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Drei Musen

Essay zum Thema Traum/ Träume


von LotharAtzert

Wieder einmal mit B. am Telefon gestritten. Meine "Grantigkeit" gehe ihr auf den Senkel. - Und mir geht das unerotisch-monotone Wiederholen ihrer Thesen auf den selbigen: von wegen ich würde nicht leben, wäre ein Theoretiker und so weiter, Aus feinsten Dingen zieh ich wie die Biene Köstlichkeit. Daß die Grantigkeit Folge von Unterstellungen ist, der Gedanke kommt ihr nie.
Hab daraufhin den Rest des Tages mit Suche nach Beispielen für Erotischeres verbracht, da wir andernfalls ewig aneinander vorbeireden - und bin auf youTube bei diesen drei von vielen Tänzerinnen (Link im Anschluß) gelandet, von denen ich mich nur schwer wieder losreißen konnte. Bei der Suche nach den Charakteren dahinter entdeckte ich das, was eigentlich immer zu erwarten ist bei allen darbietenden Künstlern von Format: unscheinbare Menschen im Alltag, die für ihre Passion alles an Unannehmlichkeit auf sich nehmen - blutige Füße, Schweiß, Demütigungen und Entbehrungen, um in den wenigen Augenblicken der Bühnenshow kurz zu Männerträumen zu erwachen, die der Volksmund Musen nennt - Blüten, die, kaum aufgegangen, auf Erden schon wieder verwelken. Ihre Ausbildung ist hart: kein Bewegungsablauf ist zufällig, alles tausendfach geübt, himmlische Ordnungen, von Sehern wahrgenommen und weiter gegeben.

In der Nacht träumte mir dann, ich sei in einer fremden Stadt, verließ sie alsbald wieder und stand in einer paradiesähnlichen Landschaft mit Wald, Wiesen, sanften Hügeln mit üppigen Blumen in vielerlei Farben und Größen. Ein Pavillon, in dessen Innerem nur ein Liegestuhl stand, lud ein zur Rast. Ich legte mich hinein und betrachtete all das Liebliche draußen, bis plötzlich ein Mann auftauchte, den ich als Lucien Favre erkannte. Ich winkte ihm zu, doch er nahm mich nicht wahr und ging vorbei. Weil es mich interessierte, ob es wirklich der Trainer von Borussia Dortmund war, stand ich auf und trat hinaus ins Freie, konnte ihn jedoch nicht mehr finden.
Die Sonne schien mild, Kinder spielten auf der Wiese. Ihr Ball flog mir vor die Füße, so daß ich ihn zurück kicken durfte und alles war perfekt, duftete wie Sandelholz oder Ylang-Ylang. (Ich weiß bis heute nicht, was das heißt.)
Plötzlich saß unweit ein Eichelhäher. Und weil er so ganz ohne Scheu auf mich zu hüpfte, erschrak ich ein wenig, dachte an Tollwut, oder Vogelgrippe und zu meiner allergrößten Verwunderung begann der Vogel zu sprechen: "Ach Quatsch, nicht alles Ungewöhnliche ist krank. Deine Art spricht mich an und warum sollte ich da weg fliegen? Sei willkommen in der luciden Welt."
Solcherart ertappt, schoß mir augenblicklich die Schamröte ins Gesicht, ich beugte mich zu ihm runter und stammelte etwas Entschuldigendes, während meine Hand vorsichtig durch sein Gefieder glitt, was sich unendlich sanft anfühlte - ähnlich wie damals, als mir ein junger Buntspecht, wohl auf seinem ersten Ausflug aus dem Nest, während einer Meditation ins Gesicht flog, nur daß der ältere Eichelhäher zu Fuß kam. Ich hob ihn auf sein Geheiß hin behutsam auf und fühlte, wie sich die Kraft auf mich übertrug. Dennoch stimmte etwas nicht, ein Schatten - hinter dem Pavillon tauchten zwei Skinheads auf, einer trug einen Baseballschläger und mir war sofort klar, was sie wollten.
"Gib uns den blöden Vogel" sagte der Pickelnarbige mit dem Schläger, den er dabei bedrohlich hob.
Fast hätte ich gesagt "Nur über meine Leiche", aber sterben wollte ich eigentlich noch nicht und spürte die Angst, die alle Sinne zu lähmen begann. Aber ihnen den wundersamen Vogel überlassen, damit sie ihn totschlügen? - nie und nimmer! Und zu allem Übel gesellte sich noch ein dritter, etwas älterer Mann zu ihnen. Doch schlug dieser den ohne Baseballschläger mit einem gezielten Fausthieb k.o. und raunte mit ins Ohr, ich solle den anderen noch etwas hinhalten, es nahe Hilfe. Da war ich so freudig überrascht, so daß ich aufwachte und nur noch dran dachte, mir alle Details zu merken, denn das war kein alltäglicher Traum. Und wie schnell entgleiten sie in die Unendlichkeit... schnell wie der Wind.

