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Krieg der Religionen

Kommentar zum Thema Aktuelles


von Agneta

Krieg der Religionen?

„Krieg der Religionen?“ titelt eine bekannte Polit-TV-Talkrunde mit namhaften Gästen.
Während man sich unter „Religionskriegen“ eher missionarische Kriege vorstellt, die weit in der Vergangenheit liegen, meinen wir heute mit Krieg der Religionen Terror.
Was aber haben diese beiden Begriffe gemeinsam? Sie enthalten das Wort Krieg, was immer bedeutet, dass Menschen sterben zugunsten einer Ideologie, die doch eigentlich nur Machtgier bemäntelt.
Sprache ist die Waffe der Demagogen. Diktatoren beherrschen sie perfekt. Ich frage mich also, weshalb titelt eine banale TV-Talkshow, in der eigentlich niemand etwas Substantielles aussagen kann, mit so einem gefährlich demagogischen Begriff.
Der vermeintliche Widerspruch, dass Religionen, die doch stets von Liebe und Frieden künden, überhaupt Kriege führen, zwingt uns, tiefer in den Religionsbegriff einzutauchen.
Was ist Religion, subjektiv empfunden, und wozu ist sie in der Lage?
Religion entspringt dem Wunsch des Menschen, in Gut und Böse zu teilen und selbst jeweils zu den Guten zu gehören. Wenn aber jede Religion diesen Alleinanspruch stellt, wo sind dann die Bösen?
Die im wahrsten Sinne des Wortes „Gutgläübigen“ fügen sich in die jeweiligen Riten, die von der Institution geschaffen wurden, und die sie aus uralten Überlieferungen ableitet. Alles im Sinne der Liebe und das Friedens selbstverständlich.
Christen nennen sich liebevoll „Schäfchen“. Und wer ist der Schäferhund?
Da muslimische Fanatiker überall verwickelt sind und zu Recht immer wieder angeprangert werden, möchte ich es mir nicht so leicht machen und mal vor der eigenen Türe kehren. Die christlichen Institutionen, die moralisch in unserem deutschen Wertekanon immer wieder mitmischen. Z.B. beim Abtreibungsgesetz. Aus gutem Glauben oder aus Machtgier?

Gesetze, Gebote werden erlassen, die sich moralisch noch weit über das Grundgesetz ausdehnen. Modern formuliert: „Beneide deinen Nachbarn nicht um seinen Pool, seine sexy Frau und seinen Audi Quattro“. Das kann niemand leisten. Also werden die Schäfchen sündig.
Weil sie aber sündig werden, müssen sie beichten, einem Priester, der selbst ein Mensch ist und der vielleicht auch gerne … naja, Und dann sind ihnen die Sünden vergeben. Sehr praktisch.
Ein winkender Papst, den niemand braucht, wenn es einen Gott gibt, der überall ist, tönt in den ärmsten Ländern der Welt von Barmherzigkeit und lässt doch die Besucher noch Kollekte abdrücken, auf dass die Kirche noch reicher werde.
Ok, der Papst ruft nicht mehr zu Gewalt auf wie im Mittelalter. Dennoch haben Iren Angst, dass wegen des Brexits der alte Religionskrieg zwischen Protestanten und Katholiken wieder aufleben könnte. Wie kann denn das sein? Wie können Menschen in 2019 in einem modernen Europa Schergen finden, die solch einen Krieg wieder aufleben lassen.
Da muss man sich tatsächlich die Frage stellen: Wäre die Welt friedlicher ohne Religion?
Die ganz dummen Schäfchen haben es da leichter, sie fragen sich: Warum verhindert Gott Kriege nicht?
Weil Gott mit den Institutionen gar nichts zu tun hat. Nicht er führt Kriege, sondern Menschen, die von machtgierigen Institutionen manipuliert sind. Die Bösen verlieren. Nein, ALLE verlieren und Religion führt sich ad absurdum.
In einer banalen Talkshow ist von Vergeltung und Rache die Rede. Kriegsbegriffe kursieren und bleiben stehen. Wie in Betonklotz in der Landschaft.

Islamistischer Terror hat in Sri Lanka zugeschlagen. Buddhisten, die aus europäischer Sicht besonders friedlich scheinen, haben muslimische Minderheiten in Myanmar verfolgt und vertrieben. Katholiken und Protestanten haben sich in Nordirland über Jahre blutige Gefechte geliefert. Juden haben vor Jahrzehnten Palästina besetzt, weil es „Ihr von Gott gelobtes und versprochenes Land“ ist und alle berufen sich auf ihre spezielle Religion, die sie zu all dem legitimiert. Das eint alle Kämpfer. Politisierte Religionsgemeinschaften, die Macht haben und diese auch nutzen und sich in Staatsgeschäfte einmischen. Ideologien, die mit Gott, egal, wie man ihn nennen mag, nichts mehr gemein haben.
In Neuseeland tötete ein nazistischer Mann Muslime. Andere Ideologie, aber gleiches Muster.

