Login für registrierte Nutzer
Benutzer: Passwort:

Noch nicht bei KV registriert?
Jetzt registrieren!
KV ist kostenlos und werbefrei!

Neu bei uns:
Swiftie (15.10.), georgtruk (12.10.), Amadeus (11.10.), Rege-Linde (07.10.), Markus_Scholl-Latour (02.10.), MYDOKUART (24.09.), gerda15 (22.09.), Paul207 (22.09.), Simian (18.09.), norbertt (14.09.), Fischteig (13.09.), una (07.09.)...
Übersicht aller neuen Autoren und Leser
Wen suchst Du?

(mindestens drei Buchstaben)

Zur Zeit online:
KeinVerlag.de ist die Heimat von 677 Autoren* und 86 Lesern*. Was es sonst noch an Neuem gibt, steht hier.

(*Im Gegensatz zu allen anderen Literaturforen zählen wir nur die aktiven Mitglieder, da wir uns als Community verstehen und nicht als Archiv toter Texte. Würden wir alle Nutzer zählen, die sich seit Gründung hier angemeldet haben, und nur die abziehen, die sich selbst wieder abgemeldet haben oder rausgeworfen wurden, kämen wir auf 14.899 Mitglieder und 430.165 Texte. Musste auch mal gesagt werden.)

Genre des Tages, 19.10.2019:
Hymne
Gedicht, das in gehobener, frei rhythmischer Sprache seinen Gegenstand - nahezu - religiös besingt
... und was wir daraus machen:

Ziemlich neu:  Zusatz Strophe für die Deutsche Nationalhymne @ von Februar (22.06.19)
Recht lang:  Die Herrin der verlorenen Träume von Mondsichel (1175 Worte)
Wenig kommentiert:  Alles nur noch eins von mindwitness (noch gar keine Kommentare)
Selten gelesen:  Hymne an meine Helden von Hamlet (nur 65 Aufrufe)
alle Hymnen
Lest doch mal ...einen Zufallstext!
Unser Buchtipp:

Die vier Ansichten eines sprechenden Fisches
von wa Bash
Projekte

keineRezension.de
KV woanders

keinVerlag.de auf Facebook

Liebe Frau ...

Brief zum Thema Religion


von Nimbus†

Nun gehe ich einen etwas unkonventionellen Weg, um Ihnen zu antworten. Das was ich zu sagen habe überschreitet die Kapazität einer whatsapp.
Vorab bedanke ich mich vielmals bei Ihnen, für Ihre Mühen! Ich weiß sehr wohl zu schätzen, dass sie es gut mit mir meinen.
Möglicherweise, oder sehr wahrscheinlich wird Ihnen meine Meinung nicht gefallen. Sollten Sie es schaffen meine Ansicht oder Meinung umzukehren, dann verspreche ich Ihnen sogar zu konvertieren, ich glaube aber, dass schaffen Sie nicht.
Ich bin im christlichen Glauben aufgewachsen, Protestantisch getauft und Konfirmiert. Ein wirklicher Kirchgänger war ich nie. Jeden Abend gab es ein Nachtgebet, wenn ich auch kein Kirchgänger war. Es gab der Tag, an dem ich das ablegte. Ich verfluchte irgendwann "den Herren." Es gab genug in meinem Leben, was mich dazu getrieben hat. Ich bin mir sicher, dass ich wirklich mal ein lieber Mensch war, das hat sich aber im Laufe der Zeit geändert. Das Leben prägt, jeder Mensch sieht im Leben viel. Wie der Volksmund so schön sagt:" Jeder hat sein Päckchen zu tragen."

Sie wollen mir da "große Ganze" näher bringen, und glauben es verstanden zu haben. "Gott erklärt es, die Bibel erklärt es." Es gibt so viele verschiedene Übersetzungen der Bibel, ich weiß alleine durch diese Seite, wie unmöglich es ist, eine einwandfreie Interpretation von allem zu bekommen. Egal, wer die Bibel überarbeitet hat, oder auf deutsch übersetzt hat. Daran fängt ein Erklärungsversuch für die Vorkommnisse in dieser Welt schon an zu hapern. Ich finde eine Göttlichkeit auch ziemlich Grotesk, die einem die Hölle verspricht, oder von mir aus das Fegefeuer. Das ist ja ein Leben in Angst und Schrecken, ein Fehler, und ich komme dahin? So einen Gott soll ich dann folgen?
Muss mich bis zum Tod hin fürchten, dass "er" das Wahr macht? Ganz ehrlich, nein, da streike ich und halte es wie Stephen Hawking, der meinte, nach dem Tod kommt nichts. Ich würde ihn ja gerne mal fragen, ob das so ist, aber leider kann er ja nicht mehr zu uns sprechen.

