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Das güldene Herz

Schwank zum Thema Leidenschaft


von Paul207

ein Fürstenroman von Paul Braunsteiner



Prinzessin Gailinde von Gailingshaus fährt in ihrem Goggomobil, ein spätes Geburtstagsgeschenk ihres erst vor kurzem ohne Vorwarnung und unter Palmen verstorbenenden und beerdigten 102 jährigen Gönners Baron Freiherr Brunhold von Brunzenbühl, der ihr höchstselbst noch den mit 200 Karat vergoldeten und mit reichlich Brillanten ausstaffierten Zündschlüssel überreicht hatte, einer ungewissen Zukunft entgegen.

Wird es Prinzessin Gailinde von Gailingshaus gelingen ihrer ungewissen Zukunft entgegen zufahren und wird der unbekannte Fremde zwei Gassen weiter um ihre Hand anhalten?
Lest das erste Kapitel, es heißt:

Gefährliches Schlagloch

  Ach, hätte ich doch die Badesachen mitgenommen, dachte Prinzessin Gailinde v. Gailingshaus, schaltete mit Gekreisch in den 2. Gang ihres Flitzers, gab kräftig Zwischengas und brauste mit überhöhter Temperatur des Zweitakters in die Hauptstraße von Gailbrunn, einer 1,5 Millionenstadt am rechten Busen der Natur. Wie es der Teufel will – er zeigte sich in Form eines Getriebeschadens – hatte ihr Bolide plötzlich einen Getriebeschaden. Da im Umkreis von 5 Metern weit und breit keine Werkstätte zu sehen war, fuhr die Prinzessin flugs an den Straßenrand und montierte die rechte Vorderachse ab. Ein Autodieb würde ja keine Karosse ohne rechte Vorderachse entwenden, leuchtete ihr ein. Sodann entfernte sie noch das Lenkrad, sicher ist sicher, versperrte die Dose und wartete dass sie jemand mitnehmen würde. Es hielten zwar 26 Laster, 32 Limousinen und 16 Fahrräder an, aber man stieg doch nicht zum Erstbesten ein! Aber da hielt schon ein Ral 3000 roter Ferrari mit quietschenden Pneus.
  „Wo soll`s denn hingehen, schönes Fräulein?“ Die sonore, guttural gefärbte Stimme kam aus einer scharf geschnittenen, vor Männlichkeit strotzenden Visage. die Hochzeitsglocken, die ihr im Gemüte erschallten, nahmen der Maid die Sinne.
  „Ach, guter Mann, ich wollte nach Neualtenberg zu meinem Oheim, aber soeben ist mir die Schüssel eingegangen“, hauchte sie in seine Richtung. Er bat sie, neben ihm Platz zu nehmen und es kam zum Vorstellungsgespräch.
  „Darf ich mich vorstellen: Erbprinz Obergraf Freijunker Ludibald Rothäusel von Schamnagel.“
  „Ich bin Prinzessin Gailinde von Gailingshaus.“
  „Nein!“, entfuhr es aus seinem Munde, „das gibts ja nicht! Ich kenne euren Oheim, ist das nicht Fürst von und zu Alpherr Rüdigard Obmann von Herzelstühl, der berühmte Züchter der Herzelstühlbrennessel, die nicht brennt und hinfort seinen Namen trägt? Darf ich euch die Hand küssen, verehrte Prinzessin, denn ich bewundere euren Oheim sehr.“
  Er gab ihr einen Schmatz auf die linke Hand, da er Rechtsträger war, dabei verrenkte und verlenkte er sich, verließ die Straße straßengrabenseits und da der Wagen in einem Heuhaufen steckenblieb, beide herausgeschleudert wurden und dabei er auf ihr zu liegen kam, erwachte seine Männlichkeit, als sie so ausgebreitet vor ihm lag. Da kam er nicht umhin, sie zu nehmen. Sie gebar ihm ein Knäbelchen.
  Nachher zupften sie sich das Heu aus ihren teuren Kleidern und warteten am Straßenrand, auf dass sie jemand mitnehmen würde. Es hielten 23 Fernlaster, 20 Kleinlaster, 2 Rettungen, 4 Polizeiautos. Aber man stieg doch nicht in jedes dahergelaufene Fahrzeug ein! Endlich bremste das schwarze Dienstfahrzeug eines hohen Geistlichen und eine Stimme rief aus dem elektrisch gesenkten, rechten Hinterfenster:
  „Ja das gibts ja nicht! Ihr seid es, Erbprinz Obergraf Freigänger Junker Ludibald Rothäusel von Schamnagel! Wohin ist euer Begehr? Und wer ist diese schöne Maid an eurer Seite?“
Nun war Oberfürst Ludibald an der Reihe, überrascht zu sein.
  „Nein, das gibts ja nicht! Ihr seid es, eure Eminenz, Grossnuntius der Gräf - und Stiftlichen Pfaffschaft des Herzjesuklosters zur gekreuzigten Mariä Empfängnis zum heiligen Kreuze!“
Und als sich Prinzessin Gailinde vorstellte gab es kein Halten mehr.
  „Ich habe euch, liebe Prinzessin, persönlich aus der Taufe gehoben. auch mich führt der Weg zu eurem Oheim. Er bat mich vorbeizuschauen, denn seine Oberköchin läge in den letzten Zügen und ich solle ihr die Beichte abnehmen.“
  Der Grossnuntius seufzte. Nun legte der Chauffeur den siebten Gang in das Getriebe, ließ die Kupplung schnalzen und mit aufheulenden Pferdestärken radierten die Antriebsräder Furchen in den Asphalt.
  „Ladimir, nicht so schnell!“, maßregelte regelrecht seine Eminenz Ladimir.
  „Sehr wohl, eure Eminenz“, folgte Ladimir und schaltete zurück.
  Langsam bog die schwarze Stretchlimo um die Hafeneinfahrt und hielt vor dem Herrschaftshaus. 104 Diener, 214 Dienstmädchen, 5 Gärtner und 18 Köche – besagte Oberköchin war nicht dabei, da sie in den letzten Zügen lag – sprangen heraus und öffneten die Wagenschläge. Drinnen in der Bahnhofshalle empfing sie Prinzessin Gailindes Oheim, Fürstgraf von und zu Alphorn Rüdigard von Herzelstühl aufgeregt und führte seine Eminenz sogleich in die Kemenate zur Oberköchin, die darein in den letzten Zügen lag.
  „Nein, das gibts ja nicht!“, röchelte die Aufgebahrte, „der Herr Nuntius persönlich!“, und verstarb.
  Daraufhin wurde zum Leichenschmaus gebeten, den die soeben Verblichene noch selbst persönlich zubereitet hatte, das hatte sie sich nicht nehmen lassen und im Speisesaal war bald ein Schmatzen, Glucksen und Geplaudere zugange, dass es eine wahre Freude war.
  Da plötzlich wurde eine der 400 Saaltüren aufgerissen und ein gut aussehender, strammer Jüngling stürmte aufgeregt herein.
  „Oheim, ein Rotorblatt meiner Spielzeugdrohne brach mir ab!“, schluchzte er und gewahrte gleichzeitig die schöne Prinzessin.
  „Nein, das gibts ja nicht! Ihr seid hier, Prinzessin!“
  Auch die Angesprochene war ganz baff, als sie den gutaussehenden, strammen Jüngling erkannte. War es doch ihr Jugendfreund Prinz Erberecht, den sie schon so lange, seit 11 Tagen nicht mehr gesehen hatte. Erbjunker Ludibald Rothäusel von Schamnagel zog die Braue hoch. 14 Hilfsingenieure stürzten herbei und bekamen die Drohne wieder fit und Prinzessin Gailinde entschwebte mit dem gutaussehenden, strammen Jüngling ins Lusthaus.
  „Oh, Geliebte, wie musste ich leiden nachdem ihr entschwandet!“
  „Oh, Geliebter, ihr fehltet mir so sehr!“ Ihre üppige Weiblichkeit übermannte den Jüngling und seine Männlichkeit erregte sich. Da nahm er sie. Nachher zupften sie sich Wacholderbeeren aus den Kleidern und sie gebar ihm einen Jüngelchen, das aber nicht durchkam.
  Eben waren sie dran, das Lustschloss zu verlassen, als Ludibald Rothäusel von Schamnagel ihnen den Weg versperrte.
  „Das gibts ja nicht! Hier treibt ihr euch herum, während ich vor Sehnsucht nach euch vergehe. Verehrte Prinzessin, nicht länger schweigen will ich nun, sagt ab der Liebe zu diesem gutaussehenden, strammen Jüngling und werdet meine Frau!“

Gibt Prinzessin Gailinde dem Werben des Oberjunkers nach und wird sie sein Weib und fordert ihr Jugendfreund Ludibald zum Duell?
Lest das nächste Kapitel, es heißt:


