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Auf der Flucht nach vorn Teil 2

Erzählung zum Thema Allzu Menschliches


von regenfeechen

Meine Kinder, wie gut das sie jetzt nicht da sind. Ich liebe sie über alles und könnte es nicht ertragen, wenn sie all das hier sehen, mitbekommen würden. Sie haben doch so schon genug Angst vor Paul. Sobald ER nach Hause kommt, verziehen sie sich in ihre Zimmer um ihm nicht zu begegnen. Zu oft schon haben auch Michael, Carina, Mareike und Tobias seine Aggressivität zu spüren bekommen. Wegen jeder Kleinigkeit schimpft er mit ihnen. Er lässt seine Wut und Unbeherrschtheit auch an den Kindern aus. Dabei können sie doch nichts dafür, wenn er keine Arbeit und kein Geld hat und mit seinem Leben nicht zurecht kommt.

Carina ist schon vor einiger Zeit mit ihrem Freund Maik zusammen gezogen in eine  Dreizmmer Wohnung. Sie ist aus ihrem Elternhaus geflüchtet, weil sie den Streit und Ärger nicht mehr aushalten konnte. Es tut mir weh, das meine Tochter, die ich so sehr liebe, schon mit achtzehn Jahren ausgezogen ist. Aber so ist es sicher besser für Carina.
Michael, mein Großer, ist heute Abend beim DRK. Dort ist er sehr engagiert, es macht ihm Freude anderen Menschen zu helfen. Sich mit Gleichgesinnten zu treffen, zu reden, und Spaß zu haben. Und so hat er einen Ausgleich zu dem Ärger Zuhause und seiner anstrengenden Arbeit.
Mareike ist heute mit ihrer großen Schwester Carina unterwegs in einer Disco feiern.  Darauf hat sie sich schon so lange gefreut und heute hat es endlich einmal geklappt.
Tobias, mein Jüngster, übernachtet heute bei einem Freund nur ein paar Häuser weiter. Sie kennen sich seit der Kindergartenzeit und mögen sich sehr.
So sehr ich an meinen Kindern hänge,, heute Abend ist es gut, das sie nicht hier sind.

Der Gedanke an meine Kinder beruhigt mich ein wenig. Nur noch gut 2 Stunden, dann ist es 24 Uhr und Carina wird Mareike nach Hause bringen, und auch Michael wird sicher bald vom DRK Dienst nach Hause kommen, dann bin ich nicht mehr alleine hier im Haus, wenn ER zurück kommt.
Erst einmal ins Bad gehen und die Spuren von der Heulerei beseitigen. Im Spiegel schaut mir eine Frau mit verquollenen roten Augen und einer roten Nase entgegen. Völlig fertig sieht sie aus. Ja, denke ich, du siehst ganz schön alt aus, nicht mehr schön. Die Sorgen, die Quälerei, es hinterlässt schon jetzt einen Ausdruck in meinem Gesicht.
Ich gehe die schöne helle Holztreppe hinunter in die Küche. Die hellen cremefarbenen Schränke und der Esstisch mit der hellen Holzplatte und den Holzstühlen daneben sehen richtig toll aus. Die hellgrüne Tischdecke habe ich von meiner Mutter bekommen.
Meine Mutter! Ja, überlege ich, gut das sie nicht weiß was hier so abläuft. Sie würde vor Kummer krank werden. Helfen könnte sie mir wohl nicht, denn mein Vater ist schon vor Jahren gestorben und sie hat ja selber nicht viel und lebt in einer kleinen Wohnung.
Mein Vater, mir treten die Tränen in die Augen. Ich habe ihn so sehr geliebt und er hätte mir sicher geholfen. Ich vermisse ihn so sehr. Er war immer für mich da, hat mir so viel gezeigt und beigebracht. Ich vermisse seine Liebe, seine besondere Art von  Humor und sein Lachen, den Rückhalt, den er mir immer gegeben hat.
Nie vergesse ich wie liebevoll er zu mir und meinen sechs Geschwistern war. Er hat mich so gerne durchgekitzelt, bis ich lachend auf dem Boden gelegen habe. Er war ein ganz besonderer Mensch.
Aber nun ist er nicht mehr da, es ist eben so wie es ist, da muss ich wohl alleine durch.
Ich nehme mir ein Glas aus dem Schrank und lasse Wasser aus dem Kran über der Spüle hinein laufen. Nebenan im Wohnzimmer angekommen setze ich mich auf das blaue Sofa. Und schon beginnen die Gedanken wieder in meinem Kopf zu rattern.
Mein Gott, was ist aus uns geworden. Wir haben uns doch einmal geliebt und so viel miteinander durchgestanden. Und nun? Nur noch Streit, Gewalt und Hass.
Und wieder beginnen die Tränen zu fließen. Schluchzend sinke ich in mir zusammen. Alles aus? Ist nun alles vorbei?
Ich höre etwas, die Haustür, und erschrecke mich fürchterlich! Ist Paul wieder zurück? Vor Angst beginne ich innerlich zu zittern. Mit einem Blick auf die Uhr sehe ich dann aber das es 22.30 Uhr ist. Zu der Zeit kommt Michael meistens vom DRK heim. Und so ist es Gott sei Dank auch! Mein Großer kommt gerade zur Wohnzimmertür herein.  Er bleibt abrupt stehen und schaut mich an:“Mama, was ist passiert“?“
Die Starke spielend erwidere ich ihm, das ich nur einen schlechten Tag, einfach mal einen Heultag habe. Aber natürlich glaubt er mir das nicht, dafür kennt er mich viel zu gut.
Michaels besorgter fragender Gesichtsausdruck verändert sich.
Wütend erwidert er: „Das glaubst du doch wohl selber nicht. Du weinst nicht einfach so. Was ist los?“ Er kommt auf mich zu und setzt sich neben mich auf das Sofa.
Er nimmt mich in den Arm und fragt:“Was hat Papa nun wieder gemacht? Hat er dich wieder geschlagen? Habt ihr gestritten?
Nun beginne ich erst recht zu weinen, kann mich kaum beruhigen. Mein Großer hält mich fest und streichelt sachte meinen Rücken. Ich zucke zusammen, Au, das tat weh.
Sofort hört Michael auf und fragt: „So schlimm? Dreh dich mal um!“
„Nein Michael, lass nur, es geht schon“ wiegel ich ab, das muss er nicht sehen, es ist schlimm genug, das er zu ahnen scheint, was hier abläuft.
Am schlimmsten aber ist für mich das meine Kinder offensichtlich schon viel mehr mitbekommen haben, wie ich geahnt habe! Ich sehe meinen Großen an und traurig erkundige ich mich: „ Woher weißt du?…….
„Mama, wir sind nicht blind und nicht taub.  Du hast überall blaue Flecken und man kann erkennen, das du traurig bist und ständig weinst. Wir kriegen schon mit, was hier abgeht!“ erwidert er mir. „Aber wir wissen nicht was wir tun können“ sagt er bedrückt und senkt den Kopf.
Ja, klar, sie sind ja nicht dumm, alle vier nicht.
Aber ich habe doch immer versucht die blauen Flecken unter der Kleidung zu verstecken, und mit viel Make up im Gesicht sollten sie nicht sehen, wenn ich mal wieder geweint habe. Hat wohl nicht so gut funktioniert wie ich nun erkennen muss.

