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Die Steiermark vor langer, langer Zeit 1977

Erzählung zum Thema Erinnerung


von Borek

Die Steiermark vor langer, langer Zeit 1977

„ Meine untertänigste Verehrung, Herr Chef.“
„Mein Gott, sehen Sie heute wieder blendend aus, Herr Direktor“
„Darf ich dem Herrn Direktor, ein ganz kleines Glaserl anbieten?“
„Ach, Herr Generaldirektor, geben Sie und Ihre gnädige Gattin uns bitte die Ehre Ihres Besuches.“ 
Mein Gott, waren das Töne aus einer neuen Welt, in der Borek sich jetzt befand!
Ganz am Ende des freuen Westens. Die jugoslawische Grenze war fast in Sichtweite, und Deutschland mit seiner pulsierenden Wirtschaft und Lebendigkeit war für Borek in weite Ferne gerückt. Er war in  eine abgeschiedene Grenzregion mit österreichischem "Schmä" und weltfremdem Charme geraten.
Die Arbeitskräfte: billiger. Der Wein: ein Schilcher, von hervorragender Qualität. "Verhackertes," Esskastanien, gebratene Forellen mit Knoblauch, damit der Moorgeschmack  übertönt wird. Ein stilles Land mit kleinen, aber buckligen Bergen und sanft dahinfliessenden Gewässern.
Ein Land, in dem man nicht nur glaubt, sondern ganz fest das Gefühl hat, hier sei die Zeit zur Ewigkeit geworden. Verträumte kleine Katen, in denen in der Weinzeit ein Buschen ausgehängt wird und einlädt, mit einem romantischen Ausblick ein Glaserl selbsterzeugtem Wein zu trinken.
Auf eine kurze Zeit der Suche nach einer neuen Aufgabe hatte er das Angebot eines Filialbetriebs für Wäscheherstellung in der Steiermark übernommen.
Er konnte seine Wohnung behalten und bekam von der Firma eine Sechszimmerwohnung und einen Mercedes-Sportwagen zur Verfügung gestellt. Zu dieser Fabrik gehörte auch ein eigenes Weingut. Der Herrgott hat dem Land besonders seine Gunst erteilt; Sonne. Die Lieblichkeit der Natur und Stille zeichneten die steirische Weinstraße schon damals aus. Und ging der Sommer mit seinen warmen Nächten dem Ende zu, färbten die Künstler des Herrgottes dieses Paradies in einen Rausch von Farben. Kardinales Rot der Weinblätter und das Gold der Laubbäume, vermischt mit den rostroten Tönen der Kastanien. Das strahlende Blau des Himmels und das Gelb der Kürbisse auf den Feldern-, eine unbeschreibliche Farbsymphonie.
Es hätte alles so schön, so harmonisch sein können, wenn das Wort “ Wenn“ nicht  wäre. Nach einem Jahr verlängerte Borek seinen Vertrag nicht weiter, und er
gründete seine erste Firma in Bayern. Die Rückreise trat er nicht mehr mit
der“ gnädigen Gattin“ an.  Aber die Erinnerung an eine schöne Steiermark
mit einer stillen Landschaft, und dicken gelben und grünen Kürbissen auf den Feldern, aus deren Kernen  köstliches Öl gewonnen wird, bleibt stetige Erinnerung.

Anmerkung von Borek:

Danke für die Erinnerung Frankys an die Steiermark


 
 

Kommentare zu diesem Text


franky
Kommentar von franky (04.05.2019)
Und das Wetter war stets einen tick besser als der Wetterbericht vorhergesagt hat.
Mein Geburtsort Frohnleiten liegt zwischen Graz und Bruck, im mittleren Murtal, umgeben von grünen Wiesen und Bergen. Diese Landschaft ist noch sehr lebendig in meinem Hirn gespeichert. Wenn ich auch längere Zeit abwesend bin, kann ich die Bilder sofort abrufen.

Danke für deine Impressionen aus der wunderschönen Weinstraße.

Herzliche Grüße

Von
Franky
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Borek meinte dazu am 04.05.2019:
Heute seht noch in jeder Küche ein Flasche des
köstlichen Kürbs-kernöles. Ich habe ein Jahr in leibnitz
verbracht nur die Verbindung nach Deutschland betrug
2 Tage. bis Karlsruhe.. Auch Graz war damals schon eine
wunderschöne beeindruckende Stadt. Ich habe in diesem
Jahr ganz Österreich bereist und es war bis auf das Private eine schöne Zeit und ich erinnere mich gern daran
Danke für Deine Erinnerung
Herzliche Grüße
Borek
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