B. wird mich die alte Frage fragen, ob ich den Traum auch deuten kann und ich werde die alte, ihr grantig erscheinende, ausweichende Antwort geben, daß jeder Traum drei Bedeutungsebenen hat: eine äußere, die innere und eine geheime und auch daß wir nur über zwei reden können. während die geheime Ebene ganz allein für den Träumer des Traums und seinen sonderbaren Vogel bestimmt ist. (Wobei ich zugeben muß, daß das Auftauchen des Skorpions Favre ein gar wundersames Bild ist.
Ich muß auch gestehen, daß diese Tänzerinnen meine Vorstellung vom magischen Tanz von Grund auf über Bord geworfen haben. Das Aufblitzen von Kraftpunkten im Energiefluß, in Abstimmung zu den Klängen, das Beben des Geschlechts, gepaart mit der Hingabe an den Himmel erzeugt heute keine Begierde mehr in mir, auch nicht nach Vergöttlichung, aber den Wunsch, daß alle Wesen diesen Energiefluß gewönnen - auch so wäre die Erde noch zu heilen.



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Kommentare zu diesem Text


Hannah
Kommentar von Hannah (13.09.2019)
Dieser Traum ist ein wunderbarer Spiegel dessen, was Du mit ihm hier vorhaßt.
Deine drei Musen haben Dich anscheinend nicht aufgeklärt.
Das Leben ist nicht so naiv wie man denkt.
Jetzt hier nicht, aber bald mal, können wir uns dem nähern.

Gruß für heute von Babette
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FRP meinte dazu am 13.09.2019:
Lothar und sein besonderer Vogel; warum überrascht mich das nicht? Vor-haßt, köstlich. Es lebe der Kollege Freud.

Nee, anregender Text, sehr persönlich. Zu Beginn dachte ich fast, er wäre von mir
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LotharAtzert antwortete darauf am 13.09.2019:
@ Hannah
Selbst jetzt machst du genau da weiter, wo du aufhörtest. Erst die Gr-Antike und jetzt den Vorhaß. Dabei habe ich gar nichts vor. Aufklären brauchen die mich nicht, ich hab ja Augen und Ohren im Kopf. Das Wort, was du nicht aussprachst, ist wohl der "Religionsphänomenismus (-dem ich nicht unterliege). Die beiden "Faux-Pässe" machen das Auftauchen eines Fußballtrainers allerdings zwingend notwendig

@ FRP
Selbst nicht kommentiert werden wollen, aber andere Texte kommentieren - ok, ich will nicht meckern, zumal das für deine Verhältnisse ja fast schon nach Kompliment klingt, was du sagst. Stimmt, der Anfang könnte fast von dir sein.

Danke euch beiden
Gruß
Lothar
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Hannah schrieb daraufhin am 13.09.2019:
Lieber Lothar


Weißt Du noch die zehn Jahre unserer Bekanntschaft, als ich noch


das unansehnliche Mäuschen war, weil sehr krank. Schon da hast Du viel über mir ausgeschüttet und ich sagte nie etwas.
Erst als ich gesünder und stärker wurde, begann ich mit Gegenwehr.
Doch statt einsichtig zu werden, wurdest Du immer schlimmer,
Du gönnst mir kein gutes Wort von Dir. Weil ich Dich nicht mehr verehrte wie damals.


