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Amour fou

Sonett zum Thema Leidenschaft


von Isaban

Du schließt mich fest in deine Worte,
wir blicken uns ins Reimgeflecht,
verfrachten Silben und Kadenzen
ins Schatzkästlein „Gefühlt und echt!“,

so echt, dass ich vergehen will,
umkost mich jene wilde Flut
von mehr und minder reinen Reimen;
es tut fast weh und beinah gut.

Ich träume, bis der Versfuß brennt,
bis jede Zeile feurig lodert,
von Leidenschaft hinweggeschwemmt,

für dich, der mich so lyrisch kennt,
mich seine süße Muse nennt
und, was er liebt, in Lettern klemmt.

 
 

Kommentare zu diesem Text


tigujo
Kommentar von tigujo (13.06.2019)
Ich wöllerte, ich wär der eine,
an den die Zeilen schmachten,
das wäre es: Amour, die reine.

Sie möge mich bei Tag umnachten.

;)

lg qiro

Kommentar geändert am 13.06.2019 um 01:18 Uhr
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AchterZwerg meinte dazu am 13.06.2019:
Nicht böse sein,
aber mir gehen bei diesem "Schatzkästlein" wie auch bei deinem Kommentar die Schuhe auf.
"Gefühlsecht" ist übrigens ein Attribut der Kondomindustrie.
Also doch Verhütung?

Erheiterte Grüße
der8.
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tigujo antwortete darauf am 13.06.2019:
lol, schnürsenkelschick ;)
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Cora schrieb daraufhin am 13.06.2019:
Mir scheint es gerade wegen der Anspielung auf das Kondom eine Parodie zu sein, im Sinne von: ich durchschaue deine Schmeicheleien und genieße diese trotzdem.
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Irma äußerte darauf am 13.06.2019:
Also ich lese diese Anspielung nicht. Für mich steckt in diesem „Schatzkästlein ‚Gefühlt und echt!‘“ eine heimliche Liebe, die gut verschlossen vor der Welt verwahrt wird. Es gibt auch in der Weltliteratur genügend Beispiele dafür, wo Lyriker sich gegenseitig inspirierten (sich „süße Muse“ waren), eben weil diese Liebe aus den verschiedensten Gründen nur auf dem Papier bestehen, aber nicht ausgelebt werden durfte: Standesunterschiede, ein Partner war verheiratet oder die Liebe verpönt (homoerotisch: „Aimee und Jaguar“).

Die Gedichte waren also nicht an ein imaginäres, sondern an ein ganz konkretes Gegenüber gerichtet. Echte Gefühle, die man sich nicht wirklich eingestehen durfte, die aber versteckt in Zeilen zu einem wechselseitigen Liebesspiel führten. Inbrünstige Liebesbekenntnisse, schmerzend-schön, die man im „Schatzkästlein“ (Herzen) verwahrte, bis sie später offenkundig wurden und heute zu den wundervollsten Schätzen der Liebesliteratur gehören. Und ich bin mir sicher, dass es solche leidenschaftlichen „Amour fou“-Liebesgedichte zwischen Schreibern auch heute noch gibt. Zum Glück! LG Irma

Antwort geändert am 13.06.2019 um 09:15 Uhr
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Cora ergänzte dazu am 13.06.2019:
@Irma

deine Lesart kann ich nachvollziehen, er wäre mgl. dass es so gemeint ist. Dafür spricht der Titel, dagegen spricht der Gänsefüßchenspruch im Text.
Ich bin gepannt auf die Auflösung
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Isaban meinte dazu am 15.06.2019:
Hallo zusammen!

Es freut mich sehr, dass der Text so viele Leser anzieht - und eigentlich auch, dass ihn offensichtlich jeder Leser anders interpretiert. So ist das mit dem Medium Schrift, es ist ein trügerisches und unterliegt immer der Interpretation durch den mehr oder minder geneigten Leser.

Die einen empfinden eine Aussage als ironisch, die anderen als höchst emotional - und genau darum ging es mir bei dem Text: Um die vielen Missverständnisse, die durch das Lesen und die Inspiration durch Gedichte entstehen können.

