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Nekrolog (1)

Monolog zum Thema Bewusstsein


von krähe

...ich kannte einmal einen Menschen. Manchmal teilte er mir mit, dass es andere geben würde, die nicht mit mir reden wollen würden, weil sie mir nichts zu sagen hätten. Weil sie generell nicht mit anderen Menschen reden würden oder vielleicht nur mit jenen, die eine spezielle Energie und Ausstrahlung verkörpern würden. Das heißt, dieser Mensch teilte mir sich darüber mit, welches Bewusstsein sich in ihm verkörpern würde, wenn er sich nicht innerhalb seiner Fassade befinden würde, die er mir und anderen Menschen gegenüber in einer Art Automatismus einnimmt. Und das heißt, dass dieser Mensch, wie er sich mir gegenüber entsprechend äußerte, nie er selbst war. Dass ich diesen Menschen nie kennen lernen würde, wie er wirklich ist, weil sein wahres Selbst immer durch eine kreierte Fassadenidentität geschützt ist. Ich empfand diesem Menschen gegenüber tatsächlich immer eine Unnahbarkeit, eine verhüllte Dunkelheit, die sich vor mir aufbaute, wie ein dichter und undurchdringlicher Nebel, selbst dann, wenn wir uns sehr nahe gekommen sind. Wie empfand dieser Mensch? Wie empfand er sich selbst und die Welt, die ihn umgab, durch mich, der ihn anblickte und verstehen wollte und, ich bilde es mir zumindest ein, ihn liebte? – was auch immer das heißen mag. Durch die Worte hindurch sprach ein anderes Bewusstsein zu mir, das mir fremd war, unvertraut. Und es bedurfte einiger Zeit um durch stilles Eingedenken, ein solches Bewusstsein zumindest ein Stück weit nachzuempfinden, mich selbst durch jene Augen wie einen Fremden zu besehen und eine Verbindung zu entwickeln, die diesen Nebel vor mir aufklaren würde. Selbst, wenn es erst innerhalb eines weiteren Lebensabschnittes geschehen konnte, in dem dieser Mensch keine Rolle mehr spielte, nicht für mich.
Was ich seit jeher erblickte, war eine stille Macht, die sich in Zeiten des Chaos durch die Menschen in ihrer aufgeführten Persönlichkeit hindurch Raum verschaffte und Klarheit brachte. Vielleicht erscheint es dem unsensiblen Beobachter umgekehrt: dass die eigentliche Klarheit durch ein hereinbrechendes Chaos zerstört würde. Aber in Wirklichkeit ist es doch so, wie in der ersten Version. Das Chaos, in dem sich die Menschen innerhalb ihrer Lebenswirklichkeit befinden, wird – und muss – von Zeit zu Zeit durch eine dunkle Macht in eine aufscheinende und durchbrechende Klarheit und Wahrheit gestürzt werden. Denn dem Leben in seinem Treiben geht der Sinn verloren und das Dasein ist beständig in seiner Lebendigkeit eingeschnürt. Wie sollte sich nicht eine, dem Menschen in seiner selbstzentrierten und ignoranten Wahrnehmung fremde Macht, seiner selbst ermächtigen um ihm seines wahren Daseins und Lebenszweckes wieder zuzuführen, den er sonst einbüßen würde? Es ist ein schweigendes Gesetz einer tieferen Wirklichkeit, das sich hierin offenbart: du kannst nicht mehrere Leben führen. Und: was du unterdrückst und hinter dir und vor anderen verschlossen hältst, erschlägt dich irgendwann mit verschlossenen Türen.
Ich empfand in jenen Anblicken, wie sich dieses Gesetz vor meinen Augen vollzog, stets ein unmenschliches Grauen. Es war ein Gefühl, als wäre etwas verloren, was man für selbstverständlich hält: die Beständigkeit und Gewöhnlichkeit einer als fest empfundenen, vernunftbegabten Persönlichkeit. Kurz: eines Menschen in seinem zwischenmenschlichen Bestehen. Was verblieb oder diesem gegenüber als seines Antagonisten zum Vorschein kam, musste also etwas unmenschliches sein. Etwas, was sich jenseits der gesponnenen Wirklichkeit zwischenmenschlichen Daseins verbarg, als deren bedingter Begleiter – war es doch schließlich auch stets ein Ereignis, das sich zwischenmenschlich vollzog, indem es eben jenes Netz zerriss. Doch was heißt unmenschlich? Nicht der Vernunft und Selbstbeobachtung zugänglich. Einzig und ungeteilt. Selbst-seiend und Allein. Etwas, was sich in vollkommener Selbstentäußerung und -beschränkung, entlädt, als eine All-Einheit, die daraus entrissen wird, wie aus einem gebrochenen Gefäß oder einer Hülle, die sich in Nichts auflöste, um alles zu sein.