Sofort senke ich schuldbewusst den Kopf:“Das wollte ich nicht, Michael, niemals. Ihr sollt doch ein schönes Zuhause haben. Alles wird wieder gut, das verspreche ich dir, ich werde nichts mehr sagen. Dann passiert nichts mehr! Und ihr könnt nichts tun, ich sollte etwas tun!“
Traurig schaut er mich an:“ DU bist doch nicht schuld daran, du kannst nichts dafür.
Meinst du, wir sehen nicht wie Papa sich verändert hat. Wie aggressiv er geworden ist. Er macht uns doch auch ständig an, ob er einen Grund dafür hat oder nicht.“
Nun nehme ich ihn in meine Arme, bin erleichtert, das meine Kinder zu mir stehen, so wie es aussieht. Aber wie schwer muss das für sie sein. Hin und her gerissen zwischen den Eltern und zu erkennen, wie gewalttätig der eigene Vater ist. Gibt es etwas Schlimmeres?
Schweigend sitzen wir noch eine Weile nebeneinander. Ich schaue auf die Uhr, inzwischen ist es 24 Uhr vorbei. Carina wollte doch Mareike zurück bringen und sie ist immer pünktlich. Es wird doch nichts geschehen sein?
Michael sieht mich an und weiß sofort, was ich denke.  „Ruf Carina mal an, sie haben bestimmt nur die Zeit verpasst, und tanzen immer noch“, beruhigt er mich.
Ich greife zum Handy und tippe die Nummer meiner Tochter ein. Einen Moment später höre ich ihre Stimme. „Ja, Mama, ich hätte dich sofort angerufen“ lacht sie.
Ich frage: „Du wolltest doch Mareike wieder hierher bringen.“
„Wir haben uns überlegt, das meine kleine Schwester doch bei mir schlafen kann. Maik hat auch nichts dagegen, ich bringe sie dann morgen früh zurück. Und wir bringen dann Brötchen zum Frühstück mit. So gegen 10 Uhr, ist das okay?“
Spontan antworte ich: „ Ja klar, habt noch viel Spaß, dann bis morgen!“
Carina hört wohl an meiner Stimme, das etwas nicht in Ordnung ist und so fragt sie: „Mama, ist das wirklich ok? Geht es dir gut?“
Und ich lüge: „ Ja, mach dir keine Gedanken, ist alles gut! Bis morgen dann!“
Als ich das Gespräch damit beende, nickt Michael mir zu. Auch er ist wohl der
Meinung, das die beiden Mädels das jetzt nicht wissen müssen, was hier abläuft.
„Komm, lass uns ins Bett gehen, es ist schon spät und wir müssen doch beide morgen  arbeiten, im Gegensatz zu jemand anderem“: sagt er und ich weiß genau, wen er meint.
Ich drücke ihn noch einmal mit den Worten: „Wie gut, das ich dich habe. Du bist so lieb! Schlaf gut. Ich mach morgen früh Frühstück, wie spät musst du denn los?“
„Um halb neun, schlaf du auch gut, und denk nicht mehr so viel, wir werden schon irgendwie einen Ausweg finden, beruhigt er mich.
So gehen wir beide die Treppe hinauf. Ich in „mein“ Zimmer und er in sein Zimmer.
Es wird ruhig im Haus.