Leser und Autor können nur in den seltensten Fällen wirklich das Gleiche empfinden, wenn es um schriftliche Ausführung von Empfindungen geht, niemand empfindet 100%ig das Gleiche wie ein anderer, selbst zwei Liebende empfinden ihre ehrlich empfundene Liebe unterschiedlich. Es ist unmöglich, eine Empfindung so genau zu definieren, dass ein anderer wirklich dasselbe fühlt.


@tigujo: Tagträume sind etwas Herrliches. Wie schade, dass man sie nicht umarmen kann, wie gut, dass man sich nicht vor denen rechtfertigen muss, von denen man träumt, denn wer weiß schon, ob Traumfrauen auch nur halbwegs dieselben Träume träumen?


@ Cora: Auf jeden Fall auch eine stimmige Interpretation!
Und dennoch: Jeder liest ausschließlich das, was er (heraus)lesen will - und das ist - zumindest bei diesem Text hier - genau das, was ich erreichen wollte.


@ Irma: Auch das ist eine wundervolle und in sich stimmige Interpretation, liebes Irmchen, für die ich dir herzlich danke.

Und ja, auch ich habe diese Form des lyrischen Liebesspieles, das uns die Großen in schriftlicher Form hinterließen, sehr genossen - und wer von und hat noch nie dieses feine Kribbeln verspürt, wenn uns ein Text ganz besonders und eventuell sogar (gefühlt) persönlich angesprochen hat, wer ist noch nie einer Reflexion aufgesessen, wer hat beim Lesen noch nie die eigenen Wünsche und Empfindungen gespiegelt gesehen, obwohl er den/die AutorIn überhaupt nicht persönlich kannte?

Ich bin mir- wie du - sehr gewiss, dass es solche verrückten, rein schriftlichen, durch tiefste Empfindungen und echte Leidenschaft inspirierten Lyriker-Lieben heute noch gibt und dass diese ebenso tief und inbrünstig empfunden werden, wie der verbale Austausch und die greifbare körperliche Nähe eines innig geliebten Menschen.

Liebe hat so viele Gesichter. Man muss nur aufpassen, dass keines dieser Gesichter eine Maske ist und dass man selbst nicht unbedacht jemandem eine Maske aufsetzt, die einzig das spiegelt, was man selbst gerne sehen möchte.

@ all: Vielen Dank für eure Rückmeldungen und die durchweg spannenden und in sich schlüssigen Interpretationen

und liebe Grüße
von Sabine
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Cora meinte dazu am 20.06.2019:
Du hast recht, durch Lyrik verursachte echte Liebe gibt es. Sie wird sich allerdings kaum mit der Lyrik begnügen sondern eher früher als später zur realen Begegnung streben. Jedoch als Parralelliebe zum realen innig geliebten Partner, wäre sie nur eine Nebenliebe, ob nun lyrisch oder real ausgelebt.
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tigujo meinte dazu am 20.06.2019:
Muss schmunzeln, Cora:
Hauptliebe, Nebenliebe, Himmelherrgott, wem fällt denn sowas ein

Ja ja, der AMEFI-Komplex: Alles Mit Einem Für Immer...

Ich halt das für wenig artgerecht, eher menschenfremd - und liebesfremd ohnehin

Doch ich verstehe die Zwänge angelernter Beziehungsmuster nur zu gut, halt sie jedoch für... nun ja, einschränkend, womöglich sogar beschränkend ;)
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Cora meinte dazu am 21.06.2019:
@tigujo

Versuche einmal kurzzeitig dich von Moral und Zwaengen zu loesen und Emotionen zu erspueren. Stell dir vor, du hast eine reale Partnerin, die von dir innig geliebt wird. Diese pflegte eine solche lyrische Leidenschaft wie imText zu einem ansonsten unbekannten. Wuerde das deine Emotionen beeinflussen wenn ja wie?
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tigujo meinte dazu am 21.06.2019:
@Cora

Ich tät mich freu'n, was denn sonst.

