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Der Platz der Schande

Kalendergeschichte zum Thema Ferne


von AZU20

Palermo, an einem Platz, an dem im 16. Jahrhundert ein Brunnen gebaut werden sollte. Ein Vizekönig gab ihn in Auftrag für seine Villa in der Toskana. Schade, dass er vor Vollendung starb. Sein Sohn interessierte sich nicht dafür und verkaufte den Brunnen der Stadt Palermo. Die stellte ihn vor den Palazzo Pretorio, einst Gerichtspalast der Stadt. Der Brunnen ist 133 m lang und 12 m hoch, wahrlich eine Sehenswürdigkeit. Doch nun kommt es: malerische Marmorfiguren von Nymphen, Gottheiten und Tieren, imposant und weiß und …großenteils nackt.
Touristen können sich heute kaum sattsehen, ich natürlich auch, doch die Einwohner lehnen die Nacktheit z.T.  heute noch ab und nennen den Platz den „Platz der Schande“. Umso schlimmer, dass er nachts auch noch beleuchtet wird.
An der östlichen Seite des Platzes steht die Kirche Santa Catarina. Sie gehört zu dem Gebäudekomplex eines Dominikanerklosters und wurde im 16 Jahrhundert gebaut.. Wenn die Menschen früher in dieser Kirche beichteten und beim Hinausgehen einen Blick auf die nackten Figuren warfen –es ging ja fast nicht anders- konnten sie gleich umkehren und erneut beichten. Es ist nicht überliefert, wieviel Tage manche in diesem Hin und Her zugebracht haben.
Die Benediktinerinnen vergingen sich bei "Nacht und Nebel“ (so erzählt man) mit Hammer und Meißel an den Figuren und schnitten ihnen die Nasen ab, weil sie sich an die nackten Körperteile nicht heranwagten.  Diese Geschichte war jedenfalls der Anlass, dass der Brunnen bis heute auch "Fontana delle Vergogne" (Brunnen der Scham) genannt wird.
Goethe gefiel bei seiner Sizilienreise 1787 der Brunnen auch nicht besonders und er rechnete ihn " ... zu den Vorfahren der Pallagonischen Raserei."
Mir gefiel er und ich habe viele Fotos gemacht, zumal die Nasen wieder heil sind.

 
 

Kommentare zu diesem Text


Bergmann
Kommentar von Bergmann (15.07.2019)
1986 war ich auch dort - mit meinem Kollegen Bernd Jüssen. Na ja, der Brunnen ist überdimensioniert. Was für eine große Schönheit besitzt demgegenüber der Brunnen in Perugia auf dem großen Platz zwischen Kirche und Rathaus.

Hier ein reimloses Sonett, das ich damals über Palermo schrieb:

Palermo

Die Piazza Bologni wird täglich bedrängt von parkenden Autos.
Auch wir wähnten das teuer geliehene Fahrzeug dort sicher.
Doch lernten wir bald sizilianische Zustände kennen,
Als wir am Morgen den treu uns befördenden Wagen erblickten.

Da sahen wir, dass unser Auto die Nacht der langen Stiletti
Nicht ohne Schaden verbrachte - es boten die gestern noch prallen,
hermesbeflügelten Reifen ein absolut trauriges Bild:
Was eben noch kraftvoll sich wölbte, war heute ersichtlich ganz platt.

Wir konnten ansonsten Palermo ganz trefflich erfahren.
Kaum sind nach täglich ermüdendem Lauf der Palazzo Reale,
Wie andere Kunstwerke auch, im erinnernden Herzen bewahrt,
Kräftigte abends lieblicher Wein an lukullischen Tischen.

