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Mit deinen Augen

Erzählung zum Thema Krieg/Krieger


von Al-Badri_Sigrun

Mit deinen Augen
führtest du mich einst
in deine Heimat
deine Erdenwege.

Wir wanderten über Felder, Wiesen,
inmitten duftender Blütensinfonien.

„Ach“, dachte ich manches Mal,
„würden wir nur endlos gehen können“,
doch du warst müde,
deine Schritte schleppend,
Leid und Ahnung
lagen schwer auf dir.

Heute war ich wieder
an deiner Seite,
ich blickte in dein Narbenherz,
sah Menschenkörper,
roch den Tod,
Felder schimmerten purpurrot,
die Erde trank viel Blut.

„Gib mir deine Hand
und komm in meine Träume,
die du mir damals schenktest.

Schau mit meinen Augen,
hin zu den Wiesen, auf die Felder,
sieh, wie sie neu erblühen,
atme der Erde Duft,
hör das Lachen froher Kinder…

Nein bitte weine nicht,
schließe deine Augen
und lausche, was mein Herz
aus der Ferne zu dir spricht... .“



© by Sigrun Al-Badri
aus meinem Buch „Schmetterlingserwachen“

 
 

Kommentare zu diesem Text


Kommentar von BeBa (15.09.2019)
Du erlebst hier gedanklich und gefühlsmäßig nach, was dein Freund/Lebensgefährte (??) erleben musste. Ein wunderschöne Heimat, man könnte an ein Paradies denken, wird völlig zerstört (sowohl real als auch psychisch) durch das, was nur Menschen beherrschen: KRIEG!

Was bleibt, ist ein gebrochener Mensch: er erinnert sich an seine schöne Heimat, aber auch an das, was dort geschehen ist oder sogar noch geschieht (!!).

Dieser Wunsch und Wille, das Trauma des Anderen zum Guten zu behandeln, wird hier sehr deutlich. Und doch ist zu befürchten, dass nach all dem, was geschehen ist, beide Personen leiden werden statt zu gesunden. Unendlich traurig!

Das alles zu verstehen, erfordert ganz viel Willen, Verständnis und Einfühlungsvermögen.

Ich habe bei deinem Text an meinen Vater gedacht. Geboren 1928, hatte er das Pech, als Jugendlicher noch in den Krieg hineingezogen worden zu sein.
Er ist 1989 gestorben. Und oft wundern und ärgern wir uns, wie wenig Gefühle er gezeigt hat. Und noch mehr darüber, dass er diese Kälte durch seine Erziehung zum Teil auch an uns weitergegeben hat.
Aber wenn man den Hintergrund berücksichtigt (so wie in deinem Text auch!), dann beginnt man zu verstehen. Und es gab mit ihm ja auch sehr emotionale Momente, die man eingedenk dieses bösen Schicksals erst heute richtig zu würdigen weiß. Viel zu spät.

Nie wieder Krieg! Das wäre so schön. Und so menschlich.

Ich hoffe, ich habe deinen Text jetz nicht zerredet. Aber mir war eben danach, nach der Lektüre deines tollen Textes.

LG
Beba


p.s. Einzig diese Stelle macht mich stutzig?

auf deiner Erdenwege.

Kommentar geändert am 15.09.2019 um 00:51 Uhr
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Ralf_Renkking meinte dazu am 15.09.2019:
Hi Beba,

das soll jetzt keine Entschuldigung sein, thematisch handelt es sich hierbei sowieso um eine heikle Angelegenheit, aber soweit ich weiß, beherrschen auch Ameisen die Kriegsführung, der Begriff Soldat fällt in diesem Zusammenhang des öfteren.
Mit der Behauptung, dass es menschlich sei, keinen Krieg mehr zu führen, überschätzt Du den menschlichen Charakter momentan noch ganz schön, und hier kommt ein Wort zum Tragen, was bei mir echtes Stirnrunzeln auslöst, nämlich die Disziplin. Selbstbeherrschung z. B. ist eine, im Militärjargon bedeutet es m. E. nach Prägung, und da wären wir wieder bei den Ameisen, und sogar dem Thema Erziehung, dass Du ja bereits angeschnitten hattest.
Bei Ameisen, Gänsen usw. scheint die Prägung ein Reflex zu sein, wir Menschen allerdings können uns dessen auch bewusst werden, und sie in adäquate Bahnen lenken, bis dahin aber ist es noch ein langer Prozess, und momentan sieht es leider eher so aus, als liefe hier ein Film rückwärts, denn die emotionale Intelligenz scheint zu verkümmern.
Ich persönlich finde Deinen Kommentar deshalb wichtig, weil
er mich dazu anregt, mir über unsere sozialen Einrichtungen Gedanken zu machen. Elternschulen bspw. wären nicht schlecht oder Unterrichtsfächer wie "Soziale Integration", o. s. ä.
und wenn Gedicht und Kommentar zu solchen Gedanken führen, kann beides nicht verkehrt sein.

