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...Du Opfer....

Innerer Monolog zum Thema Allzu Menschliches


von Access

Nebel lag in den Niederungen, die  Spinnenweben auf den Wiesen glitzerten. Ein Funkeln im Sonnenlicht, eine ganz eigene Schönheit. Sinnend stand Carola Elders am Weidenzaun, atmete tief durch, schloss für einen Moment die Augen. Es ist, wie es ist, dachte sie. Ja, es ist schmerzhaft, ja, es ist demütigend. Aber sie würde sich nicht länger in eine Opferhaltung begeben und klagen, dass die Dinge so waren, wie sie eben waren. Genauso gut konnte sie sich darüber ärgern, dass es nun wieder früher dunkel wurde und morgens nicht mehr richtig hell, dass ihr mit Mitte fünfzig beim Joggen die Knochen weh taten und sie es noch Tage hinterher bemerkte, dass sie schlecht schlief, ein wenig fülliger und ihre Haut faltiger geworden war.  Wenn sie aber darüber lamentierte, wem brachte das was? Es machte die Dinge ja nur schlimmer und änderte nichts an der Situation. Die Situation hatte sie nicht in der Hand, wohl aber ihre Reaktion darauf. Wie oft hatte sie das ihren Klientinnen gepredigt, die sie coachte, die zu ihr in die Kunsttherapie kamen. Also: mach Licht an, wenn es dunkel ist und höre auf, dich mit Zwanzig- oder Dreißigjährigen zu vergleichen. Sieh das Gute, das du hast und nicht das, was du nicht mehr hast. Ja, sie wollte das Positive daran sehen, so schwer es ihr fiel. Sie wollte weitergehen und ihre Falten und ihr schwindendes Sex-Appeal annehmen.

Dass Claus sie betrog, das hatte sie geahnt. Er war in den fünfundzwanzig Jahren ihrer Ehe nie ein guter Lügner. Aber nun das. Wenn es nur eine Affäre gewesen wäre, es hätte sie nicht weiter gestört. Ihre Eitelkeit wäre gekränkt, ja, das schon, aber dieses Vergnügen hätte sie ihm letztlich von Herzen gegönnt, dieses unvergleichliche Gefühl des frisch verliebt seins. Sie hatte es sich selbst ja auch zugestanden. Dass er nun jedoch mit der fast zwanzig Jahre jüngeren Kollegin Tanja Schober eine Familie gründen wollte. DAS hatte Carola in ihren Grundfesten erschüttert. Sie atmete scharf aus. Ausgerechnet Tanja. Sie mochte sie, man musste sie mögen. Aber alles geriet ins Wanken, sie hinterfragte ihre als Paar getroffene Entscheidung, keine Kinder haben zu wollen. Dennoch, Carola wusste, das ihr Weg nun mal anders aussah und sie verrückt geworden wäre, hätte sie sich in das Regelwerk  einer funktionierenden Mutter pressen lassen müssen, deren Tagesabläufe für mindestens achtzehn Jahre fremdbestimmt waren.

Fremdbestimmt durch Schule und Ferienzeit, nur zu vorgeschriebenen Zeiten mal raus dürfen, in einem Zeitfenster von sechs Wochen im Sommer, zwei Wochen im Herbst, zwei Wochen im Winter und dann mit einem Großteil der ebenfalls Kinder habenden Bevölkerung zusammen. Funktionieren, funktionieren, funktionieren. Fremdbestimmt durch morgendliches Weckerklingen, fremdbestimmt durch die gesellschaftliche Abart, dass nach wie vor die Mutter den Großteil der Kinderaufzucht übernahm und bitte nebenbei noch beruflich erfolgreich, sportlich, aktiv und schön sein und vor allem: damit glücklich und zufrieden, da es doch tädä! für eine Frau nichts Erfüllenderes zu geben hatte, als Kinder in die Welt zu setzen und sie aufwachsen zu sehen. Frühstück richten und Schulbrote schmieren, schnell zwischendurch in einem knappen Zeitfenster die Einkäufe erledigen, strahlend das Mittagessen präsentieren und aufmerksam den Geschichten der Kinder aus der Schule lauschen, sie für gute Noten loben, sie für fürchterliche selbstgemalte Bilder und aus Kastanien gebastelte Untiere loben, sich einfach an ihnen freuen. Nein, so einfach wäre es für sie eben nicht gewesen. Seit sie die Bücher „Regretting Motherhood“ und „Die Mutterglückslüge“ gelesen hatte, verstand sie ihre eigene Mutter besser und war sehr, sehr froh über ihre eigene Entscheidung, selbst kinderlos geblieben zu sein. Ihr fehlten eben diese Fähigkeiten, diese besondere Art von Liebesfähigkeit und Opferwillen. Trotzdem war sie deswegen kein schlechter Mensch. Sie hatte lange gebraucht, um das zu verstehen, sich so zu akzeptieren, wie sie war.