Und, da ich das ja abseits des Lyrischen Lebens und der Lyrischen Liebe gut kenne, kann ich das 'tät' durch 'tu' ersetzen.
Wie sagt man: Liebe wird nicht weniger, wenn man sie teilt, sondern mehr. Stimmt das auch? Ausprobier'n ;)

Ich bin mir nicht sicher, ob ich deine Zeilen im Kern verstanden habe - meintest du und geht es um das Kulturprodukt Eifersucht?
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tigujo meinte dazu am 21.06.2019:
@ Cora, nochmal

Hab mich gesammelt, noch ein paar Worte dazu.

1. Für mich ist die Vorstellung seltsam, jemanden zu lieben in der Erwartung, von diesem auch geliebt zu werden, so Art Tauschgeschäft. Schön, wenn es zutrifft, doch ist es weder hinreichend noch notwendig.

2. Ich weiß schon, es gibt nicht gerade wenige Menschen, bei denen ist es anfangs hinreichend, später daraufhin notwendig.

Wie schräg: Denen sprießt die Liebe erst, wenn sie merken, sie werden geliebt - verlieben sich und lieben also eher das Geliebtwerden, doch halte ich das für einen narzisstischen Reflex, sonst nix. Die narzisstische Kränkung folgt dann auf den Fuß, wie man im Lokalteil oft lesen muss ;)

3. Vollends absurd wird es für mich, von dem geliebten Menschen neben der 'selbst-verständlichen' Gegenseitigkeit gar noch ***Exklusivität*** abzuverlangen - erinnert eher an Arbeitsverträge, nicht für die Konkurrenz anzuschaffen, an Geschäftsverträge, nicht am Mitbewerber rumzumachen ;)

4. Dieses Konstrukt der romantischen Liebe, erst seit 250 Jahren bei uns in den Hirnen verankert, geht jedoch noch weit weiter:

Zur Liebe wird sexuelles Leben wie auch partnerschaftliches Verhalten zu einem Strauß gebunden, mit Schwur und dem innewohnenden Geschwür von Anfang an, zu einem Bouquet, wo über kurz oder lang dann alle drei Blumen verwelken - denn mit dieser Schnürung bleibt man im besten Fall ein Bonsai, oder geht schlicht an der Schnürung ein.

5. Selbst Treue wird meist auf Abwesenheit von 'Fehltritten' reduziert und somit entwertet - Himmelherrgott, wem ist das bloß eingefallen.

Coolidge Effekt? Unbekannt, und wenn nicht, das trifft ja bloß auf Säugetiere zu, doch nicht auf Menschen... ;)

6. Und ein zweites angebliches Gefühl, das noch hässlichere, dient zur Stütze und Aufrechterhaltung des alleine nicht stehen könnenden 'Liebesgefühls' : Die Eifersucht, die Feuerkrankheit.

Reines Kulturprodukt, es gibt viele Ethnien, die haben nicht mal ein Wort dafür - ins ICD hat es Eifersucht noch nicht geschafft, bloß die 'krankhafte', so wie wenn es eine gesunde Eifersucht gäbe.

7. Klar, seit der Sesshaftwerdung des Menschen ist Besitz jedem ein Begriff - und der muss verteidigt werden.

Allerdings, wenn man den geliebten Menschen so sehen will oder muss: Die Immobilie Mensch ist leider leider mobil, hat zwei Beine und kann sich davonmachen, und da hilft nur mehr - so es tatsächllich jemenadem hülfe - ein Verbot ins Gewissen zu pflanzen, und die angedrohte Strafe, das Ausgestoßenwerden und Ausgegrenztwerden hat seit je her Furcht verbreitet. Angeblich ebenfalls 'heilsame' ;)

8. Liebe, ein Gefühl... Ich könnt weinen.

Was kann ich dafür, dass dieser schwache Sinn allerorten als sinnstiftend gesehen wird, doch wer denkt schon nach, was Sinn hat, was weniger - oft muss halt das Wenige reichen. Liebe ist nun mal kein Gefühl, sonst wären - kecke Begründung - alle Abhandlungen über Liebe daneben, mit Ausnahme des Tipps, Leute, schießt euch Ecstasy rein, dann gefühlt ihr besser, und es klappt, ohne zu klappern ;)