Meine Wahrheit der Welt ist nicht so auf den Menschen fixiert, der Egoismus, auch meiner, lässt mich an so etwas nicht glauben. Wie agiert denn der Mensch? Wo er doch Abbild Gottes sein soll?

Nun versuche ich mal zu erklären, was der Mensch für mich ist, und nur sein Größenwahn ist unfähig das zu erkennen. Grundsätzlich, man sollte sich selber ohnehin nicht zu ernst nehmen. Als würde die Erde uns brauchen. Wie gehen wir denn mit ihr um?

Ganz einfach, um es plastisch darzustellen, eine Puppe hält eine Puppe auf dem Arm, die Widerherum eine Puppe auf dem Arm hält. Wird der Mensch z. B. krank, versucht irgendetwas, ob nun Bakterie, Virus oder Krebs den Mensch einzunehmen, versucht alles an sich zu reißen, was da ist. Was auch immer macht sich an die systematische Zerstörung des Menschen heran. Genau wie der Mensch das mit der Erde macht. Immerzu, nur die wenigsten sehen nicht weg. Wir haben die Erde mit Straßen bepflastert, mit Häusern und Brücken versehen, verpesten permanent die Luft. Ob große Fabriken oder Automobile, ob große Agrarflächen, die wir roden oder ähnliches. Wir rotten die Tiere aus, wir verschmutzen die Meere, wir sind Zerstörer! Unsere Vermehrung ist Besorgniserregend, hinzu kommt, wie haben keinen wirklichen Respekt vor irgendwas. Systematisch zerstören wir unsere eigenen Lebensgrundlage. Wer wirft denn Müll darauf? Das sind wir. Irgendwie bedenken wir nicht, zerstören wir die Erde, sterben wir mit.

Logische Schlussfolgerung: Wir verhalten uns, wie sich eine Krankheit in unserem Körper verhält. Wir sind soviel wert, wie eine Bakterie.

Sich an was auch immer zu klammern ist nur eine Flucht, vor dem, was wir sind.

In der Bibel geht es nur um den Menschen. Fast. Daran sieht man ja schon wie lächerlich das ganze ist. Die Welt ist ziemlich groß, alleine die Milchstraße, die aber recht klein ist, im Vergleich zu anderen Galaxien. Die wird in der Bibel ja gar nicht erwähnt. Unser "Herr" kurzsichtig? Der Mensch doch etwas vermessen, so selbstverliebt, zu glauben, es wäre irgendwo ein Herr der über uns wachen würde. Wir sind einfach nur arrogant, das überhaupt zu glauben.

Sicherlich, ein Buch, was Wissenschaft "erklärte" wo Forschung nicht soweit war, und auch lange noch nicht ist. Sicherlich ein Buch, welches ich als das erste Gesetzbuch der Welt ansehe, leider nicht so wirklich mit Erfolg gekrönt, hätte sich mal jeder an die zehn Gebote gehalten, wären unsere heutigen Gesetzesbücher überflüssig.

Gäbe es Gott, warum hat er sie dann nicht selber geschrieben? Weil er seine Diener hatte? Ich sehe in ihr mehr Knechtung als Erlösung. Wer profitierte denn davon? Anders gefragt, wie funktioniert denn die Welt des Menschen? Durch Macht! Geld ist Macht, Attraktivität ist auch Macht. Darum dreht sich nicht die Erde, aber die meisten Menschen. Ein paar Schäflein zu haben ist einfach. Das hat man im Mittelalter gesehen. Das haben einige Menschen aber für zu wenig gehalten, sie mussten missionieren. Alles nur ein Geschäft, mit sehr viel Knechtung. Kontrolle ist Macht. Der Mensch ist ein Rudeltier. Es gibt nicht so viele Alphatiere, also wird gefolgt, und ob in der Politik oder in der Religion, doch oft sehr dämlich.

Ich bin immer noch für einen kollektiven Massenselbstmord, damit würde man der Welt tatsächlich helfen. Wir halten uns aber für so wichtig, dass wir sogar glauben, es gäbe einen Gott. Ganz ehrlich, dann gehe ich lieber in den Wald, da weiß ich wenigstens, dass die Bäume füreinander da sind und sogar eine Form von Symbiose mit Pilzen und Tieren haben. Viele Tiere und Pflanzen tragen mehr Humanität in sich, als der Mensch überhaupt wüsste wie sie funktioniert. Purer Egoismus, im Notfall schauen auch alle weg. Menschsein bedeutet ziemlich schizophren zu sein. Das Denken entspricht selten seinem Handeln. 

