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Nichts

Innerer Monolog zum Thema Anpassung


von eiskimo

Guten Morgen! Ich stehe vor dem Nichts.
Es ist nach vorne hin offen, ich könnte es füllen, mit was auch immer.
Das, was dann entstünde, unterläge mir, meinem Ego, meinen Gedanken. Soeben fließen da hinein die hier von mir formulierten Worte.
Worte, die ausschließlich meinem Diktat gehorchen. Welche gestalterische Freiheit!
Orientiere ich mich an irgend welchen Regeln oder nicht? Formuliere ich wild drauf los oder sinniere ich lang und tiefgründig? Bin ich kurz und wortkarg oder geschwätzig?
Unermesslich viele Möglichkeiten tun sich da auf. Und ich entscheide hier und jetzt, nach Lust und Laune, was da sprachlich zusammengestellt wird. Ich, der Wortschöpfer.
Setze ich dabei irgend etwas voraus oder steht das Konstrukt für sich alleine? Hat es irgend einen Belang? Soll es nützlich sein?  Will ich Aufmerksamkeit wecken, vielleicht irgend einen konkreten Adressaten erreichen?
Auch diese Steuerung ist wieder nur mir vorbehalten.
Aber: Ich berühre dabei – sollte ich tatsächlich in Aktion treten – eine zweite Ebene. Was ich sozusagen als Sender aus mir heraus schicke, muss mit den Normen und Konventionen der möglichen Empfänger konform gehen. Damit ordne ich mich ein in die bereits existierenden Muster, die andere lange vor mir einmal angelegt und verfestigt haben.
Ich muss dabei akzeptieren, dass ich für meine Äußerungen sprachliche Mittel benutze, die aus fremder Prägung stammen.  Da waren schon Gedanken- und Wortwerker vor mir da, die mir nun ihr eingespieltes Register aufzwingen. Wäre das auch mein Register, meine spezifische Einfärbung?
Will ich nachvollziehbar und verständlich sein, hätte ich freilich dieses Register zu benutzen....
Ich müsste schließlich auch bei den Themen und Inhalten Rücksicht nehmen, ich sollte das ansprechen, was Reiz verspricht und wofür es so etwas wie Publikum gibt. Publikum? Und dem gefällig sein??
Die Folge wäre: Ich müsste bestimmten Strömungen und Trends gerecht werden, ich müsste auf „Wirkung“ aus sein. Oha! Über kurz oder lang würde ich dabei deformiert, ja, meiner eigentlichen Botschaft entfremdet.
Nochmals Guten Morgen! Ich stehe weiter vor dem Nichts. Noch ist alles nach vorne hin offen, noch habe ich keinerlei Inhalt eingefüllt.
Aber ich spüre, wie mich der Erwartungsdruck lähmt. Soll ich diese gleißende Manege noch betreten?
Nein, ich ziehe es vor, mich nicht zu exponieren. Ich lasse es unangetastet stehen, dieses Nichts. Und bleibe im Dunkeln... ein freier Autor.

 
 

Kommentare zu diesem Text


Dieter_Rotmund
Kommentar von Dieter_Rotmund (25.08.2019)
Ach herrje, eine arme Künsterlseele, die sich in ihrer achso
wertvollen künstlerischen Entfaltung eingeengt fühlen könnte?
Mensch, Eiskimo, solch eine Opferhaltung passt gar nicht zu Dir!
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eiskimo meinte dazu am 25.08.2019:
Danke, lieber Dieter, für diese einfühlsame Rückmeldung. Du hast damit genau das getan, was das Ich meines Textes wohl befürchtete - vielleicht hatte er von Dir schon gehört?
Und was die Opferhaltung angeht - wieso Opfer? Täter!
Denn er hat das ja geschrieben, der gar nicht eingeengte
Eiskimo
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Cora
Kommentar von Cora (25.08.2019)
Lyrich braucht sich keine Gedanken zu machen über die Ewrtungshaltung des Publikums. solange er diese nicht erfüllen möchte, ist es doch egal, ob er dies könnte. Außerdem, das Publikum ist 1. keine homogene Masse mt gleicher Erwartung und 2. auch ziemlich launisch. Was heute gefeiert wird, ist morgen out und umgekehert.