PS: Statt Eifersucht empfiehlt sich das Natürlichere: Mitfreude. Geht nicht? Geht

Danke Cora für deine Stubser, bringen mein Blut in Wallung, und das putzt durch ;)

lg tigujo
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Cora meinte dazu am 23.06.2019:
@tigujo

du schilderst ein Beziehungsgeflecht, in dem alle glücklich sind, Friede Freude Eierkuchen via Mitfreude. Passt dieses zur amour fou, der verhängnisvollen Liebe?
Nach Irmas Interpretation als heimliche Liebe. Warum verheimlichen, wenn Mitfreude angesagt ist? Aus Angst von demjenigen im Beziehungsgeflecht, vor welchem verheimlicht wird verlassen zu werden?
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tigujo meinte dazu am 23.06.2019:
@Cora:

Ja, ich schildere, was Polyamorie bedeutet - in Thorie und Praxis, oder, für mich das passendere Schirmwort: Beziehungsanarchie.

Inwieweit meine Gedanken zu Irmas Interpretation passen, oder passen sollten weiß ich nicht - ich hab da eine andere Sicht auf die Aussage - auf 'heimliche Liebe' im Sinne von verheimlichter wär ich nicht gekommen, komm auch nicht darauf hin, nicht einmal darauf, dass es sich im Kern um eine Liebesbeziehung (Selbst wenn ja: Welche Art von Liebe, ist ja auch so ein Schirmwort) zu einem Menschen handelt. Ich seh es eher allgemein, und Aus

Dass der Duden da zur Begriffserklärung von Amour fou das dramatische 'verhängnisvoll' heranzieht, was soll ich machen, mich lassen's ja nie ran ;)

Hohe Intensität zeichnet sie wohl aus, diese Amour, Leidenschaft bis zur Obsession, und dass solchige Leidenschaft des öfteren Leiden schafft, nun das ist wohl normal - ein Verhängnis kann ich darin im Prinzip noch nicht erblicken, denk mir, muss auch nicht sein: Nicht jede Passion bis hin zur Zwangshandlung geht übel aus, sonst wären wir schon alle tot ;)

Kleinigkeit: Deinen letzten Satz hab ich nicht verstanden...
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tigujo meinte dazu am 23.06.2019:
@Cora:

Nochwas, hemdsärmeliger: Für mich bedeutet Amour fou bloß, es ist das was, von dem man als Beteiligter wissen könnte, dass draus nix wird - was auch immer man unter 'was werde' verstehen mag.

Die Umstehenden schmunzeln schon vorher, da es absehbar ist.

Doch, was soll schon viel werden im Leben, wo der Weg zählt, nicht das Ziel? Vielleicht seh ich es deswegen weniger dramatisch, ja fast schon erstrebenswert ;)
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Cora meinte dazu am 23.06.2019:
@tigujo

Wenn du über Polyamorie schreibst, ist das eine Interpretationslinie. Eine spezielle Beziehungsform, die es gibt, die man aber realistischer weise nicht verallgemeinern und/oder als Maßstab für alle anlegen kann. Denn auch diese Form der Beziehungen ist eine fordernde, sie erfordert das mitfreuen.
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tigujo meinte dazu am 23.06.2019:
@ Cora:

Beziehungsform, Beziehungsmodell...

Es geht um Beziehungsethik, egal in welcher Art von Beziehung.
Und um (hoffentlich) fehlendes Besitzdenken.