Als ich mich im Bad fertig mache zur Nacht, schaue ich meinen Körper an. Blaue Flecken oben an den Armen, an der Schulter, am Rücken und an den Beinen. Mein Gesicht gezeichnet von Angst und Frust, vom Weinen. Ich sehe alt aus und fühle mich auch so. Dabei bin ich doch erst Mitte Vierzig und habe noch mein halbes Leben vor mir.
Ich ziehe meinen Schlafanzug an und gehe ins Gästezimmer, lege mich ins Bett, kuschele mich in meine Decke ein. Trotzdem komme ich nicht zur Ruhe. Drehe mich von einer Seite auf die andere, mein Kopf explodiert. So viele Fragen ohne Antwort: Wie lange wissen die Kinder schon Bescheid? Sie leiden doch dann auch schon so lange mit. Was soll ich denn nur machen, um sie irgendwie zu schützen? Und ist dieses Zuhause überhaupt noch ein wirkliches Zuhause?  Sie fühlen sich doch dann schon lange nicht mehr wohl hier und sind sicher auch nicht mehr glücklich? Mein Gott, was haben wir ihnen angetan und machen immer weiter…...das geht doch nicht!! Aber was kann ich machen, ich kann doch hier nicht raus, kann keine Wohnung bezahlen und die Vier nicht alleine versorgen. Oder die Drei, Carina sorgt ja für sich selber und Michael käme vielleicht auch alleine zurecht. Aber die beiden „Kleinen“, sie gehen noch zur Schule und brauchen mich. Und wieder laufen die Tränen, unglücklich und voller Schuldbewusstsein und Verzweiflung wälze ich mich im Bett umher.

