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SPURENSUCHE (Teil 1: Karl)

Erzählung zum Thema Allzu Menschliches


von Sätzer

Vorwort

Die Erzählung spielt in den 60er-Jahren im Wesentlichen in Hamburg. Die Hauptfiguren, teils noch im Krieg geboren, erlebten die Nachkriegszeit in einem vielfach zerstörten Deutschland. Die Hungerjahre konnten allerdings bis Mitte der 50er-Jahre weitgehend überwunden werden. Die herrschende Wohnungsnot wurde zu einer der vordringlichsten Aufgaben. Es entstanden ziemlich hässliche und seelenlos-graue Großsiedlungen am Rande der Städte mit breiten Zufahrtsstraßen, die diese quasi zerschnitten.
Im August 1961 wurde die Berliner Mauer gebaut. Damit war die Grenze zwischen der BRD und der DDR im wahrsten Sinne des Wortes zementiert - West-Berlin hermetisch abgeriegelt.
Ausgehend von den Universitäten bildete sich eine sogenannte außerparlamentarische Opposition (APO), die sich u.a. gegen die Politik der seit 1966 regierenden großen Koalition aus CDU und SPD unter Kurt Georg Kiesinger richtete. Mit dem Motto <Unter den Talaren – Muff von 1000 Jahren> wurde viel demonstriert, was letztendlich zu einer Demokratisierung der Universitätspolitik führte.
Ein großer Teil der Elterngeneration interessierte sich im Wesentlichen für den wirtschaftlichen Wiederaufbau. Die gesellschaftliche Verdrängung der Verbrechen des Nationalsozialismus ging sogar soweit, dass immer noch ehemalige Nazis in hohen Ämtern saßen.


Inhaltsverzeichnis

1. Karl
2. Eva
3. Der Streit
4. Im Lazarett
5. Reise nach Amerika
6. Im Spiel
(noch in Arbeit)
7. Marie
8. Sternfahrt nach Bonn


1. Karl

Schon als Kind hatte Karl sehr früh gedacht, was er nicht denken sollte. Die Ansichten, die sein Vater vertrat, missfielen ihm und er begann diesen immer mehr zu verachten. Sein Bruder hatte ebenfalls viel gedacht, aber dann auch getan, was er nicht hätte tun dürfen. Ursprünglich fühlte dieser sich zwar verpflichtet, den Arztberuf des Vaters in der Tradition fortzuführen. Doch es ging nur solange gut, bis dieser ihn derartig malträtierte, dass er nach dem Abitur sofort das Elternhaus verließ. Sein Notenschnitt reichte nicht aus, um einen Studienplatz für Medizin zu bekommen. Mit zwei Freunden gründete er eine Wohngemeinschaft und eröffnete mit diesen die ZWIEBEL, eine Kneipe in Hamburg-Övelgönne an der Elbe. Mit den Einnahmen finanzierte er sich ein Pädagogik-Studium. Mutter steckte ihm heimlich noch etwas vom Haushaltsgeld zu.
Karl war nach der elften Klasse des Gymnasiums wegen katastrophal schlechter Noten abgegangen und machte eine Lehre als Elektromechaniker, weil ihn alles, was mit Strom zu tun hatte, schon immer interessierte.
Seinen Bruder hatte er dafür bewundert, dass der beschloss, sein eigenes Leben früh in die Hand zu nehmen. Den Mut brachte er selber nicht auf und passte sich weiter an. Die Eltern waren damit einverstanden, dass er bei ihnen noch wohnen konnte. Mit Vater gab es allerdings häufig Streit über Politik, wenn Karl in der Zeit etwas gedacht hatte, was er aus Vaters Sicht nicht hätte denken dürfen. Sie hatten eine konträre Meinung über den Faschismus, insbesondere die Judenvernichtung in Deutschland. Karl hatte sich nichts anmerken lassen und die Wut darüber in sich reingefressen. So entwickelte er sich zu einem introvertierten jungen Mann. Er wirkte auf andere Menschen aus der Zeit gefallen und war zu schüchtern, die begehrte Frau nach seiner Schulzeit im richtigen Moment zu erobern.
Nach der Lehrzeit und der in Abendkursen nachgeholten Hochschulreife wollte er ein Studium in Betriebswirtschaft beginnen – endlich raus aus dem Elternhaus. So zog er in eine Wohngemeinschaft am Hallerplatz in der Nähe der Universität ein.
In der großen Stadt lebte er jetzt mit der Ausdehnung seiner Sehnsucht und plante, in den Semesterferien alleine in die weite Welt zu reisen. In seiner Freizeit begann er ruhelos durch Hamburg zu streifen - durch Parks, über Plätze, um die Außenalster und an der Elbe entlang. Bei den dabei gesammelten Eindrücken und den vielen Diskussionen in der Wohngemeinschaft gewann er die Überzeugung, dass jeder Mensch, der ihm begegnete, in derselben Zeit lebte wie er. Doch wenn viele, wo auch immer, nebeneinander oder im Pulk zusammen standen, empfand er es so, als wenn doch jeder irgendwie seinem eigenen Rhythmus folgte. Der eine schnell, der andere langsam. Er konnte es im Gesicht sehen, an der Körperhaltung, in der Ruhe oder der Unruhe der Bewegungen.
Nach Beginn des Studiums war er schnell frustriert von dem, was er lernen sollte und schmiss die Uni nach dem ersten Semester. Er beschloss, Menschenforscher zu werden, kaufte sich einen Fotoapparat und nahm Frauen, Männer und Kinder auf - groß, klein, dick, dünn, alt und jung. Dann entwickelte er die Idee mit Überblendungen zu arbeiten, legte Gesichter übereinander und erkannte voller Schrecken, dass Schönheit Durchschnitt ist. Selbst, wenn er Gesichter sehr unsympathischer Menschen überblendete, war die so entstandene Figur am Ende schön, weil im Durchschnitt immer Symmetrie entstand. Damit hatte er nicht gerechnet. Deshalb suchte er in seinem fotografischen Schaffen weiter nach Menschenwahrheiten, die ihn beruhigen könnten.
Er richtete sich in einer stillgelegten Fabrik ein kleines Labor mit Schlafmöglichkeit ein. Mit seinen Fotos verdiente er inzwischen Geld. <Pistolenschüsse an Genialität> nannte ein Journalist des Hamburger Abendblattes seine Werke. Er strapazierte mit den teils sehr abstrakten Portraits und Stadtansichten zwar die Nerven und Sehgewohnheiten des Publikums, doch es gab immer mehr Käufer, die inzwischen ordentlich zahlten. So konnte er sich eine kleine Wohnung in Ottensen leisten.

