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Der (öffentliche) Tanz beginnt 3

Brief zum Thema Weltgeschehen


von TrekanBelluvitsh

Hallo xxx,

es stimmt natürlich, was du sagst. Es gibt in der Region genug andere problematische Beziehungen. Es geht mir um die Deutung, die die iranischen Verantwortlichen meiner Meinung nach vornehmen. Und sie deuten alles was geschieht letztlich als veranlasst durch die US-Amerikaner und damit als US-amerikanische Einmischung. Das bedeutet nicht, dass sie damit im Einzelfall sogar recht haben. So wären die irakischen (begrenzten) erfolgreichen Gegenschläge im irakische-iranischen Krieg von 1987/88 ohne die US-amerikanische Aufklärung nicht möglich gewesen.

Doch für den Iran lauert überall der Amerikaner. Selbst die vom Iran proklamierte Vernichtung Israels - niemals war die Existenz des Staates Israel so gesichert, wie in der jetzigen Zeit - erfolgt aufgrund der Interpretation Israels als Agent der USA. Dabei deuten die Iraner ihre eigenen außenpolitische Aggressivität als bloße Verteidigungspolitik - wie alle Russen und Sowjets das z.B. auch seit Iwan dem Schrecklichen bis Wladimir dem Verlogenen stets taten und tun - und stellen sich als Opfer da. So können sie national argumentieren. Würden die USA sich aus dem Nahen Ost vollständig zurückziehen, hätte die iranische Führung für alles, was sie täte und wollte, ein Rechtfertigungsproblem, selbst für seine Existenz (die der iranischen Führung) selbst. All das glaubte schon Chomeini und handelte danach. So sind die Glaubensführer/-krieger . Keine Erlösung ohne den Teufel und der trägt für die Iraner den Namen USA.

Dabei ist mir wichtig zu zeigen, dass dieser Hass auf die USA nicht nur ein Vehikel oder eine Instrumentalisierung ist . Die alten Männer in Teheran - ebenso wie die in Washington (Bsp.: Bolton) - glauben ganz fest daran. Darum erinnert die Stimmung am Golf im Augenblick sehr an die des Sommers 1914 in Europa. Chamenei und Pompeo haben sogar schon dafür gesorgt, dass sie später behaupten könne, man sei in den Krieg "hineinschlittert". Als Deutscher fand ich das durchaus komisch. Es war, als ob Chamenei und Pompeo gesagt hätten: "Niemand hat vor, eine Mauer zu bauen."


Grüße

Trekan

 
 

Kommentare zu diesem Text


EkkehartMittelberg
Kommentar von EkkehartMittelberg (18.05.2019)
Fast überall auf der Welt, wo Kriege geschürt werden, stecken Amerikaner dahinter. Insofern haben die Iraner mit ihren prinzipiellen Verdächtigungen fast immer recht. Wäre da nicht ihr irrationaler Hass auf die Israelis könnten sie mir fast sympathisch sein.
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TrekanBelluvitsh meinte dazu am 18.05.2019:
"Fast überall auf der Welt" würde ich nicht unterschreiben. Ich würde die US-amerikanische Politik noch nicht einmal in den meisten Fällen als Auslöser identifizieren.

Allerdings scheint es eine Fähigkeit der Weltmacht zu sein, dort wo sie eingreifen, zu eskalieren. Das liegt daran, dass sie mit der Hybris einer Weltmacht meinen, sie würden "die Sache schon regeln" und zwar schnell. Das gelingt fast nie. Es liegt auch nicht selten an dieser "wir regeln das schnell"-Hybris der Weltmacht. Und wenn die USA dann in einem Sumpf feststecken, suchen sie die Schuld dafür überall, nur nicht in ihren ursprünglichen Plänen.

Dabei muss man die US-amerikanischen Fachleute zum Teil in Schutz nehmen. So sagte vor dem 2. Irakkrieg der damalige Stabschef der US Army voraus, dass ein militärischer Sieg über Saddams Restarmee schnell errungen sein, die Sicherung des Iraks jedoch kaum zu leisten sei, die Sicherheitslage sich nach dem Sieg explosionsartig verschlechtern würden. Er hatte recht. Rumsfeld gefiel das jedoch nicht. Darum entließ er den Mann.
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EkkehartMittelberg antwortete darauf am 18.05.2019:
Denkst du, dass das amerikanische Eingreifen einem Muster folgt oder siehst du die Motive jeweils anders?
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TrekanBelluvitsh schrieb daraufhin am 18.05.2019:
Ok,
das es sich immer um eine Gemengelage handelt, darauf - nehme ich mal an - können wir uns ohne Probleme einigen. Bleibt also die Frage, ob es Muster für die Deutungen dessen übrigbleibt, wie die Verantwortlichen in den USA die Geschehnisse in der Welt deuten und dementsprechend handeln.

Und: Ja, da sehe ich ein Muster. Es ist die Angst der Supermacht, auch nur ein bisschen Einfluss zu verlieren. Dieses Phänomen kennt man auch aus der individuellen psychologischen Betrachtung des Menschen. Vereinfacht gesagt:Wer viel hat, hat ständig Angst viel zu verlieren. Ob faktisch betrachtet das Gegenteil der Fall ist, spielt keine Rolle. So haben auch in Deutschland nicht wenige Superreiche (und Besserverdiener bzw. jene, die sich für solche halten) große Angst vor einem höheren Mindestlohn etc., obwohl das ihren Lebensstandart nicht tangieren würde.
Ontopic:
"Das ist der Feld-Wald-und-Wiesen-Prepper. Die Unterkunft bedient eine einzigartig widerliche Untergruppe: den vermögenden Prepper. Zusätzlich zu der Vielzahl an Weltuntergangsszenarien, die gewöhnlichen Preppern Angst machen - globale Pandemien, nuklearer Holocaust, sozialistische Zombies, die kommen um ihre Waffen zu fressen - machen sich die Reichen außerdem Sorgen, dass die Armen sich mit Fackeln und Mistgabeln erheben werden... was ganz bestimmt nicht das Furchtbarste wäre."

