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Sonett zum Thema Sprache/ Sprachen


von Ralf_Renkking

Umgeschrieben stand die Fracht samt ihren Briefen
auf dem Abstellgleis, an dem die Zukunft schlief,
unter Welten duckten sich die Lettern tief,
und die Gegenwart begann vor Schweiß zu triefen.

Worte traten aus den Schatten dieser tiefen
eingestampften Zeit, sie sonnten sich im Mief
einer stark gedehnten Wirklichkeit, die lief
gegen alle Sätze, die im Abraum schliefen.

Schnee versank im Sturm, ein altes Käuzchen rief
nach den Silben, die quer durcheinander liefen,
Wälder wiegten sich im Sumpf der Hieroglyphen.

Ohne Antwort blieb so auch der letzte Brief,
während welke Wolken wahrlich intensiv
und verzweifelt nach dem Schutz der Mutter riefen.

 
 

Kommentare zu diesem Text


Kommentar von Artname (07.08.2019)
Ralf, entschuldige einige naive Fragen: Ich dachte, die einzelnen Sonettformen bauen allgemein auf alternierende Jamben? Deine bauen auf Trochäen. Warum das?

Die Zahl der Hebungen schwankt gewöhnlich zwischen 5 und 6. Bei dir zwischen 5 und 7 (S1V3) . Flüchtigkeitsfehler? Absicht?

Bezieht sich das einleitende "umgeschrieben" bereits auf meine Frage? Ich könnte mir das vorstellen, zumal du unter der Rubrik Sprache/ Sprachen veröffentlichst.

Sorry, ich bin Musiktexter. Da bestimmen nicht Srach-Regeln, sondern Tonfolgen die äußerliche Form der Texte.
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Ralf_Renkking meinte dazu am 07.08.2019:
Hi Artname,

kein Problem. Das Barock war in Sonett und Epigramm vorwiegend durch den Alexandriner bestimmt, so dass schon Hoffmann von Fallersleben es spöttisch und geringschätzig als das alexandrinische Zeitalter bezeichnete. Dennoch wurden Opitz Vorgaben schnell aufgebrochen, s. bspw. das Sonett 'Mitternacht' von Andreas Gryphius.
Den Trochäus habe ich bewusst gewählt, weil er der absteigende alternierende Versfuß ist, im 3. Vers ist mir tatsächlich eine Nachlässigkeit in der Übertragung unterlaufen, ich habe das Sonett anschließend noch einmal überprüft, und hoffe, dass das Metrum soweit bereinigt ist.
Melodisch soll das Sonett deshalb nicht wirken, weil unsere Sprachlandschaft das einfach nicht hergibt, das ist hoffentlich einerseits durch Zäsuren, andererseits durch Enjambements gewährleistet.
Ich wollte dieses Sonett ursprünglich noch madrigal auflockern,
das wäre aber evtl. zuviel des Guten gewesen.
Danke für Deinen Kommentar, ohne den ich mir das Gedicht wahrscheinlich nicht noch einmal näher zur Brust genommen hätte.

Antwort geändert am 07.08.2019 um 11:30 Uhr
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Kreuzberch†
Kommentar von Kreuzberch† (07.08.2019)
Buchstaben werden zu Silben und Worten - und Worte zu Sätzen. Vorausgesetzt ist, dass alles zueinander passt. Ansonsten haben weder Buchstaben, noch Silben und Worte und Sätze was zu sagen.

LG Stefan
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Ralf_Renkking antwortete darauf am 07.08.2019:
Hallo Stefan,

und danke auch für Deine Empfehlung, der ich folgende hinzufügen möchte:

'Isch hab Geisterblitz - Neue Wortschätze vom Schulhof', Philipp Möller, Bastei Lübbe AG, Köln 2015, ISBN 978-3-404-60782-2.

Ciao, Frank

P.S.: Wahrscheinlich kennst Du den Schriftsteller, falls nicht: Möllers Bücher fußen auf Erfahrungen, die er im Berliner Grundschulmilieu sammelte.
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Artname schrieb daraufhin am 07.08.2019:
Mit dieser detaillierten Antwort lässt sich viel anfangen.
ich habe das Sonett anschließend noch einmal überprüft, und hoffe, dass das Metrum soweit bereinigt ist.

Sehr schön.
Melodisch soll das Sonett deshalb nicht wirken, weil unsere Sprachlandschaft das einfach nicht hergibt,

Mit "melodisch" meinst du deine Verengung der Klaviatur ALLER Vokale und Umlaute (nebst Alliterationen) auf den Vokal "i"?

Ansonsten: .Irgendwie erinnert mich dieses "unsere Sprachlandschaft" an die Vorurteile vieler Interpreten, authentischen Rock und Rap nicht in der rel. klangarmen deutscher Sprache singen zu können. DIESES Vorurteil hat sich in den letzten Jahren erledigt !! In den deutschen Charts und Studios wird momentan fast nur deutsch gesungen.

Oder verstehe ich dich falsch?

Interessant finde ich, dass du auch Enjambement und Zäsur zum Klang zählst. Das sehe ich auch so! Und ist dir gut gelungen.

Antwort geändert am 07.08.2019 um 13:30 Uhr
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Ralf_Renkking äußerte darauf am 07.08.2019:
Meine Kritik richtet sich überhaupt nicht gegen eine evtl. bestehende Klangarmut der deutschen Sprache, sondern gegen die Ellipsisierung, Verballhornung, und Verzerrung derselben, wobei ich nicht einmal etwas gegen Anglizismen oder die Verfremdung habe, solange sie verständlich und nachvollziehbar bleibt, und hier wären wir beim Rap angelangt. Hat das noch etwas mit deutscher Sprache zu tun?
Klar, Pausen und Zeilensprünge zähle ich zum Klang dazu, aber Rap ist im allgemeinen nicht so meins, und wenn ich Lieder oder darüber schreibe, dann ordne ich das auch einem entsprechenden Themenkreis zu. Nichtsdestotrotz spielt die Sprachmelodie für mich eine nicht zu unterschätzende Rolle, denn es wird in unserer Gesellschaft noch lange Gang und Gäbe bleiben, das was auf Kosten des wie zu vernachlässigen.
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Artname ergänzte dazu am 07.08.2019:
und hier wären wir beim Rap angelangt. Hat das noch etwas mit deutscher Sprache zu tun?
Aber klar doch!
Heute beispielsweise habe ich Eko Fresh, Alligatoah und PA Sports mit größtem Vergnügen gehört. Kein Gangsterrap!

Gut, in diesem Faden geht es ums Sonett. Und dabei will ich es belassen.

Cu
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