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Dharmata - Vom wahren ZustandInhaltsverzeichnisDen Sargdeckel von innen öffnen

Regenbogenkörper - die Perle der Vorbereitung

Brief zum Thema Ewig/ Ewigkeit


von LotharAtzert

Der Einwurf, Meditation sei die einzige Praxis, durch die man sich befreien kann, stimmt - und stimmt zugleich auch nicht, je nach Betrachtungsweise.
- Es stimmt, weil nur so die Dinge beim Praktizierenden zur Ruhe kommen und stufenweise Klarheit entsteht. Wir nennen das die relative Sichtweise.
- Es stimmt nicht, da niemand da ist, der wesenhaft zu befreien wäre, kein in sich beharrendes Ich - folglich ist da auch niemand am Stille-Verwirklichen. Was soll Stille sein, wo kein Laut sich erhebt? Das entspricht der absoluten, der so genannten nondualen Sichtweise, wo von Anfang an alles ist, wie es für Dualisten noch als  endliches Werden erfahren werden muß. Im Ursprung ist Währendes wahr, als zeitloser "Zu-Stand": Im Begriff Sprung steckt das Zerreißen in Zweiheit und offenbart sich als zeitlich begrenztes Sein.

Den Zustand des Seins, wie es ist, wie es eben geschieht, nennen wir  Präsenz. Sie ist offen und selbst Vorstellungen wie unbegrenzt übertrifft sie.

Da dieser leicht zu erreichende Zustand der Präsenz von uns, den Anwesenden, aufgrund von Konditionierung selten stabil gehalten werden kann, (- geschweige denn überhaupt als Freisein von Gefangenschaft aufgefasst wird) meditieren wir auf die bekannten Weisen. Das klare An-Wesen in dem, was gerade sich ereignet, braucht jedoch kein Klärwerk, es klärt sich im zuzulassenden Ereignis.

Über den Sinn sollte man auf deutschen Universitäten meditieren, statt dessen rede ich mir den Mund gegen Wände fusselig - die berühmten Perlen, blowin in the wind und so weiter. Manchmal, wenn es mich überkommt, gestatte ich mir die Vorstellung, was wäre, würde tatsächlich jeder diese Worte hier bedenken und sein Geist zur Ruhe finden und die Folgen eines sich ausbreitenden Friedens und Wohlwollens - aber dann plötzlich, der cutt, ich sehe, wie ich aus dem Bewußtsein der Präsenz in unbewußte Träumereien von Frieden für alle gefallen war, und wieder und wieder. Gefallen - jedes Nichtanwesendsein ist ein Fall für sich.
Das Einfachste ist immer auch das schwierigste, solange man die Dinge nicht lassen kann, wie sie sind.

Freilich, solange man den grobstofflichen Körper "über-all" hin mit sich schleppen muß, um anwesend zu sein, (was bei zunehmendem Alter schwerer wird, namentlich wenn man nicht zeitnah das Sterben übt) braucht dieser Sauerstoff, Wasser, Kalorien, Schlaf, dies und das, um für eine Zeitspanne in Samsara existieren zu können.

Samsara - man hat meistens ein paar Jahrzehnte Zeit, um die Illusionen alle zu durchschauen, ihre Wesenslosigkeit zu erkennen, durch Freude und Schmerz, Gewinn, Verlust, Mitgefühl - von der Konzeption bis zum Herzstillstand gibt es immer was loszulassen. Nur an Mitgefühl, sagt Buddha, kann man unbeschadet festhalten.

Der Regenbogenkörper ist das Resultat der Verwandlung unsrer Stoffnatur in den ursprünglichen Raum. Im so genannten Guruyoga meditieren Praktizierende, ihre Körper-Rede-Geistigkeit durch Hingabe in Raum, Licht und Klang zurück zu wandeln und die reinen Aggregate Wind, Wasser, Feuer und Erde in Umkreis um das weisse Licht zu bringen.
Ich danke Dir für die Anregung zu diesen Zeilen.

Präsenz ist das Allheilmittel bei Ablenkung.
Ein  beinahe geflügeltes Wort lautet: "Wenn du deine (Körper-)Position erst noch veränderm mußt (Lotussitz etc.), um zu meditieren, ist das kein Dzogchen." (skt. Ati-Yoga, die große Vollkommenheit.)
Eine solche Haltung ist typisch für das Vajrayana: Die Wahrheit kannst du nicht finden, solange die Vorstellung existiert, es gäbe den Finder eines zu Findenden.