Ciao, Frank

P.S.: Ja, jetzt wo Du es erwähnst, in diesem Gedicht wirkt die Wendung "auf deiner Erdenwege." eigentümlich deplaziert.
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Al-Badri_Sigrun antwortete darauf am 15.09.2019:
@BeBA

Lieber Beba,

ich danke dir für deinen sehr einfühlsamen Kommentar! Du hast meine Erzählung nicht zerredet - im Gegenteil! - du schreibst deine Gedanken zu meiner Erzählung. Was könnte ich mir mehr wünschen?

Auch deine eigenen (traurigen) Erfahrungen in Bezug auf deinen Vater bestätigen doch nur, wie schwer traumatisiert die Überlebenden eines Krieges sind und wie ihre Kinder und Kindeskinder ebenfalls das Leid verfolgt.

In meiner Erzählung geht es um einen wunderbaren Freund, der in Libyen lebt, einem Land, das in Trümmern liegt. Ihm geht es wie hunderttausend anderen in Syrien, im Irak, in Palästina, Afghanistan …

LG Jaika


P.S.: Danke für deinen Hinweis auf Vers 4. Ich werde diesen entfernen, wie es mir auch in den folgenden Kommentaren empfohlen wurde.

@Ralf_Renkking

Hallo Frank,

ich denke auch, dass man Kinder schon früh in Bezug auf das Thema Krieg sensibilisieren sollte. Pädagogisch geschulte Kräfte sollten diese Aufgabe in Kindergärten und Schulen übernehmen, wie du es anhand von Beispielen bereits aufgeführt hast. Kriegsspielzeug empfinde ich als verheerend.

Ich bin dir dankbar für deine Ausführungen zu meinem Text.

Vers 4 werde ich löschen.

LG Jaika
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AchterZwerg
Kommentar von AchterZwerg (15.09.2019)
Gern schließe ich mich Bebas tollem Kommentar an.
Bei den Erdenwegen gibt es einen Buchstaben zu viel - aus meiner Sicht könntest du aber den ganzen Vers weglassen, der nur erklärt, was bereits gesagt worden ist.
Rhythmisch fände ich das ebenfalls besser.

Liebe Grüße
der8.
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Al-Badri_Sigrun schrieb daraufhin am 15.09.2019:
Hallo 8.,

danke für dein zustimmendes Feedback zu BeBas einfühlsamen Kommentar!

LG Jaika

P.S.: Ich schließe mich deiner Meinung zu Vers 4 an.
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EkkehartMittelberg
Kommentar von EkkehartMittelberg (15.09.2019)
Hallo Sigi,
ich weiß nicht, ob es gelingen kann, den heilenden Blick des Partners zu übernehmen, aber man sollte es immer wieder versuchen.
"Auf deinem Erdenwege" scheint auch mir verzichtbar,
Liebe Grüße
Ekki
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Al-Badri_Sigrun äußerte darauf am 15.09.2019:
Lieber Ekki,

die einzige Hilfe, die man als Freund(-in) einem vom Krieg traumatisierten Menschen geben kann, ist zu versuchen, ihm Hoffnung zu schenken.

Wer sich noch mitten im Krieg befindet, wird neben seinen Albträumen vielleicht ab und zu einen schönen Traum haben, in dem er nach der Hand seines Freundes greifen wird.

Danke für deine Spur!

LG Sigi
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DanceWith1Life
Kommentar von DanceWith1Life (15.09.2019)
ich bin jetzt mehrmals durch diese Zeilen gestreift, wie ein Tier dessen Instinkt vor einer Schlucht auf und ab wandert- Einmal schloß ich dann am Schluß die Augen und hörte augenblicklich Kriegslärm. Die Felder und Wiesen im Wind, mitsamt den Ameisen, und auch das innere Kind.
Ohne Worte.
Die Wucht der Kriegsgeräusche wird und kann in keinem Actionkino dargestellt werden und wenn sie noch soviel Dolbydigital drauflegen.
Die Wucht der Bilder in diesen zehntel Sekunden bevor man erschrickt, ist mit Buchstaben nicht beschreibbar, es scheint dir trotzdem irgendwie gelungen zu sein.
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Al-Badri_Sigrun ergänzte dazu am 16.09.2019:
Hallo DanceWith1Life,

dein Kommentar bedeutet mir sehr viel. Ich danke dir!

LG Jaika
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Momo
Kommentar von Momo (16.09.2019)
Es ist schwer, einem vom Krieg traumatisierten Menschen zu helfen. Hier lese ich einen liebevollen Versuch, der nur in einer engen zwischenmenschlichen Beziehung wirksam werden kann.

Zwei kleine Kritikpunkte hätte ich noch. „Felder schimmerten purpurrot“, das ist mir zu poetisch angesichts des Gemetzels eines Krieges.
Die Inversion in der vorletzten Strophe braucht es doch gar nicht: „atme den Duft der Erde“ hört sich doch viel schöner an, meine ich.