Eine kleine Anerkung zum sprachlichen, ich finde es schade, wenn die klangvollen Wörter womit und wofür durch das halbdenglische "mit was" und "für was" ersetzt werden.
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eiskimo antwortete darauf am 25.08.2019:
Danke für das "wofür" - habe es gern eingsetzt.
Das Problem mit der Erwartung ist, denke ich, eins des Selbstbewusstseins oder der Ich-Stärke. Manche können sich damit von den Kritikern (im Kopf) befreien.
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Cora schrieb daraufhin am 25.08.2019:
die Kritiker im Kopf haben eine Schwäche, sie sind sozusagen betriebsblind, mit dem Blick von außen können sie nicht dienen
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princess
Kommentar von princess (25.08.2019)
Ich lese hier den inneren Monolog eines Menschen, der sich angesichts eines imaginierten Nichts zunächst vollkommen frei fühlt. Doch im Gespräch mit sich selbst schmilzt diese innere Freiheit. Sie schmilzt an den eigenen Gedanken, Vorstellungen, Erwartungen bis nur noch eines von ihr übrig bleibt: nichts.

Interessant!

Liebe Grüße
p.
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eiskimo äußerte darauf am 25.08.2019:
Seine Freiheit ist es, es bei Nichts belassen zu können.
Wollte er "liefern", hieße es, Kompromisse und Abstriche zu machen. Vielleicht findet er einen, seinen nicht-deformierten Weg.
Danke für Dein Interesse für Nichts!
lG
Eiskimo
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princess ergänzte dazu am 25.08.2019:
Wer zwingt ihn denn, zu "liefern" und Kompromisse etc. einzugehen? Ich erkenne hier niemanden außer den Gedanken, die sein eigenes Hirn dazu produziert. Auch das wäre möglicherweise eine seiner Freiheiten: die Gedanken, die er denkt, nicht zu glauben. Denke ich mir jedenfalls gerade.
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eiskimo meinte dazu am 25.08.2019:
Die schlimmsten Kompromisse sind die aus vorauseilendem Gehorsam - wie Du schon sagst, die sein eigenes Hirn dazu produziert....
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Sin meinte dazu am 25.08.2019:
Danke, Frau princess. Ich sehe es ähnlich. Es heißt immer so schön, lasse deinen Gedanken "freien Lauf". Kann ich machen, mache ich auch, aber das heißt im Umkehrschluss nicht, dass ich ihnen Glauben schenke oder gar gestatte, die Kontrolle über mein "Ich" zu übernehmen. Ich bin derjenige, der die Zügel in der Hand hat und letztendlich darüber bestimmt, in welche Richtung es geht. Schaffe einen Abstand zu deinen Gedanken, höre auf dich mit etwas zu identifizieren, was du nicht bist, und lasse deinen Verstand diejenigen Geschichten erzählen, die du ihn erzählen lassen willst. Dann gibt es auch keine Kompromisse, Abstriche oder Probleme mit irgendwelchen "Lieferungen". Einer, der genau das lehrt, aber viel besser erklärt, findet sich  hier.
Und um Missverständnissen vorzubeugen: Natürlich bleibe ich auch zu ihm auf Abstand. LG Sin

Antwort geändert am 25.08.2019 um 17:02 Uhr
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AchterZwerg
Kommentar von AchterZwerg (26.08.2019)
Ich finde, die gefühlte Einengung ließe sich durch "Nur noch ein Text pro Woche" leicht abmildern.
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eiskimo meinte dazu am 26.08.2019:
Da ist was dran, ohne Zweifel. Sagt ein Vielschreiber....
lG
Eiskimo
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