Eine andere denkwürdige Preziose fernöstlicher Yogapraxis ist der Amida-Buddhismus, bzw die "Schule des reinen  Landes": nur die Worte Namu Amida Butsu wiederholen, was in etwa heißt, vergegenwärtige Amida, bzw. Amitabha, (- den Buddha des Lichts und der Liebe,) das genügt seinen Anhängern als Praxis - solange es keine Unterbrechung im Bewußtsein gibt. Millionen und abermillionenmal wiederholen die Lippen der Vertrauensvollen: Namu Amida Butsu, um nach dem Tode in Amitabhas reinem Land Devachen (Sukhavati) zu erwachen. Das ist nur konsequent zuende gedacht, was im griechischen Orakelspruch zur Sprache kommt: "Erkenne dich selbst" - werde, der du bist, mache deine Anlage zur Gestalt, folge der Bestimmung ...

Es kommt halt immer darauf an, mit welchen Verdunkelungen der Praktizierende einher geht - das bestimmt die Praxis der Klärung. Man nimmt jedenfalls kein Hustensirup gegen Harndrang.


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Kommentare zu diesem Text


Jack
Kommentar von Jack (13.07.2019)
Selbstbewusstsein ist immer Dualismus (Ich vs. Nicht-Ich). Wenn ein Ich versucht, den nondualen Zustand zu erreichen, verhält es sich auf eine bestimmte Weise zum Nicht-Ich (Nicht-Ich ist der Zustand, Ich will ihn erreichen). Für ein Ich ist es unmöglich, aber wenn der Zustand z. B. bei einem Lama erreicht ist, wer hat ihn dann erreicht?
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LotharAtzert meinte dazu am 13.07.2019:
Selbstbewußtsein ist Dualismus, ja.
Das ist mehr ein sprachliches Problem. Auch der Lama hat nichts erreicht. Im Zen-Buddhismus gibt es einige Anspielungen hierauf, zb: "Wenn du den Namen Buddhas in den Mund nimmst, putz dir anschließend die Zähne" und derlei scheinbare Despektierlichkeiten. Ein entwickeltes Wesen sagt natürlich nicht zu sich, "ich bin erleuchtet" aber im Umgang mit Unerleuchteten kann das schon geschehen. Ich kenne einen Fall, da hat ein Bekannter von mir sich vor einem rangniedrigeren Lama verbeugt und den Hauptakteur, Seine Eminenz Sharmapa, der zwei Meter weiter stand, übersehen. Natürlich musste er die Verbeugungen wiederholen, was er dann schon mit einigem Murren tat.
Als ich danach den Raum betrat (zwecks Interview) und Verbeugungen vor dem richtigen Chef machen wollte, wurde mir bedeutet, mich ohne Ehrbezeugung gleich zu setzen. Da haben es Intellektuelle nicht eben leicht, das zu verstehen.
Danke, tahsi delek
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aliceandthebutterfly
Kommentar von aliceandthebutterfly (13.07.2019)
Hallo, du Lotus Blume

Erst gestern habe ich mich mit einem armenischen, älteren Arbeitskollegen, der Religionswissenschaften studiert hatte, über unsere Vorstellungen eines Lebens nach dem Tod ausgetauscht. Er war erstaunt, dass ich an die Wiedergeburt glaube. Doch ich erklärte ihm, dass ich glaube, wir kommen auf die Welt, um zu lernen und dass wir, sobald wir ausgelernt haben, wir das wissen, was schon Leben um Leben in uns angelegt war, nicht mehr auf die Erde zurück müssen. Als ich ihm sagte, ich glaube nicht an einen Himmel, sagte er, der Himmel sei auch kein Ort sondern ein Zustand. Vielleicht kommen wir ihm auch in der Meditation näher. Doch er glaubt nicht, so wie ich, dass wir vielleicht nach dem Tod zu Sternen werden. Denn die sind ja Materie. Es könnte aber sein, dass wir, unsere energy, auf Sternen lebt.

