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Wie man in den Siebziger Jahren die Welt und sich selber verändern wollte

Essay zum Thema Illusion


von Regina

Man darf die Alt-68er nicht mit den Hippies verwechseln, auch wenn sie sich gelegentlich in der gemeinsamen Wohngemeinschaft tummelten. Wenn da der eine beim Lambrusco von der kommunistischen Weltrevolution faselt und der andere sich beim Haschischrauch im Schneidersitz erleuchtet vorkommt, haben sie ideologisch nichts gemeinsam. Der Marxismus-Leninismus sagt dem fantasievoll gekleideten Träumer nichts und der Salonkommunist hält gar nichts von irgendeiner Transzendenz, auch wenn sie gemeinsam auf die Spießergesellschaft der Etablierten herabblicken, die man damals mit unkonventioneller Kleidung durchaus noch schockieren konnte.
Wer die Erleuchtung zu schnell und in harten Drogen suchte, mag dank der großzügigen afghanischen Gastfreundschaft kostenlos auf dem Friedhof in Kabul zur Ruhe gekommen sein, ähnlich der Rocksängerin Janis Joplin, die einen frühen Tod starb. Insgesamt war die Flower-Power-Bewegung stark mit Musik und Musikern verbunden. Nach dem Open-Air-Festival Woodstock glaubte man das Kali Yuga (skrt. das finstere Zeitalter) überwunden zu haben und den Weg in das neue, gewaltlose Wassermannzeitalter frei. In dem Anti-Kriegs-Musical "Aquarius" wird dieses Planetengeschehen im Platonischen Jahr besungen. Aus heutiger Sicht könnte diese Auffassung vom schnellen Wechsel aus Krieg und Gewalt in Richtung Love and Peace unrealistischer nicht gewesen sein.
George Harrison und Mick Jagger, der sich nach hinduistischem Ritus trauen ließ, trugen dazu bei, dass viele den Hunger nach Übersinnlichkeit und nach spiritueller Selbstverwirklichung auf den Wegen der alten Seidenstraße suchten. Auch klassische Musiker wie Ravi Shankar und Yehudi Menuhin, die 1967 mit  der Musikveranstaltung "East meets West" hervorgetreten waren, hatten Anteil an dieser Entwicklung. Indische Meister entdeckten schließlich die Spiritualität als Exportschlager.  Da erinnert man sich an Maharishi Mahesh Yogi und seine Transzendentale Meditation, an die Hare-Krishna-Bewegung und an den "Guru der Reichen" Bhagwan Osho und viele andere. Die Blütezeit der indischen Kultur liegt etwa 6000 Jahre zurück. Möglicherweise waren die Kulturtechniken dieser Stierkultur für das Wassermannzeitalter weniger geeignet, als man vermutete.
Vielleicht hat sich aber auch der eine oder andere indische Guru an dem zähen, euroamerikanischen "Ich" die Zähne ausgebissen, dem mit der Muttermilch die Selbstbehauptung eingetrichtert wird. In Konkurrenz zu allen anderen Egos soll es sich im Westen zu seinem individuellen Vorteil mit seinem Können hervortun. Einer spirituellen Entwicklung versperrt es auf vielerlei Arten den Weg. Wo es die Möglichkeit zur Transzendenz nicht rundweg negiert, kann es sich auch zum Schein mit ihr verbinden. Die neu hinzugewonnenen Erkenntnisse dienen dann wiederum der Rechthaberei oder dem Dünkel, anderen aufgrund übersinnlichen Fortschritts überlegen zu sein. Oder es entwickeln sich psychische Abhängigkeiten und Suggestionsenergien, von denen ein seriöser Meister Abstand nimmt. So schnell geht es mit der nächsten Evolutionsstufe der Menschheit einfach nicht, deren Entwicklungsnotwendigkeit aber heute mehr als damals ins Auge springt.
Politisches Engagement ist vor allem von John Lennon und Yoko Ono noch im Gedächtnis, die als Friedensaktivisten die Menschen in New York mit Lennons Ohrwürmern zu Tausenden auf die Straße brachten.
Mit der muslimischen Revolution des Ayatollah Khomeini im Jahr 1979 schloss der Iran seine Grenzen. Der Landweg nach Indien war nicht mehr frei. Das nächste Jahrzehnt würde andere Weltthemen in den Vordergrund stellen. Die Weltwirtschaft aber hat ungeachtet aller wie auch immer gearteten Proteste und Alternativen nach ihren Prinzipien weitergearbeitet. Heute wird den Menschen bewusst, dass das System verrückt spielt und Illusionen aufsitzt, die die der Ausgeflippten bei weitem übertreffen.

 
 

Kommentare zu diesem Text


LotharAtzert
Kommentar von LotharAtzert (08.09.2019)
OM oder Helau, das war schon immer die Alternative.

Kommentar geändert am 08.09.2019 um 20:53 Uhr
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Regina meinte dazu am 09.09.2019:
Danke, Boddhisattva, du hast es erkannt.
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LotharAtzert antwortete darauf am 09.09.2019:
Nix Bodhisattva, krieg kaum meinen Body satt

Den Wadenbeißer von gestern hab ich von Castaneda, der ja auch in diese Zeit gehört und den heute kaum noch jemand kennt. Nur bei ihm hieß der W. "kleiner Tyrann", den Don Juan sehr schätzte. eben wegen der bewußtmachenden Verdrängungen.

LG Sekt
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Regina schrieb daraufhin am 09.09.2019:
Die westlichen habe ich hier mal rausgelassen, ein noch komplexeres Thema.
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Hannah
Kommentar von Hannah (09.09.2019)
Dieser ganze Text gefällt mir super, doch besonders der letzte Satz.

Wie mein Ehemann sich vom Revoluzzer, zum etablierten Rechtsanwalt entwickelnte habe ich miterlebt.
Schon damals war mir klar das diese Arbeiter-Nachfahren nicht raus, sondern rein, wollten.

Gruß von Hannah
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AchterZwerg äußerte darauf am 09.09.2019:
Welche Arbeiternachfahren? *lach

Viele 68er kamen aus etablierten Familien und kehrten später (gern) in den Schoß derselben zurück. Du darfst nicht vergessen, dass bei uns die Revolte von den Universitäten ausging.

Der8.
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Regina ergänzte dazu am 09.09.2019:
Ja, da gab es ein Resignieren.
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AZU20
Kommentar von AZU20 (09.09.2019)
Wissen "die Menschen" es wiklich? Und , wenn ja, was nun? LG
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Regina meinte dazu am 09.09.2019:
Es dämmert einigen,würde ich sagen. Was nun? Chaos.
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Dieter_Rotmund
Kommentar von Dieter_Rotmund (09.09.2019)
Ein etwas persönlicherer Blick auf dieses Jahrzehnt hätte mich weitaus mehr interessiert.
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Regina meinte dazu am 09.09.2019:
Das könnte man freilich auch machen.
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LotharAtzert meinte dazu am 09.09.2019:
Oh ja, mach mal, Gina.
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Regina meinte dazu am 09.09.2019:
Zum Beispiel "Meine Begegnung mit einem Bodhisattva auf Mescalintrip."
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Dieter_Rotmund meinte dazu am 09.09.2019:
Ochnö, fahrige Drogentripbeschreibungen gibt es hier wie Sand am Meer, bitte nicht!
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Regina meinte dazu am 09.09.2019:
Was soll ich machen, Lothar will Castaneda?
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LotharAtzert meinte dazu am 09.09.2019:
Neiiiiiiin. Was du wolle!
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Regina meinte dazu am 12.09.2019:
Baumwolle.
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