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Canale Grande ( 1. Paul)

Roman zum Thema Befreiung


von Hartmut

Es dauerte bestimmt ein halbes Jahr bis er mir das Du anbot. „Ich heiße Paul“, sagte er und reichte mir die Hand. „Ebenso“, erwiderte ich. Der Ort der wöchentlichen Begegnung war für mich nicht ungewöhnlich, ihn hätte man hier nicht erwartet. Sein Alter und sein T-Shirt fielen auf. Eta Carinae in rot – rosa – blauer Schrift. „Ein sterbender Stern, der kurz vor seinem Tod implodiert“, erklärte er mir.
Der Ort war eine Muckibude, ein Fitnesscenter für Leute, die normalerweise in ihrem Beruf meist nur die Finger bewegen. Für mich wurde sie Alltag – im Knast. Eine hirnrissige Geschichte in die ich damals hineingerutscht war. Ich habe Paul gefragt, ob ich sie erzählen soll? Er wollte und hörte sie in einer Art, die Freundschaft ausdrückte, ehrliches, aktives Zuhören, nichts Belehrendes. Seine Geschichte habe ich nie erfahren. Meine kann man nur verstehen, wenn man sie selber mal erlebt hat. Rausgeflogen, weil ich meinen Chef, ein moderner Sklavenhalter, Dr. Ing., am Ärmel angefasst habe. Klein war er, schmale Lippen, Rabulist, Typen, auf die die Welt verzichten kann. Erst als ich auf ihn zuging, wurde mir seine Angst bewusst. Ich habe noch nie einen Menschen verletzt und auch nicht jenen Fettsack, der mitten in der Nacht mit seinem schwarzen Audi auf den gesperrten Münsterplatz fuhr und vor dem Geldautomaten hielt. Er sah mich kommen und kniete fast vor mir nieder. Zwei Tage später saß ich in Untersuchungshaft. Räuberische Erpressung nannte der Richter das. Schon vor dem Knast hat mich meine Freundin verlassen. „It`s over“, stand auf dem Display. Der Tag beginnt und endet mit ihr – noch immer.
Paul spricht italienisch, ich vermute perfekt. Der Besitzer der Muckibude kommt meistens zu uns und die beiden demonstrieren die Melodie dieser Sprache.  „Meine Jugend habe ich am Gardasee verbracht, mein Vater ist früh gestorben, meine Mutter ist dann wieder nach Deutschland gezogen. Ich heiße Altmann der Name meiner Mutter.“
Paul kellnert im Toskana, ein sogenanntes Edelrestaurant. Einmal lud er mich ein. Ich ging hin, vor dem Lokal parkten die Daimler und BMWs. An den Tischen saßen im perfekten Anzug Geschäftsleute oder junge Frauen mit Männern zwischen fünfzig und sechzig. Es knisterte nach Geld.
Er begrüßte mich freundlich. Ich habe ihn zuerst in seinem schwarzen Anzug nicht erkannt. Er bemerkt meine Unsicherheit und lächelte. „Das ist hier nicht das wahre Leben, eher ein erbärmliches. Aber lassen wir das.“
Ich beobachtete seine Professionalität zu den Gästen. Hinter der Theke arbeitete eine junge Frau, mit der er laut italienisch sprach. Ab und zu schaute sie zu mir und lächelte verhalten. Was ging hier vor? Meine Knastzeit hatte mich misstrauisch gemacht, ich bin ein einsamer Bär geworden, nicht hinterhältig, aber vorsichtig. Gegen 23 Uhr setzte er sich zu mir. Wir waren bis auf die junge Frau allein. Sie brachte uns einen Espresso. „Ich möchte dich um einen Gefallen, eher um eine Zusammenarbeit bitten, jetzt wo du die Gäste kennengelernt hast. Sie spielen eine große Rolle in meinem Leben. Du sollst eine Mappe mit Papieren nach Italien bringen und dort eine Weile bleiben. Ich weiß, du bist unabhängig. Wenn du unentdeckt bleibst und die Mappe nicht in fremde Hände gerät, droht dir keine Gefahr. Falls du einverstanden bist, komme morgen gegen 22 Uhr zu mir in die Bachstraße 21“.
Wer sagt einem wie man leben soll? Ich war damals ohne Job, einsam. Ich vertraute ihm.
Am nächsten Abend stand ich vor dem Haus Nr.21. H. & P. Altmann stand auf dem Klingelschild. Von einer Frau an seiner Seite hatte er nie gesprochen. Die Tür ging auf und ich betrat die Wohnung einer Familie. Das Bild eines Jungen im Schulalter hing an einer Wand, daneben das Bild einer etwa vierzig Jahre alten Frau. Paul beeilte sich. „Hier ist eine Tasche mit Papieren, kein Geld, glaub mir. Dann die Adresse, Route, Geld, Schlüssel. Du musst noch heute fahren. Bitte keine Übernachtung. Nimm den Golf vor der Tür. Kein Briefwechsel, keine SMS, kein Telefon, Ciao!“

Fortsetzung folgt

 
 

Kommentare zu diesem Text


Dieter_Rotmund
Kommentar von Dieter_Rotmund (26.10.2019)
Nicht schlecht, stellenweise jedoch kaum verständlich, weil Kommas fehlen! (Z.B: "Ich heiße Altmann der Name meiner Mutter.")
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