Wahnsinn: ein Leben, das sich selbst nicht mehr inne hat. Eine für wahr genommene Realität, die sich selbst entzogen ist. Marx muss einmal gesagt haben: Das Leben darf sterben, doch der Tod darf nicht leben. Und da haben wir sie wieder, die Fassadenidentität. Das, was in der Abwesenheit von sich selbst lebt. Ein Bewusstsein, das gegen sich selbst existiert. Wie kann eine Unwirklichkeit zur stattfindenden Wirklichkeit werden, wie kann das Leben sterben und der Tod daraus leben? Eine Wahrheit die zwischen jenen Zeilen lebt: die Lüge, die fortlebt, damit sich die Wahrheit in deren Schutz verbergen kann. Stumme Schreie und zurückgehaltene Tränen. Doch eine Antwort auf die Frage verbleibt noch ungesagt.
Wie Realitäten die sich überlappen, existiert in jedem Angesicht der Welt entweder ausgedrückte oder aber vorbewusste, zwar empfundene, jedoch unaussprechliche Existenz innerhalb ihrer wahrgenommenen Wahrheit. Ein zwischenmenschliches Netz verflechtet Existenz zu währenden Realisationen von Wirklichkeit. Aber auch schon ein einziger Blick genügt, um Existenz zu unterdrücken oder schmerzlich auszulöschen. Nicht für jede Existenz gibt es auch einen Raum, in dem sie sich entfalten oder ausdrücken könnte. Ein Schattendasein besteht seit jeher zwischen aller für wahr gehaltenen Realität, die sich in Anwesenheit des Lichtes der Welt als unumstößliche Wirklichkeit präsentiert. Dunkel und Zwielicht. Was sich hinter verschlossenen Türen vollzieht. In den Innenräumen, die sich die Seelen schaffen, um ihr Dasein, vor diesen eindringlichen Blicken des Lichtes verborgen zu fristen. Neben- und zwischeneinander bedrängen sich Selbstheiten, die, jede für sich allein genommen, eine zwar von einander abhängige, jedoch selbstständige Wirklichkeit bilden, die gleichzeitig gegen und mit sich stehen. Eine jede Vertrautheit und Nähe ist nur durch die Existenz der Fremde und Ferne überhaupt erkennbar.
Das, was sich in den Menschen ausdrückte, die dunkle Macht, die das Leben in seine Wahrheit überführte verschloss mir Türen, die nur durch die Lüge hätten geöffnet werden können. Worauf pocht der Mensch, wenn er vor einem erzeugten Allgemeinsinn darum fleht in seiner Existenz erhört zu werden? Wieder die Frage: wie kann ein Bewusstsein leben, das gegen sich selbst steht?
Und eine Antwort darauf, dass, wo sich die Welt entfaltet, sie sich auch gleichzeitig aufspaltet. Ein aufgespaltenes Bewusstsein. In dem die Lüge mit der Wahrheit vermischt ist. Und nur dadurch auch Leben den Tod aus sich heraus bedingt. Wie empfindet sich ein Dasein, das sich einer solchen Spaltung bewusst ist, seiner Teile, als Mosaik gewahr, die es immer wieder neu aus sich selbst zusammensetzt und dadurch seine Welt entwickelt und gestaltet?
Es fühlt sich rein, denn es ist allein. Die Einheit ist bloß die Vermischung eines Bildes der Wirklichkeit, in dem alle Farben und Nuancen gleichzeitig bestehen. Mit jedem Atemzug dieser Welt, nimmt man mit frischer Luft auch gleichzeitig ein Gift in sich auf. In jeder Leidenschaft liegt auch ein Verhängnis. Jede Stärke baut sich nur durch die Schwäche auf. Eine Leere folgt der Erfüllung und die Hölle ist in den Köpfen gleich mit dem Gesang von Engelschören verflochten: Projektion. Die Welt als projizierte mentale Räume. Die erkannte Spaltung jedoch bedingt eine Wahrnehmung, die in ihrem Einstweilen rein ist. Hier sind Zellen, die keinen Durchfluss zueinander  aufweisen. Ich bin vor dir ein anderer Mensch, als ich noch vor Sekunden mit mir selbst gewesen bin. Ich bin, was sich in den Zwischenräumen von Bewusstsein aus dem Bezug von Existenz zueinander projizierend als Realität entfaltet. Die Wirklichkeit ist stete Gegenwart. Realitäten sind es, die sich hierin aus den Scherben von Vergangenheit durch die Gegenwart hindurch in die Zukunft projizieren. Wie können sie sich finden? Wie haben sie sich verloren?