Was an ihm am meisten Mann war, wusste er immer noch nicht, aber ein paar Frauen rissen sich inzwischen um ihn, seitdem er in der Szene gefragt war. Doch er blieb seinem Junggesellendasein treu, wollte sich nicht binden.
Bei seiner Arbeit litt er manchmal unter den Differenzen zum realen Leben. Eines Tages brach er zusammen, hatte sich zu viel Stress aufgeladen. Eine Spezialklinik, in die er sich nach seinem Zusammenbruch auf Rat seines Arztes begab, kümmerte sich um das moderne Irrewerden an der Welt, wie Burnout, Depression, Drogen. Er dachte, dass es wenig mit ihm zu tun hätte, stellte sich jedoch die Frage, ob er sich auf dem richtigen Lebensweg befand.
Doch, doch, doch! Er wollte mit seiner Kunst die Welt verbessern, den unzulänglichen Menschen. Auch den Schimmer von Erlösung finden.
Am Ende seiner therapeutischen Gespräche mit einer Psychologin in der Klinik wurde ihm klar, dass das in der Kindheit injizierte Schuldgefühl nicht immer dasselbe war, was er anders beobachtet hatte. Endlich fühlte er sich freier von der Schuld, nicht den Vorstellungen seines Vaters entsprochen zu haben.

 Fortsetzung

Anmerkung von Sätzer:

Für dieses Schreibprojekt integriere ich Sequenzen bisher geschriebener Texte, um daraus eine längere Erzählung zusammenzubauen. Konstruktive Kommentare und Hinweise für Vorschläge, etwas zu ändern oder zu ergänzen, sind willkommen.


 
 

Kommentare zu diesem Text


AZU20
Kommentar von AZU20 (09.09.2019)
Das fängt wieder sehr interessant an. Bin gespannt, was aus diesem Menschen wird. LG
diesen Kommentar melden
Sätzer meinte dazu am 09.09.2019:
Ja, da bin ich auch noch gespannt. Es ist eine ziemliche Fummelarbeit, fertige Textelemente in einen Handlungsfaden zu integrieren.
Dank für deine Empfehlung und LG Sä

Antwort geändert am 09.09.2019 um 14:47 Uhr
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EkkehartMittelberg
Kommentar von EkkehartMittelberg (09.09.2019)
Lieber Uwe,
ich habe den Anfang dieses anregenden Entwicklungsromans gern gelesen. Du kannst relativ leicht eine Korrektur vornehmen. Welche waren die Vorstellungen seines Vaters, von denen er glaubte, ihnen nicht entsprochen zu haben?
Servus
Ekki
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Sätzer antwortete darauf am 09.09.2019:
Na ja, im Wesentlichen beide Kinder versagt. Karl hat Abitur nicht geschafft und damit keine Chance Arzt zu werden. Dann seine politischen Differenzen mit dem Vater.
Der Bruder hats auch nicht geschafft und ging schon früher seinen eigenen Weg.
Ich habs noch etwas deutlicher herausgearbeitet
Dank für die Empfehlung und LG Sä

Antwort geändert am 09.09.2019 um 15:39 Uhr


Antwort geändert am 09.09.2019 um 17:21 Uhr
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Sätzer
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Veröffentlicht am 09.09.2019, 24 mal überarbeitet (letzte Änderung am 19.09.2019). Textlänge: 971 Wörter; dieser Text wurde bereits 253 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 20.09.2019.
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