Übrigens, Polyamorie ist keineswegs 'spezielle' Beziehungsform, da sie allgemeiner ist: Die (oft monogame) Zweierkiste ist es eher, die eine doch äußerst 'spezielle' Beziehungsform abgibt ;)

Interpretationslinie: Wie oben mit wunden Fingern eingeworfen, meine Interpretation ist gerade nicht das, woran alle andren anscheinend denken ;)

Da sieht man wieder, wie eng unsere Grenzen doch sind, ja, die Bilder im Kopf wird man net so gschwind los. Kenn das auch von mir
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Cora meinte dazu am 24.06.2019:
@tigujo

dass deine Interpretation anders ist als erwartbar, macht die vielschichtigkeit des Gedichts aus, verschiedene Interpretationslinien kann man entdecken. Meine war ja auch anders als die von Irma. So gibt es mindetstens 3 mgl. Interpretationen, viell. noch weitere je nach Fantasie der Leser

Besitzdenken hatte ich mit meinem Kommentar nicht im Sinn.
Jedoch könnte die verhängnisvolle Folge der Amour fou die Abwendung des/der unbeteiligten Partners/in sein, er/sie könnte Lyrich (welches weibl. oder männl. sein kann) verlassen.

Deine Interpretation ist insofern auch anders, weil sie keinen Konflikt enthält. Beziehungssituationen ohne Konflikt sind für die Literatur und die Umwelt weniger interessant Was natürlich nicht besagt, dass sie weniger lebenswert wären.

Antwort geändert am 24.06.2019 um 09:23 Uhr
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tigujo meinte dazu am 24.06.2019:
@Cora:

Ich denk mir, wie kommen auf des Pudels Kern, und mir stellen sich unwilllkürlich und unsausgereift zwei Fragen:

1. Warum sollte eine jede Art von Beziehung, auch emotionell und/oder sexuell, die Abwendung des Partners nach sich ziehen? Heißt das, man darf nicht zu sich stehen, da dies den Partner vergraulen könnte? Oder, heißt das, wenn man ihn vergrault, dann könnte man 'sitzen' gelassen werden?

2. Wieso ist es 'verhängnisvoll', wenn der Partner geht?
Klar, man darf im Leben alles tun, doch der andere muss nicht alles ertragen, geht der Stehsatz, also nix wie weg - schön und gut

Somit, wenn er es nicht erträgt, wenn man zu sich steht, ist es doch wohl nicht der geeignete Partner, so im Prinzip, odrrr? Das Verhängnisvolle daran ist ja nur, dass man sich gegenseitig anscheinend derartig abhängig gemacht hat, dass man sich lieber verbiegt, denn sich nachzugeben, das nenn ich Teufel auch ;)

Du meintest, Besitzdenken hättext du nicht im Sinn gehabt - ich weiß nicht, ich hör es halt raus: Wie kommt man sonst auf die Idee, der Partner könnte einen deswegen verlassen - aus welchem Grund sonst bestehen die meisten Menschen auf dem exclusiven 'Hauptsprung ohne Seitensprung', sowohl sexuell wie auch emotionell gemeitn - um es schnippisch zu formulieren

Ja ja, das AMEFI hat uns alle fest im Griff, dieses tödliche Konstrukt sitzt festverankert in der Erden:

AMEFI - alles Mit Einem Für Immer.

Warum? Damit man für 'jemanden was Besonderes ist', da man es anscheinend für sich selbst (noch) nicht sein kann.

AMEFI ist aud dem Buch, 'Treue ist auch keine Lösung', einem zaghaften und massentauglichen Versuch, der besitzdenkenden Mehrheit schüchtern ihre Verkrampfung zu nehmen ;)

Freu mich Cora, wohin mich diese Diskussin führt - cum grane salis alles, drum bitte dich
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Cora meinte dazu am 24.06.2019:
@tigujo

1. weil es Menschen gibt, die Untreue nicht tolerieren.
Das hat nichts mit Besitz zu tun, Menschen kann man nicht besitzen. Das hat mit Vertrauen zu tun.

2. Es ist nur dann verhängnisvoll, wenn der/die untreue nicht möchte, dass der Partner geht. Manchmal ist der untreue erfreut, dass der Partner geht, dann muss der nicht fortgeschickt werden. Manchmal möchte der untreue den Partner aber trotzdem behalten, viell. aus Besitzstreben?

Nicht der geeignete Partner, da hast du recht, warum wurde er gewählt, obwohl nicht geeignet? Das Problem ist nicht die gegenseitige Abhängigkeit, sondern dass man sich gegenseitig und/oder sich selbst falsch eingeschätzt hat, was zu falschen Erwartungen führte.