Doppeltes Spiel

  Unverzüglich forderte Prinz Alberecht Grossjunker Ludibald zum Duell ob der Schmach, ein anderer verlange seine Geliebte zur Frau zu nehmen.
  „Lümmel!“, stieß Prinz Alberecht zwischen seinen strahlend weißen Zähnen hervor und schleuderte seinen Fehdefäustling, den er stets bei sich trug, dem Widersacher ins Gesicht.
  „Hiermit kommt ihr nicht umhin, mir Satisfaktion zu gewähren! Um Fünfe in der Frühe erwarte ich euch am südlichen Burgtore unterm Hollerbusch zum Duell.“
  Die Prinzessin schrie leise auf.
  „Nein, lasst ab, sonst gehe ich ins Kloster!“
  „Geht doch, Metze!“ verlor Forstjunker Ludibald die Beherrschung und Fassung.
  „Ja geh nur, Dirne!“, schrie auch Prinz Alberecht, noch mehr Beherrschung und Fassung verlierend.
  Prinzessin Gailinde packte darob gramgebeugt die Koffer, 18 an der Zahl, nahm Abschied von ihrem Oheim, stieg in das wartende Taxi und ward nimmer gesehen.
  Um Fünfe in der Frühe stellten sich die Kontrahenten mit ihren Adjudanten auf der Sauwiese ein. Man wählte Faustfeuerwaffe mit Dum Dum Geschossen. Zwei Knälle und tödlich getroffen sanken beide darnieder. 10 Diener räumten die Sauwiese daraufhin zusammen und man kehrte wieder ins Schloss zurück.
  Als dann die Gesellschaft entspannt im Rauchsalonflügel des Herrenhauses bei einem Whisky zusammen saß, trat diskret ein Diener ein, auf einem silbernen Tablett eine Visitenkarte, so groß wie ein  A3 Blatt tragend und beugte sich zu Grafregent Almrausch Rüdigard von Herzelstühl.
  „ Euer Gnaden, das wurde soeben für euch abgegeben.“
  „Nein, das gibts ja nicht!“, entfuhr es dem Pfalzgrafen, „sie ist gekommen! Und ich habe geglaubt sie sei tot! Wenn das man gut geht …“
  Als die Visitenkarte eintrat, verstummten tausend Kehlen, denn eine wunderschöne Frau stöckelte herein und alle waren überwältigt geradezu von ihrer Erscheinung.
  „Ja das gibts ja nicht! Graf Rüdigard! Und all die Jahre glaubte ich, ihr wäret tot.“
  „Was?!“, erscholl plötzlich eine Stimme und einer der Gäste, ein Hühne von einem Manne, ein richtiger Henker, ein Restl, wie das einfache Volk zu sagen pflegt, sprang auf und herbei.
  „Das gibts ja nicht!“ Er baute sich vor der Erbleichenden auf.
  „Was wollt ihr hier, ist eine alte Rechnung offen?“ Der Zornige wandte sich zum Pfalzbaron Rüdigard und sprach:
  „Mir dünkt, ich bin Euch eine Erklärung schuldig. Wisst ihr, wer diese Frau wirklich ist? Gräfin Marinella von Funkflug steht vor euch, die ihr wahrscheinlich unter dem Namen Gräfin Josminda von Schornenstein kennt.“
  Grafbaron Rüdigard musste sich setzen. Das gibts ja nicht, dachte er, diese Dreckente, diese Hurnsau, belog mich all die Zeit!
  „Oh, so war unsre Liebe auf tönernen Beinen gestützt und ich …“, dem Bergbaron Rüdigard versagte die Sprache.
  „Wisset, Graf von Herzelstühl, mein Name ist Prinzregent Adelbert von und Zuhälter derer von Schachtenwald … ich bin euer Sohn.“
  Als das Restl das sprach, verdrehte Graf von Herzelstühl die Augen und griff sich ans Herz.
  „Ihr … seid mein Sohn? Komm an mein Herz, Sohn. nach so langen Jahren …“ Und sie fielen sich in die Arme.
  „Hinweg, Metze!“, ließen sie aus beider Munde wissen.
  „Hinfort, Dirne!“
  „Ins Burgverliess mit ihr!“, legte Burgfürst Rüdigard nach. 265 Hände packten die Verdorbene, warfen sie in den Schlossparkkerker und sie ward nimmer gesehen.
  „Alldieweil, wir hätten uns früher getroffen, wäre uns diese Schmach erspart geblieben“, sinnierte Grafschaft Rüdigard zwischen zwei Bissen Käsekrainer, gut durch, auf ihrem Senfbett an Schwarzbrotscherzel.
  „Ja, mein Sohn, das Leben ist kein Honig.“

Ist jetzt alles Liebe und Waschtrog oder kommt es noch knüppeldick? Wie geht es Prinzessin Gailinde im Kloster?
Lest das nächste Kapitel, es heißt:

Im Banne des Roten Grafen

  Der Abend senkte sich über Gestüt und Schlosspark hernieder und alle Gäste, die da waren, verstreuten sich in den Grünanlagen. Baron von Herzelstühl und Prinz Adelbert saßen noch in ihren Fauteuils und philosophierten über Gott und die Welt. Kammerdiener Waldebard kredenzte ihnen soeben den 24. Whisky mit den Worten: „wenn sie den hier probieren möchten, Herr Baron, der verspricht gepflegt die Zentrale zuzuschamottieren.“
  Plötzlich hob im Nebensaale Lärm an, die Rösser draußen scheuten und durch die weit aufgerissenen Tore stürmte Herzog Obsessor Willibold von Nordenhorst und wollte sich auf Prinz Adelbert stürzen.
  „Gemach, gemach“, versuchte Burgbaron von Herzelstühl den Tobenden zu beschwichtigen.
  „Was werft ihr denn meinem Sohne vor?“, und zum Diener: „Waldebard, bringe er doch dem Herzog einen Drink, von dem, den wir letztens hatten.“
  Und nach dem 12. Glase rückte endlich Herzogtum Willibold mit der Sprache heraus.
  „Ihr Sohn hat meine Frau verführt!“
Jetzt entglitten Baron Herzelstühl die Zügel.
  „Sag auf der Stelle; ist das wahr?!“, fragte er aufgebracht seinen Sohn.
  „Mein Vater, ich lass mich hier hineinstechen“,deutete der seitlich auf seinen Halse, „aber die Herzogin bot sich mir dar, also nahm ich sie. Sie gebar mir ei ...“
  „Ja wenn das so sich zutrug, so verzeiht mir meine Ungestümtheit“, meinte von Nordenhorst und mehr zu sich: na warte, Metze, du Misthur du gichtige, du Sauhur, du.
  Sichtlich wieder erleichtert, zog von Nordenhorst mit seinem Gefolge ab, fuhr heim ins elterliche Gehölz zu Tannenstein, suchte unverzüglich sein Weib auf, verprügelte sie gar fest und watschnete sie fürchterlich ab.
  Während alldem vermochte es die arme Prinzessin Gailinde im Kloster nicht auszuhalten, da das Essen ganz und gar nicht ihrem erlesenen Geschmacke entsprach, auch war ihr Zimmer eine spartanisch ausgestattete Zelle, es gab kein Fernsehen und überhaupt und außerdem.
  Eines Nachts nun, die Oberin, die Unterin sowie alle Schwestern schliefen tief und fest, beschloss sie auszuwandern. das Nötigste war schnell in 4 Koffern eingepackt. Hell und klar schien der Erdentrabant vom Himmelszelt, als sie sich aus dem Kloster schlich, auf die Landstraße ging und wartete ob sie jemand mitnehmen würde. 16 Lastwagen, 54 Personenwagen, 21 Mopeds boten sich an, doch sie verzichtete.
  Als aber ein dunkler Wagen hielt, stieg sie ein. Prinzessin Gailinde nahm auf der Rückbank Platz, neben einem Manne, dessen Erscheinung das dunkle Wageninnere verbarg. Er schien aber sehr vornehm zu sein, denn seine Sprache war von einer ausgesuchten Gestikulation.
  „Darf ich fragen, schönes Fräulein, was Euch zu so später Stunde hierher verschlagen hat? Wohin des Weges?“
  „Ich … ich weiß nicht …“ Sie wollte dem Fremden nicht kundtun, aus dem Kloster entfleucht zu sein.
  „Nun, darf ich mich vorstellen: Grossherzog Conte Sigisbald von Holzenworm“.
Prinzessin Gailinde schmolz innerlich dahin und leise erklangen Hochzeitsglocken hinter ihrer edlen Stirn.
  „Prinzessin Gailinde von Gailingshaus ist mein Name, Eure Lordschaft“, hauchte sie, während der livrierte Chauffeur Fahrt aufnahm. Betört von dem geheimnisumflorten Edelmanne überkam es sie und gab sich ihm hin. Nachher zupften sie sich Rosenblätter und Duftbäume aus den Kleidern und sie gebar ihm ein Knäblein, das aber balde einging.
  „Liebste Prinzessin, darf ich Euch in mein Schloss einladen und euch Kost und Logis anbieten?“
Dankend nahm sie an und er wiederum sie.
  Das Schloss erwies sich als eine prachtvolle Immobilie, ruhige Waldlage, zentral gelegen mit Zugang zu Fischteichen und 14 Swimmingpools, herrlicher Aussicht, 1247 Zimmern nebst Hallenbädern an der Zahl.
  „Mein Leibdiener Lorenzo zeigt euch gleich Eure Gemächer“, sagte der Conte und wies dem Diener an, sie hinüberzuführen in den Gästetrakt. War da nicht ein seltsamer Unterton in seiner Stimme? Wahrscheinlich täuschte sie sich, es war doch alles zu viel in letzter Zeit für sie.
  Die sogenannten Gemächer entpuppten sich als Einzelsaal im viktorianischen Stil ausstaffiert und so gar nicht ihren Bedürfnissen entsprechend. Doch ehe sie bei dem seltsamen Diener Beschwerde einreichen konnte, hatte dieser flugs die Türe hinter sich von außen verschlossen. Sie war gefangen!