LG Momo
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Al-Badri_Sigrun meinte dazu am 16.09.2019:
Hallo Momo,

danke für deine Empfehlung und kritische Auseinandersetzung mit meiner Erzählung.

In Bezug auf Strophe 4 empfinde ich Vers 6 als wichtiges Darstellungsmittel. Die Felder schimmerten purpurrot, doch nicht, wie man es kennt und sich wünscht, durch Sonne und Blumen. Vers 7 unterstreicht das traurige Bild.


"Die Inversion in der vorletzten Strophe braucht es doch gar nicht: „atme den Duft der Erde“ hört sich doch viel schöner an, meine ich."


Hier empfinde ich meine Inversion als die schönere, aber das ist natürlich Geschmackssache, liebe Momo.

LG Jaika
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GastIltis
Kommentar von GastIltis (23.09.2019)
Hallo Sigrun, ein bemerkenswerter Text, der mit „deinen“ anderen Augen erkennen lässt, wie sinnlos ein Krieg bzw. Kriege sein können bzw. die Tatsachen sind, sie überhaupt in Erwägung zu ziehen. LG von Gil.
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Al-Badri_Sigrun meinte dazu am 24.09.2019:
Ich danke dir, lieber Gil, für deine Spur in diesem Text! Kriege haben immer nur unendliches Leid gebracht. Wird die Menschheit noch rechtzeitig, bevor sie sich gegenseitig vernichtet, aufwachen?

LG Sigrun
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Reliwette
Kommentar von Reliwette (04.10.2019)
Hallöchen, Jaika, ic h schaue mal in Deine Texte. Dieser Text ist - abgesehen vom ernsten Hintergrund - sehr gefühlvoll. Du bist ein erdgebundener Mensch mit sozialem Engagement. Auf Hinweis von Kommentatoren hast Du offensichtlich etwas aus dem Text entfernt - eine Zeile mit "Erdenwegen?". Das macht mich neugierig!
Grüße vom alten Kunstmeister Hartmut T.R.
diesen Kommentar melden
Al-Badri_Sigrun meinte dazu am 05.10.2019:
Hallo Hartmut,

zunächst freue ich mich sehr darüber, dass Du in meinen Texten stöberst. Gerne möchte ich Deine Neugierde stillen.

Die ersten vier Zeilen lauteten ursprünglich wie folgt:

"Mit deinen Augen
führtest du mich einst
in deine Heimat,
auf deiner Erdenwege."

(hier liegt zunächst ein grammatischer Fehler vor. Es hätte heißen müssen: „auf denen Erdenwegen oder auf deinem Erdenwege).

Schließlich folgte ich noch dem Rat von Ekkehart Mittelberg und vom AchtenZwerg und entfernte diesen Vers.

Danke für Dein Lesen und deinen Kommentar!

LG Sigrun
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Reliwette meinte dazu am 05.10.2019:
Hallöchen Jaika,
danke für den "Urtext"! Mir fällt es immer schwer, Kollegen/Innen Verbesserungsvorschläge zu machen. Doch möchte ich sagen, dass die betreffende Zeile unbedingt beibehalten sollte, allerdings stark gekürzt auf das Wesentliche:
"Mit Deinen Augen
führtest Du mich (einst)
in Deine Heimat
Deine Erdenwege"
Es gibt ja die anderen Wege, die der Gedanken, Wünsche, Ängste.
Die Erdenwege drücken alles aus, was mit dem "Wandeln" auf dem Planeten" zusammenhängt, das können auch Erinnerungen sein. das Aufwachsen von Kindesbeinen an in der geliebten Umgebung samt allen sozialen Verbindungen, welche jeder Mensch so dringend braucht, um nicht krank zu werden.
Drücker vom alten Kunstmeister!

Antwort geändert am 05.10.2019 um 10:36 Uhr
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Al-Badri_Sigrun meinte dazu am 05.10.2019:
Lieber Hartmut,

zunächst sei Dir gewiss, dass ich konstruktive Kritik sehr zu schätzen weiß. Ich fühle mich geehrt, dass du dich mit meinen Texten auseinandersetzen magst. Also bitte, halte dich mit Verbesserungsvorschlägen nicht zurück. Ich lerne gerne dazu!

Du hast mir hier einen Gedanken offenbart, der mir nicht nur richtig erscheint, sondern auch wichtig! Genau dein Hinweis zu den Erdenwegen sollte ja schließlich auch im Text gedanklich so verstanden werden. Ich fühlte mich dann aber verunsichert und dachte, ich hätte mich nicht richtig ausgedrückt.

Ich danke dir, verehrter Kunstmeister für deine Ausführungen, die ich mit Freude übernehme.

Herzlichst Jaika oder Sigrun

Antwort geändert am 05.10.2019 um 18:38 Uhr
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Al-Badri_Sigrun
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Veröffentlicht am 15.09.2019, 2 mal überarbeitet (letzte Änderung am 05.10.2019). Textlänge: 125 Wörter; dieser Text wurde bereits 187 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 12.10.2019.
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