So nun habe ich viel über den Tod geredet. Doch der Zustand in einer Meditation gleicht vielleicht dem Zustand nach dem Tod.
Cool, dass du den Regenbogenkörper aufgegriffen hast. Könnte man ihn auch mit den Chakren gleichsetzen??
Ich wollte Fisch, der meinen Text kommentiert hat, schon antworten, dass die spektrale Unergründlichkeit Teil eines jeden Menschen ist. Ich meinte nicht nur die Frauen. Doch diese Tatsache, hast du nun in deinen schönen Text offen gelegt.

Salut, deine Rose
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LotharAtzert antwortete darauf am 13.07.2019:
Hallo, meine Rose
Also so konkret kann ich das garnicht formulieren, ob Stern oder Nichtstern. Die Verwirklichung des Regenbogenkörpers beinhaltet sowohl ein materielles Auflösen der einzelnen Elemente, (beim Tod machen das einige Dzogchen-Meister - unter Zeugen, Graeculus, den ich manchmal vermisse, hat das ja immer verlangt) als auch ein nachtodliches Zusammensetzen ihres Äthers, falls erforderlich - beispielsweise um irgendwo einem Schüler zu erscheinen. Das ist schon spektakulär genug und für einen Westler kaum zu glauben, wenn so ein Wesen an zwei oder sogar mehreren Orten gleichzeitig gesehen wird. Dabei ist das Prinzip recht einfach. (Also ich kann das nicht, nicht daß du auf mein Erscheinen heute um Mitternacht wartest Das wär natürlich was!
Mit den Chakren gleichsetzen? Weder noch - vielleicht präzisierst du die Frage?
Ich danke dir vielmals für die Wertschätzung und grüße dich.
Lotusgarten war übrigens der Name meines Teeladens damals.
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LotharAtzert schrieb daraufhin am 14.07.2019:
Über die Chakrafrage hab ich noch mal nachgedacht: es gibt drei Arten der Praxis, gemäß den drei
-Dharmakaya (Wahrheitszustand)
-Samboghakaya (Freudenzustand)
-Nirmanakaya (Verwandlungszustand)
Bei allem, was das letztere betrifft, wird alles genau visualisiert. Ich erkläre es am Phowa, dem Verlassen des Geistes aus dem Körper. Hierbei wird alles konkret, die Chakren, die Energiebahnen, die Keimsilben und der Praktizierende zieht die Energie ruckartig mit klanglichem Ausstoßen vom untersten ins nächsthöhere Chakra, führt so alles ins oberste, von wo aus er mit dem entsprechenden Laut das Bewußtsein herausschleudert aus dem Körper.
Beim Dharmakayaphowa ist das nicht der Fall - man ist augenblicklich dort, wo man hinwill, ganz direkt - eben präsent. Das impliziert natürlich, daß diese Art der Praxis für Skeptiker nicht geeignet ist. Im Dzogchen geht es fast immer um diese direkte und unmittelbare Art.
Ich hatte das bereits vergessen und bedanke mich nochmal für deine Frage, die es mir jetzt wieder in die Erinnerung brachte.
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aliceandthebutterfly äußerte darauf am 14.07.2019:
Danke, lieber Lothar, für deine ausführlichen Antworten. Die Chakrenfarben erinnern mich immer sehr an die Farben eines Regenbogen. Deshalb die Frage

So ein Dharmakaya wäre schon cool!

Liebe Grüße, Stefanie

Antwort geändert am 14.07.2019 um 15:11 Uhr
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Kommentar von Regina (13.07.2019)
Gerne gelesen. Die Ausrichtung auf das Nicht-Ich und alles andere fügt sich, oder auch erstmal nicht.
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LotharAtzert ergänzte dazu am 13.07.2019:
Ja danke Gina. Im Idealfall fügt sich das, ja.
tashi delek
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AZU20
Kommentar von AZU20 (13.07.2019)
Interessanter Text. LG
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LotharAtzert meinte dazu am 13.07.2019:
Ich danke dir und freue mich, Armin.
LG Lothar
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Veröffentlicht am 13.07.2019, 2 mal überarbeitet (letzte Änderung am 13.07.2019). Textlänge: 656 Wörter; dieser Text wurde bereits 130 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 14.10.2019.
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