Was hat der Rote Graf wohl mit Prinzessin Gailinde vor? Wird sie sich ihrem Schicksal ergeben oder naht schon bald Rettung?
Lest das nächste Kapitel, es heißt:

Das Schloss der Schrecken

  Oh, wie litt die arme Prinzessin in ihrem Gefängnis. Kein ordentliches Bett, nur eines mit 5,3 mal 6,5 Meter im Geviert, nur 7 Wandschränke, 4 Badezimmer. Wo sollte sie sich da frisch machen? Ein Fernseher mit lächerlichen 460 Programmen, nur 5 Bücherregale, 6 Meter lang und nur voll mit Büchern. Und erst das Essen! Nur ein Eiskasten, voll mit Hummer, Kaviar und anderen faden Sachen und nur Champagner. Sie sank auf das Bett und weinte leise.
  Da plötzlich vernahm sie direkt neben der Bettstatt aus der Wand eine leise Stimme:
  „Pssst, Prinzessin Gailinde, seid Ihr da?“
Oh, nein, das gibts ja nicht, dachte sie, diese Stimme kenne ich ja!
  „Seid ihr es, Junker Winnefried?“ Ihr Herz klopfte.
  „Ja ich bin es. Ich sah wie ihr ankamt. Verhaltet Euch unauffällig, ich werde Euch bald befreien, Denn ich bin beim Roten Grafen hier in Stellung und genieße sein Vertrauen. Haltet aus.“
  Junker Winnefried war hier! Sie hatten vor langer Zeit, vor 2 Wochen etwa, etwas miteinander, eine Grippe und da war es passiert. Sie gab sich ihm hin und er nahm sie daraufhin. Nachher hatten sie sich Stricknadeln und Tabletten aus den Spitalshemden gezupft und sie gebar ihm ein Söhnlein, das er aber nicht als seines anerkennen wollte und es verstieß.
  „Junker Winnefried, wieso nanntet ihr den Conte den Roten Grafen?“
  „Es trug sich derart zu, dass er hinfort so geheißen ward, da er von der Farbe rot so besessen wurde und danach Alles besitzen musste was Rot trug. Alsdann, bis gleich.“
  Da erst bemerkte die Prinzessin, dass alles im Zimmer in Rot gehalten war. Erleichtert angesichts der baldigen Befreiung machte sie sich ein Tomatensandwich, nippte an ihrem roten Rübensaft, aß ein paar Erdbeeren. Sodann schlug sie das rote Laken auf und bettete sich. Plötzlich drehte sich der Schlüssel im Schloss, die rote Türe schwang auf und der Rote Graf stand vor ihr.
  „Ich fürchte, verehrte Prinzessin, dass ich Euch eine Erklärung schuldig bin.“ Sprach er mit hochrotem Haupte. Ihr fiel auf, dass er eigentlich rothaarig war. Aber da er sie so ausgebreitet auf der Schlafstatt vorfand, verfestigte sich seine erwachende Männlichkeit und da kam er nicht umhin, sie zu nehmen. Nachher zupften sie sich Kirschen und Chilis aus den Kleidern und der Graf zündete sich eine Rothhändle an. Nach ein paar Zügen gestand er ihr die Wahrheit.
  „Verehrte Prinzessin, bitte glaubt mir, euch festzuhalten dient nur zu eurem eigenen Schutze. Ein finsterer Geselle, Landvogt Hartmund Zobenstock von Erlenbleu trachtet nämlich, euch zu entführen, um reichlich Lösegeld von eurem Oheim abzupressen.“