Und eine banale, dämliche Talkshow spricht vom „Krieg der Religionen“, den es nicht gibt, wenn dumme Schäfchen sich nicht vor den Karren der Macht ihrer Religionsgemeinschaft spannen lassen und die sich doch durch eine solche Sendung in ihrer Notwendigkeit möglicherweise nur bestätigt sehen.
Sprache ist eine Waffe und Dummheit provoziert Self-Fullfilling-Prophecy.

 
 

Kommentare zu diesem Text


Kommentar von Regina (26.04.2019)
Dieser Text wird weder dem Thema Gott, Religion noch den verschiedenen Glaubensgemeinschaften noch dem Problem angeblich religionsmotivierten Terrors gerecht, weil er, alles zum Goulasch verrührend nur kopfschüttelnd anprangert anstatt zu hinterfragen und so letztendlich denselben Fehler macht wie die gescholtene Boulevardsendung. "Du sollst nicht töten" fordert das AT. Wer, aus welcher Motivation heraus auch immer, etwas anderes tut, kann sich auf die Bibel nicht berufen. Da ist dir meiner Meinung nach kein großer Wurf gelungen. Da stecken etwa fünf verschiedene Themen drin, die, einzeln behandelt, zu klareren Ergebnissen führen würden. Nichts für ungut, aber keine Empfehlung. LGGina
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Agneta meinte dazu am 26.04.2019:
Liebe Regina, lieber Ralf,die fünf verschiedenen Themen haben alle miteinander zu tun, bzw. bedingen sich. Es ging mir nicht darum, die Sendung zu rezitieren. Das habe ich auch nicht getan.
Die Sendung, besonders aber der wilde Titel animierten mich, über das Ganze nachzudenke aus verschiednene Ansätzen heraus, aus sprachlicher, religiöser, gesellschaftlicher Sicht und meine eigenen Schlüsse zu ziehen. Diese mögen manchem nicht gefallen. Sie s ollen zum Nachdenken anregen ohne eine bestimmte Religion im Besonderen anzugreifen und über eine andere zu stellen. Darum ist es eben allgemein, fragend gehalten.

Ich finde meinen Text deshalb gelungen gut, auch wenn er ausnahmsweise mal nicht satirisch ist.
Danke für eure Gedanken und lG von Agneta
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Kommentar von Ralf_Renkking (26.04.2019)
Also, lesenswert finde ich diesen Kommentar schon deshalb, weil er zum Weiterdenken anregt. Obwohl ich zugebe, die Sendung nicht gesehen zu haben, kann ich mir kaum vorstellen, dass die Beteiligten keinen Gulasch gekocht haben.
Ich verstehe nur nicht so ganz die Intention des Textes, der mehr Thesen raushaut, als zu argumentieren. Geht es Dir darum, die Gäste der Talkshow in ihre Schranken zu verweisen, weil sie den Begriff 'Religionskriege' mit dem des 'Terrors' gleichsetzen?
Oder anders formuliert: Meinst Du nicht, dass die Welt um einiges besser aussehe, wenn es in den Köpfen der Menschheit keine Vorstellung von Gott gäbe, etc. pp.?
Nein, den Text als solches empfehlen kann ich auch nicht, weil er vom Gefühl dominiert wird, aber gelesen habe ich ihn mit Interesse, was nicht zuletzt daran liegt, dass die Religionskriege der frühen Neuzeit im 30-jährigen Krieg mündeten, der zwar fast schon in Vergessenheit geraten ist, meiner Meinung nach jedoch an Aktualität nichts eingebüßt hat.
Dieser Aktualität ist allerdings nicht mit Gefühlen, egal ob in einer Talkshow oder in diesem Kommentar, sondern nur mit Vernunft beizukommen, und hier liegt in meinem Verständnis die Diskrepanz. Was hat Glaube mit Vernunft zu tun?

Ciao, Ralf

P. S.: Ein Gedicht von Dir zu diesem Thema fände ich gar nicht schlecht. Falls es das schon gibt, stubs mich bitte der Nase darauf.
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Agneta antwortete darauf am 26.04.2019:
lieber Ralf, ich habe meine Antwort zusammengefasst für dich und Regina, weil es passte. Bitte siehe deshalb oben.
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