Halb im Schlaf höre ich die Haustür, und bin sofort hellwach.Ich schaue auf den Wecker, es ist fünf Uhr morgens und Paul kommt jetzt erst nach Hause. Die Türen knallen, er schimpft laut vor sich hin, also ist er sturzbetrunken, was ja auch nicht anders sein kann, er hatte ja schon genug Alkohol getrunken bevor er los gefahren ist. Automatisch stehe ich auf und gehe zur Zimmertür, drehe den Schlüssel im Schloss. Aus Angst davor, das er sonst doch auf einmal hier im Raum steht.
Ängstlich lege ich mich wieder hin und irgendwann schlafe ich dann doch ein.
Kurz darauf um halb acht klingelt der Wecker, ich muss ja aufstehen. Auch wenn ich erst gegen Mittag arbeiten muss, ich habe Michael versprochen ihm Frühstück zu machen. Außerdem werden Carina und Mareike gegen 10 Uhr mit Brötchen kommen um hier zu frühstücken. Unter der Dusche kann ich mich ein wenig entspannen. Dann ziehe ich mich an, immer darauf bedacht, mich so zu kleiden, das man die blauen Flecken nicht sehen kann.
Unten in der Küche strahlt die Sonne schon durch das Fenster. Ich schaue nach draußen, ja es wird jetzt so richtig Frühling. Die Bäume werden grün und die Narzissen und Tulpen blühen auch schon, es ist so schön draußen. Dabei ist es doch erst Ende Februar. In ein paar Tagen hat Michael Geburtstag, am 1. März.
Bisher hat er noch keinen Geburtstagswunsch geäußert, so will ich ihn gleich mal fragen. Und hoffentlich kann ich vorher einige extra Stunden arbeiten, sonst habe ich nicht einmal Geld dafür um ihm etwas zu schenken.
Paul interessiert das alles schon lange nicht mehr, Geburtstage, Weihnachten, oder wie die Kinder sich fühlen, wenn all das ausfällt, weil kein Geld mehr für Geschenke oder zum Feiern da ist, ist ihm alles egal. Hauptsache er hat Geld für seinen Alkohol, Zigaretten und was weiß ich, wofür er sonst noch so viel ausgibt. Denn das Konto ist immer leer, sobald das die Überweisung von der Stadt kommt, holt er alles ab. Apropos, heute könnte ich Glück haben. Es ist ja Samstag und das Geld müsste normalerweise am Montag vom Hartz IV Amt überwiesen werden, vielleicht ist es ja heute schon auf dem Konto. Paul schläft sicher bis Mittag, also könnte ich schnell zur Bank sausen, wenn Michael zur Arbeit fährt. Und dieses Mal tatsächlich mal Geld für Lebensmittel in der Tasche haben.
Nun decke ich den Frühstückstisch mit Brot, Margarine, Marmelade und Streichwurst, und stelle die Kaffeemaschine an. Für Michael schmiere ich die Brote, die er mit nimmt zur Arbeit. Normalerweise macht er das selber, aber er darf auch mal ein bisschen verwöhnt werden. Der Kaffee ist fertig und als wenn mein Sohn das gerochen hat, kommt er genau in diesem Moment in die Küche.
„Hmm, das riecht gut“ lacht er. Setzt sich hin und will seine Brote machen, als er sieht, das die Dose mit den fertigen Schnitten schon auf dem Tisch steht. „Danke, das du sie schon gemacht hast“ freut er sich. Ich gieße uns beiden Kaffee ein. Michael und ich trinken ihn beide mit viel Milch. Michael isst dann noch schnell einen Toast mit Marmelade, ich eine Scheibe Knäckebrot. Dann steht er auf: „Ich muss los, lass dich nicht ärgern heute!“ „Werde ich schon nicht, ich muss ja gleich arbeiten“ antworte ich ihm. Er nimmt seine Brote und seine Jacke, verabschiedet sich kurz mit einem „Tschüss“ und schon ist er zur Tür heraus. Nun habe ich doch vergessen ihn nach seinem Geburtstagswunsch zu fragen.
Ich lasse nun erst einmal alles so auf dem Tisch stehen und gehe in den Flur. Dort nehme ich meine Jacke von der Garderobe. Stecke meine Geldbörse mit der Bankkarte ein und gehe dann durch den Keller nach draußen. Durch die Kellertür kommt man in die Garage, wo auch mein Fahrrad steht. Schnell schnappe ich mir das Rad, gehe durch den Garten nach vorne zur Straße und trete kräftig in die Pedalen. So viel Zeit habe ich ja nicht, also muss es schnell gehen. Bei der Bank angekommen treffe ich Ramona, die auch gerade Geld abholen will.
„Hey, Petra, lacht sie, auch noch schnell Moneten einsammeln?“
„Klar, so ganz ohne geht es ja nicht“ sage ich und denke, hoffentlich ist auch wirklich schon etwas überwiesen.
„Musst du auch gleich arbeiten?“ fragt Ramona.
„Aber sicher, wir können doch gar nicht ohne die Arbeit, oder“ scherze ich. Sie lacht, winkt und geht zu ihrem Auto, „dann bis gleich“ und schon ist sie weg.
Ich stecke die Karte in den Geldautomaten und warte gespannt auf die Daten. Ja, es ist etwas aufgebucht! Gott sei Dank! Ich hebe 150 Euro vom Konto ab, das muss für den ganzen Monat für Lebensmittel reichen. Wenn ich mehr abhebe, wird Paul wieder rasen vor Wut und das brauche ich nun ganz sicher nicht schon wieder.
Ich steige auf das Fahrrad und radle schnell zurück nach Hause. Einkaufen werde ich nach der Arbeit, die Geschäfte haben dann ja noch anderthalb Stunden auf. Aber dann sind schon viele Lebensmittel reduziert und ich kann günstiger einkaufen.
Zuhause angekommen parke ich das Rad nun einfach vorne am Haus, schließe es ab und gehe durch den Keller wieder ins Haus zurück. Das Geld bringe ich nach oben in „mein“ Zimmer und verstecke es in einer Ecke hinter dem Apothekerschrank unter dem Teppich, damit Paul es nicht findet. Sonst ist es ganz schnell wieder weg.
Im Wohnzimmer öffne ich die Fenster und die Terrassentür, es stinkt nach kaltem Zigarettenrauch und Alkohol. Richtig ekelig! Auch in den anderen Räumen öffne ich die Fenster um richtig durch zu lüften.
In der Küche decke ich den Tisch nun noch einmal für drei, nein, besser für vier Personen. Denn auch Tobias wird ja nun sofort wieder nach Hause kommen.
Und da klingelt es auch schon an der Tür.
Mareike, Carina und Tobias stehen alle drei vor der Tür. Lachend winkend sie mir zu, wie ich durch das Glas in der Tür sehen kann. Kaum habe ich geöffnet ruft Carina mir schon zu: “Schau mal Mutti, wen wir unterwegs gefunden haben!“
Ich muss lachen und veräppele sie ein bisschen“ Ihr könnt doch nicht alles mit nach Hause bringen, was ihr unterwegs findet“
Tobias grinst und kontert“Ja, dann gehe ich jetzt wohl wieder“ 
Mit einem „nee, nee, nee“ ziehe ich ihn am Arm ins Haus. Die drei bringen so richtig gute Laune mit. Das ist so schön und tut mir richtig gut.
Mareike sieht den gedeckten Tisch in der Küche und freut sich: Boah, hab ich einen Hunger!“ Wir setzen uns alle zusammen hin und frühstücken. Die Kids erzählen und reden in einem fort.
„Es war so toll in der Disco gestern, Sandra, Mirko, Rafael und Maike waren auch da, und noch so viele andere die wir kennen. Die Musik war klasse, wir haben so viel getanzt und gelacht. Sandra war richtig besoffen und und als Karsten sie abgeholt hat, hat er sie fast tragen müssen. Sie hat nur noch dummes Zeug geredet!“
Und Tobias erzählt: Frederics Eltern sind mit uns essen gegangen bei Mc. Donalds, Frederic musste einmal so lachen, das er sich beim essen total verschluckt hat und fast quer über den Tisch gespuckt hätte, wenn seine Mutter Karin nicht im letzten Moment eine Serviette geschnappt hätte und sie ihm vor den Mund gehalten hätte“. Noch bei dem Gedanken daran konnte Tobi sich vor Lachen nicht halten.
Also hatten sie alle drei gestern einen wirklich schönen Abend.
Mein Gott, wie sehr liebe ich meine Kids.  Sie sind mein Leben, ich würde alles für sie tun.
Meine Drei bleiben am Frühstückstisch sitzen und unterhalten sich weiter. Ich aber stehe auf und gehe mit den Worten: „Ich muss mich für Arbeit fertig machen“ nach oben ins Bad.
Man könnte denken, es ist alles in Ordnung hier bei uns, eine heile Welt. Aber es ist alles andere als das. Ich muss was tun, es kann so nicht weiter gehen….
Aber was kann ich tun?
Im Bad lässt der Gedanke mich nicht los. Aber erst mal muss ich mich für die Arbeit
fertig machen.
Schnell das Make up auffrischen und  einen sauberen Pulli anziehen. Als ich gerade den Pulli über den Kopf ziehe, kommt Carina ins Bad. Meine Töchter dürfen das normalerweise auch, aber nun schrecke ich zurück, Zu spät!
„Mama, was hast du denn gemacht, woher sind die blauen Flecken?“ ruft Carina. Und das hat Mareike wohl gehört, die auch im Flur lief und kommt um die Ecke.
„Ich bin gestürzt, bin auf der Treppe abgerutscht“ versuche ich mich heraus zu reden.
Aber meine Große macht eine Ausbildung zur Krankenschwester und antwortet prompt: “ Da musst du aber komisch gefallen sein, du hast überall blaue Flecken!“
Ich weiss nicht was ich sagen soll und werde verlegen, ich kann so schlecht lügen, und bei meinen Kindern schon gar nicht.
Ich kann nicht mehr! Und will nicht mehr!
Alle Ausreden der Welt helfen nun wohl nicht mehr und wieder beginnen die Tränen zu laufen. Und das so kurz vor der Arbeit. Aber auch da hilft Carina, meine Große, die immer da ist, wenn jemand Hilfe braucht. Sie schaut mich an, mit traurigem Blick, als ahnte sie schon, was ich gleich erzählen muss. „Ich rufe in der Pobö an, und sage das du etwas später kommst“ beschließt sie.

