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Short Story zum Thema Verlangen


von Stelzie

"Es wäre schön, wenn Sie mich führen könnten, ich kann nämlich nicht gut tanzen." sagte er zu ihr als sie sich gegenüberstanden.
Er hatte den Arm um ihre Hüfte gelegt und achtete auf ausreichenden Abstand zwischen ihnen. Sie spürte seine Unsicherheit beinahe bis auf ihre Haut. Sanft legte sie ihre Hand auf seinen Arm und schaute lächelnd in das jungenhafte Gesicht.
"Wir probieren einfach den Zweierschritt. Eins, zwei und tipp, eins, zwei und tipp.. Das ist recht einfach, das schaffen wir."
Die Musiker begannen zu spielen. Es dauerte nur wenige Augenblicke bis sie den Takt fanden. Mit sicheren Schritten führte sie ihn durch den Saal. Seine Nervosität wich langsam dem Spaß am Rhythmus. Wie ein Mantel legte sich die Musik über den Raum. Allmählich erkannte sie den Mann hinter dem jugendlichem Aussehen und schämte sich beinahe für ihre Gedanken.
"Wie gehören Sie eigentlich hierher?" fragte sie ihn aus Angst, er könne ihre Gedanken erraten.
"Ich bin ein Freund des Bräutigams. Und Sie?"
"Ich bin seine Tante."

Ihre Blicke trafen sich hin und wieder. Der Tanz war längst vorbei. Sein Zauber nicht.
Die Party neigte sich dem Ende zu und sie war zum Durchatmen vor die Tür gegangen. Die vielen Menschen und dieses plötzlich aufgetretene Verlangen drohten sie zu ersticken.
"Danke für den Tanz. Es war ein sehr schöner Abend." Er war plötzlich neben ihr, klang etwas verlegen aber durch den Alkohol auch leicht enthemmt.
"Wollen wir ein Stück gehen?" hörte sie sich antworten.
"Sehr gern."
Sie liefen die Straße hinab bis zum Teich. Sie genoss seine Gegenwart mit jeder Faser ihres Körpers. Irgendwann war er ganz nah bei ihr. Sie ließ geschehen, was nun geschah.

 
 

Kommentare zu diesem Text


Kommentar von bbx (68) (09.05.2019)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
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Stelzie meinte dazu am 10.05.2019:
Besser spät als nie
Dankeschön auch für deine Empfehlung.

Liebe Grüße
Kerstin
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Dieter_Rotmund
Kommentar von Dieter_Rotmund (09.05.2019)
Gut geschrieben, die ersten 95%, dann kommt so ganz plötzlich und überraschend ein schwülstig-trivialliterarisches Ende.
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cannon_foder (50) antwortete darauf am 09.05.2019:
Diese Kommentarantwort ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
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Stelzie schrieb daraufhin am 10.05.2019:
@ Dieter: Deine 95% freuen mich natürlich sehr. Vielleicht nehme ich ja Sätzers Tipp an und höre einfach nach "Sie ließ geschehen, was nun geschah." auf.

@ canon: Sterben finde ich auch ganz schön doof... Obwohl ich die gute Frau nicht kenne...

Danke euch beiden fürs Feedback und liebe Grüße.
Kerstin
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TassoTuwas
Kommentar von TassoTuwas (09.05.2019)
Hallo Stelzie,
mit erzählerischem Fingerspitzengefühl und dem feinem Gespür in keine, für Schilderungen diesen Genres, möglichen Fallen zu tappen, gelingt dir eine ausgezeichnete Erzählung!
Obwohl das Finale erahnbar wird, mit Spannung gelesen
Liebe Grüße
TT
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Stelzie äußerte darauf am 10.05.2019:
Vielen lieben Dank auch für deine Empfehlung.

Liebe Grüße
Kerstin
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Kommentar von Sin (09.05.2019)
Gefällt mir gut. LG Sin
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Stelzie ergänzte dazu am 10.05.2019:
Freut mich sehr

Danke auch für deine Empfehlung und liebe Grüße.
Kerstin
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Sätzer
Kommentar von Sätzer (09.05.2019)
"Sie ließ geschehen, was nun geschah. "
Ich würds mit diesem Satz enden lassen. Das Danach kann sich jeder selbst ausmalen - mit Freiräumen.
LG Sä
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Stelzie meinte dazu am 10.05.2019:
Das ist natürlich auch eine Möglichkeit. Vor allem rutsche ich dann nicht ins "schwülstig-trivialliterarische Ende" (siehe Dieters Kommentar) ab
Ich danke dir für deinen Tipp und die Empfehlung.

Liebe Grüße
Kerstin
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Stelzie
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Veröffentlicht am 09.05.2019, 1 mal überarbeitet (letzte Änderung am 10.05.2019). Textlänge: 275 Wörter; dieser Text wurde bereits 132 mal aufgerufen; der letzte Besucher war eiskimo am 16.09.2019.
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