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Text


von Willibald

(24)
Seine Geschichte wird dich berühren,
auch wenn er es nicht kann.
Edward mit den  Scherenhänden (Tim Burton)

(25)
Sie brachte eine kleine Stadt auf die Beine
und zwang eine riesige Gruppe in  die Knie.
("Und das lässt hoffen. Auf die Gunst der Stunde";
SpitzedesEisbergs)
Erin Brockovich (Steven Soderbergh )

(26)

ἄνδρα μοι ἔννεπε, μοῦσα, πολύτροπον, ὃς μάλα πολλὰ
πλάγχθη, ἐπεὶ Τροίης ἱερὸν πτολίεθρον ἔπερσεν·
πολλῶν δ᾽ ἀνθρώπων ἴδεν ἄστεα καὶ νόον ἔγνω,
πολλὰ δ᾽ ὅ γ᾽ ἐν πόντῳ πάθεν ἄλγεα ὃν κατὰ θυμόν,
ἀρνύμενος ἥν τε ψυχὴν καὶ νόστον ἑταίρων.

Hä? Ich sach´ma so:
Kriegsveteran braucht ewich,
um nach Hause zu kommen.
Und macht dort dann alle alle.
So ´ne Art Rambo I klassisch.
Odyssee (Melesigenes/Homer)

(27)
Μῆνιν ἄειδε θεὰ Πηληιάδεω Ἀχιλῆος
οὐλομένην, ἣ μυρί' Ἀχαιοῖς ἄλγε' ἔθηκε,
πολλὰς δ' ἰφθίμους ψυχὰς Ἄιδι προίαψεν
ἡρώων, αὐτοὺς δὲ ἑλώρια τεῦχε κύνεσσιν

Nu, herrjeh.
Nicht die Odyssee.
Aber irgendwie so ähnlich.
(„Nur die Schrift!“; Dieter Rotmund)
Ilias (Melesigenes/Homer)

(28)
Ein schräger  Typ :  attackiert Windmühlen.
Bildet sich ein, er ist  Ritter.
Don Quijote (Miguel Cervantes)

(29)
Ein Mörder fühlt sich schlecht.
Gesteht.
Kommt ins Gefängnis.
Fühlt sich dann besser.
Schuld und Sühne/ Verbrechen und Strafe  (Fjodor Dostojewski)

(30)
"damned if you do, damned if you don't"
Krieg ist verrückt,  es sei denn, man ist es.
Oder vielleicht auch nicht.
("Bei dieser Sinnessuche in der Paradoxie gilt allein:
Die Chiffren halten keiner Deutung stand"; Ekkehart Mittelberg)
Der IKS-Haken/Catch-22 (Joseph Heller)

(31)
Ein verlorenes Taschentuch ruiniert von allen und jedem die  Beziehung.
Othello (William Shakespeare)

(32)
Kolonialismus ist der Ruin von allem und jedem.
Auch von Dschungelmetaphern.
Herz der Dunkelheit (Joseph Conrad)

(33)
Nachkriegsamerika ist kompliziert und deprimierend.
Alkohol hilft.
On the Road (Hit the Road Jack1 Kerouac)

(34)
Einige Kinder und ein Krokodil belästigen einen Arm-Amputierten.
Peter Pan ( J. M. Barrie)

(35)
Diese Geschichte von Hemingway  kennt keine Gewinner.
("Und sehr wenige Adjektive, das ist gut so"; Achter Zwerg.)
A Farewell to Arms - In einem anderen Land ( Ernest Hemingway)

(36)
Nelly Dean  und Mr. Lockwood erzählen.
Es ist neblig.
("Und eine Geschwisterbeziehung gibt es auch"; Moja)
Sturmhöhe/Wuthering Heights ( Emily Brontë)

(37)
Alle sind dauernd  ziemlich traurig.
Das Wetter auch.
Krieg und Frieden (Leo Tolstoi)