Ich sitze auf dem Rand der Badewanne, Mareike nimmt mich tröstend in den Arm.
Da kommt Carina zurück und erklärt: „ Ist alles mit Ramona geregelt, du kannst eine Stunde später kommen. Und du sagst uns nun, was mit dir los ist!“
Aber…...das kann ich doch nicht machen! Es war doch Paul, der Vater der beiden!
Ich schaue die beiden an und  bekomme keinen Ton heraus!
Carina sieht mich an. „Mutsch, sag doch was“.
„Mutsch“ das sagt nur Carina, und nur wenn sie besonders lieb sein will.
Ich kann nicht, wirklich nicht, nun erst recht nicht mehr, mir bleibt das Wort im Hals stecken.
„Dann stimmt es was Michael schon vermutet hat? Papa schlägt dich?“ fragt Mareike mit großen Augen.

Ja klar, denke ich, Michael hat bestimmt mit Mareike geredet, die beiden haben ein ganz besonderes enges Verhältnis als Geschwister, seitdem sie vor Jahren beide operiert worden sind und gemeinsam alles durchgestanden haben.

Und Carina schaut mich an. „Ja, sagt sie, das stimmt anscheinend ja wohl, so wie es aussieht. Also wissen meine Kids alle Bescheid?
Ich schaue die beiden an und frage nur noch: „Tobias?“
„Ja, antwortet Mareike, er weiß es auch“.
Ich schäme mich, und bin gleichzeitig wütend und traurig, und weiß nicht, was ich sagen soll. Ich fühle mich so hilflos! Und die Tränen rollen, ich beginne nun richtig zu schluchzen. Ich will das nicht, ich muss doch stark sein für meine Kinder. Aber ich kann einfach nichts mehr daran halten. Meine Töchter nehmen mich in den Arm, von jeder Seite eine.
Carina und Mareike, beide haben einen so verletzten Ausdruck im Gesicht. Und doch
versuchen sie mich zu trösten. „Mama, beruhige dich doch, wir werden irgendwie einen Weg finden, damit das aufhört!“ sagt Carina.
Verkehrte Welt, so verkehrt herum! Ich müsste doch einen Weg suchen und finden, und ich sollte meine Kinder trösten. Aber sie sind viel stärker als ich.

Später einmal im Gespräch mit einer Psychologin erfahre ich, warum das in dem Moment so ist.

Aber nun, jetzt, ist es eben verkehrt herum und fühlt sich auch so an.
„Ja, erwidere ich hilflos, gemeinsam schaffen wir das wohl.“
Und ich habe keine Ahnung wie das gehen könnte.