  „Oh, Herr Graf, wie wird mir bange …“ Entsetzt erbleichte sie und sank halb ohnmächtig aufs Bett. Als sie so schutzlos und halbnackt vor ihm ausgebreitet dalag, erstarkte seine Männlichkeit erneut und er kam nicht umhin, sie sofort und ungestüm auf der Stelle zu nehmen. Nachher zupfte er sich rote Nelkenblätter aus der Kleidung und sie gebar ihm ein Jüngelchen, das aber alsbald im Schlossteich ertrank. Prinzessin Gailinde war noch immer entrückt. Als sie wieder halbwegs zu Bewusstsein gekommen war, fand sie sich alleine im Gemach. da klopfte es leise an die Täfelung.
  „Psst, Prinzessin, seid ihr wach?“ Es war Junker Winnefried.
  „Ja, ich bin hier.“
  „So nehmt die oberste Leiste neben dem Bette heraus und es wird sich ein Durchgang auftun, dann schreitet schnell hindurch.“
  Sie tat wie ihr geheißen und fand sich in einem engen Gange, in dem Junker Winnefried ungeduldig wartete.
  „Ach, wie schön ihr seid“, sprach entzückt der Junker und konnte seine erwachende Männlichkeit kaum bändigen. Sie übermannte ihn und er musste sie nehmen. Nachher zupften sie sich Kerzenreste und Bierflaschenverschlüsse aus den Kleidern und sie gebar ihm einen Bürschlein, das später Stadthalter von Ranzingen wurde.   
  „Kommt schnell, da lang.“
  Sie durchquerten enge Seitengänge, verborgen in den Mauern des Schlosses und kamen schließlich an ein Eisengitter, das ins Freie zeigte. Der kühne Junker Winnefried bog es auf wie nichts und sie standen neben der Schlossmauer.
  „Schnell hinüber!“, flüsterte er und machte ihr die Räuberleiter, auf dass sie über die Mauer klettern konnte. Dann schwang er sich selbst hinüber.
  „Ihr seid frei, seht dass Ihr fort kommt, Prinzessin.“ Junker Winnefried richtete sich das Haupthaar, knöpfte sich das Wams und die Joppe zu und nahm sie in die Arme.
  „Dorten vorne ist eine Kaschemme zweifelhaften Rufes, neben der eine Bushaltestelle ist. Lebt wohl, ich muss zurück“, und fort war er.
  Guten Mutes, dank ihrer wiedergewonnenen Freiheit, stöckelte sie zur Bushaltestelle. Lärm drang aus der Schänke ihr ans zierliche Ohr, als sie hinzutrat und da sie etwas Durst verspürte, ein. Darinnen war, wie das einfache Volk und die niederen Stände zu sagen pflegen, der Bär los. Ihr Herz schlug auf einmal höher, denn die Spielleute, die da trefflich zu musizieren wussten, waren Derer von Rollenstein, ein Minnesängerensemble, das über die Landen sehr beliebt war beim Jungvolk und sie brachten soeben das Lied „Satisfaktion“ dar, das über die Lande sehr beliebt war. Besonders unter den Duellanten galt es als Hymne weit und breit geradezu. Derer waren gar viele zugegen in der Schänke, denn da und dort und im ganzen Saale begannen die jungen Hitzköpfe Duelle auszufechten, aber mit dem Gestühl und so flogen der Prinzessin alsbald die Tisch - und Stuhlbeine nur so um die Ohren, so dass sie austrank und ins Freie trat.
  Nicht lange musste sie, wie der einfache Bauersmann zu sagen pflegt, dastehen wie bestellt und nicht abgeholt, da bog schon der Nachtbus aus dem dunklen Tann  und hielt an. Ihr zart beschuhter Fuß wollte gerade das Trittbrett besteigen, da hielt eine vornehm aussehende Kutsche mit wiehernden Rossen.
  „ Kommt, steigt ein zu mir, habt keine Angst“, ertönte eine männliche Stimme aus dem Inneren des Gespannes.

