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Sed non satiata

Erzählung zum Thema Engel


von toltec-head

Immer noch nach engen Fotzen süchtig, müde von Männern, doch noch lange nicht satt.

Im Prinzip Mick Jagger "I can get no satsifaction" kreischend. Gibt offenbar eine französische Musikgruppe, die sich so benannt hat. Deshalb (?) zwar kein Wikipedia Eintrag, aber einen längeren auf Art&Popular Culture:

"Lassata, sed non satiata" is a phrase attributed to Messalina, Latin for "tired but not satiated."

The phrase originates in Satire VI by Juvenal. The full quote reads: "adhuc ardens rigidae tentigine uoluae, et lassata uiris necdum satiata recessit" (still burning with the rigid tensions of her vulva, exhausted by men, yet a long way from satisfied.)

It is said that Messalina, wife of Claudius, sneaked out of the palace to work at a brothel.

Poem XXIV of the Fleurs du mal by Charles Baudelaire has the title "Sed non satiata."

From Juvenal's Satire VI:
"Then look at those who rival the Gods, and hear what Claudius endured. As soon as his wife perceived that her husband was asleep, this august harlot was shameless enough to prefer a common mat to the imperial couch. Assuming night-cowl, and attended by a single maid, she issued forth; then, having concealed her raven locks under a light-coloured peruque, she took her place in a brothel reeking with long-used coverlets. Entering an empty cell reserved for herself, she there took her stand, under the feigned name of Lycisca, her nipples bare and gilded, and exposed to view the womb that bore thee, O nobly-born Britannicus! Here she graciously received all comers, asking from each his fee; and when at length the keeper dismissed his girls, she remained to the very last before closing her cell, and with passion still raging hot within her went sorrowfully away. Then exhausted by men but unsatisfied, with soiled cheeks, and begrimed with the smoke of lamps, she took back to the imperial pillow all the odours of the stews." (Wikisource translation)
http://www.artandpopularculture.com/Lassata,_sed_non_satiata


"To sneak out of a palace to work in a brothel" erinnert mich an Luhmanns Banker der 70er, die sich in der Mittagspause in einem Sexkino auf der Kaiserstraße zufällig begegnen, aber nur um hinterher dann wieder vollkommen unberührt bis 5 friedlich weiterzuarbeiten. Eines seiner Beispiele für die Vorteile, welche "funktionale Differenzierung" (vulgo: "der Kapitalismus") gegenüber der Despotie der Dorfgemeinschaft haben soll. 

***
Der verlorene Blick des Mädchens in Manets Bar aux folies bergères. Selbstvergessenheit. Auf YouTube eine Video hierzu, wo eine weibliche Stimme mit diesem unverwechselbarem sanft despotisch linksliberalem Timbre einem erklärt, es handele sich um eine Kritik am Warenkapitalismus. Das Mädchen sei sich gerade bewusst geworden, eine bloße Ware zu sein. Böse, böse Entfremdung,  ach, Gottchen. Warum hat dann aber der junge Dandy mit Melone auf dem Münchner Mittagessen im Studio, der sich sicherlich nicht prostituieren muss, den gleichen Blick? Weil Entfremdung eben eine Lust, wovon zur Ware werden nur eine Abart. Der verlorene Blick ist in beiden Fällen daher nicht melancholisch sentimental im Sinne von "ich bin dabei meine Seele zu verlieren, weil ich mich prostituieren muss", sondern yogihaft ironisch (kaivalya - Freiheit/Alleinsein, Endziel in Patanjalis Yogasutra): "Ist mir doch egal, was sich gerade da abspielt, ich bin als psychisches System eh nicht Teil der Gesellschaft". 

***
Horrordate mit einem sprachbehindertem Türken mit behaartem Rücken und Dutt auf PreP. Vollkommen, obgleich er drum winselte, unfickbar, fickte er jedoch wenigstens halbwegs  passabel. Tierische Laute dazwischen, die aber keine sein sollten, sondern Anweisungen, klangen wie das Gegrunze des Schlossdieners mit dem Kandelaber aus Polanskis Tanz der Vampire. Wohnt in Berlin und führt eine offene Beziehung mit jemandem aus Hannover. Darf angeblich komplett kostenlos wegen seiner Behinderung mit der Bahn fahren. Schaue mir hinterher noch einmal sein Profil an. Junge, Junge, der Typ scheint in Berlin stark nachgefragt zu sein. Von mehr als 80 Leuten als bekannt markiert. Berlin? Wohlmöglich dank offener Beziehung und Bahncard in ganz Deutschland! Es scheint doch noch besseres als das Benn´sche "dumm sein und Arbeit haben, das ist das Glück" zu geben. Musste an ein witziges Foto denken, das ich die Tage irgendwo sah. Drei rauchende Damen, die lässig nebeneinander stehen und dem Betrachter spöttisch tief in die Augen sehen. "Chlamydia, Ghonorrea and Syphillia listening when someone says he´s on PreP."

 
 

Kommentare zu diesem Text


Kommentar von MichaelBerger (44) (28.05.2019)
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Dies ist ein Text des mehrteiligen Textes Notizen aus dem Wohnklo.
Veröffentlicht am 26.05.2019, 15 mal überarbeitet (letzte Änderung am 26.05.2019). Textlänge: 703 Wörter; dieser Text wurde bereits 128 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 01.06.2020.
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