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Sonett zum Thema Wahrnehmung


von Isaban

Die Stadt war lichtgeküsst und zauberhaft,
von Fenstersimsen rieselten Geranien,
im Reich der fernen Straßenrandkastanien
schien eine helle Macht mit sanfter Kraft

durch Honiggras zu gehen. Dem Asphalt
war schwammig-blau und flimmerig zumute
und eine unsichtbare Stöckelstute
terrappte kurz durch nahen Häuserwald,

wo Hitze stand und stand und sich nicht regte.
Ein Hund, um den sich rarer Schatten legte,
beroch verträumt den leuchtend roten Schnee,

wobei sein Atem jenen sacht bewegte.
Ein winzig kleiner Windhauchansatz fegte
ein Wölkchen fort. Der Hund schlief frei von Fernweh
ein.

 
 

Kommentare zu diesem Text


EkkehartMittelberg
Kommentar von EkkehartMittelberg (10.08.2019)
Oh, Caramba, Sabine, das ist schwierig zu deuten. Ich riskiere es mal, auf die Gefahr total daneben zu liegen.
In der zauberhaften ersten Strophe, in der eine helle Macht durch Honiggras geht, ist die Welt noch heil, sofern man bereit ist, Rauschgiftkonsum zu tolerieren. Doch in der zweiten Strophe kündigt sich Unheil an mit dem Asphalt, der Ahnungen hat, dass die unsichtbare Stöckelstute in der schwülen Atmosphäre nicht überleben wird. Der Schnee, den die Botin mit sich geführt hatte, ist leuchtend rot geworden.. Vielleicht soll er zur Warnung dienen. doch was weiß der Hund davon, der ihn beschnuppert und der eine kleine Prise (ein "Wölkchen") zu sich nimmt. Das reicht, dass er einschläft und die Stöckelstute in den Tod begleitet.
Nach meiner Deutung ist dieser Text mit ironischem Titel, der von Mord wegen Rauschgiftkonsums handelt, bewusst euphemistisch, um die grenzenlose Verführung des Rauschgifts zu demonstrieren.
Wie fast alle Sonette von Isaban ist auch dieses handwerklich hervorragend gestaltet.
Liebe Grüße
Ekki
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Isaban meinte dazu am 11.08.2019:
Oh, Caramba, lieber Ekki,
das nenne ich einmal einen spannenden Kommentar - der Sonntagstatort ist gar nichts dagegen!

Hab tausend Dank für den Mut, dich an den Text zu wagen und deine aufregende Interpretation. Tja, man sollte sich beim Dichten vielleicht nicht zu sehr von der Hitze des Tages, dem Bedürfnis nach einer Siesta und der Farbe der sommerlich rieselnden Geranienblüten inspirieren lassen.

Deine Rückmeldung war mir ein großes Vergnügen.

Liebe Grüße
Sabine
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Kommentar von Agneta (11.08.2019)
zunächst möchte ich einmal bemerken,lLiebe Sabine, dass du im Moment einen guten Lauf hast, sehr elegant und spielerisch schreibst.
Diese Spielvariante, dem Sonett noch eine überzählige Silbe anzuhängen, stört dabei nicht.
Allein das Verb terrappen kenne ich nicht. Traue dir aber durchaus zu, dass es ein langgezogene Form von trappen sein soll.
Langgezogen würde stilmäßig gut passen.
Das Bild, das das Werk malt, wirkt wie langgezogen, ein unnatürlich sich dehnender Zustand.
Ich lese hier da es unter Wahrnehmung steht und wieder einmal einen Titel hat, der unabdingbar zum Gedicht gehört,die Pseudoidylle einer Kleinstadt, wo alles eingefahren , heil und gut wirkt.
Allein die Stöckelstute, deren Tritte man quasi aus dem Gedicht heraushört,klack, klackklack. die stört die Idylle. Die passt nicht. Dies zeigen mir die antithetischen positiven und negativen Bilder.
Und der Hund am Ende, der (im Gegensatz zur Stöckelstute) frei von Fernweh einschläft.
Fantastisch geschrieben, Sabine.
LG von Monika
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Isaban antwortete darauf am 11.08.2019:
Hallo Monika,
vielen Dank!
Ja, das "terrappen" ist der Lautmalerei geschuldet, dem (hörbaren Befehl "Terrapp" mancher Reiter (die eigentlich "Trab" meinen), dem Klang von Stöckelschuhen in Gassen und der Idee, das Beängstigende, das Bedrohliche (im Gegensatz zu den Frauenverfolgungsfilmszenen durch einen finsteren Forst) in einen sommerglühenden Häuserwald zu verlegen - niemand sieht die Bedrohung, das Opfer ist unauffindbar, aber jeder weiß, da war was, was man eigentlich hätte beachten müssen, man hat die Hinweise vor der Nase, aber.
Eine grandiose Interpretation, liebe Monika . Sie war mir eine Freude.

LG von Sabine
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