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Herrenlos

Kurzprosa zum Thema Allzu Menschliches


von Moja

Vor mir ein kleiner struppiger Hund, an seiner Leine eine Frau. Geduldig wartet er neben ihr. Der Hund ist besonders ausstaffiert, er trägt eine rote filzige Weste, der kleine Kragen ist hochgeschlagen. Der Wind ist frisch. Ob er friert? Vielleicht geht er mit der Frau an seiner Leine, die eben die Tür abschließt, zu einem Empfang? Da biegt ein kräftiger, großer schwarzer Hund, seriös aussehend wie ein Geschäftsmann, um die Ecke. Er schaut etwas abfällig auf den albernen Roten. Ich sehe, er hat es eilig, vielleicht wartet ein wichtiger Termin auf ihn und sein Kollege ist schon da. Jetzt läuft ein zottiger Blonder über die Straße, achtet nicht auf den Verkehr, auch er muss sich sputen, wird wohl irgendwo erwartet. Ein mopsiger, beige gelockter Hund folgt ihm. Vielleicht verbindet sie alle ein gemeinsames Ziel? Geschmeidig und flott überqueren sie die Straße bei Rot, werden umfahren wie heilige Kühe. Der herausgeputzte Rote zerrt ungehalten an der Leine, es hilft nichts, er muss mit Frauchen mit.
Ringsumher sitzen Männer im Windschatten, zusammengedrängt auf den Bänken und beobachten alles ganz genau. Wo sind ihre Frauen? Gehört die Frau mit dem rotgekleideten Hund zu einem der Männer? Was tun die Frauen, während ihre Männer draußen sitzen? Sind es jene Frauen, die mir mit dem Besen auf der Straße begegnen, ihre Tücher aus den Fenstern stauben und mir ein freundliches Bom dia! – zurufen? Oder sind es die, hinter den Marktständen, mit den Honiggläsern, getrockneten Datteln und Mandeln? Oder jene, die die Heiligenbilder sauberwischen und frische Blumen hinstreuen? Ich werde es wohl nicht erfahren. Die Männer verharren ruhig am sonnigen Platz, beobachten und kommentieren. Die Hunde eilen unterdessen weiter zu ihren Besprechungen und Versammlungen in kurzhaarigen Fellen, die wie Anzüge aussehen, vielleicht sind sie Vertreter. Manche tragen ihr Halsband selbstbewusst wie einen Ausweis. Die Hunde sind frei. Sie gehen ihren eigenen Geschäften nach. Sie kläffen auf Treppen, vielleicht über das Wetter oder über die von ihnen verschmutzten Straßen, wer weiß? Sie stöbern beim Händler in den Orangenkisten, begleiten mich ein Stück, bis ihnen meine Gegenwart lästig wird, und sie auf eine saftig gelbe Kleewiese springen und wieder ganz Hund sind, einander beschnüffeln, bespringen, ausgelassen herumwirbeln. Sie treffen sich im Stadtpark mit ihresgleichen, ähnlich wie die alten Männer. Ihre Beine sind muskulös, sie haben kräftige Schenkel, sie sonnen sich auf Denkmälern oder warmen Steinen, auch gern an der Mole am Hafen, da liegen sie trunken in der warmen Sonne zusammengerollt und maunzen vor Behagen. Ich habe es gehört im Vorbeigehen.

 
 

Kommentare zu diesem Text


Kommentar von harzgebirgler (20.06.2019)
das hündische lebt im zynismus der macht
und trägt dazu bei daß einst schicht ist im schacht.

lg
harzgebirgler
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Moja meinte dazu am 20.06.2019:
Auch eine Seite!
Grüße, Moja
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Momo
Kommentar von Momo (20.06.2019)
Hallo Moja,

mir gefällt, wie du hier versuchst, auf liebevolle Weise die Welt der Hunde zu vermenschlichen. Deine Geschichte vermittelt eine lebenswerte, gemächliche Welt, in der jeder, Mensch und Hund, seinen „Geschäften“ nachgeht. Man merkt sofort, dass diese scheinwerferartig beleuchtete Szene nicht in Deutschland spielen kann, denn hier gehen die Hunde Gassi an der Leine, wie es sich gehört. Kaum sieht man einmal einen Hund, der alleine seine Route abläuft.
„Die Hunde sind frei … und maunzen vor Behagen“. Darum ist es auch nicht ganz unkritisch zu sehen, wenn frei lebende, aber herrenlose Hunde nach Deutschland importiert werden, um fortan unter fürsorgliche Fittiche genommen zu werden.

