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Kein Liebesbrief

Liebesbrief zum Thema Abgrund


von Xenia

Ich habe dir nie einen Liebesbrief geschrieben.


Du bist ein guter Märchenerzähler.
Ich habe deine Märchen geliebt.
Doch ich wollte kein Teil von ihnen werden.

Märchen zu erzählen, ist ein Teil von dir.
Als wir uns das letzte Mal sahen,
war ich kein Teil mehr von UNS.


Deine Küsse schmeckten salzig von den Tränen,
die ich verschluckt habe.



Mir war anfangs nicht bewusst, dass du Märchen um dich windest wie andere Schutzwälle. Ohne je wirklich gelogen zu haben, bist du doch eine Mogelpackung, und ja, ich fühle mich betrogen; um meine Lebenszeit nämlich und den Freund, den ich hätte haben können, den Freund, den ich meinte, in dir zu sehen.. Hinter den Unterstellungen, den beleidigenden und verletzenden Worten. Ich habe mich an dem Gedanken festgekrallt, dass, wenn ich mir nur genug Mühe geben würde, wenn ich nur PERFEKT genug wäre, wenn ich nur tun würde, was dich glücklich macht, wir glücklich sein könnten.

Was soll ich sagen. Ich bin gut darin, mir selbst in die Tasche zu lügen. MEIN Mann wird anders sein als du. Er wird verzeihen können. Er wird mich nicht schlagen, weil ihm meine Worte nicht passen. Er wird mich nicht ignorieren, wenn ich mit ihm reden will. Er wird mich manchmal einfach nur toben lassen, wenn ich wütend bin, bis ich mich selbst albern finde, und dann wird er mich fragen: "Ham wir es jetzt, junges Fräulein? Können wir jetzt vernünftig reden?" Er wird um Einiges abgeklärter sein als du, doch nicht gleichgültig. Gewalt ist kein Zeichen von Liebe, und ich schäme mich dafür, dass ich mich dazu hinreißen lasse in Streits mit dir.

Ich neige nicht zu unbegründeter Gewalt. Schon allein die Tatsache, dass ich mich nicht mehr scheue, dich zu ohrfeigen, ist ein schlechtes Zeichen. Ich will das alles nicht mehr. Ich hatte ein Jahr eine Beziehung ohne großartige Flashbacks, ohne körperliche Gewalt. Ich bin nicht mehr dazu bereit, mich auf Halbherziges einzulassen. Ich kann bei dir nicht sagen, was ich fühle, ohne Angst zu haben, dafür auf die Fresse zu bekommen.

Ich fühle dich beim Sex nicht mehr, weil wir zu oft streiten, und du merkst den Unterschied nicht mal. Die Vermutung liegt nahe, dass du vollkommen unempathisch bist, ergo DU ein Problem mit deiner Gefühlswelt hast.: Es tut mir Leid, dass ich dich VERGEWALTIGER genannt habe, aber das war, was ich in diesem Moment gefühlt habe, und es war sehr mutig von mir, es auszusprechen, auch wenn die Worte die falschen waren.

Ich werde dir nicht verzeihen, dass du mich dafür geschlagen hast.
Ich werde dir nicht verzeihen, dass du es als "das war keine Vergewaltigung, weil es nicht schlimm genug dafür war", abtust.
Ich verzeihe dir nicht. Deal with it.

Warum ich dir trotzdem sage, dass ich mich auf dich freue? Junge, ich bin in einer Missbrauchsfamilie groß geworden. Ich habe gelernt, eine Mutter zu lieben, die ein Monster war, die den Namen Mutter nicht verdient hat, die ich hasse. NIEMAND kommt an die Bösartigkeit heran, die diese Frau mir gegenüber gezeigt hat. Es ist nur logisch, dass ich selbst dann noch das Gute in Menschen suche, für die ich Gefühle habe, wenn sie mich innerlich ausbrennen.


Ich habe dir nie einen Liebesbrief geschrieben.


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Kommentare zu diesem Text


Borek
Kommentar von Borek (16.07.2019)
Ein erschütternder Bericht über Leben und Liebe der aber
sehr lebensnah geschildert ist. Die Nichtachtung und Nichtbeachtung ist ein weites Lebensfeld.
Auch schweigende Begegnungen können schweigend
verletzen.
Liebe Grüße Borek
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Borek
Kommentar von Borek (16.07.2019)
Ein erschütternder Bericht über Leben und Liebe der aber
sehr lebensnah geschildert ist. Die Nichtachtung und Nichtbeachtung ist ein weites Lebensfeld.
Auch schweigende Begegnungen können schweigend
verletzen.
Liebe Grüße Borek
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TrekanBelluvitsh
Kommentar von TrekanBelluvitsh (16.07.2019)
Das liest sich so, als ob diese Beziehung von Anbeginn Tretminen mit sich brachte.
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Augustus
Kommentar von Augustus (16.07.2019)
M.E. handelt es sich hierbei um eine subtile, einst verklärte Beziehung zwischen dem Zuhälter und seiner Prostituierten. Aus dieser Perspektive bekommt der Text viel mehr Würze.
Es wird gestritten, geschlagen, geflucht, geweint. Es wird sogar an Mut nicht gespart, und das hat schon was zu bedeuten, wenn eine Hure gegen ihren Zuhälter aufbegehrt. Auch die übermütige Betitelung, der Zuhälter sei ein Vergewaltiger wird erst im Nachhinein kleinlich zurückgenommen, wo noch zuvor im Effekt der Funke der Wahrheit aufblitzte.

Ave
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Xenia meinte dazu am 16.07.2019:
Nicht schlecht, passt zu meinen sonstigen Themen. Habs raus gelassen, weil es eh schon ein sehr häufiges Thema von mir ist.
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Augustus antwortete darauf am 16.07.2019:
und mein Elan zu Huren mich zu äußern ist noch nicht gänzlich abgeklungen.
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Xenia schrieb daraufhin am 16.07.2019:
😂
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princess
Kommentar von princess (18.07.2019)
Bestechend, das Glasklare darin.

LG p.
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