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und war wie gelämt.

Erzählung zum Thema Erinnerung


von franky

Nach dem Mittagessen nahm mich Vater zu einem kurzen Mittagsschlaf in die nun leerstehende Wohnküche von Familie Pohl mit, die kurz vor Kriegsende sich auf den Weg in ihre ehemalige Heimat aufgemacht hatten. Das Bett hatten sie in der (Rauchkuchl) zurückgelassen. In dieses Bett von Frau und Herrn Pohl machten wir uns es bequem,
Bequem war der falsche Begriff, da das Heu an allen Stellen stach und juckte. Ich versuchte immer wieder eine neue Position zu finden, dabei zappelte ich ziemlich unruhig herum, bis mein Vater plötzlich, gestört durch mein nervoeses  Grappeln einen wilden Fluch ausstieß und ich dann doch irgendwie einschlief.
Ein anderes Mal schlug er sogar mit der Hand nach mir, ich zuckte vor Schreck zusammen und war wie gelähmt. Lag dann in einer schockstarre ruhig da und beobachtete das Schnarchen von meinem Vater, bis er ausgeruht sich erhob und mich dann alleine zurückließ.
Ich getraute mich nicht sofort Vater zu folgen, passte einen Augenblick ab, als er aus der Küche kam und ins Freie trat, wo er sich zur Beruhigung dann eine Zigarette anzündete. Robbte dann den Fußboden entlang in die Küche und legte mich auf das Lottabett, das nicht so stachelig wie das Heulager von Pohl war. 

Die Wiesen um unser Haus, die nicht abgemäht werden konnten, wurden von den Kühen aus dem Schweizerhof abgegrast. Einige große Wiesen in unserer Umgebung waren zu diesem Zweck eingezäunt, so dass die Kühe nicht unkontrolliert durch die Gegend rennen konnten.
An diesem Tag wurden die, etwa 20 Kühe hinter unser Haus bis hinauf zum Waldrand getrieben. Die hälfte der Weide war flach, doch zum Wald hin gab es einen steilen Anstieg. Die gesamte Fläche war ohne Zaun, total frei.  Kühe fühlen sich bei steilem Gelände nicht so wohl, doch ein paar Stunden war alles im grünen Bereich. Ich weiß nicht warum man den Kuhüter nach dem Auftrieb wieder abgezogen hatte;
An diesem Vormittag befand ich mich auf der kleinen Wiese zwischen unserem und Nachbar Graßeckers Haus um zu spielen. Im Unterbewusstsein vernahm ich ein anschwellendes Dröhnen, das von wild trammpelden Kühen herrührte, die in Panik den einzigen Kaarenweg ins Tal suchten. Viel zu spät wurde mir klar, dass ich genau auf diesen einzigen Weg, die die zwanzig Kühe nehmen werden auf der Wiese saß. 
In meiner größten Verzweiflung begann ich hysterisch zu schreien. Legte mich auf den Bauch und verkrallte meine Finger in die frisch gemähten Grashalme.
Durch meine Blindheit und Beinamputation war ich doppelt auf meinen Platz gebunden. Im Inneren erwartete ich, dass mich jetzt und jetzt ein schwerer Huf auf dem Kopf und Körper treffen würde. Aber nichts, gar nichts davon geschah! Der Lärm von ins Tal stürmenden Kühen wurde Leiser und leiser. Mein Schutzengel kniete neben mir und hielt seine Hände schützend über mich. Ja, doch, er hatte seine Aufgabe wieder mal ganz Toll gemacht.

 
 

Kommentare zu diesem Text


una
Kommentar von una (02.10.2019)
Lieber Franky,

ich las die Geschichte schon vorhin und hatte da noch keine Zeit zum kommentieren.
Ich kenne auch solche Situationen in denen ich mir sicher war, ein Schutzengel muss ganz in der Nähe gewesen sein, darum berührt mich auch Deine Geschichte auch so sehr.
Hier eines meiner Lieblingsinterpreten

https://youtu.be/c8jxz3kST7c Johannes Oerding mit *Engel*



LG una
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Kommentar von Ralf_Renkking (02.10.2019)
Hi Franky,

sprachlich besonders gelungen finde ich das "Lottabett", die so genannte "Manguetti"-Spitze, und ich bin gespannt, was sie zu dieser Ehrung sagen wird.

Ciao, Frank
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franky
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Veröffentlicht am 02.10.2019. Textlänge: 469 Wörter; dieser Text wurde bereits 49 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 08.11.2019.
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