Liebe Grüße
Momo
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Sätzer
Kommentar von Sätzer (20.06.2019)
Tja, domestizierte Hunde verhalten sich in gewisser Weise menschenähnlich und Menschen hundeähnlich, wenn sie nicht frei herumlaufen (dürfen). Ehrlicherweise bin ich gegen Hundehaltung in den Städten.
Gut geschriebener Text.
LG Sä
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Moja antwortete darauf am 20.06.2019:
Danke für Deinen Kommentar, Sätzer, und Dein Lob.
Lieben Gruß, Moja
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EkkehartMittelberg
Kommentar von EkkehartMittelberg (20.06.2019)
Liebe Monika, mir gefällt die Vermenschlichung der Hunde nicht, weil sie ihnen die Freiheit raubt. Aber ich räume ein, dass du sie interessant beschrieben hast.
LG
Ekki
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Moja schrieb daraufhin am 20.06.2019:
Da stimme ich Dir zu, lieber Ekki, deshalb die ironische Brechung.
Liebe Grüße, Moja
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AchterZwerg
Kommentar von AchterZwerg (20.06.2019)
Liebe Monika,
erstmal die übliche Meckerei: "an seiner Leine eine Frau" und "geht er mit der Frau an seiner Leine" ist doppelt-gemoppelt..

Du stellst uns zwei Arten der Hundehaltung vor.
Einmal die häufige Verzärtelung in unseren Gegenden, auf der anderen Seite die vermeintliche Freiheit in südlichen Regionen. Stereotypen, die mit Sicherheit von dir extra so angelegt wurden.
Doch verhält es sich so?
Werden Hunde nicht auch gut gefüttert, gepflegt, geliebt und zum Arzt gebracht, wenn sie krank sind?
Und werden sie nicht oft (bespielsweise in Griechenland) kaum anders behandelt als Ratten? Werden sie nicht getreten und gequält, wann immer sich eine Gelegenheit bietet?
Kann man das "Freiheit" nennen?

Ich entnehme deinem Text zwei Extreme:
Letztendlich kann und sollte es nur artgerechte Haltung geben.
Und es gibt sie.

Herzliche Grüße
der8.
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Moja äußerte darauf am 20.06.2019:
Ich mag Deine "Meckerei", liebe 8., auch die doppelt gemoppelte Leine.

Dahinter steht mein Erleben in Portugal, nix fiktives, ausgedacht Gewolltes, eine vergnügte ironische Beobachtung während des Spazierengehens, kein Essay über Hundehaltung und deren Folgen.

Den rotgekleideten Kleinen fand ich putzig, er war der Auslöser, in meiner Gegend wurden Hunde oft als Bewacher auf Grundstücken festgekettet, unversorgt! - scharfe Hunde. "Freie Hunde" zogen nachts angriffslustig als gefährliche Meute durch die Gegend.

Wie in Griechenland, Iran, Westafrika werden Hunde verscheucht, getreten, mit Steinen beworfen, laufen sie mit zerfetzten Ohren blutend durch die Gegend auf der Suche nach Nahrung, in ihren Augen die Angst vor den Menschen.

Die bei Europäern lebenden Hunde in Afrika werden allerdings wesentlich besser versorgt als das Hauspersonal. Verreist der Europäer und kommt zurück,, ist sein Hund abgemagert.

Ich hatte Freude daran, Hunde über die Wiese springen zu sehen und wie sie geduldig neben mir liefen.

Danke Dir und liebe Grüße,
Moja
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Stelzie
Kommentar von Stelzie (20.06.2019)
Hallo Moja, ich hätte für deine Geschichte noch einen jungen dynamischen Sporthund und eine betagte herzkranke Hundedame anzubieten
Ich finde den Text witzig und die Vermenschlichung sehe ich als Spielerei, die mir sehr gut gefällt.

Liebe Grüße
Kerstin
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Moja ergänzte dazu am 20.06.2019:
Deine Idee gefällt mir, Stelzie! Ja, es ist ein Spiel, ich leinte mal die Dame an.

Lieben Gruß, Moja
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Moja meinte dazu am 20.06.2019:
Deine Idee gefällt mir, Stelzie! Ja, es ist ein Spiel, ich leinte mal die Dame an.

Lieben Gruß, Moja
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