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Labyrinth

Kurzgedicht zum Thema Erfahrung


von monalisa

Du wähnst dich
deinem Ich
zum Greifen nah.
Doch fast am Ziel
musst du noch mal
weit ausholen
in die Randzonen
deines Seins,
um zur Mitte zu finden.



März 2019

 
 

Kommentare zu diesem Text


Momo
Kommentar von Momo (20.05.2019)
Hallo Mona,

vielleicht liegt es am „weit ausholen“, dass in mir ein eher flächiges Bild entsteht. Um zur Mitte zu finden, bedarf es des Über-Ichs, das kurioserweise nicht oben, wie es das Wort andeutet, sondern in der Tiefe zu finden ist.
Aber letztlich ist ja alles mit einzubeziehen, die Randzonen und die Tiefe, mit denen sie verbunden sind, um zur Mitte zu gelangen.

Ja, manchmal ist es so, man glaubt sich am Ziel und muss dann feststellen, dass man nur einen Kreis vollendet hat und man sich an der Stelle befindet, wo ein neuer beginnt.

Du siehst, dein Gedicht veranlasste mich, nachzusinnen und ich stellte fest, es hat viel Gehalt.

Liebe Grüße, Momo
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Moja meinte dazu am 20.05.2019:
Sehr treffend! Lieben Gruß, Moja
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monalisa antwortete darauf am 21.05.2019:
Hallo Momo und Moja,
Ja, manchmal ist es so, man glaubt sich am Ziel und muss dann feststellen, dass man nur einen Kreis vollendet hat und man sich an der Stelle befindet, wo ein neuer beginnt.

Vielleicht ist es hilfreich zunächst den Begriff Labyrinth näher zu betrachten:
Das Labyrinth, im ursprünglichen Sinn, umfasst einen verschlungenen, verzweigungsfreien Weg, dessen Linienführung unter regelmäßigem Richtungswechsel zwangsläufig zum Ziel, dem Mittelpunkt führt. Er dient der Meditation und fordert zum Überdenken des eigenen Lebensweges auf. Labyrinthische Muster ohne Verzweigungen sind in Europa vereinzelt ab dem 15. Jahrhundert belegt zu finden, oft innerhalb von Klosteranlagen als eigenes Bauwerk, Ornament, Mosaik, oder als Pflanzung in Klostergärten.
Genau diese Thematik wollte ich dem kurzen Text aufgreifen und verdichten. Ich denke auch, um zu dem zu finden, was das eigentliche Ich ausmacht, dahin führt kein linearer, direkter Weg, sind manche ‘Umkehrschleifen‘, (scheinbarer) Umwege nötig, Erfahrungen, Rückschläge …
Vielen Dank euch beiden für die Bereitschaft zum labyrinthisches Hineindenken 😊 und die empathischen Worte.

Liebe Grüße
mona

Antwort geändert am 21.05.2019 um 13:54 Uhr
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EkkehartMittelberg
Kommentar von EkkehartMittelberg (20.05.2019)
Liebe Mona,
es ist ein Segen, dass man sich zuweilen in den Randzonen verliert und es sich nicht in der Mitte komfortabel macht. denn wenn die Mitte von den Randzonen her neu erschlossen werden muss , hat sie sich verändert und man hat sich entwickelt.
Liebe Grüße
Ekki
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monalisa schrieb daraufhin am 21.05.2019:
Lieber Ekki,
an so einem Labyrinth kann man auch sehr schön erkennen, dass man sich scheinbar vom Ziel entfernen, ihn sogar zeitweise den Rücken zuwenden kann, und sich dennoch auf lange Sicht darauf zubewegt. Natürlich verändert jede 'Schleife' jedes 'Ausholen in Ranszonen' und lässt das LI durch Erfahrungen reifen.

Herzlichen Dank für deinen verständigen und klugen Kommentar 😊!

Liebe Grüße
mona
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Kommentar von MichaelBerger (44) (20.05.2019)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
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monalisa äußerte darauf am 21.05.2019:
Hallo Michael,
zum Labyrinth als Meditationsweg gehört es auch, das Zentrum wieder zu verlassen und dann auf einer neuen Ebene wieder von vorn zu beginnen 😊! In diesem Sinn vielleicht auch Jojo. Stillstand in der Mitte gibts wohl nur in der Vollendung des Todes. Für den, der an eine Weiterleben nach dem Tod glaubt beginnt aber auch hier wieder etwas Unbekanntes, Neues.

Danke für deinen Kommi und
liebe Grüße
mona
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GastIltis
Kommentar von GastIltis (20.05.2019)
Liebe mona, es liest sich, als hättest du die Kenntnis über den einen oder anderen Irrgarten im Land. Warum ich das schreibe? Weil ich von Zeit zu Zeit einen besuche. Welchen? Na, das gebe ich nicht so ohne weiteres preis. Herzlich grüßt dich Gil.
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monalisa ergänzte dazu am 21.05.2019:
Lieber Gil,
es weden zwar Irrgärten auch als Labyrinth bezeichnet, ich hatte aber eher die ursprüngliche Bedeutung im Sinn. (Sieh oben bei Momo). as tolle ist, dass man in so einem Labyrinth geführt ist, also keine Angst haben muss, sich zu verirren, auch wenn man vorübergehend das Ziel aus den Augen verliert. Einzig Durchhalten ist die Devise.

Hab vielen Dank für deinen konstruktiven Beitrag.
Liebe Grüße
mona
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monalisa
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Veröffentlicht am 20.05.2019. Textlänge: 30 Wörter; dieser Text wurde bereits 108 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 11.12.2019.
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