- Sherlock Holmes -

In: Elementary, S04E18
Dasgleiche gilt auch für Macht und man kann es auch sozial-psychologisch feststellen.

In den USA glaubten z.B. Ende der 1950er viele konservative und demokratische Politiker ebenso wie Militärs, an die sogenannte "Bomberlücke", die es niemals gab. Dies mag man noch erklären können, schließlich ging es damals um die Auseinandersetzung mit der UdSSR und der Korea-Krieg war auch noch nicht lange vorbei.

Etwas anderes zeigt jedoch die "Iran-Contra-Affäre" von 1985/86. Da sahen sich konservative Kräfte die USA von einer linksgerichteten Regierung in Nicaragua gefährdet. NICARAGUA!

Ganz offensichtlich führt große Macht also nicht selten zu großer Selbstsicherheit. Sie führt zu großer Unsicherheit. Der derzeitige Präsident Trump ist dafür ein Paradebeispiel. Er hat so viel Angst vor selbst der kleinsten Niederlage, dass er gar beim Golf ständig schummelt(sic!).

Das zeigt, dass die "weichen Faktoren" - ich habe "weiche" und "harte" Faktoren wie ich sie verstehe  hier in den Anmerkungen erklärt - eine wichtige Rolle spielen. Sie sind der Filter, durch die alles Gedeutet werden.* In so einem Muster begreift man nicht, das Andere andere Interessen haben, sondern legt diese jenen gleich als Boshaftigkeit aus, als Angriff auf das eigene Was-auch-immer.

De facto führt so ein "Denken" - korrekter wäre: so ein "Fühlen" - zu einer aggressiven Außenpolitik, wenn es seinen festen Platz bei den führenden Eliten gefunden hat.

Die Inhalte der iranischen und US-amerikanischen Führungen mögen sich unterscheiden, die Muster, die ihr Handeln bestimmen, sind vergleichbar. Und darum sehe ich auch keinen echten Verhandlungsspielraum zwischen diesen beiden Mächten. Ihr Hass aufeinander ist integraler Bestandteil ihres Selbstbildes, die das kleine furchtsame Männchen nur übertünchen soll.

Hinzu kommt dann noch folgendes:
"When one has been angry for a very long time, one gets used to it. And it becomes comfortable, like... like old leather. And finally... becomes so familiar that one can't ever remember feeling any other way."

- Jean-Luc Picard -
("Wenn jemand lange Zeit einfach nur zornig war, gewöhnt man sich daran. Man fühlt sich wohl mit dem Zorn, wie in einer... einer alten Lederjacke. Schließlich ist es einem so vertraute, dass man sich gar nicht mehr daran erinnern kann, einmal anders gefühlt zu haben"
- Übertragung: TB.)


*= Für die früheren und gegenwärtige Weltmächte gilt dasselbe.

Die Zitate sind also beide aus TV-Serien. Ich sehe das nicht als ein Zeichen von Banalität. Vielmehr denke ich, dass die Kultur in unzähligen Weisen auf die Welt reagiert.

Antwort geändert am 18.05.2019 um 13:54 Uhr
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EkkehartMittelberg äußerte darauf am 18.05.2019:
Ich habe mir angewöhnt, Weltpolitik fast ausschließlich ökonomisch zu deuten, aber ich muss einräumen, dass deine sozialpsychologische Deutung eine sinnvolle Ergänzung darstellt, die man nicht einfach zurückweisen kann.
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TrekanBelluvitsh ergänzte dazu am 19.05.2019:
Ich denke nicht, dass es möglich ist, einen Krieg zu beginnen, nur weil man Panzer verkaufen will. Allerdings ist es möglich, dass das Streben nach Gewinn das Denken eines Menschen derart vereinnahmt, dass alle Begründungen nach ökonomischen Gründen ausgerichtet werden. Dies geschieht dann jedoch zumeist unbewusst. So ist, wer Waffen verkaufen will, zumeist eher für militärische Lösungen zu haben.

Dabei ist es sicherlich nicht immer einfach festzulegen, ob jemand, der in der Waffenindustrie in hoher Position arbeitet, für militärische Lösungen ist, weil er so mehr Waffen verkauft, oder ob diese Person eher für militärische Lösungen plädiert und darum ihren Weg in die Waffenindustrie gefunden hat.

Ich persönlich würde psychologischen Veranlagung bzw. den grundsätzlichen Einstellungen eines Menschen und einer Gruppe als vorrangig einschätzen. Aber darüber kann man sicherlich diskutieren, im Allgemeinen und im konkreten Einzelfall wohl noch eher.
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TassoTuwas
Kommentar von TassoTuwas (19.05.2019)
Die westliche, von mir aus auch kapitalistische Welt, hat sich nach dem zweiten Weltkrieg, bequem zurückgelehnt und sich darauf verlassen, dass die Amerikaner es schon richten werden. So konnte Uncle Sam ungehindert zum Weltpolizisten werden, was er sowieso auf dem Plan hatte. Dass sich das eines Tages rächen könnte und wohl auch wird, auf die Idee ist keiner gekommen!
TT
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TrekanBelluvitsh meinte dazu am 19.05.2019:
Wenn man Idioten manchen lässt, darf man sich nicht wundern wenn...
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Veröffentlicht am 18.05.2019, 2 mal überarbeitet (letzte Änderung am 18.05.2019). Textlänge: 318 Wörter; dieser Text wurde bereits 74 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 17.10.2019.
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