Wird Prinzessin Gailinde zu dem Fremden in die Kutsche einsteigen und wird sie weitere Abenteuer bestehen müssen?
Lest das nächste Kapitel, es heißt:

Der weiße Ritter

  Aus innerem Widerstreben, sich zu dem gemeinen Volke im Nachtbus dazuzugesellen, nahm Prinzessin Gailinde die Einladung erleichtert an. Im mit brokatenem Samt ausgestatteten Wageninneren gewahrte sie einen vornehmen, äußerst gutaussehenden Manne mittleren Alters aus sichtlich gutem Hause.
  „Gestattet, Admiral Fürst Baron Gernbleib von Rossensporn. Und wer seid ihr, schöne Maid, wenn ich mir die Frage erlauben darf?“
  „Prinzessin Gailinde von Gailingshaus ist mein Name.“
  „Das gibts ja nicht!“ Überrascht richtete sich Flottillienadmiral von Rossensporn auf.
  „ Ich kenne euren Vater, er ist mir ein guter Freund!“
Jetzt war die Prinzessin an der Reihe, sich aufzurichten.
  „Nein! das gibts ja nicht! Ich war noch ein kleines Mägdelein als mein Vater verschwand und ich sah ihn nie wieder.“ Dieses Arschloch, dieses mistige, dachte sie bei sich.
  „Erzählt mir von ihm“, flüsterte sie, denn das Gespräch nahm sie sehr mit.
Plötzlich preschte ein Reiter aus dem Gehölze und versperrte der Kutsche den Weg.
  „Los, aussteigen, dies ist ein Überfall! Heraus mit der Gerste!“
Kaum hatte der Strauchdieb seine Worte ausgesprochen, sprengte aus dem Gestrüpp ein Reiter hervor, dass die Forsythien und Gerbera nur so staubten.
  „Halt, lasse er die Leute in Ruhe, Kerl! Weiß er nicht, wen er vor sich hat? Ich bins, der weiße Ritter!“ Und er warf seinen Umhang über die Schulter und alle sahen die strahlende, kreideweiße Rüstung des Mannes im Mondenlicht funkeln.
  Nein, das gibts ja nicht! Dieser Sautrottel schon wieder, dachte der Unhold, gab augenblicklich Fersengeld und stob ohne Beute durch das Gesträuch in den dunklen Tann und ward nimmer gesehen.
  „ Ist Euch ein Leid geschehen, schönes Fräulein?“, fragte besorgt der weiße Ritter und ergriff galant ihr feingliedriges Händchen.
  „Oh nein, dank eurem beherzten Eingreifen, edler Herr.“ Das Hochzeitsgeläute in ihrem bezaubernden Kopfe dröhnte immer lauter.
  „Kommt doch mit auf mein Schloss, schönes Fräulein, es wird euch an nichts fehlen.“
  Das Köpfchen drohte ihr schier zu platzen von dem Gebimmel hinter ihrer vornehm gestalteten Stirne und sie ließ sich von dem weißen Ritter auf sein Pferd helfen. Auch Jollenadmiral Fürstling Gernbleib von Rossensporn bedankte sich bei dem edlen Retter, stieg seiner Kutsche zu und fuhr heimwärts.
  Es war spät in der Nacht, als der weiße Ritter mit seiner süßen Begleitung in der Burg Brockelstein ankam. Die Dienerschaft und die Burgleute begrüßten die Ankömmlinge überschwänglich. Der weiße Ritter begleitete persönlich die Prinzessin auf ihre zugewiesene Kemenate und weil sie ihm noch einmal zum Danke um den Hals fiel und dabei sich ihre wogende Weiblichkeit an seinen Leib drückte, schwoll augenblicklich seine Männlichkeit auf und er konnte nicht anders, als sie auf der Stelle zu nehmen. Nachher zupften sie sich Reiskörner und Pralinen aus der Kleidung und sie gebar ihm einen Knaben, der aber ein berüchtigter Tunichtgut wurde und früh schon verschied. Und so gingen beide zum Begrüßungsschmaus in den inzwischen festlich geschmückten Burgsaal.
  „Edler Herr, Ihr sagtet mir noch gar nicht wer Ihr wirklich seid“, wandte sie sich zwischen zwei Bissen hervorragend gesottenes, ausgelöstes Goldhamsternüßchen an seinem Erdäpfelschmarrn, gut durch, an ihn.
  „Bitte versprecht mir, nicht laut aufzuschreien, wenn ich euch jetzt sage, wer ich bin. ich bin euer Vater.“
  Macht auch nichts, dachte die Prinzessin.
  „Oh, Ihr seid mein Vater! Ein Wunder geschah. Lang ists her, da ich euch verlor.“
  Und als alle Anwesenden erfuhren, dass das schöne Fräulein des weißen Ritters Tochter war, gab es ein Hallo und ein Festmahl wurde kredenzt, das noch lange danach in allen Landen gerühmt und besungen wurde. Als Vorspeise gab es gratinierte Sperlingslippchen mit Meisenöhrchen auf Ribiselschaum, gerebelt, dazu Lämmchenpürzelchen in Brennesselsud, Herzelstühlbrennesseln wohlgemerkt, dann erst die Hauptspeisen. Jungstiernüßchen in ihren Fleischwassern an Kartöffelchen, gut durch, mit Rübenschnitzelchen gefüllte Straußennüsterchen bei gebähten Brotkr...
  „Verrat! Es sind Eindringlinge in der Burg!“, erscholl es auf einmal. der weiße Ritter und seine Getreuen sprangen auf und griffen zu den Waffen.
  „Landvogt Hartmund Zobenstock von Erlenbleu ist mit seinen Mannen in den Burghof eingedrungen!“, rief ein Ritter.
  „Schnell, bringt meine Tochter nach oben in Sicherheit“ wies der weiße Ritter ihn an und mit den Anderen stürzte er sich im Burghof ins Getümmel.
  „Nehmt dies!“ Der weiße Ritter gab dem Landvogt einen Kinnhaken der ihn niederstreckte. Darauf hin gaben auch die Mannen des Überlandvogtes den aussichtslosen Kampf auf.
  Mit dem Versprechen, nie wieder die Burg des weißen Ritters heimzusuchen, ließ man die Geschlagenen von dannen ziehen und es kehrte wieder Ruhe im Puff ein, wie die niederen Stände und Bauersleute zu sagen pflegen.
  Ob des glücklichen Sieges über den Vogt und seinen Kumpanen hob erneut ein Schmausen und Trinken an, dass es eine wahre Freude war. Es wurde feinstes Schwechater Lagerbier gezwitschert, fässerweise herrlicher Schankwein, zu den Schafslungenröhrln in Nierndlsud wurde  ausländischer Heckenklescher aus bewölkter Nordlage gereicht. Das Gelage währte 4 Tage und 4 Nächte, bis sämtliche Tafelgäste, einschließlich des weißen Ritters, in einen komatösen Sinneszustand fielen und kreuz und quer liegend ein Geräusch des Rachens hören ließen, das man landläufig als Schnarchen kennt.