(38)
„Ist denn das auf zwei Füßen aufrecht Einhergehen etwas so Großes, dass das Geschlecht, welches sich Mensch nennt, sich die Herrschaft über uns alle, die wir mit sicherem Gleichgewicht auf vieren daherwandeln, anmaßen darf?  Siehst Du mich cool und blue  da oben  über Willibalds Compressionen?
Er meint, das habe Witz.
Wie auch immer dem sei: Mit meinen Lebensansichten leckte ich das Blut öffentlichen Triumphes. Und verdiene daher zum zweiten Mal einen Platz in dieser Liste."
Lebensansichten des Kater Murr (E.T. A. Hoffmann)


(39)
"Vor kurzem ging ich ins Kino, in eine Filmvorstellung um 20.00. Sie spielten den Pokemonfilm um 20.00 .  Gehts noch?
Im Intermarché in Frankreich habe ich  Panini-Päckchen mit 7 und 12 Tütchen gesehen und ein 7er Päckchen gekauft. Habe nun einiges doppelt.“ (Dieter Rotmund)
Gesammelte Fußball- und Filmessays (Dieter Rotmund)
________________________________________________________________
1  Hit the Road, Jack

 
 

Kommentare zu diesem Text


loslosch
Kommentar von loslosch (03.07.2019)
von dem einleitungssatz der odyssee weiß ich nur, dass das gamma vor chi wie ein "n" gesprochen wird. ja, und dann weiß ich noch von meinem sel. griechischlehrer, der aus köln stammte: ob homer jelebt hat, isnich sischer, aber sischer ist, dass er auf einem auge blind jewesen ist.
diesen Kommentar melden
Willibald meinte dazu am 03.07.2019:
Jou, wackerer Loslosch:

πλάγχθη ... planchtä

Also erhoffte der Lehrer, dass sich die Schüler ergäben der göttlichen Lachlust,
bällten die schmächtigen Fäuste, es bräche Gelächter hera-us, ringsum erdröhne der Saal und weithin schöll´ es nach draußen.

beste Grüße
ww

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ἄνδρα μοι ἔννεπε, μοῦσα, πολύτροπον, ὃς μάλα πολλὰ
πλάγχθη, ἐπεὶ Τροίης ἱερὸν πτολίεθρον ἔπερσεν·
πολλῶν δ᾽ ἀνθρώπων ἴδεν ἄστεα καὶ νόον ἔγνω,
πολλὰ δ᾽ ὅ γ᾽ ἐν πόντῳ πάθεν ἄλγεα ὃν κατὰ θυμόν,
ἀρνύμενος ἥν τε ψυχὴν καὶ νόστον ἑταίρων.

Andra moi ennepe, Musa, polütropon, hos malla polla
planchtä, epei Trojäs,hieron ptoli-ethron epersen
pollohn d’anthropohn iden astea kai no-on engnoh
polla d’ho g’en pontoh pathen algea hon kata thümon
arnümenos hen te psüchän kai noston hetairohn.

Sage mir, Muse, die Taten des vielgewanderten Mannes
welcher so weit geirrt nach des heiligen Troja Zerstörung.
Vieler Menschen Städte gesehen und Sitte gelernt hat
und auf dem Meere so viel unnennbare Leiden erduldet,
seine Seele zu retten und seiner Freunde Zurückkunft (Hach!)

Antwort geändert am 03.07.2019 um 13:12 Uhr
diese Antwort melden
AchterZwerg
Kommentar von AchterZwerg (03.07.2019)
"Der hat aber auch zu allem und jedem etwas zu sagen!"
Eine problemgeschichtliche Untersuchung.
Gesammelte Schriften Band I - VII (Walter Benjamin)
diesen Kommentar melden
Willibald antwortete darauf am 03.07.2019:
"Der hat aber auch zu allem und jedem etwas zu sagen!"

