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Groteske zum Thema Erschöpfung/ Müdigkeit


von Ralf_Renkking

Als meine Wohnungsglocke Sturm läutete, war ich das längst schon gewohnt, und glaubte nur noch rudimentär an den Weihnachtsmann oder den Kammerjäger. Routiniert warf ich mich in mein Vehikel aus der Rollstuhlfraktion, und öffnete dem zu erwartenden Unheil Tür und Tor.
Ich hatte wenigstens mit dem Erzengel Gabriel gerechnet, oder einer legionären Ausgabe Lucifers, stattdessen stand dort eine Mischung aus Rumpelstilzchen und den Zeugen Jehovas, allerdings als Einzelausgabe. Obwohl ich saß, begegneten wir uns auf Augenhöhe. In diesem kurzen Moment verspürte ich das Bedürfnis, mich erst einmal zu setzen, doch mein unerwarteter Besucher brach das Eis, indem er aus seiner Brusttasche einen Pass fischte, der ihn als Mitglied des Clubs der wissenschaftlichen Arbeitsgruppe für ausgekochte Endzeitsuppe auswies, oder so ähnlich, und mich mit Erklärungen zutextete, die mir aus Gründen meiner Erziehung schon zu denken verboten waren. Damit aber nicht genug, drängte sich das Männchen an mir vorbei in die Wohnung, und lud sich auf eine Kanne Kaffee ein, wobei er gönnerhaft auf den Kuchen verzichtete. Verdutzt folgte ich ihm auf allen Vieren in die Küche, im Bewusstsein, bei Ankunft den Kaffeesatz im Filter einer Wiederverwertung unterziehen zu müssen, da die Gier des Mannes dem mathematischen Zeichen der Unendlichkeit zu entsprechen schien. Nachdem er sich in meiner Küche wohnlich eingerichtet hatte, und mich mit einer Vehemenz sondergleichen von dem Wunsch befreit hatte, mir mit einem Glimmstengel das Gesicht in Brand zu setzen, kam er mit einer Präzision zur Sache, welche die Zeitdimensionen um Äonen in die Vergangenheit zurückspulten, und zauberte aus seiner Aktentasche, die sich ebenfalls in seiner Brusttasche befunden haben musste, ein Artefakt hervor, dass den Bauplan der Arche Noah weit in den Schatten stellte. Ich dürfte ihn wohl ziemlich ratlos angeblickt haben, denn Gebrauchsanweisungen zum Basteln diverser Sprengkörper waren mir durchaus geläufig, doch dieses Rezept schien mir genug Sprengstoff für die Vernichtung aller Galaxien bereitzuhalten. Blumig legte mir mein neuer Kumpel die Brisanz seiner Entdeckung auseinander, und hilflos sah ich dem Schwinden meiner Kaffeevorräte entgegen. Nach einer gefühlten Ewigkeit hatte er mir endlich begreiflich machen können, wie ich es zu verhindern wüsste, dass er jemandem die Apokalypse verkaufen müsste, und einigermaßen beruhigt nahm ich seine Spendenquittung entgegen, während er in geschäftiger Manier und offensichtlich bester Kaffeelaune dem Ausgang zustrebte, und wie im Nichts verschwand.
Erleichtert lehnte ich mich zurück, und wischte mir den Angstschweiß aus den Augen, denn ich konnte mich glücklich schätzen, als einer der ersten  Menschen überhaupt die Kommerzialisierung des Urknalls verhindert zu haben.

 
 

Kommentare zu diesem Text


Stelzie
Kommentar von Stelzie (07.06.2019)
Die Kommerzialisierung des Urknalls verhindern können - passiert nun wirklich nicht jeden Tag
Witzig geschrieben und deswegen gern gelesen.

Liebe Grüße
Kerstin
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Ralf_Renkking meinte dazu am 07.06.2019:
Danke, meine Liebe, ich erlebe aber auch Dinge, mein lieber Scholli ...

Ciao, Ralf
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Kommentar von Regina (07.06.2019)
Die jehovischen Erretterinnen kommen immer in der Inkarnation zweier älterer Frauen, begehren nichts außer dich mit geschenkten Themenheftchen und ihrer selbst geschriebenen Bibel zu beglücken, die sie kaufen müssen. Wirst du Mitglied, macht die Apokalypse einen Bogen um deine Parzelle, während sie alle anderen dahinrafft. Sie müssen darüber Buch führen, wen sie vom Höllenfeuer erlöst haben. Die Schlagfertigkeit Pubertierender oder eine Gegenmission sind geeignet, die letzte Entscheidung über deine Seele noch aufzuschieben. Was du da beschreibst, muss ein neu gegründeter Club sein. Hast du Angst vor der ewigen Hölle? LG Gina
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Ralf_Renkking antwortete darauf am 07.06.2019:
@Zeugen Jehovas: um einmal in Teichhüpfers Worten zu schwelgen, kenne ich das so nicht, denn mir treten normalerweise immer zwei junge, altbacken gekleidete Herren in den Weg, die so herüberkommen, als wollten sie mir an dem Stock in ihrem Hintern ein Eis verkaufen.
@Urknaller: Nein, nein, den Verein gibt es schon ewig und drei Tage, der war eine zeitlang so geheim, dass er sich selber nicht kannte, meine Seele ist preisgünstig im Internet zu ersteigern, und Angst vor der ewigen Hölle? Du spielst doch auch Frisbee im Gartenhäuschen Deines Nachbarn!!!

Ciao, Ralf

P.S.: ... und leugne letzteres nicht, ich habe Dich deutlich erkannt, und wenn ich, verfluchter Mist, wo ist denn jetzt schon wieder meine Brille hin, ich glaube, ah, Mensch, hier ist sie ja. Komisch, die ist aber groß, und hat auch nur noch eine Fassung., Sachen gibt es, ich glaube, jetzt besch... mich sogar schon mein Optiker.

Antwort geändert am 07.06.2019 um 08:24 Uhr
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Oggy
Kommentar von Oggy (07.06.2019)
Lobenswert. Im alten China soll es einmal einen Philosophen gegeben haben, der hätte sich für die Rettung dieser Welt nicht ein einziges Haar herausgerissen.

LG,
Oggy
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Ralf_Renkking schrieb daraufhin am 07.06.2019:
Danke, Oggy, aber sind Philosophen mit Haaren denn Weltenretter?

Ciao, Ralf
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Oggy äußerte darauf am 07.06.2019:
Auf kv habe ich mir auch schon das ein oder andere Haar gerauft, aber ob mich das zum Philosoph qualifiziert, scheint fraglich.

LG,
Oggy
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Ralf_Renkking ergänzte dazu am 07.06.2019:
Nee, glaube ich auch nicht, denn Du hast ja noch welche, ich dagegen, , , ,

Ciao, Ralf
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Ralf_Renkking
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Veröffentlicht am 07.06.2019, 1 mal überarbeitet (letzte Änderung am 07.06.2019). Textlänge: 407 Wörter; dieser Text wurde bereits 124 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 28.05.2021.
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