„Komm“, zieht Carina mich hoch vom Badewannenrand, du musst dich neu schminken und dann musst du los. Deine Kolleginnen warten auf dich!“
Weiß sie, das ich mich nun ablenken muss um nicht endgültig zusammen zu brechen? Je, bestimmt, sie hat so ein gutes Gefühl für andere Menschen.
Aber kann ich die beiden jetzt alleine lassen?
Mareike kann wohl Gedanken lesen und sagt : Ja, du kannst fahren, wir sind ja nicht alleine, wir haben uns gegenseitig ja auch.“
„Danke, meine Beiden, das ihr mich versteht und mir helfen wollt“ nehme ich nun meine Töchter zusammen in den Arm und drücke sie.
Carina kann schon wieder halbwegs grinsen und mit den Worten: „Nun aber raus hier!! schickt sie mich zur Arbeit.
Schweren Herzens gehe ich durch die Haustür vorne zu meinem Rad, welches ich ja vorher dort abgestellt hatte. Ich schließe es auf und fahre los zur Postenbörse, wo ich nun schon seit einigen Jahren arbeite.
Unterwegs fällt mir ein, das ich gar nicht weiß, was Carina Ramona erzählt hat, weswegen ich später komme. Mit einem unguten Gefühl im Bauch stelle ich mein Fahrrad hinter der Pobö ab. Diese Abkürzung „Pobö“ haben meine Kids sich ausgedacht und nun sagt es inzwischen fast jeder. 
Vorne am Eingang des Ladens betrete ich verlegen den Laden. Dort kommt mir Ramona schon entgegen und fragt mich ganz aufgeregt: „Wie geht es Mareike, hat sie sich doll weh getan als sie mit dem Rad gestürzt ist“?
Aha denke ich, das war der Grund das ich später komme und erkläre dann: „Es sah erst schlimmer aus, als es ist, sie hat wohl ein paar Prellungen und sich ziemlich erschrocken.
Lügen, immer neue Lügen um zu vertuschen was wirklich Zuhause abläuft. Mir wird in diesem Moment richtig bewusst, wie mein Leben läuft. Das der Kinder auch?
Lügen sie auch und erzählen Geschichten?
Genau jetzt kommt Sabine um die Ecke gelaufen. Meine Lieblingskollegin, Freundin und Fastmutter für Mareike. Ihr Sohn Marcel und Mareike sind in der Grundschulzeit fast zusammen aufgewachsen, sie waren quasi unzertrennlich.  Entweder war Mareike bei Marcel spielen oder andersherum.
Sabine kennt mich schon sehr gut.Und genauso schaut sie mich nun an, fragt aber nur: „Wie geht es Mareike? Und ich? Ich wiederhole die Unfallgeschichte von vorher.  Sabine schaut fragend, und sagt aber immer noch nichts.
In der Pobö gibt es viel zu tun. Es ist neue Ware gekommen die ausgezeichnet werden
muss und in die Regale eingeräumt werden muss. Ramona ist heute Chefin, sie macht oft Vertretung wenn unser Chef nicht da ist. Und nun fragt sie: „Petra, magst du die Textilien auszeichnen und weg räumen? Du hast da den besten Durchblick.“
„Ja, klar“ antworte ich und wir gehen alle in verschiedene Richtungen.
Ramona macht nun weiter Kasse, wo Ingrid sie kurz abgelöst hatte als ich kam.
Und Sabine ist in der Haushaltecke beschäftigt mit ihrer Palette mit den verschiedensten Artikel wie Tassen,. Gläser, Kaffeekannen, Besteck und vieles mehr.
Ich habe eine ganze Palette mit Textilien, suche mir die Preise auf dem Lieferschein zusammen und beginne auszuzeichnen. Das ist gut, denn nun schaltet mein Kopf um auf Arbeit und die Gedanken an Zuhause verschwinden für eine Zeit weil ich mich auf die Artikel und Zahlen konzentrieren muss.
Eine Stunde später kommt Sabine rüber gelaufen zu mir: „Hey Petra, machen wir zusammen Frühstückspause?“
Ich freue mich: „Gerne Sabine.“ Zusammen gehen wir in den hinteren Bereich des Ladens wo eine Ausgangstür in einen Flur mit einer Treppe führt. Oben ist der Aufenthaltsraum für das Personal und auch die Toiletten.
Kaffee war schon fertig gekocht. Das hat sicher Ramona gemacht als sie zwischendurch eine Zigarette geraucht hat.
Sabine stellt zwei Tassen auf den runden Tisch aus hellem Holz und ich schenke uns
beiden Kaffee ein. Der Tisch ist ein „Erbstück“ vom Chef als er neue Möbel für sein Esszimmer Zuhause bekommen hat. Ebenso die Stühle passend dazu, auf denen wir nun ganz bequem sitzen.
Sabine steckt sich eine Zigarette an und sieht mir in die Augen: „So, und nun erzähl mal was wirklich los ist!“
Ich versuche auszuweichen: „Aber das hast du doch eben mitbekommen.“
Sie lässt nicht locker: „Deswegen bist du diese Woche auch nun inzwischen das dritte Mal mit verweintem Gesicht zur Arbeit gekommen?“
Ja klar, Sabine ist das aufgefallen trotz Schminke im Gesicht.
„Sabine, du weißt doch, das es zwischen Paul und mir nur noch Streit gibt, das hatte ich dir doch schon erzählt“ erkläre ich verlegen.
„Ja,“ erwidert meine Freundin, „aber das geht nun doch schon lange so,  fast ein paar Jahre, das macht dich doch nicht so fertig. Du siehst völlig fertig aus. Da ist noch was anderes.“
Wieder weiche ich aus: „Sabine, nicht jetzt hier, das geht nicht“ Und mir treten wieder Tränen in die Augen. Ich stehe auf und flüchte auf die Toilette.
Als ich zurück komme, steht Sabine auf und nimmt mich in den Arm : „Du, ich glaube, wir müssen mal reden, aber nicht hier, sondern in Ruhe.“
Ich gehe einen Schritt zurück und sehe sie an: „Ja, können wir machen.“ und hoffe, das es damit erst einmal gut ist.
