin war es ja nur ein Kissen. Und obwohl er sie konzentriert und nüchtern anschaute, beschloss sie, die Attacke als spielerische Aufforderung zum Gegenschlag zu verstehen, krallte sich eine langgezogene Kissenwurst und prügelte sie ihm mit allem, was sie hatte, an den Unterkiefer. Falko kippte wie ein gefällter Baum zur Seite um. Und lag nun bäuchlings auf der Matratze – die Arme und Beine fest am Körper anliegend, das Gesicht in den weichen Untergrund gedrückt, sodass es sich zur Hälfte samt Wange und Mund in Richtung Auge verschob.
In dieser absurd ungemütlichen Position blieb er bis auf weiteres liegen, wodurch Sandra annehmen musste, sie hätte den Bogen wohl überspannt. Besorgt rüttelte sie an ihm, fuhr ihm durch die Haare, legte ihm die Hand betont unabsichtlich von hinten durch die Beine an den Schritt - doch da sie weder da noch dort auch nur den Hauch einer Regung vernahm, war hier etwas offenbar gehörig aus den Fugen geraten.
War ihr Schlag doch zu brutal gewesen? Hatte sie ihm wirklich weh getan? Aber es war doch nur ein Kissen … Oder konnte es tatsächlich sein, dass er sich sterbend stellte - wegen der Dinge, die sie ihm über ihren Ex erzählt hatte? So oder so: Sie war der Auslöser für seine Totenstarre und sein unnötig auf die Matratze gequetschtes Gesicht. Sich ihrer Schuld bewusst, legte sie ihren Kopf auf seine Höhe und fragte: „Falko? Falko! Geht es dir gut?“
Und da: Unwillkürlich begannen seine Augenlider zu zucken und der sichtbare Teil seines Mundes verzerrte sich zu einem schelmischen Grinsen. Doch ehe Sandra ihm versöhnlich oder anteilnehmend oder warum auch immer ihren Arm auf die Schulter legen konnte, schnellte Falko wie ein aufgescheuchtes Opossum nach oben und brüllte mit stolzgeschwellter Brust: „Ahhh, reingelegt!“
Sandra schüttelte den Kopf. Verärgert über sich selbst, ihrem Freund auf den Leim gegangen zu sein und auch ein bisschen amüsiert, war sie drauf und dran, ihm neckisch in die Hüfte zu knuffen und durch jene körperliche Annäherung den Grundstein für eine sich anschließende sexuelle Ertüchtigung zu legen. Mit den Armen voran preschte sie in seine Richtung ... - doch nicht mit Falko! Gekonnt zur Seite ausweichend, ließ er die Freundin ins Leere greifen, schnappte sich ein großes Daunenkissen und begrub darunter ihren Kopf, sodass sie kaum noch Luft bekam. „Falko! Welch aberwitziger Einfall, mir die Luft abzuschnüren", nuschelte sie in den flauschigsten aller Kissenbezüge, "aber kannst du halt einfach mal runter von mir jetzt?!“
Als Falko daraufhin allerdings nur noch fester zudrückte, war sich Sandra langsam nicht mehr so sicher, ob sie noch juxen oder schon um ihr Leben ringen sollte und begann, mit Fäusten und Füßen auf die Matratze zu trommeln. Und mit Erfolg: Wie eine heißgelaufene Rodeomaschine unter Falko ausschlagend, gelang es ihr endlich, den zu Späßen aufgelegten Freund abzuschütteln. Dieser war sichtlich überrascht von der Wucht Sandras Widerstandes, da er ungelenk auf der Schulter landete und sich jene dabei auskugelte.
Ohne Falkos Schmerz erahnen zu können, nutzte Sandra dessen kurzzeitige Verwirrung, um ihn von oben bis unten in die Decke einzudrehen, sodass er mit dem Kopf aus einem Ende herauslugte - wie eine saure Gurke aus dem Rollmops. Triumphierend nahm sie auf ihm Platz und warf ihre Arme in die Luft - als Falko im Eifer des Gefechts wohl den Schmerz vergaß und ruckartig zur Seite wegrollte, sodass wiederum Sandra den Halt verlor und mit dem rechten Schneidezahn auf dem Display ihres Handys landete.
Und - ojemine, potztausend, ei der Daus, Schockschwerenot: Das Display war gesprungen. Falko verstummte auf der Stelle - denn wusste er, was das bedeutete. Seine Freundin starrte ungläubig auf das mit Rissen durchzogene Glas, drückte den Reset-Button und schüttelte das Gerät, als hätte es einen Wackelkontakt. Doch nichts da: Das Display war gesprungen und Sandra fertig mit der Welt. Wie versteinert meditierte sie über der Tragweite des Geschehenen, darüber, was nun zu tun sei, was das für den weiteren Verlauf ihres Lebens bedeutete – bis sie plötzlich in einem cholerischen Anfall des Widerwillens wie wild auf ihrem Handy herumdrückte, aus voller Lunge in den USB-Slot blies, es gegen die Wand schmetterte, um es dann streichelnd und liebkosend wieder an sich zu nehmen und auf dem gesprungenen Display rauf- und runterzuwischen, wobei sie aus Versehen auf die Kurzwahltaste gekommen sein muss, denn ... düüüt … düüüt … düüüt ... eine tiefe, männliche Stimme ertönte:
„Sandra? Sandra! Ich hatte gehofft, du würdest dich melden! Weißt du …, was da letztens zwischen uns war … - es tut mir Leid. Du weißt, ich kann manchmal … naja. Hast du nicht Lust, mal wieder zusammen einen Film zu schauen?“
Falko rutschte das Herz in die Hose. Er hatte es doch die ganze Zeit über geahnt. Dass da irgendwas nicht ganz koscher war, als Sandra von ihrem Ex erzählte. In einem emotionalen Cocktail aus Selbstbestätigung, Selbstmitleid sowie allzu allgemeinem Weltschmerz warf er sich auf die Matratze und senkte sein Gesicht - diesmal völlig freiwillig - nach unten ins Kissen und ein weiteres von oben auf seinen Hinterkopf. In sich hineingrummelnd verharrte er in jener Position, in der er gegen weitere Informationen von außen gefeit war, sodass er nicht mehr hören konnte, wie die Stimme nachschob:
„Sandra? Bist du noch dran? Diesen Wunsch wirst Du Deinem alten Herrn doch wohl nicht ausschlagen oder? Naja, überleg's Dir einfach … - und grüß Falko von mir. Ihr seid so goldig zusammen - da hast Du diesmal wirklich einen Treffer gelandet. Glaub's mir, Kleines, das hab ich im Urin. Naja, meld dich einfach - ich hab dich ganz doll lieb.“


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Kommentare zu diesem Text


Dieter_Rotmund
Kommentar von Dieter_Rotmund (17.04.2019)
Super, bester Text hier seit Jahren!
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Janoschkus meinte dazu am 17.05.2019:
hey dieter, als ich das hier las, hat es mir wohl zunächst die sprache verschlagen - sorry also für die verspätete antwort!
immer noch etwas ungläubig, fühle ich mich dennoch geehrt: vielen dank!
gruß jan
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