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Gedanken der eigenen Zeit

Innerer Monolog zum Thema Zeit


von Borek

Gedanken der eigenen Zeit
Wir sind heute nicht mehr die jungen ungestümen Kinder der Hitler und der Kaiserzeitzeit. Wir sind heute die Alten, für den letzten Weg bereit. Wir leben heute weniger in der Zukunft als in der Vergangenheit. Die Vergangenheit  ist die längere Strecke unseres Lebens gewesen als es die Zukunft sein wird.
Das sind Fakten, wir müssen uns damit abfinden.
Wie man dieses Problem angeht ist jeden Einzelnen selbst überlassen. Der Eine meistert das Problem besser als der Andere. Wirtschaftliche Situationen spielen bei der Bewältigung dieser Gefühle eine wichtige Nebenfunktion.
Kann ich mir etwas leisten, aus der finanziellen Situation heraus ist das Verdrängen  der Gedanken an die Zukunft leichter zu bewältigen.
Ist die Situation nicht gegeben, so sind die kleinen Dinge des Lebens, Garten, Tiere, Freundschaften, Familie genau so wichtig. Sie füllen den Lebensinhalt aus und verdrängen die Zukunftsgedanken.
Arm sind nur die Philosophen die zukunftsorientiert leben. Die schwarze Katze lief über den Weg. Die Vogelgrippe ist wieder im Anflug, sie wird doch hoffentlich mich nicht treffen. Um
Himmelswillen stehe ja nicht mit dem linken Bein aus dem Bett.

Der Mensch ist unbestritten ein Meister der Verdrängung und das ist gar nicht mal das Schlechteste. Es ist Medizin für die Seelen.
Es ist sinnlos, an das Morgen und Übermorgen zu denken. Es ist sinnlos sich darüber den Kopf zu zerbrechen, man scheitert nur an den Fragen, denn es gibt keine Antworten, außer der Gläubigkeit
                                          31
Es gibt nur eine einzige Antwort auf unsere Situation, wir müssen jeden Tag erneut im Heute leben. So leben wie wir es gewohnt waren, so wie wir es gelernt haben.
Auch wir haben tausende Ängste durchleben müssen, die in keiner Weise vergleichbar sind mit den Ängsten der Generation von heute.

Fliegerbomben, Panzer,  die totale Zerstörung. Die Angst um  Angehörige die an der Front waren. Der Tribut des Siegers, Frau kooom. Die Erschütterung als das Gerücht zur Gewissheit wurde Auschwitz, Dachau, Birkenau und vieles mehr. Die damit verbundene kollektive Scham. Der wirtschaftliche Zusammenbruch. Die größte Arbeitslosigkeit aller Zeiten. Gleise, Fabriken wurden abmontiert, Kühe aus den Ställen der Bauern geholt und alles abtransportiert. Schuldige und viele Unschuldige in die Lager gesteckt. Das Geld entwertet, Eigentum beschlagnahmt. Hunger nagte in allen Häusern. Der Winter schlug  mit bitterer  Kälte zu, Frostbeulen an den Füßen, und Kohleferien der Schulen und Ruinen so weit das Auge sah.

Was ist dagegen Harz 1 2 3 und 4, was dagegen ist zu wenig Kindergeld oder zuwenig Kindertagesstätten oder zwei Stunden mehr in der Woche arbeiten zu müssen. Was dagegen ist ein Leben in Freiheit wenn man die Unfreiheit nie erlebt hat. Was dagegen ist keine Angst haben zu müssen, ob die GESTAPO oder die STASI nachts an die Türe klopft.
Mit welchem Recht nimmt, diese neue Generation, das Recht zu klagen und zu lamentieren. Wir Alten müssen von der neuen Generation finanziell getragen werden und dies ist  ihr zu schwer. Wir können nicht mehr Rente für Euch zahlen.  Die Kassen sind leer. Wir müssen an unsere Kinder denken und bringen mit Not und Mühe ein Kind zur Welt.
Heinrich Heine sagte: “Und denk ich an Deutschland in der Nacht, so bin ich um den Schlaf gebracht.“ Dem ist leider nichts hinzuzufügen. Sie geben sich alle  einen intelligenten denkenden Anspruch und sind nur auf die eigene Eitelkeit und Macht und Einfluss bedacht.
                                        32
Einen kollektiven Sinn, Trümmer und Probleme  wie wir sie wegräumten, haben sie nicht. Es sind nur noch Egoisten  und keine  Kollektivisten zum Wohl der Gesamtheit.