Sabine lässt aber nicht locker:“Wir haben doch beide am Dienstag frei, soll ich da am Nachmittag bei dir vorbei kommen?“
Und wieder lüge ich: „Da hab ich einen Arzttermin, das geht nicht.“ 
Panik erfüllt mich, das geht nun gar nicht, Paul arbeitet im Moment nur morgens ein paar Stunden und ist Nachmittags Zuhause. Wenn sie ihn da so betrunken sieht!
Sabine schaut mich nun wieder ganz komisch an und anwortet: „Dann komm doch am Donnerstag zum Frühstück zu mir, geht das? Da haben wir auch beide frei.“
Ich nicke mit dem Kopf: „Ja, das geht.“
Nun gehen wir beide zurück nach unten in den Laden.
Sabine löst Ramona an der Kasse ab und ich gehe in die Spielzeugabteilung und sage Ingrid Bescheid, das sie mit Ramona frühstücken kann.
Ingrid sieht mich an und fragt:“Hast du geweint?“
„Ist schon alles wieder gut!, weiche ich wieder aus und senke den Kopf.
Zurück in der Textilecke gehen mir nun aber viele Gedanke durch den Kopf.
Was denken meine Kolleginnen wohl, was haben sie gemerkt und was erzähle ich Sabine am Donnerstag?
Sie sind alle drei herzensgute Menschen, aber das kann ich nicht erzählen. Dabei kenne ich die drei nun schon so lange.
Wir arbeiten schon fast 11 Jahre zusammen. Als die Postenbörse eröffnet wurde kannten wir uns schon. In dem gleichen Gebäude war vorher ein Geschäft in dem Tiefkühlkost verkauft wurde. Da haben wir schon 3 Jahre miteinander gearbeitet und sind gemeinsam übernommen worden und in der Postenbörse eingestellt worden.
Da war super, wir haben uns richtig gefreut, weil wir uns auch da schon gut verstanden haben.
Ingrid ist die Mutter der Nation. Sie betütelt uns immer alle, verwöhnt uns mit Kuchen und gutem Rat in allen Angelegenheiten. Sie ist richtig lieb, auch wenn man an ihren Einstellungen zum Leben doch merkt das sie fast 10 Jahre älter ist wie Sabine, Ramona und ich. Wir drei haben fast das gleiche Alter, mit einem Unterschied von ein paar Monaten.
Ramona kommt aus der ehemaligen DDR und auch das macht sich bemerkbar. Einmal an ihrem Dialekt den ich sehr gern mag, andererseits aber auch an den Ansprüchen die sie an sich selbst und andere hat. Es war dort selbstverständlich das die Frauen den ganzen Tag arbeiten und so hat sie wenig Verständnis dafür, wenn wir wegen der Kinder mal frei haben möchten. Auch legt sie großen Wert auf moderne Kleidung und stylt sich gerne, sie ist ein wenig egozentrisch. Aber auch sie hat eigentlich ein gutes Herz, das merkt man aber nur wenn man sie gut kennt. Sonst kommt sie eher ein wenig egoistisch rüber.
Da ist Sabine das komplette Gegenteil. Sie kümmert sich um alles und jeden, hat einen hohen Gerechtigkeitssinn. Wehe der Chef verteilt die Arbeitsstunden oder die freien Tage ungerecht, dann macht sie ihm die Hölle heiß. Denn unser Chef hat durchaus seine Lieblinge, die schnell mal bevorzugt werden.
Außer Ramona gibt es noch Ruth, unsere Putzfrau, ein schlankes Modepüppchen,
Beate, die sich gerne in den Vordergrund spielt und angeblich alles besser weiß,
Elena, unsere Jüngste, die aber auch sehr kollegial ist  und die tollste Dekorationen der Welt macht und ein großes Herz hat,
außerdem noch Silvia, die immer übertreibt, wenn sie krank ist,
und Monika, sie ist wirklich schwerkrank, sie hat multiple Sklerose, setzt aber all ihre Energie ein, um noch arbeiten zu gehen.
Ramona, Sabine, Ingrid und Elena mag ich am liebsten und arbeite gerne mit ihnen zusammen.
Die nächsten Stunden vergehen mit der vielen Arbeit im Fluge und schon ist es 15 Uhr. Zeit die Kasse abzurechnen und die Ware von draußen mit den Hubwagen herein zu fahren. Draußen stehen jetzt im Sommer Paletten mit Blumentöpfen, Blumenerde, jeder Menge Dekoartikeln für den Garten wie Brunnen,  Tiere aus Stein oder auch Gartenmöbel.  Ebenso große Wagen mit Sommerblumen, die wir günstig verkaufen.
All das muss nun herein gefahren werden.
Um 16 Uhr haben wir es geschafft und Ramona schließt den Laden ab.
Wir stehen dann immer noch einen Augenblick zusammen, reden und lachen miteinander, und die Raucher rauchen ihre Zigarette.
Dann aber verabschieden wir uns und gehen durch den hinteren Ausgang nach draußen. Elena und ich schnappen uns die Räder, Sabine und Ramona steigen in die Autos. Nun noch ein „Tschüss und ein schönes Wochenende“ gerufen und alle machen sie auf den Heimweg. Während die anderen drei sich auf den freien Sonntag freuen, graust es mir davor. Denn auch Paul ist ja da!
Ich fahre langsam durch die Straßen um die Ruhe noch zu genießen. Die Sonne scheint noch immer, ein richtig schöner Frühlingstag. Überall in den Gärten blühen
Tulpen, Narzissen und Stiefmütterchen. Herrliche Farben und die Luft riecht so gut.
Es sieht aus, als wäre die Welt in Ordnung, denke ich. Bei uns läuft alles schief, ich fühle mich völlig fertig, aber keiner merkt oder sieht etwas, die Welt dreht sich einfach weiter. Nun komme ich in unserer Straße an, und die Nachbarn grüßen freundlich und lachen mich an. Ich grüße zurück und sehe Carina schon in der Haustür unseres Hauses stehen.