Da stört auch der Regen, der Ende Oktober den Süden verwässert,
Des Wandrers Gemüt nicht. Ein Regenschirm kostet nur zehntausend Lire.
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AZU20 meinte dazu am 16.07.2019:
Schön geschrieben, Herr Bergmann. Wir hatten 14 Tag lang strahlenden Sonnenschein, freilich im Juni. Unser Wagen blieb heil. LG
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Sätzer
Kommentar von Sätzer (16.07.2019)
"An der östlichen Seite des Platzes steht die Kirche Santa Catarina. Die Kirche gehört zu dem Gebäudekomplex eines Dominikanerklosters. Sie wurde im 16 Jahrhundert gebaut."

Den Teil würde ich folgendermaßen glätten (Wdh. Kirche):
An der östlichen Seite des Platzes steht die Kirche Santa Catarina. Sie gehört zu dem Gebäudekomplex eines Dominikanerklosters und wurde im 16 Jahrhundert gebaut.

Ansonsten interessante Fakten.
LG Sä
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Jorge antwortete darauf am 16.07.2019:
Bei diesem Text würde ich grosszügiger sein (deine angemerkte Wortwiederholung)
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Sätzer schrieb daraufhin am 16.07.2019:
O.K., ich gehe da von mir aus, denn ich weiß es zu schätzen, wenn KV-Mitglieder konstruktive Vorschläge im Hinblick auf Textverbesserungen machen. Aber Armin kann ja selbst entscheiden, ob er Änderungen vornehmen möchte.
LG Sä
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AZU20 äußerte darauf am 16.07.2019:
Habe es geändert. Klingt besser.
Euch beiden herzlichen Dank. LG
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Jack
Kommentar von Jack (16.07.2019)
Wer nicht beim Wort Kultur zuallererst an nackte Statuen denkt, ist im Wald hinter dem Mond aufgewachsen. Warum es den Nonnen an bzw. in der Kultur nicht behagte, weiß nur Freud.
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AZU20 ergänzte dazu am 16.07.2019:
Wusste der's wirklich? Danke für den Kommentar. LG
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Kreuzberch
Kommentar von Kreuzberch (16.07.2019)
Interessanter Bericht, Armin. Bis Sizilien habe ich es leider nie geschafft und habe mich deshalb mal im Internet nach besagtem Brunnen umgesehen. Entdeckt habe ich Kunst und Kultur von der es gerade in Italien zu Hauf gibt. Es soll ja Leute geben, die einen Badeanzug tragen, wenn sie in die Badewanne steigen oder unter der Dusche stehen – selbst wenn sie alleine in ihre Wohnung sind
LG Stefan

… und jetzt ist Urlaub.
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AZU20 meinte dazu am 16.07.2019:
Ja, auf Vulcano saßen sie so im Schwefelbad und warfen die gelbgefärbten Klamotten anschließend weg. LG und danke
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Jorge
Kommentar von Jorge (16.07.2019)
Ein interessanter und informativer Reisebericht. Danke dafür.
LG
Jorge
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AZU20 meinte dazu am 16.07.2019:
Danke und lG
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GastIltis
Kommentar von GastIltis (16.07.2019)
Hallo Armin, war mir eine Freude zu lesen. LG von Gil.
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AZU20 meinte dazu am 16.07.2019:
Freut mich. LG
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Didi.Costaire
Kommentar von Didi.Costaire (16.07.2019)
Interessante Sache. Bist du denn an die Figuren überhaupt herangekommen? Auf Fotos wirkt der Brunnen verdammt eingezäunt.
Tanti auguri, Dirk
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Lena
Kommentar von Lena (25.07.2019)
Ich lese sehr gerne Reiseberichte, deiner hat mir sehr gut gefallen.. die Vorstellung mit dem Beten und Beichten hat mich amüsiert... lG, Arja
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AZU20 meinte dazu am 25.07.2019:
Danke, Lena
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AZU20
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Veröffentlicht am 15.07.2019, 2 mal überarbeitet (letzte Änderung am 16.07.2019). Textlänge: 279 Wörter; dieser Text wurde bereits 87 mal aufgerufen; der letzte Besucher war BerndtB am 21.09.2019.
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