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Kurzprosa zum Thema Existenz


von RainerMScholz

Diese Verwüstung in mir, diese nach Außen projizierte Versehrung; ich möchte mir die Haut vom Körper kratzen, ich entfleische mein Gesicht von all der Fäulnis und der Lüge, dieser Blasphemie an der Wahrhaftigkeit. Alles ist nur Spiegelung. Die Zurückweisung und die Zerstörung der Entitäten. Ich will alles essen und zerfleischen und verdauen. Ich will die Massenvernichtung in den Fabriken. Im Grunde möchte ich das Fleisch der Menschen. Ich will nicht die Seele oder ihren Geist oder irgendetwas Immaterielles. Ich verlange die pure Auslöschung, das Gefressenwerden, das Mitdenzähnenzerreißen und Schlucken und die Kehlehinunterwürgen der kompletten bekannten Welt, wie ich sie mir bis dahin vorstellte. Alles muss gegessen werden. Alles geschluckt. Jedes Ding in den Orkus, in der Hölle verschwinden und für immer bleiben, die ich bin. Die Welt ist mir ein Spiegel und die Welt spiegelt sich in mir. Ich bin die Religion, die ihr verdient, indem ich wurde, was ich glaube zu sein. Ein Moloch eurer Gedanken und Wünsche und geheimen Triebe, all der Bosheit und Widerwärtigkeiten, der Stupidität, der Ignoranz, der Hässlichkeit des Geistes und des Wesens. Und dann habe ich Hunger. Und Blutdurst. Und ich möchte vergewaltigen, ganz böse gerleiben und krude Bastarde zeugen, die noch hässlicher sind, als du und ich, als das Vieh, das ich bestieg, die mich anbeten in ihrer Blödheit und hassen insgeheim, die das Kreuz schlagen, wenn ich vorübergehe, die den Boden anbeten, auf dem ich wandele und ihn dann teeren. Dann stecke ich sie alle in diesen riesigen Fleischwolf, den ihr die Stadt zu nennen pflegt, und bombardiere dieses Land, mache diese Brut und Nachkommenschaft zu kleinen widerwärtigen Märtyrern an kleinen lächerlichen Holzkreuzen. Der Dschihad der Leiber hat längst begonnen, das Massaker an den Seelen schreitet fort.
Ich will ein Hühnchen essen, das nicht gefoltert wurde, bevor es starb. Ich will ein Hühnchen essen, dessen Bruststücke nicht selektiert, paniert, frittiert wurden  und nicht in einem trauriglachhaften kleinen bunten Pappkarton für 1,95€ beerdigt wurden.
Gehe hinaus, und töte dein Hühnchen selber. Rupfen, federn, sieden. Auf dass wir alle durchgeseit seien jüngst. Die Hölle, die wir sind, machen wir der Welt einen Spiegel.
Ich will essen.
Dieses Universum ist scheiße.


© Rainer M. Scholz


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Kommentare zu diesem Text


franky
Kommentar von franky (15.06.2019)
Hi lieber Rainer!

Das sind schon heftige Bilder die du da in die Luft wirbelst!
Eine riesige Unzufriedenheit ist unwillkürlich erkennbar.

LG Franky
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RainerMScholz meinte dazu am 15.06.2019:
Das uns bekannte und von uns eingerichtete Universum ist mörderisch. Vielleicht wird`s ja noch.
Grüße,
R.
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AchterZwerg
Kommentar von AchterZwerg (15.06.2019)
Tja,
so isses im Spätkapitalismus.

Genialischer Text, Rainer. Stark und gekonnt bebildert.
Und: Den letzten Satz unterschreibe ich sofort.

Der8.
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RainerMScholz antwortete darauf am 15.06.2019:
Und nicht nur im Zeitalter des in die Gesellschaftsstrukturen vordringenden, alles vermonetarisierenden Wirtschaftssystems. Aber da wird es besonders deutlich.
Grüß + Dank,
R.
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RainerMScholz
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Veröffentlicht am 14.06.2019, 1 mal überarbeitet (letzte Änderung am 14.06.2019). Textlänge: 358 Wörter; dieser Text wurde bereits 71 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 04.08.2020.
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