Anmerkung von regenfeechen:

Verzweiflung und Hoffnung


 
 

Kommentare zu diesem Text


Dieter_Rotmund
Kommentar von Dieter_Rotmund (10.10.2019)
Regen, Du bis zwar sicher in RS und Grammatik, aber darüber hinaus ist der Text äußerst schlecht: Alles vorgekaut, gewertet und dann noch viel zu viele banale Dialoge: Echter Trivialliteratur-Stil also. Nichts für ungut, aber so ist es, darüber sollten dich auch evtl. hier auftauchende Lobhudler nicht täuschen.

Zum Inhalt habe ich nichts zu sagen, das ist bei dieser handwerklichen Qualität zunächst zweitrangig.

P.S.: drei Zimmer Wohnung -> Dreizimmer-Wohnung

Kommentar geändert am 10.10.2019 um 10:29 Uhr
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regenfeechen meinte dazu am 10.10.2019:
Hallo "Rotmund",
wer nicht einmal Regenfeechen schreiben kann, sondern bei Regen hängen bleibt sollte nicht die RS anderer korrigieren, trotzdem , ich beginne gerade zu schreiben und bin für jede Kritik dankbar.
Vorgekaut ist da nix, und schade das der Text bei dir nicht ankommt. Wenn du den 1.Teil gelesen hast, wirst du gemerkt haben das es hier um Misshandlung eines Menschen/einer Familie geht. Um sich dann wirklich in die Situation (auch psychologisch) der Familie hinein versetzen zu können, gehören wohl auch banale Alltagssituationen zum Text. Aber sich in andere Menschen psyschologisch hinein finden, das kann sowieso nicht jeder.
Nicht jedem wird dieser Text noch die kommenden "schmecken"
Bekanntlich sind Geschmäcker ja verschieden, was auch gut so ist

MFG Regenfeechen

Antwort geändert am 10.10.2019 um 12:04 Uhr


Antwort geändert am 10.10.2019 um 12:04 Uhr


Antwort geändert am 10.10.2019 um 12:05 Uhr
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Dieter_Rotmund antwortete darauf am 10.10.2019:
Ich sag' mal so: Deine sichere Hand bei RS und Grammatik ist ein sehr solides Fundament für alles weitere in Sachen Schreiberei. Damit hast Du Dir eine sehr gute Ausgangslage geschaffen! Nun setzt Du auf emotionsgeladene Inhalte, aber gerätst in eine Sackgasse. Wenn ich etwas empfehlen darf: Lies auch mal anspruchsvolle Literatur, die Dir zeigen kann, was handwerklich-stilistisch besser und was möglich ist. Nämlich einen mündigen und intelligenten Leser anzusprechen, der selbst erkennen kann (und will!), was Du ausdrücken möchtest.

Dein Dir wohlgesonnener

Rotmund
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regenfeechen schrieb daraufhin am 10.10.2019:
Die emotionsgeladenen Inhalte spielen sich leider!! in vielen Familien genauso statt, und diejenigen landen dann tatsächlich in einer Sackgasse in unserer Gesellschaft. Weil die nicht nur selten nichts davon mitbekommt, was in den Familien läuft, sondern es auch noch viel zu anstrengend ist, sich mal mit den Themen Alkoholismus, Missbrauch, Psychologie auseinander zu setzen.
Sich in diese Menschen hinein zu versetzen, zu verstehen und vielleicht tatsächlich zu helfen? Denn da beginnt es anspruchsvoll zu werden.
Ob mein Text anspruchvoll, stilsicher oder einfach einfach ist,
daran muss ich noch arbeiten, das ist mir durchaus bewusst.
Danke für deine Meinung und deine Tipps.

LG Regenfeechen
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Dieter_Rotmund äußerte darauf am 10.10.2019:
Eine weitere Sackgasse, sehr oft auf kV zu beobachten, ist einer Schreibmotivation zu folgen, die eine Empörungskultur a lá "Aber genauso ist es gewesen" bedient.

P.S.: Ich fahre langsam durch die Straßen um die Ruhe noch zu genießen -> Ich fahre langsam durch die Straßen, um die Ruhe noch zu genießen
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regenfeechen ergänzte dazu am 11.10.2019:
Das hat mit Empörungskultur wenig zu tun. Aber vielleicht gibt es auch hier Menschen, die sich wiederfinden in den Texten, sich verstanden fühlen, ein wenig Hoffnung schöpfen, das sie einen Weg finden können aus ihrer so schwer zu ertragenden Welt, wo sie täglich gedemütigt werden. Das schon allein ist mir die Sache wert, über diese Problematik zu schreiben.
Anspruchsvolle Literatur kenne und lese ich übrigens durchaus
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Dieter_Rotmund meinte dazu am 11.10.2019:
Nun, wenn Literatur nur leisten soll, dass sich Menschen wiederfinden und verstanden fühlen, weil ihre Verhältnisse so prekär sind, das finde ich viel zu wenig. Echte Literatur kann weit mehr.
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regenfeechen meinte dazu am 11.10.2019:
Das ist mir durchaus klar Das ist aber abhängig vom Leser, und darauf haben wir halt wenig Einfluss

Antwort geändert am 11.10.2019 um 10:02 Uhr
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Veröffentlicht am 10.10.2019, 3 mal überarbeitet (letzte Änderung am 10.10.2019). Textlänge: 5.266 Wörter; dieser Text wurde bereits 34 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 21.10.2019.
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