Wird es dem weißen Ritter, der Prinzessin und dem Gefolge gelingen, sich von dem Rausche halbwegs zu erholen und wird Prinzessin Gailinde mit der Tatsache fertig, dass sie eine Tochter hat, von der sie gar nichts weiß?
Lest das nächste Kapitel, es heißt:

Die Überraschung

  Ei, da staunten aber die Burgleute, als sie sich am Morgen des 5. Tages die Augen rieben und mit Entsetzen in einer ausgebrannten Ruine liegend, wiederfanden. Das gesamte Schloss samt Nebengebäude und Stallungen waren durch eine Feuersbrunst dem Erdboden gleichgemacht worden. Untersuchungen der Feuerwehr hatten später ergeben, Burgknappe Alibert schlief mit brennender Pfeife unter seiner Tuchent ein und so war das Unvermeidliche geschehen.
  So eine Hurnsscheiße, dachte sich der weiße Ritter, richtete und säuberte sich den jetzt nicht mehr ganz weißen Harnisch. Prinzessin Gailinde wünschte sich, dass es einen mordstrum Tuscher tun sollte und sie sich in einem Badezimmer wiederfinden würde.
  „Auf auf, ihr müden Recken!“ Mit aufmunternden Worten versuchte er seine Mannen hochzubekommen, um mit neuem Mute in die Zukunft zu blicken.
  „Ach, mein Vater, Ihr habt Alles verloren! Wie soll es denn nun weitergehen?“, klagte verzagt die Prinzessin.
  Da erscholl Hufschlag und ein schön anzusehender Jüngling mit wallendem blonden Haare sprengte hoch zu Ross aus dem strauchigen Unterholz auf das Ruinengemäuer zu und hielt an.
  „Ja was denn da los?! Schöne Maid, was trug sich hiererorts zu?“
  Die Prinzessin hielt sich die Ohren zu, denn die Hochzeitsglocken in ihrem Köpflein schwollen unerträglich an.
  „Wisset, fremder Jüngling, meinem Vater, dem weißen Ritter, brannte die Burg über dem Kopfe ab.“
  „Ich bin Prinz Herobert von Bruchenfels. Wenn Ihr, weißer Ritter, nichts dagegen einzuwenden habt, will ich eurer Tochter Unterstand bieten und sie auf mein Anwesen geleiten“, sprach der unverschämt gutaussehende Jüngling.
  Und so sprang Prinzessin Gailinde pochenden Herzens zu ihm auf das Pferd und sie galoppierten der aufgehenden Sonne entgegen.
  Der Jüngling, stellte sich heraus, war der Spross einer unermesslich begüterten Familie eines ausländischen Adelsgeschlechtes, der das halbe Land gehörte. Prinzessin Gailinde musste unverzüglich einen Ohrenarzt aufsuchen, da das Geläute in ihrem wohlgeformten Köpflein unerträglich wurde.
  Abends veranstaltete Prinz Herobert von Bruchenfels einen Empfang, der sich, so sagt das einfache Gesinde, gewaschen hat. Er ließ ein Fest gestalten zu Ehren Prinzessin Gailindes.
  Doch auch Prinzessin Sulfine von Schlurfenschorf war zugegen, die schon lange auf den Prinzen scharf war, wie der einfache Mann zu sagen pflegt und die die Widersacherin jetzt mit Argwohn beobachtete. Als Prinzessin Sulfine aber erfuhr, wer die Rivalin war, da fuhr sie entsetzt hoch und es wurde still im Saale.
  „Was?! das gibts ja nicht! Wisst ihr, wer ich bin?“ wandte sie sich an Prinzessin Gailinde. „Ich bin eure Tochter Sulfine. Ihr seid meine Mutter!“

  Das setzte dem Ganzen die Krone auf, wie die Goldschmiede zu sagen pflegen. Als die Prinzessin hoch und heilig schwor, davon gar nichts und wirklich nichts, so wahr ihr Gott helfe, gewusst zu haben und es also nur eine jungfräuliche Empfängnis gewesen sein konnte, wurde sie umgehend vom Oberpapst Grossvikar Francesco di Komolka heilig gesprochen.

Ende

Anmerkung von Paul207:

Ein Sittengemälde


 
 

Kommentare zu diesem Text


RainerMScholz
Kommentar von RainerMScholz (27.09.2019)
Satire, die ich nicht verstehe? Weil sie auch ziemlich lang ist.
Grüße,
R.
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Paul207 meinte dazu am 28.09.2019:
Lieber Rainer, ja, die Geschichte ist wie einer dieser Schundromane zu verstehen, so ein Gloria- oder Arztroman, wenn Du weißt, was ich meine. Ich finds halt lustig, so ist mein Humor. Aber danke, dass Dus gelesen hast .. oder nur halb ... oder nur den Anfang. Tschüs! Paul.
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