Er ist eben nicht besser als eine Bakterie. Jedoch würde es mich nicht wundern, würden paar Bakterien in mir herum springen und mein Herz für Gott halten.

Menschen sind äußerst stupide Kreaturen, von Selbstüberschätzung geprägt, von Größenwahnsinn begleitet, und so machen sie tag täglich ihre Lebensgrundlage kaputt. Wie gesagt, sie sind wie eine Bakterie oder ähnliches. Es ist zwar keiner gewillt das einzusehen, weil sie nicht wirklich hinsehen.

Vielleicht kann man sich aufgrund der Unerträglichkeit nur noch in den Glauben flüchten. Auf die Idee komme ich aber auch erst, wenn man mir nach meinem Ableben nen Glas Sekt an der Himmelspforte überreicht.

Lesematerial, welches nicht aus der göttlichen Feder stammt, wird mich schwer von etwas anderem überzeugen.

Vom alten Testament will ich erst gar nicht reden. Was für ein grausamer Gott, oder waren es doch nur Naturgewalten. Dazu wäre es vielleicht hilfreich sich mit der Plattentektonik zu beschäftigen.

Sehr wahrscheinlich halten sie mich jetzt für böse, oder vom Teufel besessen, oder sonst irgendwas. Ich bin egoistisch genug um trotzdem Mensch zu bleiben, das hat Darwin an für sich ganz gut erklärt, ich bin egoistisch genug um lieben zu können, denn sonst wäre ich ein Nichts. Genau genommen bin ich das aber, viel schlimmer noch, eine Bakterie.

Mit diesen Worten verabschiede ich mich jetzt erst einmal fast. Ich scheue mich keiner Diskussion zu diesem Thema. So lange aber mir keiner etwas anderes beweisen kann (ich glaube nämlich, wir sind minimaler Bestandteil eines großen Lebewesens - eben Puppe hält die Puppe auf dem Arm, oder wie die russischen Puppen - und schaden nur einem minimalen Teil, quasi wie ein Pickel oder so, aber auch das versteht der Mensch nicht, ein kleines Ungleichgewicht kann schon eine Menge ruinieren. - Die Komplexität "Leben" versteht der Mensch nicht. Es sollte ein Gemeinsam sein und nicht ein "jeder für sich". Das war der große Herr nicht in der Lage zu vermitteln? Der Mensch ist halt dumm, man muss öfters mal langsam sprechen. ;-)

Ein gewisser Sarkasmus zeichnet sich sicherlich in meinen Zeilen ab. Ich vermute auch aufgrund meiner Weltauffassung, die ich seit Jahren habe, werde ich halt vom Pech verfolgt. Doch auch ich habe meine hellen Momente und kleinen Erfolge und vor allem mein Lachen. (Nicht, dass sie glauben, ich wäre frustriert, manchmal bestimmt, doch wer nicht?)

Einen schönen Abend noch.

Mit freundlichen Grüßen

Nimbus (Heike - so kennt man mich hier)

 
 

Kommentare zu diesem Text


EkkehartMittelberg
Kommentar von EkkehartMittelberg (12.06.2019)
Liebe Heike,
In Faust I fragt Gretchen Heinrich in Marthens Garten: »Nun sag, wie hast du’s mit der Religion?« (V 3415) Würde sie mich fragen, so würde ich antworten: Ich halte nicht viel davon und zwar von keiner Religion, u.a. auch aus Gründen, die du in deinem Brief erwähnst. Deswegen möchte ich von niemandem missioniert werden. Damit dies nicht versucht wird, gebe ich auch keinem Anlass, mich in religiöse Gespräche zu verwickeln. Ich halte mich zurück und zwar prinzipiell.. Es hat also nichts mit mangelnder Argumentation in deinem Text zu tun, dass ich dazu nicht Stellung nehme.
Herzliche Grüße
Ekki
diesen Kommentar melden
Kommentar von cannon_foder (50) (13.06.2019)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
diesen Kommentar melden

© 2002-2019 keinVerlag.de   Impressum   Nutzungsbedingungen 
KV ist kein Verlag. Kapiert?
© 2002-2019 keinVerlag.de