Deutschland, unser Land dem wir mit unserer Leistung Geltung verschafft haben rutscht in die Belanglosigkeit ab
Sind das unsere Kinder?  Sind das Erben unserer Leistung?
Was haben wir falsch gemacht, was haben wir  zuwenig vermittelt, haben wir mit unserer Aufgabe, die wir zu erfüllen hatten, versagt und unsere Kinder sich selbst  zu viel überlassen?
Nein. Wir haben bei allen Möglichkeiten die wir gehabt haben, keinen Einfluss gegen die Zeit mit all ihren Erscheinungen. So wie der Krieg und die Nachkriegszeit  für uns Beeinflussung bedeutete. Sie hat unser Leben geprägt und unsere Eltern haben uns nicht auf diese Situation vorbereitet und dafür erzogen. Keine Generation hat Einfluss auf die Zeit, sie ist Produkt vieler  Fakten und selten unterliegt sie dem Einfluss starker einzelner  Persönlichkeiten. (Adenauer)
Wir können nichts ändern, es ist so wie es ist. Es klingt nach Resignation aber es ist so, wir haben nicht mehr die Kraft und die Möglichkeit zu ändern und zu gestalten. Wir sind nicht mehr die Jungen und Mädchen der vergangen Zeit. Aber wir dürfen noch eins klar nach außen offen bekenne, wir haben etwas geleistet, wir haben Deutschland mit positiv verändert und mit den Stolz dürfen wir täglich leben und uns dazu bekennen und das macht das Alter lebenswert für unseren Lebenswerk; Stolz und Aufrichtig.

So  grüße ich alle. Das Leben, unser Leben ist voller Mut, Fleiß und Abenteuer gewesen auch wenn wir nicht mehr die Jungen und Mädchen unserer Zeit sind so erfüllen wir  doch mit unserer Erfahrung auch noch heute eine wichtige Pflicht. Wir haben uns vom Lernenden zum Lehrenden entwickelt; wir, die erfahrenen Alten der alten Zeitz.
H:L:18

 
 

Kommentare zu diesem Text


millefiori
Kommentar von millefiori (24.07.2019)
Ich habe diesen Text sehr gerne gelesen, teils gebe ich Ihnen Recht, dass dieses kollektive Zusammenhelfen immer seltener zu werden scheint, teils frage ich mich öfter, ob es mit der Aussichtslosigkeit Zusammenhänge, die man empfindet, wrnn man die Geschehnisse der Politik und auf der Welt verfolgen.
Dann wiederum denke ich, man sollte vielleicht gar nicht soviel denken, sondern einfach mit den Möglichkeiten die einem bleiben, versuchen die Welt zumindest im unmittelbaren Umkreis versuchen positiv zu gestalten.

Sehr interessante Sicht von Ihnen.
Liebe Grüße
millefiori
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Borek meinte dazu am 25.07.2019:
Danke fürs "Lesen"
Die Zeit von meinen Großeltern bis zu meinen Kindern ist eine riesige Strecke, in der man sein Leben einfügen musste..
Das Musste hängt mit einem Krieg der verloren ging und
viele Trümmer zu beseitigen waren nicht nur optische Trümmer.
Mein Großvater lies sich 1899 scheiden, es war ungewöhnlich damals eine Scheidung und man war ein schwarzes Schaf in der
Gesellschaft. Heute ist es eine Normalität über die man fast kein Wort verliert. So sind heute viele Ehr-Begriffe.entwertet. Der größte entstandene Fehler ist die Gier die wie eine Zecke in der
Gesellschaft sitzt und in Banken und Politik. heimisch ist
Man kann nur versuchen seinen eigenen Weg zu gehen den mann glaubt verantworten zu können
Mit besten Grüßen Borek
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millefiori antwortete darauf am 25.07.2019:
Ja, die Gier, weil es Vielen zu gut geht und sie sich mit nichts mehr zufrieden geben können.
Immer höher, immer weiter, immer mehr, koste es was es wolle.
Ich habe auch den Eindruck, dass die früheren Firmengründer noch eine Verantwortung und Fürsorge für ihre Arbeitnehmer übernahmen.
Denn wenn der Chef sich um das Wohl der Angestellten kümmerte, führte das auch zu Loyalität ihm gegenüber.
Jetzt ist die Zeit der befristeten Verträge. Schnell und billig egal welche Qualität dabei rumkommt.
Sehr schade.
Meine Großeltern haben mir auch von Zeiten des Hungers und Krieg erzählt.
Das waren bestimmt schwere Zeiten.
Man kann nur versuchen gegen die Entwicklungen zu kämpfen, nicht immer gelingt es.
Respektvolle Grüße
millefiori

Antwort geändert am 25.07.2019 um 19:17 Uhr
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Teichhüpfer
Kommentar von Teichhüpfer (08.09.2019)
Königliches Sch...tulgang.
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