Etwa zur Verbindung von Melancholie, Poesie, Wachheit, Abwehr und Haushütehund:

Die Theorie der Melancholie ist um eine Anzahl alter Sinnbilder kristallisiert, in die denn freilich erst die Renaissance mit beispielloser interpretativer Genialität die imposante Dialektik jener Dogmen hineingedeutet hat.

Unter den Requisiten, die vor der Dürerschen Melancholie sich drängen, ist der Hund. Nicht zufällig will eine Schilderung des Aegidius Albertinus von dem Gemütszustand des Melancholikers an die Tollwut gemahnen. Nach alter Überlieferung »beherrscht die Milz den Organismus des Hundes«. Er hat dies mit dem Melancholiker gemein. Entartet jenes, als besonders zart beschriebene Organ, so soll der Hund die Munterkeit verlieren und der Tollwut anheimfallen. Soweit versinnlicht er den finsteren Aspekt der Komplexion.

Andererseits hielt man sich an die Spannkraft und besondere Aufmerksamkeit des Haushütehundes, um in ihm das Bild des unermüdlichen Wächters und Abweisers besitzen zu dürfen. Ausdrücklich sagt Pierio Valeriano in seinem Kommentar zu dieser Hieroglyphe, daß derjenige Hund im Aufspüren und Laufen der beste wäre, welcher ›faciem melancholicam prae se ferat‹.

Nun aber macht sich diese Melancholie der Dichter samt seinen schönen Künsten insofern zu Nutze, als er so wie der kundige Einbrecher immer mit einem schönen Stück Fleisch für den Haushund vorsorgt, dass er nicht mit seiner Melancholie den Dichter vertreibe, indem er laut belle oder gar beiße.

Antwort geändert am 03.07.2019 um 15:01 Uhr
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EkkehartMittelberg
Kommentar von EkkehartMittelberg (03.07.2019)
hallo Willibald,

wer gerne liest, fühlt sich hier um neue Assoziationen bereichert. Mir gefällt auch dein Spiel mit Scherz, Ironie und tieferer Bedeutung.

"Kriegsveteran braucht ewich,
um nach Hause zu kommen.
Und macht dort dann alle alle.
So ´ne Art Rambo I klassisch.
Odyssee (Melesigenes/Homer)"
Das ist genial ironisch.

"Ein Mörder fühlt sich schlecht.
Gesteht.
Kommt ins Gefängnis.
Fühlt sich dann besser.
Schuld und Sühne/ Verbrechen und Strafe (Fjodor Dostojewski)"
Das finde ich ein bisschen platt. Er wäre ohne das Gefängnis zugrunde gegangen.

Servus
Ekki
diesen Kommentar melden
Willibald schrieb daraufhin am 03.07.2019:
Da hast Du Recht, lieber Ekki:

die Sätze weisen den Sprecher als einen eher flachen Leser von D. aus. Oder als einen, der Pathos vermeiden will und einen flachen Leser samt seinen Sätzen instrumentiert.
Und Deinen Satz aus dem Kafkasonett (permanenter Aufbau und Kollaps von Sinndeutungen) fand ich präzis und poetisch. Für das Verfahren in Catch-22 ist er dankbar installiert.

greetse
ww

Antwort geändert am 03.07.2019 um 17:18 Uhr
diese Antwort melden
Moja
Kommentar von Moja (04.07.2019)
Hallo Willibald,

falls deine geistreichen witzigen Dokumentationen veröffentlicht werden, gib Bescheid, ich bestelle ein Büchlein...
Lese mit großem Vergnügen! Herzliches Dankeschön!
Grüße, Monika
diesen Kommentar melden
Willibald äußerte darauf am 04.07.2019:
Salute, Moja, es freut mich sehr, hier das Vergnügen bestätigt zu sehen, dass beim Texten entsteht und das man dem Leser vermitteln möchte.

Es vertieft den Spass und den Genuss

Dankbar nickend und lächelnd
ww
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