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Porträtphotographie - ein GeschäftInhaltsverzeichnisWestons künstlerische Porträts und die Straight Photography

Die sensible Porträtmacherin

Text


von aliceandthebutterfly

In Büchern, die man heute von den beiden Photographen findet, gibt es oft Porträts
von solchen Freunden, Bekannten und anderen Menschen, die sie umgeben haben.
Viele davon geben uns ein Bild der damaligen mexikanischen Kunstszene.
Beispielsweise zeigen einige  der  ersten Porträts, die Modotti gemacht  hat, Jean
Charlot, einen Freund von ihr. Er war ein Künstler und derjenige,  der  gemeinsam  mit  einem  Kunsthandwerker  aus  Teotihuacan  alte indigene Freskotechniken wiederentdeckt und somit die wichtigste Kunstform der Mexikanischen  Renaissance,  die  murales  /  Wandmalereien  eingeleitet  hat. Ihre Darstellungen von ihm waren bescheiden, einfach. Denn Modotti  versuchte  in  ihren  Porträts  etwas  von  der  Persönlichkeit  des  Menschen einzufangen und Charlot war ein bescheidener Mann.
Wie daraus hervorgeht war ihre Menschenkenntnis und Sensibilität eine große Stärke ihrer Photographie. Sie verstand sich darauf, eine Verbindung zu ihren Modellen herzustellen.

Auch im nächsten Porträt (siehe Anmerkung) erkennen wir eine Verbindung zwischen Photographin und Modell. Elisa Ortíz war eine  criada  in der Wohnung von Modotti und Weston. Ihre Hände liegen hier im Schoß, auf dem schwarzen Hintergrund, den ihr Kleid bildet. Durch diesen Kontrast wird unsere Aufmerksamkeit auf die Hände gelenkt, welche bei einem Unfall in ihrer Kindheit verbrannt wurden. So ist diese Photographie auch ein  Vertrauensbeweis  seitens  Elisa  Ortíz  gegenüber  Modotti.  Diese  Art  der
Darstellung fällt auch aus dem Rahmen der damaligen Porträtphotographie und zeigt
Modottis  schon  von  Beginn  an  vorhandene  Offenheit  gegenüber  dem
Experimentellen.
Es ist ein künstlerisches Porträt und da es nicht kommerziell ist, hat hier die Eitelkeit
auch nicht den Vortritt vor der Wahrheit. Ein weiterer Unterschied zu den Studioaufnahmen ist, dass Modotti die Mexikanerin im Freien photographiert hat und
alles genau zu erkennen ist – auch die Wand im Hintergrund. Diese Schärfe im Bild, die wirklichkeitsnah wirkt, klar und aufrichtig, dieser deutliche Kontrast  vom  schwarzen  Kleid  vor  der  hellen  Wand,  auf  die  die  Sonne  ihr mexikanisches Licht wirft, zeigt uns, welche Tiefe die Wahrheit hat. Und wie beim obigen  Porträt,  das  Weston  von  Modotti  gemacht  hat,  können  wir  hier  den modernistischen Stil erkennen, von dem im unteren Kapitel die Rede sein wird. Denn vor allem, wenn man Elisa mit Margrethe Mather vergleicht, so kann man sehen, dass der Photographiestil, die Technik und auch der Zugang zum Modell ein anderer  ist:  Schärfe  vs.  Weichzeichnung,  Klarheit  vs.  Verschwommenheit  und Poetisierung und Romantik vs. Realität.
Ich  denke,  dass  wir  die  Ungewöhnlichkeit  dieses  Porträts  auch  im  Vergleich  zu
denen finden, die Modotti von Charlot, anderen Künstlern oder auch von den oben
erwähnten Frauen in Mexiko gemacht hat. Diese zeigen meist den Kopf, manchmal
auch  den  Nacken,  oft  sind  es  Brustbilder  und  die  Photographierten  sind
nachdenklich, wie Charlot, fröhlich, ernst, spielen Gitarre… Es sind gute Porträts und
sie haben auch experimentelle Ansätze. Aber sie wirken nicht außergewöhnlich und
erzählen nicht in dem Maße von der Person vor der Linse. In mir hinterlässt  Elisa
mehr  Eindruck.  Durch  einen  sanften  –  und  nicht  etwa  eindeutigen  und  somit
sensationalistischen  –  Blick  der  Kamera  auf  die  Hand,  sagt  es  etwas  über  die
Schönheit des Menschen aus, die auch aus Erfahrung und Schmerz besteht.

Anmerkung von aliceandthebutterfly:

 https://www.moma.org/collection/works/46264


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