3. Exklusivität hat viel für sich, dafür gibt es keinen Ersatz. Wer sich dafür nicht verbiegen muss, weiss sie sehr zu schätzen.
Deine Idee, dass man sich verbiegen muss, um treu zu sein, trifft eben auch nur auf die nicht geeigneten Partner zu.
Die Paarbindung ist nicht neu, schon die Griechen erfanden das Kugelwesen als Metapher dafür. Unter Indianern gibt es entsprechende Legenden, nur als Bsp.



zur Beziehungsethik,
wenn alle im Beziehungsgeflecht verstrickten glücklich oder mindestens zufrieden sind, rollt es auf grüner Welle dahin. Ansonsten gerät es auf abschüssige Straße, Ampel gelb: Vorsicht ist geboten, Ampel rot: crash.
Wie man in die Grünphase einbiegt, dafür gibt es kein Navi, die Wege sind individuell sehr unterscchiedlich.

zum cum grane salis,
indem ich die Paarbindung verteidige, möchte ich die Beziehungsanarchie nicht in den Schatten stellen. Beides hat seine Berechtigung, sofern sich die jeweils geeigneten Partner zusammenfinden.

Antwort geändert am 25.06.2019 um 10:56 Uhr
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eiskimo
Kommentar von eiskimo (13.06.2019)
Toll, wenn jemand mit Sprache so fein gestalterisch umgehen kann, und das in Form gegossen - da ist man von Bewunderung hinweggeschwemmt!
Dass die Überschrift aufs Französische zurückgreift - wohin sonst - ist "la cerise sur le gâteau".
Bravo!
Eiskimo
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Isaban meinte dazu am 15.06.2019:
Salut eiskimo,

alors, isch lübbe das Kirschküchen!

Merci beaucoup.

Isaban
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EkkehartMittelberg
Kommentar von EkkehartMittelberg (13.06.2019)
Tja, ist das nun ironisch gemeint oder "in echt", wie man heute so schön sagt? Also wenn ich den Slogan "gefühlt und echt" in Anführungszeichen lese, kann ich nicht anders als Ironie zu empfinden., zumal, wenn dann n och folgt" so echt, dass ich vergehen will". Letztlich ist es mir aber relativ egal, ob ich hier eine Satire auf eine verrückte literarische Liebe lese. Ich bin überwältigt von der Originalität der Metaphern: "Ich träume, bis der Versfuß brennt,bis jede Zeile feurig lodert,
von Leidenschaft hinweggeschwemmt,"
Jetzt lese ich es gerade zum vierten Mal: "und was er liebt, in Lettern klemmt". Da assoziiere ich ein bisschen Verklemmung. Eine Leidenschaft, die über die Literatur nicht hinaus kommt. Aber ein Königreich für die brennenden Versfüße dieser lodernden närrischen Liebe.
Amüsierte Grüße
Ekki
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Isaban meinte dazu am 15.06.2019:
Lieber Ekki,

es freut mich ungemein, dass der Text dir Vergnügen bereitet, insbesondere natürlich, dass die flammende Leidenschaft der lodernden Versfüße nicht spurlos an dir vorbeigegangen ist! !
Ich hatte kurz überlegt, ob ich noch Achillesverse einbauen sollte, hob sie mir dann aber für ein anderes Gedicht auf, um bei diesem hier in keiner Richtung zu dick aufzutragen.

Deine Rückmeldung war mir Freude und Vergnügen.
Vielen Dank dafür.

Liebe Grüße
Sabine
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AZU20
Kommentar von AZU20 (13.06.2019)
Eine solche Beziehung muss man haben und pflegen, um dieses Sonett schreiben zu können. LG
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Isaban meinte dazu am 15.06.2019:
So ganz sicher bin ich mir da nicht, lieber Armin, aber es ist eine schöne Vorstellung. LG
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Veröffentlicht am 13.06.2019, 1 mal überarbeitet (letzte Änderung am 13.06.2019). Textlänge: 74 Wörter; dieser Text wurde bereits 221 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 21.07.2019.
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