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Mit Schumann in den Tag

Kalendergeschichte zum Thema Stadt


von eiskimo

Mit Schumann, das hätte mir klar sein müssen, konnte das kein normaler Tag werden...
Die S-Bahn war pünktlich. Ich erkannte darin adrett gekleidete Menschen, die saßen entspannt und lasen. Einige unterhielten sich gedämpft;  andere hatten Kinder dabei, die leise kichernd ein paar bunte Sammelbildchen tauschten. Heute keine abgerissenen Junkies oder Flaschensammler, die da bettelnd oder mit dem großen Müllsack den Zug abklapperten, auch keine finster dreinblickenden Security-Sheriffs. Dafür ließ man mir beim Aussteigen am Hauptbahnhof freundlich den Vortritt, ebenso an der Rolltreppe, die einwandfrei funktionierte.
Auf dem Bahnhofsvorplatz hielt ich kurz an: Eine Gaukler-Truppe trat auf, es waren junge Akrobaten, vielleicht sogar noch Schüler, die sichtbar Spaß hatten an ihren witzigen Kunststücken. Eine kleine Blonde mit Zöpfen ging artig mit dem Hut herum, scherzte mit den Zuschauern und bedankte sich höflich für die Münzen, die man ihr großzügig offerierte.
Ein paar Meter weiter sah ich einen Seifenblasen-Mann. Er ließ wunderbar schillernde Ballons entstehen, die von  einigen Kindern mit fröhlichem Jubel verfolgt und eingefangen wurden – Passanten klatschten, wenn eine besonders große Kugel aufgezogen wurde. Platzte sie, gab es ein trauriges Ohh.
Mich zog es zur Philharmonie, zu meinem  Abo-Konzert, das ich mir alle vier Wochen gönne. Der kurze Fußweg dorthin war hindernisfrei. Mietfahrräder und  E-Scooter standen ordentlich auf den markierten Stellplätzen. Mich überholten Familien mit Kindern, die dasselbe Ziel hatten wie ich. An den Gesichtern, den Frisuren und der Kleidung waren  afrikanische und asiatische Eigenheiten zu erkennen – aber alle sprachen miteinander Deutsch. Heute waren besonders viele Frauen mit Kopftuch im Publikum, und im Orchester fielen mir erstmals etliche arabische und schwarzafrikanische Musiker auf. Es dirigierte eine Frau – ich schätzte sie auf höchstens vierzig - in einem wunderbaren weißen Kleid. Gut gelaunt begrüßte sie das Publikum und dann ganz speziell  ...  mich!
An dieser Stelle sollte ich auflösen.
  „Träumereien“ von Schumann hatten auf dem Programm gestanden, und ich war wohl vor lauter Vorfreude schon bei der Anfahrt da hinein gedämmert. Wie heißt der Schumann-Zyklus  so schön: „Kinderszenen“ . Und diese sind umrahmt  „ Von  fremden Ländern und Menschen“ und von „Der Dichter spricht“

 
 

Kommentare zu diesem Text


Kommentar von Regina (28.10.2019)
Schubert träumte in anderen, aber auch harten Zeiten. Der Text thematisiert das "Früher" und "heute" áuf subtile Weise."Warum ist das unrealistisch?" dürfte eine Frage sein, die sich anschließt. Gruß Gina
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eiskimo meinte dazu am 28.10.2019:
Gibt es heute noch Kinder, die sich verzaubern lassen? Ich meine von Bildern, von Straßenkünstlern, von einer einfachen Klavier-Melodie?
Ich sehe mehr und mehr blasierte Blagen mit Smartphone und Junk-Food, die ihren mangel an Erziehung kreischend loswerden müssen. Aber heimlich hoffe ich, dass meine Sicht falsch ist.
Gruß
Eiskimo
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Regina antwortete darauf am 28.10.2019:
Schumann natürlich auch klar- es gibt sie, wenn sie vom Elternhaus so gepflegt werden.

Antwort geändert am 28.10.2019 um 20:05 Uhr
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AchterZwerg
Kommentar von AchterZwerg (28.10.2019)
Da möchte ich unwillkürlich "Träum weiter" ausrufen.
Es muss ja nicht gerade die "Winterreise" sein ...

Gruß
der8.
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eiskimo schrieb daraufhin am 28.10.2019:
Danke - habe ich versucht. Die Realität hatte mich spätestens in der S-Bahn wieder. Da war ich wieder der Fremde, ausgegrenzt durch die Sprache, keine Elektronik im Ohr, spießig gekleidet....
Das war schon ein bisschen "Winterreise".
lG
Eiskimo
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Dieter_Rotmund
Kommentar von Dieter_Rotmund (28.10.2019)
Eine Utopie. Wo bei ich Straßenmusikanten/hampeleien an sich nicht für utopiefähig halte, aber nun gut.
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eiskimo äußerte darauf am 28.10.2019:
Straßenmusikanten/hampeleien halte auch ich nicht für utopiefähig. Aber eine Stadt voller Fröhlichkeit und Miteinander, dazu Rücksichtnahme und Weltoffenheit, davon mag ich schon träumen
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idioma
Kommentar von idioma (28.10.2019)
Derart idyllisch ideale Mixtur
entsteht vermutlich nur,
wenn man wie hier
Schubert mit Schumann verrührt........
idi
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eiskimo ergänzte dazu am 28.10.2019:
Danke für den Hinweis - ich habe es korrigiert
LG
Eiskimo

Antwort geändert am 28.10.2019 um 19:24 Uhr
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