Gruß von Babette
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LotharAtzert äußerte darauf am 13.09.2019:
Babette, das ist einfach nicht wahr. Lies dir doch nochmal deinen Kommentar ober durch. Da ist nur Kritik an mir - und dann noch mit dem Fehler, den ich wieder übersehen soll, oder was? FRP hat doch völlig recht mit dem Kollegen Freud. Soll ich denn über alles den Mantel des Schweigens werfen?
Ich merke Fehler an, bei mir wie bei dir (oft sogar mit Humor, manchmal leicht spöttelnd, wenn Fehler wiederkehren, das ist meine Natur) - und da rufe ich alle hier anwesenden zu Zeugen auf, daß du da bei jedem so reagierst, wie du es mir stetig wachsend vorwirfst - bei deinen Fehlern ungehalten bis dorthinaus!
Verehren darf man mich zwar, aber von "müssen" keine Spur.

Daß diese drei Mädels auf höchst ästhetische, ja entzückende Weise tanzen, das kann man auch als Frau einmal zur Kenntnis nehmen und genießen. Du offenbar nicht, du siehst nur … ach, ich weiß garnicht was, Verschwendung von Lebenskraft oder so … furchtbar.

Gruß, ja
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Hannah ergänzte dazu am 14.09.2019:
Lieber Lothar,

bist Du denn so schwach, das Du jetzt schon Deine Freunde im KV zu Hilfe bittest, genauso im Text, wie im letzten Kommentar.

Damit habe ich jetzt genug. Es hilft Dir ja nicht wenn Du Dein Verdrängtes immer wieder bei mir abladen kannst. Alles Gute, ich werde freundlich an Dich denken.

Gruß von Babette

Antwort geändert am 14.09.2019 um 05:57 Uhr
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LotharAtzert meinte dazu am 14.09.2019:
Die ursprüngliche Antwort wurde am 15.09.2019 um 09:52 Uhr wieder zurückgezogen.
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EkkehartMittelberg
Kommentar von EkkehartMittelberg (13.09.2019)
hallo Lothar, ich verstehe von Traumdeutung viel zu wenig, um sie hier zu versuchen. Aber deine drei Musen sind so etwas von anmutig, dass ich begeistert bin. Danke für dieses schöne Geschenk.
Servus Ekki
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LotharAtzert meinte dazu am 14.09.2019:
Hallo Ekki,
Traumdeutung hat einen ähnlich schlechten Ruf, wie die Astrologie: taugen die Deuter nichts, werden sie verspottet; sind sie zu gut, verfolgt man sie, da sie das zur Sprache bringen, was man mit viel Mühen gerade verdrängen wollte. Hier wie da gibt es große Könner, zu denen ich mich freilich leider auch nicht zählen kann.

Ja, Anmut trifft es! Freut mich, daß es dir offenbar ähnlich ergeht, wie mir.
Dankeschön und Servus
Lothar

Antwort geändert am 14.09.2019 um 09:07 Uhr
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Kommentar von Regina (13.09.2019)
Heilung durch Tanz, also Heiltanz, keine ganz neue Idee, jeder kultische Tanz ist auch so gemeint. Nicht aber das klassische Ballett, das ruiniert die Gelenke.
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LotharAtzert meinte dazu am 14.09.2019:
Ja, so ist das wohl.
Wobei der kultische Tanz über das bloß Heilende hinaus geht: er hält auch in punkto religio gesund, wenn man es ist. Nichtkultische Tänze - du nanntest schon das Ballett - sind eher künstliche Balztänze, die immer was vulgäres beinhalten.
Der kultische Tanzstil der zwei Frauen (die dritte hat wohl ägyptische Wurzeln) kommt eindeutig aus der Kaukasusregion, von wo aus er vor Jahrtausenden durch die Arier nach Indien kam.
Wie auch immer - es ist eine Demonstration von weiblicher Macht, Anmut und Hingabe - im Westen lange böhmische Dörfer.

Danke
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Veröffentlicht am 13.09.2019, 1 mal überarbeitet (letzte Änderung am 13.09.2019). Textlänge: 776 Wörter; dieser Text wurde bereits 132 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 17.10.2019.
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