Wie lautet die Botschaft, die sich dahinter verbirgt?

Mit jedem Aufbau einer Existenz, sah ich auch deren Bruch heraufbeschworen. Wenn ich zurück denke, sehe ich hier und da die Menschen, die ich einstweilen verlassen habe und mir kommt eine Schwere zu Bewusstsein, als hätte ich manche von ihnen im Stich gelassen. Hatten sie denn jemanden außer mir, der bei ihnen stand? War ich denn der Einzige, der ihre Existenz bewies, sie durch meine Anwesenheit auch erhielt? Kann so etwas möglich sein? Und wie, wenn es wirklich so wäre? Hinter dieser Schwere aber entfaltet sich ein Gedanke: Die Macht der Freiheit wird einem Menschen erst gewahr, wenn er für sich alleine steht. Wenn da niemand mehr an der Biegung seines Weges wartet, von dem er noch abhängt. Doch was ist das für eine Macht? Und was kann sie bewirken?

Sie öffnet einen unbekannten Raum im Bewusstsein des Menschen, der sie sich erschließt. Dieser Raum ist weit und klar und in ihm sind tiefste Verzweiflung und höchste Erfüllung gleichermaßen präsent und miteinander verschwistert. Der Mensch, der darin lebt erschafft sich selbst immer wieder neu. Er ist in höchstem Maße lebendig, denn was er in sich erhält, fließt zu gleichen Teilen in das erzeugte Bild seiner Wirklichkeit zurück. Er ist Zeuge der Zeiten und lebendes Abbild der Zellen, in denen er sich bewegt.

,,,

 
 

Kommentare zu diesem Text


Dieter_Rotmund
Kommentar von Dieter_Rotmund (26.08.2019)
Ich habe keine Ahnung, um was es hier gehen soll.
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Dieter_Rotmund meinte dazu am 04.09.2019:
Folgt noch ein Nekrolog (2)?
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Dieter_Rotmund antwortete darauf am 10.09.2019:
Ah, ich verstehe, Autor krähe tot = Nekrolog (2), nicht schlecht!
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unangepasste
Kommentar von unangepasste (26.08.2019)
Eine interessante Gedankenwelt, der ich gerne gefolgt bin.
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Dieter Wal
Kommentar von Dieter Wal (28.08.2019)
"...ich kannte einmal einen Menschen. Manchmal teilte er mir mit, dass es andere geben würde, die nicht mit mir reden wollen würden, weil sie mir nichts zu sagen hätten. Weil sie generell nicht mit anderen Menschen reden würden oder vielleicht nur mit jenen, die eine spezielle Energie und Ausstrahlung verkörpern würden. Das heißt, dieser Mensch teilte mir sich darüber mit, welches Bewusstsein sich in ihm verkörpern würde, wenn er sich nicht innerhalb seiner Fassade befinden würde,"

Die vielen "Würde" des Menschen fand ich nervig und brach die Lektüre ab.

Herzlich willkommen!

Weniger "würde" ist mehr!

Kommentar geändert am 28.08.2019 um 15:44 Uhr
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Veröffentlicht am 25.08.2019. Textlänge: 1.395 Wörter; dieser Text wurde bereits 80 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 19.11.2019.
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