Ja, lächelnd öffnete sie die Augen. Sie wünschte Claus alles Gute. Claus und Tanja, die sie mochte. Es schmerzte, ihn zu verlieren, doch sie wollte, dass er glücklich ist und auch sie, Carola würde wieder glücklich sein, denn es lag in ihrer Hand. Kein Opfer eines ach so bösen, betrügenden Ehemannes, sondern eine eigenständige Frau, die selbst für ihr Glück und ihre Reaktionen auf Situationen verantwortlich war und sie, gerade sie, Carola, wusste das nur zu gut. Herbst des Lebens, dachte sie lächelnd. Sei mir Willkommen. Dann joggte sie langsam und befreit atmend nach Hause. In das Haus, das sie jetzt erstmal für sich alleine hatte. Sie würde entscheiden, ob sie es behalten oder verkaufen wollte, aber das hatte Zeit.

Anmerkung von Access:

...ich war jung, ich brauchte das Geld....


 
 

Kommentare zu diesem Text


Cora
Kommentar von Cora (07.10.2019)
Du hast diese Erzählung verkauft, warum nicht? Ist doch schön, manch einer wäre froh, für seine Werke Geld zu bekommen
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Access meinte dazu am 07.10.2019:
...ämmm, naja...ich BRAUCHTE das Geld...heißt nicht, dass ich es bekam... (nein, nein, im Ernst, die Anmerkung war eher darauf bezogen, dass der Text eher seicht und schwach geschrieben ist, aber ich wollte halt auf die Schnelle was zum Thema "Herbst" zusammen krickeln für ein Treffen heute abend...und dann habe ich es mal gleich hier eingestellt in der Hoffnung Hinweise zu bekommen, wo es besonders hakt...
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Cora antwortete darauf am 07.10.2019:
... dann hoffe ich, du hast Spaß bei dem Treffen, das ist das wichtigste


... eine Anmerkung mit Bitte um Tipps, hätte ich natürlich eher kapiert, jetzt ist es zu spät, schade, bissl

Bsp: eine Mutter ist eben nicht ein per Regelwerk funktionierendes Wesen. Keine Angst vor Kindern. Eine Mutter kann selbstbestimmt Mutter sein, sie setzt eigene Regeln in ihrem Leben um, da hat keiner reinzureden. Es sei denn, den Kindern geht es wirklich schlecht. Aber welche selbstbestimmte Mutter, lässt es den Kindern schlecht gehen? Wg. Selbstbestimmung schafft sie sich aber auch ihre Freiräume, sie ist nicht die Sklavin der Kinder, sie verhätschelt sie nicht.
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Access schrieb daraufhin am 09.10.2019:
..ja, danke, der Abend war sehr nett, aber es floss auch reichlich Rotwein
Naja, aber es gibt eben auch Frauen, die können mit der Mutterrolle schlicht nichts anfangen und haben keinen Kinderwunsch (...ich weiß nicht, ob du die genannten Bücher gelesen hast -- es ist eben nicht mehr so easy-peasy mit der Selbstbestimmung als Einzelwesen, Mutter bist du immer, diese Rolle kannst du nicht kündigen. Für manche ist das was völlig Natürliches, für Kinder ihr Leben komplett umzustellen, für andere aber eben nicht und letztere kommen in der Gesellschaft nach wie vor ziemlich schlecht weg (Egoistinnen, gefühlskalt, karriergeil....usw...) und das nur, weil sie einfach keinen Kinderwunsch haben und die biologische Uhr nicht tickt...
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Cora äußerte darauf am 09.10.2019:
das wäre ja toll, ohne Kinderwunsch tickt die biolog. Uhr nicht, dann kann frau es sich jederzeit anders überlegen ;)

Aber ich gebe dir recht, ich möchte keineswegs alle über einen Kamm scheren. Kinderlosigkeit ist nicht immer eine eigene Wahl, oft auch ungewollt. Von daher ist ein gesellschaftliches Urteil ohnehin nicht angebracht.
Als Rolle mag ich die Mutter übrigens nicht sehen, das ist kein Spiel, sondern echtes Leben. Wer das nicht wirklich will, soll es lassen, den Kindern zu liebe ;)
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Dieter_Rotmund
Kommentar von Dieter_Rotmund (08.10.2019)
Typischer Alles-vorgekaut-Text. Sorry, keine Lust darauf, den bis zu Ende zu lesen. Wir Leser sind nicht doof!
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Access ergänzte dazu am 09.10.2019:
...naja..ich schrieb ja "ich war jung, ich brauchte das Geld "
(nein, ernsthaft, das Thema war vorgegeben. Ich war eher darauf gefasst, dass all die Mütter und betrogenen Ehefrauen im Forum empört und beleidigt aufschreien, weil die Prot doch glatt ihrem Ehemann alles Gute wünscht und froh darüber ist, keine Kinder bekommen zu haben)...
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